Schlagwort-Archive: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Priestertumssegen

Heute möchte ich von der Macht und Vollmacht des Priestertums Zeugnis geben. Es ist wegen besonderer Gefühle, die ich heute verspüren durfte, als ich Priestertumssegen gegeben habe.
Das Priestertum beinhaltet die Vollmacht, im Namen Gottes zu handeln und eben auch zu segnen.

IMG_20151210_221732

Es ist für mich wie ein mächtiger, tief verwurzelter Baum, der viele Dinge spendet.

In den letzten Jahren hatte ich die Gelegenheit, hunderte Segen zu geben. Es sind prägende Erfahrungen, von denen ein großer Teil der Welt nichts weiß oder ahnt.
Als ich 17 war, erhielt ich meinen Patriarchalischen Segen, eine besondere Form des Priestertumssegens mit einer ewigen Dimension. In dem Segen wurde mir gesagt, dass „ich die Kranken segnen können werde, damit sie ein Zeugnis empfangen und die Verzagten aufrichten …“ Dieser Teil hat sich in großem Maß erfüllt.

Priestertumssegen sind machtvoll, wenn Glaube vorhanden ist. Sie sind komplementär zu allem, was man selbst tun kann und auch sollte. Sie können Wunder bewirken sowie Trost und Rat erteilen. Ich habe oft auf besondere Weise den Heiligen Geist gespürt, wenn ich Priestertumssegen gespendet habe. Zum Glauben an diese Segen gehört auch, dass der Wille Gottes manchmal von unseren Wünschen abweichen kann. Es geht also viel mehr um die Kraft, mit Problemen umzugehen, als dass ein Problem auf wundersame Weise verschwindet. Das habe ich dieses Jahr selbst wieder erfahren, als meine Söhne mich vor und nach meiner Herzoperation gesegnet haben.

Vor zweieinhalb Wochen habe ich zusammen mit meinem Bruder einem lieben Menschen einen Krankensegen gegeben. Es war ein sehr emotionales Erlebnis. Manchmal kann man spüren, wie der Widersacher versucht, uns daran zu hindern, die Vollmacht des Priestertums anzuwenden. Den ganzen Tag ging es mir sehr schlecht. Ich hatte extreme Kopfschmerzen und war drauf und dran, den Termin abzusagen. Zum Glück habe ich mich aufgerappelt und die Aufgabe erfüllt. Als ich am Abend wieder zu Hause war, habe ich mich sehr gut gefühlt.

Auch heute hätte es gute Gründe gegeben, die Segen zu verschieben. Ich war am Morgen von einer 11-tägigen Dienstreise zurückgekommen, kam direkt aus Singapur, war vorher in Korea, Australien, Hongkong  und hatte vier von elf Nächten in Flugzeugen verbracht.
Wie gut, dass ich die Müdigkeit überwunden habe. Ich musste 250 km mit dem Auto fahren, aber wie selten zuvor habe ich den Einfluss des Heiligen Geistes gespürt, als ich die Segen gesprochen habe. Es waren nicht meine Worte. Ich weiß, dass unser Vater im Himmel uns liebt und Segnungen für uns bereit hält, wenn wir glauben und handeln.

Ich wünschte, dass alle, die das Priestertum tragen, davon mehr Gebrauch machen, um zu segnen.

Zum 2. Advent

Den 2. Advent verbringe ich dieses Jahr auf Dienstreise in Australien. So schön es auch in Australien ist, so sehr vermisse ich aber meine Familie.

20151204_055413
Sonnenaufgang am Bondi Beach

Zum 2. Advent muss ich daran denken, zu welchem Zweck Jesus Christus geboren wurde. Ich habe zur letzten Pfahlkonferenz darüber gesprochen und Bruder Geiler aus der Gemeinde Köthen hat die Ansprache sehr gut zusammengefasst.

Konferenzversammlung am Samstag, den 7. November in Leipzig:

… Unser Pfahlpräsident, Präsident Thomas Hengst, wendet sich an die versammelten Geschwister und Freunde: Er ist dankbar für diesen großartigen Anblick der Geschwister und Freunde in dieser Kapelle und bezeugt, dass der Heilige Geist hier in diesem Raum anwesend ist.

Präsident Hengst stellt die Frage „Was treibt mich an?“ in den Raum. Er berichtet von einem Erlebnis, das er als Seminarlehrer hatte. Damals hatte er einen Film über Jesus Christus gesehen. Der Film hieß „Dazu bin ich in die Welt gekommen!“

Am Ende des Filmes gibt es eine Szene, die ihm nicht aus dem Kopf geht und ihn antreibt.

Er zitiert Lehre und Bündnisse 138:12 und 16: An dem einen Ort war die unzählbare Abteilung der Geister der Gerechten versammelt, die dem Zeugnis von Jesus treu gewesen waren, solange sie in der Sterblichkeit gelebt hatten, … Sie waren versammelt und warteten darauf, dass der Sohn Gottes in die Geisterwelt komme, um ihnen die Erlösung aus den Banden des Todes zu verkünden.“

In dem Film wurde die Kreuzigung von Jesus Christus gezeigt und der Moment, in dem er sein Leben hingibt und in die Hände des Vaters legt. Dann gibt es einen Schnitt und man sieht die Geisterwelt und die gerechten Geister, wie sie auf Jesus Christus warten. Der Herr kommt in die Geisterwelt, in der ihn die Seelen schon lange erwarten und jetzt froh und glücklich über sein Kommen sind. Jesus verkündet ihnen, dass er sein Werk vollbracht hat. Und er gibt vielen der gerechten Geister die Hand. Und dann kommt der Himmlische Vater und nimmt seinen Sohn in die Arme.

Präsident Thomas Hengst bezeugt: „DAS treibt mich an! Dieses Wissen, diese Gewissheit, dass das so gewesen ist, und dass Jesus Christus seine Arbeit für alle Menschen – FÜR UNS – getan hat!“

Er zitiert aus der Schrift: Darum kommt die Erlösung im heiligen Messias und durch ihn; denn er ist voller Gnade und Wahrheit. Siehe, er bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um den Zwecken des Gesetzes Genüge zu leisten für alle, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben; und für niemanden sonst kann den Zwecken des Gesetzes Genüge geleistet werden. Wie wichtig ist es daher, dass all dies den Bewohnern der Erde verkündet wird, damit sie erkennen mögen, dass kein Fleisch in der Gegenwart Gottes wohnen kann außer durch die Verdienste und die Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias, der sein Leben niederlegt gemäß dem Fleische und es wieder nimmt durch die Macht des Geistes, auf dass er die Auferstehung der Toten zustande bringe; denn er wird der erste sein, der aufersteht. (2 Nephi 2:6-8) und bezeugt: Wie wichtig ist es, dass wir den Menschen die Botschaft des Evangeliums verkünden! DAS treibt mich an!

Er versteht immer besser, wo die Schlüssel eines Pfahlpräsidenten sind. Er gab kürzlich in einer Institutsklasse sein Zeugnis, dass der Herr ihm Dinge zeigt, die für unseren Pfahl gültig sind. Präsident Thomas Hengst wiederholt für uns dieses Zeugnis: „Ich weiß, dass in diesem Raum, in diesem Pfahl, das Blut Israels versammelt ist. Die Kraft und Stärke, der Welt Zeugnis zu geben von dem Sühnopfer und der Auferstehung unseres Herr Jesus Christus – diese Macht ist hier versammelt! Ich weiß, dass es in diesem Pfahl eine große Zahl von Mitgliedern gibt, die ganz sicher wissen, wie wichtig es ist, den Menschen von Jesus Christus, seinem Sühnopfer und seiner Auferstehung zu berichten.“.

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem Weihungsgebet Präsident Dieter F. Uchtdorfs, das dieser im Jahr 2010 in Berlin gesprochen hat: „Mit Deiner Hilfe und mit der Vollmacht des heiligen Priestertums versehen, mit reinem Herzen und willigem Geist, mit Demut und voller Entschlossenheit werden die Mitglieder Deiner Kirche in Deutschland fähig sein, das Herz der Menschen dieser großen Nation anzurühren und bewirken, dass die Kirche abermals aufblüht wie eine Rose.“ und ermahnt uns: „Jeder kann so wirken, jeder kann vom Evangelium Zeugnis geben! ICH WEISS ES, das Jesus Christus sein Werk vollendet hat. Viele Menschen suchen das Evangelium! Im Namen Jesu Christi! Amen“

Am 2. Advent möchte ich diese Überzeugung bekräftigen.

Zum 1. Advent

Meine Frau liebt die Weihnachtszeit. Sie hat unser Haus wieder auf wunderbare Weise verwandelt, so wie ich es nie könnte. Wir verspüren dadurch diese besondere Atmosphäre, die kennzeichnend für das Erzgebirge ist und wir denken insbesondere an die Geburt von Jesus Christus und alles, was er gelehrt hat.

Jesus Christus ist für uns der Erretter der Welt, der Sohn Gottes, der Einziggezeugte des Vater. Der Bedarf, Seine Lehren und Seine Rolle als Erretter zu entdecken und kennen zu lernen, ist riesengroß.

Erretter

Ein Erretter ist geboren

Ich hörte heute von einer statistischen Erhebung (wie richtig oder repräsentativ sie ist, kann ich nicht sagen), die besagt, dass in Deutschland etwas mehr als 60% der Menschen an Gott und ca. 50% an Jesus Christus glauben. Die Frage nach dem Wesen Gottes bleibt hier sicher offen, genauso wie das Verständnis von der Rolle und Bedeutung von Jesus Christus.
Etwa ein Drittel glauben, dass es den Heiligen Geist gibt und weniger als ein Drittel glauben an ein Leben nach dem Tod.
Das ist für mich interessant und erstaunlich zugleich. Es glauben also zum Beispiel mehr Menschen an Jesus Christus in irgendeiner Form als daran glauben, dass er der Sohn Gottes ist, für die Sünden der Welt gestorben und am dritten Tag nach seiner Kreuzigung buchstäblich vom Tod auferstanden ist, was nichts anderes bedeutet, als dass es ein ewiges Leben tatsächlich gibt. Irgendwo gibt es also erhebliche Lücken zwischen der Verehrung Gottes und seines Sohnes Jesus Christus und einem tiefen Verständnis ihres Wesens sowie ihrer Lehren und Absichten.

Ich finde es nicht nur als dringend notwendig, dass sich viel mehr Menschen in unserer Gesellschaft wieder an Gott erinnern und sich auf eine Entdeckungsreise begeben, um besser zu verstehen, was Jesus Christus verkörpert. Es ist auch ungeheuer spannend. Wenn man sich darauf einlässt, wird man Dinge begreifen, die ansonsten in einer Welt, die immer mehr durch Gier, Hass, Unmoral und Werteverfall dominiert wird, übertönt und verschüttet werden.

Warum die Welt einen Erretter braucht, erklärt dieser kurze Videoclip (wird in Kürze auch in Deutsch verfügbar sein). Wie viel mehr Gründe braucht es, um sich ernsthaft mit Jesus Christus zu beschäftigen?

https://www.youtube.com/watch?v=Ly7c9scxB9I

 

Missionarinnen in Hohenstein-Ernstthal

Montagabend ist in Mormonenfamilien die Zeit für den Familienheimabend. Wir hatten diese Woche unsere Missionarinnen Sister Daniels aus Indianapolis, Indiana und Sister Sibley aus Pleasant Grove, Utah, die zur Zeit in Hohenstein-Ernstthal dienen, bei uns zu Hause zu Gast.

20151116_203849

 

Wir hatten eine schöne Zeit mit diesen zwei äußerst sympathischen jungen Frauen. Sister Daniels wird bald ihre Mission beenden und wieder nach Hause zurückkehren.

Was tun Missionarinnen in Hohenstein-Ernstthal? Natürlich sind sie ein Teil der Gemeinde und sie lehren das Evangelium Jesu Christi. Wahrscheinlich haben viele in der Stadt mit ihnen schon Kontakt gehabt. Darüber hinaus engagieren sie sich auf vielfältige Weise. Sie musizieren in der Musikschule (Sister Sibley ist eine Cellistin), geben jede Woche Englischunterricht für alle, die ihre Sprachkenntnisse mit Muttersprachlern verbessern wollen (die Englischklasse findet dienstags 18:00 in den Gemeinderäumen im 3. Stock der Stadtpassage Hohenstein statt) und helfen bei der Tafel mit. Außerdem arbeiten sie in einem Dienstprojekt für den örtlichen Sportverein VfL 05.

Für die Gemeinde sind die beiden ein Segen und eine Bereicherung. Sie dienen für 18 Monate auf Mission und setzen danach ihren Bildungsweg fort. Eine Mission wird in der Regel vom Missionar selbst und falls erforderlich von der Familie finanziert und stellt damit ein beträchtliches Opfer dar. Missionare erfahren Zuspruch und Ablehnung, aber sie entwickeln eine besondere Beziehung zu dem Land, in dem sie dienen und den Menschen dort.
Insofern wird Hohenstein-Ernstthal einigen Menschen in Indianapolis und Pleasant Grove ein Begriff werden.

P.S. In Pleasant Grove ist Hohenstein-Ernstthal bereits ein Begriff 🙂

Pfahlkonferenz und Business Trip nach Mexico City in 7 Tagen

Während ich letzten Sonntag nachts im Flieger von München nach Mexico City saß, ließ ich unsere Pfahlkonferenz in Leipzig bzw. Böhlen am Wochenende noch einmal auf mich wirken. Es war ein enormes geistiges Erlebnis. Diese Konferenz wird sich auf die Entwicklung des Pfahles Leipzig nachhaltig auswirken und viele Menschen zum Guten ändern.

Ich bin meinen beiden Ratgebern, unseren Sekretären sowie zahlreichen weiteren Helfern von Herzen für die hervorragende Zusammenarbeit dankbar. Alles wird ehrenamtlich gemacht und die Menschen sind mit vollem Engagement dabei.

Am Freitagabend vor der Konferenz verbrachten meine Ratgeber und ich in Leipzig Zeit mit zwei wichtigen Gruppen innerhalb der Kirche – den Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren und zurückgekehrten Missionaren, die in den letzten Jahren auf Mission gedient haben. Beide Gruppen liegen mir sehr am Herzen, weil sie spezifische Herausforderungen haben. Wir hatten um die 60 Jugendliche da. Wir haben ihnen erzählt, wie wir mit Problemen umgegangen sind als wir im gleichen Alter waren, was wir gut und weniger gut hinkommen haben.
Die Zeit mit den zurückgekehrten Missionaren war für mich sehr lehrreich. Ich habe besser verstanden, was sie brauchen.

Am Samstag und am Sonntag hatten wir das Vorrecht, dass Elder Timothy J. Dyches, eine Generalautorität der Kirche und Mitglied der Gebietspräsidentschaft Europa über die Konferenz präsidiert hat.
Ich habe ihn vom Flughafen Leipzig abgeholt und hatte danach viel Zeit, mit ihm zu reden. Es hat mir sehr gut getan. Als Pfahlpräsident befinde ich mich in meinem Pfahl am Ende der Eskalationskette von Problemen von mehr als 2200 Mitgliedern und trage eine große Verantwortung gegenüber ihnen und dem Vater im Himmel. Die Zeit mit Elder Dyches hat mir geholfen, mehr über meine Verantwortung zu lernen und geistige Stärke zu erhalten. Wir hatten wunderbare Gespräche, die für mich außerordentlich inspirierend waren und mir viel Kraft gegeben haben.

Die Konferenzversammlungen waren geistige Höhepunkte. Neben Elder Dyches möchte ich allen Sprecherinnen und Sprechern, die in den vier Versammlungen (Jugendkonferenz, Priestertums-Führerschaftsersammlung, allgemeine Versammlung am Samstagabend und die allgemeine Versammlung am Sonntag) zu Wort gekommen sind, herzlich danken. Ich konnte es noch nicht jedem einzelnen mitteilen, aber es waren durchweg sehr gute Botschaften, die die Anwesenden stark berührt haben. Wir haben großartiges Feedback erhalten. Besonders hervorheben möchte ich die 8-jährige Emma Leonhardt, die am Sonntag vor über 700 Anwesenden eine Superansprache gegeben hat.

Die Musik war wieder hervorragend. Vielen Dank der Musikgruppe aus der Gemeinde Erfurt, dem Pfahlorchester, das immer größer wird, dem Kinderchor und dem Pfahlchor. Ich musste am Sonntag gleich nach dem Vorspiel des Orchesters und dem ersten Lied des Chores sprechen, was nach der berührenden Musik nicht einfach war. Kirchenmusik ist für mich immer etwas besonderes. Sie erreicht mich tief im Inneren, wo andere Musik nie hingelangen kann.

Wir werden in wenigen Wochen wieder unseren Report von der Konferenz online stellen, so dass jeder noch einmal nachlesen kann, warum es so wichtig war. Wenn ich die meisten Aussagen nur in einem kurzen Satz zusammenfassen möchte, dann würde ich sagen, dass wir die Anwesenden aufgefordert haben, das Evangelium Jesu Christi nicht halbherzig oder selektiv, sondern konsequent zu leben, Nächstenliebe zu üben und für eine gesunde geistige Nahrung zu sorgen – und wenn das noch nicht der Fall ist, unverzüglich damit zu beginnen.

Nach der Konferenz kam Elder Dyches mit zu uns nach Hause und hat unser Heim gesegnet. Ich kann nur schwer ausdrücken, was ich dabei empfunden habe. Es war eine überwältigende Erfahrung. Wir haben den Heiligen Geist sehr stark gespürt und mein beherrschendes Gefühl war einfach nur Dankbarkeit.

Elder Dyches of the Seventies in our home
Elder Dyches of the Seventies in our home

Als wir zusammen nach Leipzig zum Flughafen gefahren sind, hatten wir noch mehr Zeit zu reden und ich konnte viel von einem Siebziger lernen. Elder Dyches flog zurück nach Frankfurt, ich nach München und von dort nach Mexico City, erschöpft aber glücklich.

In Mexico City nahm ich an einer Geschäftsreise der deutschen Außenhandelskammer zum Thema erneuerbare Energien teil. Meine Aufgabe war, am Dienstag auf einer Konferenz vor ca. 150 Vertretern der mexikanischen Industrie in diesem Sektor zu sprechen. Danach standen in den Folgetagen eine Reihe Firmenbesuche auf dem Programm.

Paseo de la Reforma
Paseo de la Reforma

Ich war vorher noch nie in Mexico City. Die Stadt ist imposant, wenn man sie aus dem Flugzeug sieht. Ein Riesenmoloch von mehr als 20 Millionen Einwohnern, umgeben von hohen Bergen. Der Verkehr ist chaotisch, Polizei und Sicherheitskräfte sind überall omnipräsent. Man sollte genau überlegen, welche Taxis man benutzt, damit man kein unnötiges Sicherheitsrisiko eingeht. Dafür ist das Essen hervorragend, die Menschen sind freundlich und trotz der vielen Unannehmlichkeiten habe ich mich irgendwie wohl gefühlt. Leider hatte ich keine Zeit, den Tempel unserer Kirche oder andere Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Man kann in Mexico sehen, wie sich Gesetzlosigkeit auf eine ganze Gesellschaft auswirkt, die Entwicklung eines ganzen Land bremst und die Mehrheit der Menschen zwingt, sich mit allen negativen Begleiterscheinungen irgendwie zu arrangieren. Ich musste häufig an die Geschichte des Landes denken – bis zurück in die Zeit des Buches Mormon.
Im Buch Mormon wird deutlich darüber gesprochen, welche Prinzipien befolgt werden müssen, damit eine Gesellschaft für alle prosperieren kann, unter anderem auch der Umgang mit dem organiserten Verbrechen (im Buch Mormon geheime Verbindungen oder Gadiantonräuber genannt). Ich bewundere die Menschen, die trotz aller Widrigkeiten versuchen, rechtschaffen zu leben.

20151110_081137
Paseo de la Reforma
Unter dem Viaducto M. Aleman
Unter dem Viaducto M. Aleman

Dank des Lufthansa Streikes war es nicht einfach, Flüge nach Hause zu bekommen (und das am Freitag, den 13. 🙂 ). Der vierte Flugplan über Newark, New Jersey und Berlin hat dann schließlich funktioniert. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann in dieses großartige Land zurückkehren kann.

Groß war mein Entsetzen, als ich in Berlin landete und von den schrecklichen Ereignissen in Paris erfuhr. Der Satan wütet unter den Menschen überall auf der Welt, durch Hass und Gier. Ich habe diese Woche den Schluss von 2. Nephi, das Buch Jakob und den Beginn des Buches Mosia im Buch Mormon gelesen. Es bestärkt mich in dem, was letztes Wochenende während unserer Pfahlkonferenz gelehrt wurde. Überall dort, wo die Gebote Gottes missachtet werden oder Menschen glauben, sie können Gott Rat erteilen, sei es im Kleinen oder im Großen, entstehen Probleme, die immer schwieriger zu beherrschen sind.

Ich habe letzte Woche in der Versammlung am Samstagabend aus 2. Nephi 32, die Verse 3 bis 9 zitiert:

„… Darum habe ich zu euch gesagt: Weidet euch an den Worten von Christus; denn siehe, die Worte von Christus werden euch alles sagen, was ihr tun sollt. 
Darum, wenn ihr nun, nachdem ich diese Worte gesprochen habe, sie nicht verstehen könnt, so deshalb, weil ihr nicht bittet und auch nicht anklopft; darum werdet ihr nicht ins Licht geführt, sondern müßt im Finstern zugrunde gehen. 
Denn siehe, abermals sage ich euch, wenn ihr auf dem Weg eintretet und den Heiligen Geist empfangt, wird er euch alles zeigen, was ihr tun sollt. 
Siehe, dies ist die Lehre von Christus, und es wird keine weitere Lehre gegeben werden, bis daß er sich euch im Fleische kundtut. Und wenn er sich euch im Fleische kundtut—das, was er euch sagen wird, sollt ihr beachten und tun. 
Und nun kann ich, Nephi, nichts mehr sagen; der Geist gebietet meiner Rede Einhalt, und es bleibt mir nur noch, über den Unglauben und die Schlechtigkeit und die Unwissenheit und die Halsstarrigkeit der Menschen zu trauern; denn sie wollen nicht nach Erkenntnis trachten noch große Erkenntnis verstehen, wenn sie ihnen inKlarheit gegeben wird, selbst so klar, wie ein Wort nur sein kann. 
Und nun, meine geliebten Brüder, sehe ich, daß ihr im Herzen noch immer nachsinnt, und es schmerzt mich, daß ich darüber sprechen muß. Denn wenn ihr auf den Geist hören wolltet, der den Menschen beten lehrt, dann würdet ihr wissen, daß ihr beten müßt; denn der böse Geist lehrt den Menschen nicht, zu beten, sondern lehrt ihn, daß er nicht beten soll. 
Aber siehe, ich sage euch, daß ihr immer beten müßt und nicht ermatten dürft; daß ihr vor dem Herrn nichts tun dürft, ohne daß ihr zuallererst im Namen Christi zum Vater betet, daß er dein Handeln dir weihe, damit dein Handeln dir zum Wohlergehen deiner Seele gereiche.“

Unsere Gemeinde in Hof

Vor kurzem war ich wieder einmal zu Besuch in Hof, einer unserer kleinsten Gemeinden im Pfahl. Dort fühle ich mich immer sehr wohl. Es erinnert mich an meine Kindheit, als meine eigene Gemeinde noch sehr klein war und mehr oder weniger aus Mitgliedern unserer Familie bestand.

Die Gemeinderäume befinden sich im Gebäude Sonnenplatz 2, direkt im Stadtzentrum. Der Gottesdienst beginnt sonntags um 10:00.

20151018_124333

20151018_124231

In einer kleinen Gemeinde übernehmen die Kinder und Jugendlichen viele Aufgaben. Es gefällt mir, wie das in Hof gemacht wird.

In den letzten Jahren wurde die Gemeinde durch Missionarsehepaare unterstützt, die dort eine phantastische Arbeit geleistet haben. Ich denke an Sister und Elder Montgomery aus Idaho und zuletzt, bis vorige Woche, Sister und Elder Kunz aus Utah. Sie haben so viel Gutes dort bewirkt und die Gemeinde mit ihren vielen Talenten, Fähigkeiten, ihrem Humor und ihrer Geistigkeit bereichert. Genauso haben sie auch unsere Religionsinstitutsgruppe für junge Erwachsene in Zwickau betreut. Wir sind dafür sehr dankbar und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und den Segen des Himmlischen Vaters.

Verabschiedung von Sister und Elder Kunz
Verabschiedung von Sister und Elder Kunz

Obwohl nur klein an Zahl, engagieren sich die Hofer für Flüchtlinge, z.B. durch Deutschunterricht.

Herzlich willkommen in der Gemeinde Hof.

Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig 6.-8.11.2015

Vom 6.11. bis zum 8.11. findet unsere diesjährige Herbst-Pfahlkonferenz in Leipzig und Böhlen statt.
Im Namen der Präsidentschaft des Pfahles Leipzig Deutschland möchte ich herzlich dazu einladen.
Wir haben die detaillierte Einladung an die Gemeinden geschickt. Ich würde mich freuen, wenn sie rege (auch dieser Post) geteilt wird.

Elder Timothy J. Dyches vom zweiten Kollegium der Siebziger und zweiter Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft Europa wird uns besuchen und die präsidierende Generalautorität dieser Konferenz sein. Wir freuen uns sehr auf ihn.

Hier folgt eine Auflistung der einzelnen Versammlungen. Alle Mitglieder und Interessierten sind herzlich eingeladen.

image

Besonderes Meeting

Als Pfahlpräsidentschaft treffen wir uns häufig, um über anstehende Aufgaben und Probleme in unserem Verantwortungsbereich zu beraten. Da meine Ratgeber ziemlich weit entfernt von mir wohnen und ich ständig auf Dienstreisen in aller Welt bin, nutzen wir alle möglichen Kommunikationsmittel. Es geht aber nichts über persönliche Treffen, besonders dann wenn wichtige Entscheidungen fällig sind.
Nach sechs Jahren Zusammenarbeit sind wir ein eingespieltes Team. Es macht mir einfach unheimlich viel Freude, mit diesen beiden Männern zusammen zu arbeiten. Nie vorher habe ich in einem Gremium eine größere Einigkeit erlebt. Wir sind nicht immer der gleichen Meinung aber wir werden uns immer einig, ohne dass Spannungen oder ungute Gefühle entstehen. Das ist nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes möglich.

Gestern hatten wir eine etwas außergewöhnliche Sitzung in Kopenhagen. Für Entscheidungen mit großer Tragweite gehen wir normalerweise gemeinsam in das Haus des Herrn. Da sowohl der Freiberg Tempel als auch der Frankfurt Tempel zur Zeit rekonstruiert werden, standen die Tempel in Zollikofen in der Schweiz, Den Haag in den Niederlanden oder Kopenhagen in Dänemark zur Auswahl. Aus verschiedenen Gründen entschieden wir uns für Kopenhagen.

image
Kopenhagen Tempel, Björn Bauerfeind, Thomas Hengst, Mark Schütze (vlnr)

Ein Tempel ist ein Ort der Inspiration, wo man Gott näher kommen kann als anderswo. Nicht umsonst bezeichnen wir Tempel als das Haus des Herrn.

Mehr zum Zweck von Tempeln siehe https://www.lds.org/church/temples?lang=deu

Es tut mir weh, wenn Mitglieder der Kirche leichtfertig mit dem Tempel,  darin vollzogenen Verordnungen und geschlossenen Bündnissen umgehen. Genauso geht es mir, wenn sich Menschen durch mangelnde Achtung gegenüber Dingen, die anderen heilig sind und die sie nicht verstanden haben, diskreditieren. Wenn man etwas über Tempel lernen will, sollte man zur richtigen Quelle gehen.

Wir gestern ein schönes Erlebnis und haben Klarheit darüber erhalten, wie wir eine wichtige Angelegenheit in unserem Pfahl behandeln werden.
Ich habe die Zeit mit meinen Ratgebern, die für mich viel mehr sind als Freunde und Brüder im Evangelium, sehr genossen. Es war ein sehr langer Tag aber es hat sich gelohnt.

Sisters und Elders Part 19

Zum Ende der Woche schreibe ich noch einen Missionars-Post. Elder Daniel Dzierzon aus der Gemeinde Plauen hat am Freitag seine 2-jährige Missionszeit in der Alpenländischen Mission beendet und ist zurück nach Hause gekommen. Ich bin also am Freitagabend nach Plauen gefahren, um ihn zu entlassen. Auf der Fahrt habe ich wie häufig Musik vom Mormon Tabernacle Choir angehört. Sie hilft mir, mich auf meine Aufgaben als Pfahlpräsident einzustimmen und Abstand vom Arbeitstag zu gewinnen.

Am Freitag hatte es mir besonders zwei Lieder angetan:
„Thou Gracious God, Whose Mercy Lends“ (auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=A1YZxuHkDTw&list=PLVYuEw5P5h7NqV3ttgeylLwn7PVNyg0uj)
und „My God, My Portion And My Love“.
Beide Stücke beschreiben die Liebe und Barmherzigkeit Gottes und sind in den Bearbeitungen von Mack Wilberg besonders eindrucksvoll.

Kurze Zeit später habe ich mich mit Elder Dzierzon unterhalten und ihn gefragt, was seine wichtigste lesson learned auf Mission gewesen ist. Seine Antwort war: „Ich habe die Liebe Gottes gespürt wie nie zuvor und verstanden, was sie bedeutet.“
Es hat mich sehr beeindruckt, das aus dem Mund eines 22-jährigen zu hören. Irgendwie hat das meine Gefühle auf der Fahrt bestätigt.

20150918_200324

Daniel hat seine komplette Mission in der Schweiz verbracht und sie ehrenvoll beendet. Das Gespräch mit ihm hat mich sehr berührt. Aus einem schüchternen Jungen ist ein Mann geworden, der einzigartige Erfahrungen sammeln durfte und seinen Weg gehen wird.

Lieber Daniel, herzlich willkommen zurück. Möge dich der Vater im Himmel auf allen Wegen segnen.

 

Sisters und Elders Part 18

Diese Woche hatte ich jeden Tag mit der Einsetzung oder Entlassung von Missionaren zu tun.
Am Dienstagabend habe ich Eleen Hammer aus dem Zweig Jena als Missionarin eingesetzt. Sie wird die ersten vier Wochen als Visawaiter in der Berlin Mission arbeiten und danach für 17 Monate auf dem Temple Square in Salt Lake City.

Sister Hammer

Ich war am Dienstag in Hamburg zu einer Messe, die EU-PVSEC, auf der meine Firma vertreten war. Ich bin also am Nachmittag von dort gestartet, um 19:00 an Ort und Stelle zu sein. Leider (oder unter anderem Blickwinkel zum Glück) hatte ich noch in Hamburg eine Reifenpanne und da es in modernen Audis keine Ersatzräder mehr gibt, wurde daraus ein Werkstattbesuch. Zum Glück konnte mir geholfen werden (die Audi Werkstatt in Hamburg war äußerst zuvorkommend) und ich war schließlich um 21:30 in Jena. Solche Erlebnisse vergisst man nie. Am nächsten Morgen bin ich wieder nach Hamburg gefahren.

Ich freue mich sehr, dass Eleen auf Mission geht. Sie kommt aus einer hervorragenden Familie. Leute, die immer zupacken und Dinge voranbringen. Eleen hat kürzlich ihr Staatsexamen als Lehrerin gemacht und könnte nun ihre Referrendarzeit beginnen. Stattdessen wird sie dem Herrn für 18 Monate dienen und zahlreiche Erfahrungen sammeln bevor sie ihren Berufsweg fortsetzt. Ihre zukünftigen Schüler werden davon unschätzbar profitieren.
Ich weiß, dass es für sie ein Opfer ist, aber aus Opfern erwächst Größe.
Möge der Herr dich in Berlin und Salt Lake City segnen und führen. Alles Gute für dich.

Auf dem Rückweg von der Messe in Hamburg habe ich am Mittwochabend noch in Bernburg halt gemacht, um Sister Helga und Elder Manfred Schütze von ihrem Dienst im Helsinki Tempel zu entlassen. Es war schön, von ihren Erlebnissen in Finnland zu hören und zu lernen, wie Segen sich erfüllt haben und welche Zufriedenheit und welches Glück aus diesem Dienst erwächst. Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr ältere Ehepaare solche Möglichkeiten nutzen würden.
Schade nur, dass ich und Esther es durch meine Operation nicht geschafft haben, die Schützes in Helsinki zu besuchen.

Gestern Abend habe ich Elder Pascal Jähn als Missionar entlassen. Er hat in der Alpenländischen Mission gedient und wertvolle Erfahrungen für sein Leben gemacht. Wir sind dankbar für alle, die freiwilligen Dienst leisten dabei auch beträchtliche Opfer aus sich nehmen. Ich mag Pascal sehr und habe mich sehr gefreut, ihn wieder zu sehen.
Pascal, wir wünschen dir alles Gute und den Segen Gottes für deine Zukunft.