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Nach dem 2. Advent

Wir hatten gestern zum 2. Advent einen sehr schönen Fast- und Zeugnisgottesdienst. Die Harmonie war deutlich spürbar und alle, die dabei waren, fühlten sich aufgebaut. Esther und ich unterhielten uns danach darüber, wie erstrebenswert dieser Geist beim Bewältigen der vielen Herausforderungen, die das Leben zu bieten hat, wäre. Leider erleben wir im Alltag oft das Gegenteil.

Zur letzten Generalkonferenz hat Elder Quentin L. Cook vom Rat der Zwölf folgende Feststellung gemacht:

„Ich habe in meinem Leben noch nie so viel Mangel an Anstand erlebt wie heutzutage. Wir werden mit wütender, streitsüchtiger Sprache bombardiert und unzählige provokante Taten mit verheerenden Folgen zerstören den Frieden und die Ruhe. …“

Leider ist das traurige Realität. Unzivilisiertes Verhalten verschafft sich mehr und mehr Raum. Das darf einerseits auf zivilisierte und konsequente Weise nicht hingenommen werden und andererseits gibt es unzählige Dinge, die wir alle tun können, die uns persönlichen Frieden inmitten einer aufgebrachten Umgebung bringen werden.

Elder Cook hat weiter gesagt:

„Jedoch können wir persönlichen Frieden erlangen – ungeachtet des Zorns, des Streits und der Spaltung, die unsere heutige Welt verderben und zerstören. Noch nie ist es wichtiger gewesen, nach persönlichem Frieden zu streben.“

Gestern morgen wurde im Deutschlandfunk Kultur ein Beitrag, den ich für unsere Kirche geschrieben habe, gesendet. (Link zur Audiothek: https://www.deutschlandfunkkultur.de/wort-zum-tage-kirche-jesu-christi-der-heiligen-der-letzen-tage-dlf-kultur-f391962a-100.html)

Mit meinen Gedanken möchte ich ein paar Anregungen geben, wie jede oder jeder von uns sich bewusst an inneren Heilungsprozessen unserer Gesellschaft beteiligen kann. Dass diese Prozesse dringend erforderlich sind, steht außer Frage. Damit sie stärker wirken können, ist bewusstes Denken und Handeln möglichst vieler Menschen gefragt, die es schaffen, das Elend des Egoismus hinter sich zu lassen.

Hier ist der Text:

„Vor einigen Wochen fragte mich meine Frau, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Ihre Frage hat mich dazu gebracht, etwas tiefgründiger über die Wünsche in meinem Herzen nachzudenken.

Unsere Welt gerät weiterhin aus den Fugen. Trotz bemerkenswerter wissenschaftlicher und technologischer Fortschritte scheint die Menschheit zunehmend auseinander zu driften. Verlieren wir tatsächlich den Zusammenhalt, den wir so dringend für die Lösung der vielfältigen Probleme brauchen, die unweigerlich, als Folge der Gesetze von Ursache und Wirkung in Natur und Gesellschaft, mit Wucht auf uns zu rollen?

So berechtigt unsere Sorgen auch sein mögen, so gibt es jedoch viele gute Gründe, dass wir uns aktiv entschließen, Teil der Lösungen zu sein. Die entscheidenden Veränderungen, die es braucht, um eine Gesellschaft von innen heraus zu heilen, finden zum größten Teil im Kleinen statt – in den Herzen, Sinnen und Taten vieler Menschen, die dieses Prinzip verstanden haben.

Welche Wünsche, abgesehen von ein paar unwichtigen materiellen, bewegen mich nun in dieser Weihnachtszeit? Ich möchte Ihnen gern ein paar nennen, die mir wichtig sind.

Wie kann ich meiner Ehepartnerin und meinen Kindern mehr Liebe zeigen, so dass wir uns noch stärker miteinander verbunden fühlen?

Wo kann ich die Kraft und Motivation finden, dass sich andere Menschen durch eine Begegnung mit mir besser verstanden, wertgeschätzt oder aufgebaut fühlen?

Was kann ich tun, dass sich Orte, an denen ich mich aufgehalten habe, danach in einem besseren Zustand befinden?

Wie kann ich dazu beitragen, dass sowohl seelische als auch materielle Not in meiner Umgebung erkannt und gelindert wird?

Es gibt unverzichtbare Werte, die die Menschheit im Innersten zusammenhalten und Gottes Schöpfung bewahren. Wenn wir einige von ihnen abwählen und ihr Zusammenwirken nicht verstehen, leben wir nicht mehr nachhaltig. Wie kann ich also Nachhaltigkeit im ganzheitlichen Sinne besser vorleben?

Für die Erfüllung dieser Wünsche bzw. Beantwortung dieser Fragen sind, neben den notwendigen Überzeugungen, auch Glaube und Inspiration sehr hilfreich. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die uns auf ungeahnte Weise die Augen und Herzen öffnen können, wenn wir es zulassen. In den Heiligen Schriften lesen wir die Worte von Jesus Christus: „Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan werden.“ (Matthäus 7:7)“

Weihnachten ist eine gute Zeit, damit zu beginnen und sich Christus zuzuwenden.

Weitsicht

Vor einigen Wochen haben meine Frau und ich eine Wanderung auf die Steinplatte in der Nähe von Kitzbühel in Österreich unternommen.

Vom Gipfel hatten wir einen grandiosen Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Im Norden konnten wir den Chiemsee sehen,

im Süden den gesamten Alpen-Hauptkamm mit Großglockner und Großvenediger, das Kitzbühler Horn und die Loferer Steinberge,

nach Osten den Watzmann und weitere Berge im Salzburger Land

sowie nach Westen den Wilden Kaiser und viele weitere Gipfel des Allgäu und in Tirol.

Es war erhebend, trotz des etwas rauhen Wetters.

Beim Verarbeiten der Eindrücke musste ich daran denken, wie wichtig Weitsicht in unserem Leben und für unsere Entscheidungen ist.

Weitsicht ist ein rares Gut im politischen und gesellschaftlichen Diskurs, den wir zur Zeit erleben. Dabei ist es logisch, dass eine übermäßige Betonung von Individualismus und eine Ausrichtung auf möglichst schnelle Befriedigung eigener Bedürfnisse mit Weitsicht und Nachhaltigkeit oft nicht kompatibel sind. Der Blick für das Große und Ganze und das allgemeine Wohl kann da schnell verloren gehen, genauso auch die Fähigkeit, sich objektiv und umfassend zu informieren und daraus Schlussfolgerungen nicht nur für sich selbst zu ziehen.

Wütende Kritiker haben in der Regel keine nachhaltigen Lösungen zu bieten und suchen lieber Schuldige für ihr Unbehagen anstatt den ernsthaften Versuch zu unternehmen, sich auf eine Ebene zu begeben, die ein weitsichtigeres Überdenken des eigenen Verhaltens ermöglicht.
Das betrifft nicht nur die Pandemie, die nur das Präludium für kommende gesellschaftliche Herausforderungen ist, die uns zweifellos ereilen werden, weil sich die Gesetze von Ursache und Wirkung nicht einfach außer Kraft setzen lassen. Wir sollten davon ausgehen, dass solche Herausforderungen noch viel fordernder sein werden, als das, was wir zur Zeit kennen, besonders wenn sie auf eine durch Unvernunft zutiefst gespaltene Gesellschaft treffen.

Wird unsere Werte relativierende Gesellschaft in Zukunft in der Lage sein, einsichtig, weitsichtig, umfassend rücksichtsvoll und einig zu handeln? Wie werden wir in Zukunft absolut richtige, mit Unsicherheiten behaftete, falsche und komplett absurde Informationen voneinander unterscheiden und mit Sachverstand verarbeiten können? Werden Entscheidungsträger (das sind auch wir) nicht nur intellektuelle Arbeit, sondern auch die geistige Arbeit leisten, die erforderlich ist, um inspirierte Entscheidungen zu treffen, die wir so schmerzlich vermissen?

Was bedeutet es, geistige Arbeit zu leisten, die zu einer größeren Weitsicht führt? Für mich ist dieser Anspruch untrennbar mit der Entwicklung einer engen Beziehung zu Gott verbunden.

Zur Zeit lese ich die Ansprachen der letzten Generalkonferenz unserer Kirche (siehe App Archiv Kirchenliteratur oder unter https://www.churchofjesuschrist.org/study/general-conference/2021/10?lang=deu). Oft denke ich, wie wünschenswert es wäre, wenn alle, die an Entscheidungen arbeiten, egal wie bedeutend sie sein mögen, sich von dem, was da gesagt und geschrieben wurde, inspirieren lassen. Wie wäre es wohl, wenn die Menschen, die sich anschicken, unser Land zu regieren, das tun würden?

Das ist aber nicht alles. Vor einigen Wochen, habe ich von unserer Pfahlkonferenz in Leipzig einige Aussagen vom Präsidenten unserer Kirche, Russell M. Nelson, mitgenommen, die dankenswerterweise von Helmut Wondra (Vielen Dank!) aus Wien zitiert wurden. Sie beschreiben, wie diese geistige Arbeit aussehen sollte, damit tatsächlich eine Verbindung zu unserem Vater im Himmel durch das Wirken des Heiligen Geistes entstehen kann. Hier die Zitate mit ein paar Kommentaren (nicht fettgedruckt) von mir:

„Es wird in den künftigen Tagen nicht möglich sein, ohne den führenden, leitenden, tröstenden und steten Einfluss des Heiligen Geistes geistig zu überleben.
Ich bitte Sie inständig, Ihre geistige Fähigkeit, Offenbarung zu empfangen, auszubauen.
Entscheiden Sie sich, die geistige Arbeit zu leisten, die nötig ist, damit Sie sich der Gabe des Heiligen Geistes erfreuen können und die Stimme des Geistes häufiger und klarer vernehmen. …

Wie wir uns qualifizieren

Nichts öffnet den Himmel schneller als eine Kombination aus

  • vermehrter Reinheit, (es geht prinzipiell darum, wie rechtschaffen unsere Gedankenwelt und die daraus resultierenden Handlungen sind, wie stark sie in Einklang mit Gott sind)
  • exaktem Gehorsam, (exakt heißt nicht blind, es heißt aber definitiv nicht cherry picking – nur das zu wählen, was mir passt)
  • täglichem Weiden an den Worten von Christus im Buch Mormon (das schließt natürlich andere Schriften nicht aus, aber das Buch hat schon eine besondere Kraft)
  • einem regelmäßigen Termin, der für Tempelarbeit und Familienforschung reserviert ist. (das ist die Kraft, die Generationen verbinden kann)

Wie wir empfangen

  • Finden Sie einen ruhigen Ort, den Sie aufsuchen können.
  • Demütigen Sie sich vor Gott.
  • Schütten Sie vor dem Vater im Himmel ihr Herz aus. Wenden Sie sich an ihn, um Antworten und Trost zu finden.
  • Beten Sie im Namen Jesu Christi über ihre Sorgen, Ihre Ängste, Ihre Schwächen, ja, auch die Sehnsüchte Ihres Herzens.
  • Und dann hören Sie zu.
  • Notieren Sie sich die Gedanken, die Ihnen in den Sinn kommen. Schreiben Sie Ihre Gefühle auf
  • und setzen Sie das, was Ihnen eingegeben wird, in die Tat um.
  • Wenn Sie immer wieder so vorgehen, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr, werden Sie in das Prinzip Offenbarung hineinwachsen.“

Wir betrachten Präsident Nelson als Prophet Gottes. Wenn wir uns in den Schriften sorgfältig anschauen, wie bereitwillig das Wort zeitgenössischer Propheten in ihren jeweiligen Epochen angenommen wurde, können wir sehen, dass die Menschen immer dann selektiv und oft feindselig damit umgegangen sind, wenn sie ihre persönlichen Vorlieben verletzt sahen. Wir lernen aus dieser Analyse aber auch, dass sich diese Menschen in der Regel aus Mangel an Weitsicht und einem Übermaß an Eigenstolz geirrt haben, oft mit dramatischen Folgen. Das sehen wir auch in der Gegenwart. Und es ist immer noch unklug.

Wir brauchen in diesen Zeiten ein viel größeres Maß an Weitsicht, damit wir komplexe Probleme nachhaltig bearbeiten und uns zuverlässiger vor Irrtümern, ideologischen Verbrämungen, der Ausbreitung von menschenverachtenden Verhaltensweisen oder abstruser Ignoranz schützen bzw. diesen entgegenwirken können. Dazu ist mehr und sorgfältigere intellektuelle und geistige Arbeit vonnöten.

Fasten

Wie für viele andere Menschen, hat Corona dieses Jahr auch unsere Urlaubspläne mehrmals gründlich verändert. Im Sommer wollten wir ursprünglich mit Sohn und Schwiegertochter eine Rundreise durch England machen und hatten im Januar alles schon ziemlich genau geplant. Verschiedene Dinge haben uns aber vom Buchen abgehalten und dann war plötzlich März und wir waren froh, dass wir keine Hotels und Flüge stornieren mussten.

Meine Frau hatte eine andere Idee, von der ich anfangs überhaupt nicht begeistert war. Sie wollte einen Fastenurlaub machen. Ich konnte mir das beim besten Willen nicht vorstellen – wie die meisten unserer Bekannten ebenfalls nicht 🙂 Waaaas? Im Urlaub fasten? Da wollen wir es uns doch richtig gut gehen lassen …). Ich wollte sie aber nicht enttäuschen und willigte ein. Sie hatte sowieso schon mit Recherchen im Internet begonnen.

Fasten ist für uns als Mitglieder der Kirche Jesu Christi ja nichts unbekanntes. Wir fasten jeden Monat am ersten Wochenende für 24 Stunden und das schon soweit ich zurückdenken kann. Wir fasten und beten für Menschen, denen es nicht gut geht. Wir bitten um Kraft und Hilfe für die Lösung von Problemen, um Erkenntnis, Weitsicht und Stärke im Glauben. Das Geld, das wir für die Mahlzeiten einsparen, spenden wir für die Unterstützung von Notleidenden. Wir glauben daran, das Fasten und Verzicht, nicht nur für andere sondern auch für uns ein Segen sind. Es lehrt uns Disziplin und Großzügigkeit. Es ist nicht nur gut für den Körper, sondern vor allem auch für den Geist. Es dient der Prävention gegen Egoismus, macht uns besinnlicher und schafft uns eine größere Nähe zu Gott.

Esther musste mich also nicht überzeugen, das Fasten etwas sinnvolles ist. Ich musste mich aber an den Gedanken gewöhnen, dass es nicht um einen Fastentag sondern um eine Fastenwoche ging.

Nachdem wir uns verschiedene Optionen angesehen hatten, entschieden wir uns für den Fastenhof Behm (www.fastenhof.de) in Flecken Zechlin im äußersten Norden von Brandenburg. Wie sich zeigen sollte, war das eine der besten Entscheidungen, die wir in den letzten Jahren getroffen haben. Anstatt einer Woche wählten wir zwei – eine Woche Buchinger Fasten und eine Woche als idealen Aufbau basisches Intervallfasten. Ich war gespannt, wie das für mich funktionieren würde.

Fastenhof Behm
Gästehaus

Es hat sehr gut funktioniert. Ich habe viele Jahre nicht so viel Energie und Leichtigkeit verspürt. Wir sind jeden Tag zwischen 10 und 15 km Wandern gegangen, meist um einen der wunderschönen Seen im Rheinsberger Seengebiet. Und natürlich waren wir täglich ausgiebig schwimmen, meist mehr als 1 km. In der Buchinger Fastenwoche gab es lediglich morgens einen frisch gepressten Fruchtsaft und nachmittags eine leichte Suppe plus 2-3 Liter Wasser und Tee über den Tag verteilt.
Ab dem zweiten Tag hatte ich keine Hungergefühle mehr und habe mich auch nicht schlapp gefühlt. Ich hätte die Runden um die Seen 2- oder 3-mal drehen können, so viel Bewegungsdrang hatte ich. Ich hatte keine Kreislaufprobleme (was am Anfang einer Fastenwoche schon mal vorkommen kann) und auch keine Kopfschmerzen, da es Koffeinentzug bei uns nicht geben kann. In der basischen Fastenwoche, in der wir morgens einen reichhaltigen Smoothie und nachmittags ein, ich muss es für alle Zweifler so sagen, vorzügliches basisch-veganes Menü zu uns genommen haben, bin ich sogar zusätzlich noch laufen gegangen.

Kleiner Zermittensee
Großer Zechliner See
Wittwesee
Schloss Rheinsberg

Wir empfanden auch das Erlebnis, die beiden Wochen jeweils in verschiedenen Gruppen von ca. 15 Personen zu verbringen, bereichernd. Wir waren erst etwas unschlüssig, da wir eigentlich Individualurlauber sind, aber erstens hatten wir genügend Möglichkeiten, uns individuell zu betätigen und zweitens war es in der Gruppe leichter, sich gegenseitig zu unterstützen, sich besser kennenzulernen und überaus interessante Gespräche zu führen. Es war sehr wohltuend.

Wir haben nicht nur etwas für unseren Körper, sondern auch für den Geist getan. Neben der körperlichen Frische, haben wir dasselbe im Geist verspürt. Wir waren eng mit der Natur verbunden, haben uns Momente der Stille geschaffen, die Grundlagen der Feldenkrais-Methode, Achtsamkeit und vieles mehr gelernt und uns mit netten Menschen ausgetauscht, die alle irgendwie versuchen, ein nachhaltigeres Leben zu führen.

Ich persönlich habe mehrere Kilogramm abgenommen, signifikant viszerales Fett abgebaut und meinen Bauchumfang um mehr als 5cm reduziert. Jetzt, nach fast drei Monaten ist das alles noch stabil. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass wir unsere Ernährungsgewohnheiten verbessert haben und uns damit auch mehr im Einklang mit dem Wort der Weisheit fühlen, das eben nicht nur aus dem Verzicht auf Alkohol, Tee, Kaffee, Nikotin und andere schädliche Drogen besteht.

In beiden Wochen wurden wir einfühlsam und kompetent von zwei Fastenleiterinnen angeleitet. An dieser Stelle herzlichen Dank an Susanne Grewe und Kathrin Heinicke für ihre wunderbare Arbeit, die super Betreuung, motivierenden Worte und die vielen guten Anregungen.

Wir hatten in der basischen Fastenwoche außerdem die Ehre, die veganen Kochkünste von Franka Kunze genießen zu dürfen. Das war ein absolutes Highlight. Allein schon deshalb werden wir das sicher wiederholen. 🙂 Neben dem tollen Essen, haben wir von Franka auch sehr viel über nachhaltige Ernährung nach den Prinzipien des gesunden Menschenverstandes gelernt.

Abschließend natürlich auch ein herzliches Dankeschön an Susanne Behm und ihr Team. Der Hof ist ein Kleinod zum Wohlfühlen in einer ungekünstelten, natürlichen und wohltuenden Atmosphäre.

Wir werden sehr gern wiederkommen.

Am Repenter-Kanal

Was mir Gemeindeleben bedeutet

Vor einigen Wochen unternahm ich eine 32 km lange Wanderung durch das Tal der Zwickauer Mulde (siehe Fotos). Als Teil einer meiner Kirchenberufungen hatte ich kürzlich den Artikel eines Bruders aus Österreich gelesen, der in der Regionalen Umschau im Oktober-Liahona erscheinen wird. Darin geht es um einen interessanten Gedanken, der eng mit Wallfahrten verknüpft ist – nämlich, mit den Füßen zu beten. Meine Wanderung war zwar keine Wallfahrt aber meine Absicht war, mich dem Himmlischen Vater in der Natur zu nähern, um Hilfe und Weisung in einigen Fragen zu erhalten, die mich zur Zeit stark beschäftigen.

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Interessanterweise fiel es mir aber schwer, mich auf meine persönlichen Sorgen zu konzentrieren. Meine Gedanken gingen immer wieder in andere Richtungen. Ich spürte das Wirken des Heiligen Geistes, aber anstatt über mein turbulentes berufliches Umfeld, das in den letzten Monaten sehr aufreibend war, und eventuell anstehende Entscheidungen nachzusinnen, entwickelten sich andere Gedanken. Einer davon war, mich doch auf meinen Patriarchalischen Segen zu verlassen und mir weniger Sorgen um meine Karriere zu machen.

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Mir kamen andere Fragen in den Sinn, wie z.B.:
Was bedeuten dir dein Glaube und deine Kirche?
Wie kannst du deiner Gemeinde helfen, in dieser Krise zusammen zu wachsen? Verstehst du ausreichend, warum das wichtig ist?
Was bedeuten dir deine Familie und deine Gemeinde?
Wie kannst du das, was du weißt und deine Erfahrungen, besonders die geistigen, mit mehr Menschen teilen und sie einladen, zu Christus zu kommen und den Plan der Erlösung kennen zu lernen?
Verstehst du, warum das wichtig ist?
Was bedeuten dir deine Mitmenschen – unabhängig von Aussehen, Herkunft, Orientierung usw.?
Was bedeuten dir das Sühnopfer von Jesus Christus und die Erneuerung deiner Bündnisse jeden Sonntag beim Abendmahl?Viele Fragen, die in der Gesellschaft scheinbar einen immer geringeren Stellenwert einnehmen. Dabei ist ihre Bedeutung enorm wichtig – zumindest für Menschen, die nicht daran glauben können, dass der Mensch ein Zufallsprodukt ist oder aus dem Nichts kommt und nach seinen Lebensjahren wieder im Nichts verschwindet.Vor kurzem habe ich ein Zitat des verstorbenen Apostels Richard G. Scott gelesen: „Do not become so absorbed with trivial things that you miss learning the doctrine and teachings of the Lord“ (also sinngemäß übersetzt: Sieh zu, dass weniger wichtige Dinge nicht so sehr Besitz von dir ergreifen, so dass du es verpasst, die Lehren des Herrn zu lernen.)Je tiefer ich zum Beispiel über grundlegende Elemente meines Glauben, wie zum Beispiel den Plan der Erlösung nachdenke, umso klarer wird mir, wie großartig, nachhaltig und vollendet dieser Plan ist. Er ist nicht nur ein Stückwerk von guten Ideen oder Konzepten. Er umfasst unsere gesamte ewige Existenz, beginnend von unserer Präexistenz, über dieses Leben bis hin zu unserem Leben nach dem Tod, das ewig währen wird. Wie wichtig müsste es normalerweise sein, sich immer wieder den Stellenwert klar zu machen, so viel wie möglich darüber zu lernen und dann Kurskorrekturen vorzunehmen, die sowohl für die Gegenwart als auch die Zukunft (ohne zeitliche Begrenzung) richtungsweisend sind.In diesem Lernprozess haben die Familie und die Kirchengemeinde eine große Bedeutung. Eine der negativsten Auswirkungen von Covid-19 sind die Einschränkungen für das Gemeindeleben, die gemeinsame wöchentliche Gottesverehrung mit Gleichgesinnten, das soziale Miteinander und die gegenseitige Bereicherung durch unsere Diversität, den Austausch von Gedanken und einfach auch die Freude, Menschen, die einem am Herzen liegen, zu treffen. Meine Frau und ich waren sehr froh, als es wieder möglich war, Gottesdienste zu besuchen – wenn auch weiterhin mit vielen Einschränkungen. Wir haben die Möglichkeit geschätzt, zu Hause das Abendmahl zu nehmen und gelegentlich andere Gemeindemitglieder, die dazu keine Gelegenheit hatten, daran teilhaben zu lassen.Seit dem es aber wieder möglich ist, besuchen wir unsere Gemeinde. Wir können dort unsere Zeit und Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinde stellen. Ich habe es vermisst, als Organist zu dienen und freue mich, das ich jetzt dadurch wieder den Besuchern helfen kann, den Heiligen Geist zu spüren und sich auf das Abendmahl einzustimmen. Wir genießen es, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam Andacht in einem Haus des Herrn zu halten. Wir empfinden das als überaus stärkend. Wir sind komfortabel mit dem Hygienekonzept, das konsequent befolgt wird und viel sicherer ist, als wenn wir uns z.B. in Supermärkten, Restaurants, im Bekanntenkreis oder in der Firma aufhalten. Heute hatte ich die Aufgabe, das Abendmahl zu segnen. Die Anwesenheit war beachtlich und somit dauerte das Austeilen des Abendmahls einen großen Teil des Gottesdienstes. Eine sehr gute Zeit in Ruhe; eine wunderbare Gelegenheit zur Selbstreflexion und zum Nachsinnen über die Bedeutung des Sühnopfers von Jesus Christus, um ein besseres Verständnis davon zu erlangen und Schlussfolgerungen für den eigenen Lebenswandel zu ziehen. Von mir aus hätte es noch länger dauern können.Es ist gut, dass alle, die gesundheitliche oder andere Bedenken bezüglich Covid-19 haben, auch weiterhin per Zoom an den Gottesdiensten teilnehmen können. Das ist zu respektieren. Ich halte es aber für sehr wichtig, dass wir die Bedeutung der Gemeinde und damit der Gemeinschaft nicht aus den Augen verlieren. In einer Welt, die immer stärker divergiert und sich polarisiert, bleiben wir nicht von diesen Phänomenen verschont, obwohl wir es besser wissen sollten (wenn man z.B. aufmerksam das Buch Mormon liest, speziell zur Zeit das Buch Helaman, wo eindrucksvoll beschrieben wird, wohin ein solches Auseinanderdriften im Endeffekt führt). Viele Gemeinden können mehr bewirken, mehr Wärme, Geborgenheit und Geistigkeit ermöglichen, wenn ALLE, die dahin gehen, mit dem Wunsch kommen, sich den gesellschaftlichen Fliehkräften unter denen die Welt siecht, nicht nur zu entziehen, sondern im Gegenteil, wirksam dazu beitragen, das gegenseitiges Verständnis, Vergebungsbereitschaft und Nächstenliebe stetig wachsen, so dass individuelle Unterschiede in unseren Charakteren, Befindlichkeiten und Gewohnheiten, nicht die Verwerfungen bewirken können, die sie heute noch zu oft anrichten. Um es mit den Worten meines Bruders Heiko, der heute eine sehr gute Ansprache gegeben hat, auszudrücken: „Ich denke, es wird immer wichtiger, sich nicht über die Missstände um uns herum zu beklagen, sondern ihnen durch gutes Verhalten zu begegnen. Eine Möglichkeit, anderen zu helfen und dabei selbst zu wachsen, ist wirksamer als die meisten Belehrungen, die wir schnell parat haben.Der Herr hat uns ganz klar den Auftrag gegeben, anders zu sein. Sein Evangelium gibt uns dazu die Werkzeuge in die Hand. Das Ziel kann nicht sein, dass es lediglich ein paar weniger Auseinandersetzungen und etwas weniger „Griesgrämisierung“ und Polarisierung als in der Welt unter uns gibt. Wir haben so viel zu geben, besonders die Dinge, die in unserem gesellschaftlichen Umfeld immer rarer werden. Die Gemeinden der Kirche können in Zukunft noch viel mehr ein Zufluchtsort für alle Menschen werden, die nicht miteinander streiten oder sich gegenseitig bekämpfen, sondern etwas erfahren und fühlen wollen, das der Seele wirklich nachhaltige Nahrung beschert. Wie man das erreichen kann, ist keine komplizierte Wissenschaft. Es hat vielmehr etwas mit Herzenswünschen und Haltung zu tun.Gemeinden können auch noch ein viel besserer Ort sein, wo unsere Lasten leichter werden. Ich habe das so oft erfahren dürfen. Das heißt nicht, dass wir Belastungen wegreden oder uns ein bequemes Evangelium schaffen, in dem es vorwiegend nach Beliebigkeit geht. Das wird in der Welt bereits ausreichend angeboten, ist aber mit Sicherheit nicht nachhaltig. Wir haben es nicht nötig, einzuknicken, wenn unser Glaube und unsere Werte in Frage gestellt werden. Es geht vielmehr darum, unserem Leben und unseren Bemühungen einen tieferen Sinn zu geben und die Perspektiven, die Gott für uns bereithält, besser zu verstehen. Damit können wir die Kraft tanken, die wir brauchen, um die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen zu schultern und Probleme zu lösen. Schwierige zwischenmenschliche Beziehungen helfen dabei überhaupt nicht und machen Lasten oft viel schwerer, als sie eigentlich sind. Daher liegt es auf der Hand, dass die Funktion einer Gemeinde auch darin besteht, die Entwicklung wohltuender zwischenmenschlicher Beziehungen zu fördern. Das geschieht hauptsächlich durch unser eigenes Verhalten. Wir benötigen keinen Wettbewerb, wer am großartigsten ist oder am meisten im Vordergrund steht, sondern wir können unsere Energie getrost für mehr Demut und ungekünstelte Nächstenliebe verwenden.Meine Frau und ich sind dankbar für unsere Gemeinde und dass wir regelmäßig Gelegenheiten haben, einen Teil der guten Dinge, die wir empfangen, zurück zu geben. Vieles ist noch unvollkommen. Aber das macht nichts, so lange wir den Wunsch in uns tragen, Dinge zum Guten zu verändern und es auch tun.

Hiddensee 2020

Esther und ich hatten das große Glück, dass wir unser jährliches Pfingstwochenende wieder auf der Insel Hiddensee verbringen konnten. Hiddensee ist für uns ein Ort, an dem wir Ruhe und Balance finden.

Sobald wir das Auto auf der Insel Rügen abgestellt haben und auf der Fähre sind, fallen jede Menge Ballast, Sorgen und Ärger ab. Sie verschwinden nicht, aber wir gewinnen eine bessere Perspektive auf sie. Das kann sehr heilsam sein und helfen, der Komplexität im Leben zu begegnen.

Natürlich gab es Einschränkungen z.B. keine der grandiosen Theathervorstellungen in der Seebühne oder diverse Konzerte, aber wir haben, was sehr wohltuend war, sehr rücksichtsvolle und bedachte Menschen getroffen. Man braucht dort nicht viel, um zufrieden zu sein.

Auf unseren Wanderungen und Radtouren habe ich diesmal ein paar 5-Minuten Skizzen gemacht. Es hat mich an die Zeit vor bald 40 Jahren erinnert, als ich das regelmäßig getan habe. Da ich kein Skizzenbuch dabei hatte, habe ich es mal auf dem Handy versucht. 🙂

Die Ruhe hat uns auch geholfen, über den eigentlichen Zweck, weshalb Pfingsten gefeiert wird, nachzudenken und zu reflektieren, was es uns bedeutet.

Wo wird mir Trost zuteil …

Diese Woche war ich auf einer Dienstreise, die mich von Hohenstein-Ernstthal über Dresden, Frankfurt, Washington, San Francisco, San Jose, Seoul, Incheon, München und wieder nach Hause geführt hat. So reizvoll das klingen mag – wenn man unterwegs ist, um Arbeit für mehrere Hundert Mitarbeiter zu beschaffen, ist das eine erhebliche physische und psychische Belastung. Ich hatte mehrere Phasen, wo ich mich völlig erschöpft gefühlt und mich gefragt habe, wie ich in den nächsten anstehenden Meetings mit Kunden meine Leistung abrufen kann. Es geht für mich nur mit der Hilfe des Himmlischen Vaters, dessen Einfluss ich verspüre, wenn ich mich ernsthaft darum kümmere und ihn zulasse.

Dieser Text dient für mich dazu, die Anstrengungen zu verarbeiten und aktive Recovery zu betreiben, aber vielleicht spendet er auch für den einen oder anderen etwas Trost.

Am späten Mittwochnachmittag vor dem Flug von San Francisco nach Korea (bei dem man durch das Überqueren der Datumsgrenze einen Tag verliert und erst am übernächsten Tag ankommt), hatte ich noch etwas Zeit und beschloss diese an der Pazifikküste zu verbringen, irgendwo zwischen Santa Cruz und Half Moon Bay. Ich wollte einfach Ruhe und Kraft finden; und Zeit zum Nachdenken. Ich liebe ab und zu die Einsamkeit in der Natur, mehr als die Hektik der Großstädte. Dabei sind ein paar Fotos entstanden, die ein bisschen den Abbau von Druck und Stress symbolisieren sollen.

Eine meiner besten Anschaffungen in den letzten anderthalb Jahren war das Deseret Bookshelf Plus Abo. Fantastisch. Großartige Bücher zum Anhören und Lesen. Letztens habe ich mich mit Bruce C. und Marie K. Hafen´s brillantem Buch „Faith Is Not Blind“ (Hörbuch) beschäftigt. Das werde ich mir ganz sicher als Hardcopy zulegen. Ein Must Read.
Davor habe ich Julie B. Beck´s Buch „Joy in the Covenant“ angehört, aus dem ich viel Energie gezogen habe – auch durch die Energie, die die Autorin ausstrahlt.

Für diese Woche hatte ich mir „Silent Souls Weeping“ von Jane Clayson Johnson heruntergeladen, ein Buch, das sich mit der Gesundheit der menschlichen Seele beschäftigt. Ich bin halb durch und empfand das Buch bisher als sehr einfühlsam geschrieben und äußerst bereichernd. Ich habe wieder viel dazugelernt, über das weite Feld mentaler Gesundheit – sowohl aus der Sicht Betroffener als auch ihrer Angehörigen. Wir müssen hier noch so viel lernen und vor allem auch Zustände in unserer Gesellschaft ändern, die wesentlich dazu beitragen, dass Seelen in einer Art und Weise leiden, die von außen nur schwer zur verstehen ist und deshalb eines Umdenkens im Umgang miteinander bedarf.

Jane Clayson Johnson erzählt die Geschichten von 150 Betroffenen (einschließlich sie selbst) mit klinischer Depression und anderen Formen mentaler Krankheiten. Es geht um Stigmata, Isolation, die Gefahren von Perfektionismus, Suizidgefahr, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung, Unverständnis und Verständnis, unwirksame und wirksame Unterstützung, Trost und vieles andere.

In diesen Geschichten gibt es immer wieder die dringende Bitte, den Dialog bezüglich mentaler Krankheiten zu ändern, insbesondere auch unter Heiligen der Letzten Tage, die darum kämpfen, Krankheiten, die sich durch ungeheure Sorgen manifestieren, mit dem Plan der Erlösung und des Glücklichseins in Einklang zu bringen.

Die Autorin schreibt, dass der schlimmste Teil von Depression eine profunde Isolation ist, nicht nur vom Einfluss des Heiligen Geist, sondern auch von der Familie, Freunden und dem Gemeinwesen. Das Teilen dieser Geschichten ist ein wichtiger Schritt, um solche Isolationen zu lindern oder zu beenden.

Ein Kapitel hat mich auf einem der Flüge diese Woche besonders berührt. Es ist die Geschichte eines Kirchenliedes, das ich sehr liebe (steht ziemlich weit oben in meinen Kirchenlied-Charts 😊) und oft vor den Gottesdiensten auf der Orgel spiele. Ich hatte mich in der Vergangenheit mehr auf die Noten als auf den Text konzentriert. Es lohnt sich aber, auch im Lichte der Entstehung des Liedes, den Text genauer zu betrachten.

Wo wird mir Trost zuteil
Text: Emma Lou Thayne
Musik: Joleen G. Meredith

Wo wird mir Trost zuteil, wo find ich Frieden,
wenn keine Hilfe da, mich zu befrein,
wenn meinem wunden Herz Kummer beschieden
und ich mich ganz verlier in Seelenpein?

Wohin soll fliehen ich, wenn Schmerzen plagen?
Wer nimmt die Qual von mir, wer lindert Not?
Wer hilft mit starker Hand Zweifel verjagen?
Wer kann verstehen mich? Nur du, mein Gott.

Du weißt die Antwort, Herr, stillst mein Verlangen,
kennst mein Gethsemane, wo ich geweint;
führst mich zum Friedensquell, nimmst alles Bangen,
heilest mich liebevoll, du Herr, mein Freund.

Originaltext:
Where can I turn for peace? Where is my solace
when other sources cease to make me whole?
When with a wounded heart, anger or malice,
I draw myself apart, searching my soul?

Where, when my aching grows, where, when I languish,
where, in my need to know, where can I run?
Where is the quiet hand to calm my anguish?
Who, who can understand? He, only One.

He answers privately, reaches my reaching
in my Gethsemane, Savior and Friend.
Gentle the peace he finds for my beseeching.
Constant he is and kind. Love without end.

Sister Thayne und Sister Meredith, die beide im Young Women´s General Board der Kirche tätig waren, erhielten 1971 den Auftrag für eine besondere Konferenz der Jungen Damen ein Lied zu schreiben. Beide befanden sich zu dieser Zeit unter schwierigen persönlichen Umständen.

Siehe https://www.ldsdaily.com/personal-lds-blog/inspiring-true-story-behind-lds-hymn-can-turn-peace/

Neben vielen anderen Sorgen und Problemen hatten sowohl Sister Meredith als auch eine Tochter von Sister Thayne mit mentalen Krankheiten zu kämpfen. Das Lied war für sie eine geistige Befreiung von Lasten. Liebevoll nannten sie es „mental illness hymn“.

1985 wurde das Lied in das offizielle Gesangbuch der Kirche aufgenommen und ist seit dem ein Licht der Hoffnung für viele, die in ihrer Seele leiden müssen.

 

Skyfies #1

Wenn ich unterwegs bin und im Flieger am Fenster sitze, bin ich jedes mal fasziniert. Ich gehöre zu den merkwürdigen Menschen, die dann das Smartphone zücken und fotografieren. Meine Familie spottet deshalb gern über mich, was mich aber nicht im geringsten stört.

Vor einigen Monaten habe ich gelernt, dass man solche Bilder Skyfies nennt – daher die Überschrift. 🙂

Das Titelbild habe ich irgendwann im Sommer auf dem Rückflug von China aufgenommen. Ich dachte, dafür musst du unbedingt ein passendes Zitat von Elder Uchtdorf finden. Das war nicht sehr schwierig. 🙂

Hier noch ein paar weitere Impressionen aus den vergangenen Wochen. Die älteren Bilder poste ich vielleicht später mal.

Hier ein Blick auf das wunderbare Zentrum von Dresden.

So sah der Anflug auf Dresden heute morgen aus. Flugzeugfenster war ziemlich zerkratzt.

Hongkong ist immer Glücksache. Hier war mal etwas weniger Dunst kurz vor der Landung.

Genauso in Shanghai. Hier der Blick auf die Wolkenkratzer in Lujiazui am Huangpu auf der Pudong-Seite.

Für Bayern Fans oder einfach alle, die wie ich Fussball in einem tollen Stadion mögen – ohne dumpfe Gefühle 🙂 – die Allianz Arena in München von oben.

Das nächste Bild habe ich über der Schweiz auf einem Flug von Zürich nach Catania geknipst. Muss mir auf Maps nochmal anschauen, wo genau es war.

Und am Schluss noch ein Blick auf Freiberg mit dem Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Viel Freude beim Anschauen.

33 Jahre

Letzte Woche hatten Esther und ich unseren 33. Hochzeitstag. Leider war ich am genauen Datum noch auf Dienstreise in den USA und bin erst spät am Abend zurückgekommen.

Am nächsten Tag haben wir um 16 Uhr ein Hotel gebucht, sind kurz nach 17 Uhr losgefahren und waren kurz vor 22 Uhr am Ziel. Danach haben wir einfach nur die grandiose Natur genossen. Die meisten werden erkennen, wo wir waren. 🙂

Quality time mit Esther war dieses Jahr für uns eine Herausforderung durch unzählige Dienstreisen, davon allein 20x nach Asien, und natürlich die vielen Aufgaben als Pfahlpräsident.

Ich bin Esther unendlich dankbar für ihre Geduld, ihren Rückhalt und ihre selbstlose Liebe, ohne die vieles überhaupt nicht möglich wäre und die ich noch viel besser erwidern sollte.

Hier sind ein paar Impressionen von unserem kurzen Ausflug:

Karfreitag 2018 – Impressionen

Ich habe nächsten Dienstag beruflich in Barcelona zu tun. Esther und ich haben die Gelegenheit genutzt, sind schon gestern Abend geflogen und verbringen das Osterwochenende gemeinsam hier. Wir haben ein kleines, preisgünstiges aber trotzdem gutes Hotel, abseits vom Trubel der Innenstadt gefunden und genießen die Zeit zusammen, von der es dieses Jahr noch nicht viel gab.

Unsere erste Station heute morgen war die Sagrada Familia – ein sehr passender Ort am Karfreitag und für das Gedenken an das Sühnopfer Jesu Christi.

Für mich gehört diese seit über 120 Jahren im Bau befindliche Kirche zu den großartigsten Bauwerken auf der gesamten Welt. (Eigentlich ist es meine Nummer 1.) Ich habe heute zum dritten Mal davorgestanden und jedes Mal packt es mich wieder mit voller Wucht. Antoni Gaudi, du Genius, hätten doch mehr Menschen deine Ehrfurcht vor dem Erretter und deinen Weitblick. Wie hat er so schön gesagt, auf die Frage, wann denn sein Bauwerk einmal fertiggestellt sein wird und wohlwissend, dass er es bei weitem nicht erleben würde: Mein Auftraggeber da oben hat alle Zeit und Geduld der Welt …

Seine Nachfolger leisten exzellente Arbeit. Es wird noch Jahre brauchen, bevor alle 18 Türme stehen werden, die Jesus Christus, seine Mutter Maria, die vier Evangelisten und die zwölf Apostel symbolisieren. Ich hoffe, wir können von Zeit zu Zeit zurück kommen und uns wieder inspirieren lassen.

Danke, Antoni Gaudi.

Hier sind noch ein paar Impressionen. Viel Freude damit.

Back in China

5th business trip in 2018 to China this week to support the roll-out of new exciting technologies.

I like the country, the people, the food, the language, my local colleagues, good friends and many more things. Of course, there’re also many things I don’t like and are difficult to cope with. It’s a tough environment. However, it’s breathtaking how fast China is changing. They outpace us by far. I have been watching and experiencing this at almost 140 visits for the last 15 years.

Most of us in the west have very little understanding of the culture and the situation in China but we should better get more familiar with it.

Countryside Shaoxing, Zhejiang

Crossing Yangtze river

Shanghai Hongqiao train station

View from company office in Shanghai

At customer fab

Cantene food at customer