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9 Jahre (years) – 20. September 2009 bis 28. Oktober 2018 – eine Danksagung (a thank you note)

Some people have pushed me to add an English translation to the text below. Here is the updated post. Nevertheless, I think the German original expresses my feelings better. 🙂

Vergangenen Sonntag wurde ich zu unserer Herbst-Pfahlkonferenz in Leipzig und Böhlen nach neun Jahren und einem Monat Dienst als Präsident des Pfahles (Kirchenbezirkes) Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zusammen mit meinen Ratgebern Björn Bauerfeind und Mark Schütze entlassen.

After nine years and a month of service as President of the Leipzig Germany Stake of The Church of Jesus Christ of Latter Day Saints, my counselors Björn Bauerfeind, Mark Schütze and I were released at our October stake conference in Leipzig and Böhlen last week.

Eine neue Pfahlpräsidentschaft, die meine volle Unterstützung haben wird, wurde berufen, mit Frank Jakobi als Pfahlpräsident, Gunter Jentzsch als 1. Ratgeber und Attila Heller als 2. Ratgeber. Mit allen drei Brüdern sowie ihren Familien fühle ich mich sehr eng und herzlich verbunden. Zwei von ihnen durfte ich in der Vergangenheit als Bischöfe berufen und Präsident Jakobi als Hohen Rat und Ältestenkollegiumspräsident. Am Freitag und Samstag hatte ich das Vorrecht, unseren Gebietspräsidenten Europa, Elder Paul V. Johnson und unseren Gebietssiebziger, Elder Michael Cziesla, die von der Ersten Präsidentschaft der Kirche den Auftrag erhalten hatten, mit der Hilfe Gottes eine neue Pfahlpräsidentschaft zu berufen, auf unterschiedliche Weise dabei zu unterstützen. Es war für mich eine einzigartige und überwältigende Erfahrung. Ich habe eindrucksvolle Bestätigungen durch den Heiligen Geist erhalten, dass die beiden Brüder, den Willen des Herrn gesucht und gefunden haben. Am Sonntag wurden die Mitglieder des Pfahles aufgefordert, für sich diese Bestätigung zu suchen.
Ich bin dankbar für die Art und Weise, wie Berufungen in der Kirche ausgesprochen werden und wünschte, dass jeder einmal so direkten Anteil an diesem Prozess haben könnte. Herzlichen Dank an Elder Johnson und Elder Cziesla für die wundervolle und einfühlsame Art, mit der ihr euren Auftrag erfüllt habt.

A new Stake Presidency was set apart with Frank Jakobi as Stake President, Gunter Jentzsch as first counselor and Attila Heller as second counselor. I feel very close with these brethren and their families. They will have my full support. I had the honor to set apart two of them bishops and one as high councilor and elders quorum president in the past. During the conference, I had the opportunity to assist Elder Paul V. Johnson, President of the Europe Area of the Church and Elder Michael Cziesla, our Area Seventy, who had the assignment from the First Presidency to seek revelation from the Lord, find and call a new stake presidency. It was an unique and overwhelming experience for me. I received a clear confirmation by the Holy Spirit that the two Brethren did exactly this. The members of the stake were encouraged in the Sunday session of the conference to seek the same confirmation.
I´m grateful for the way the Lord calls His servants. I wish everyone could have the opportunity to participate so closely in this process and receive this testimony. Thank you, Elder Johnson and Elder Cziesla for fulfilling your task in this wonderful and empathic way.

Frank, Gunter und Attila, ihr werdet eine großartige Pfahlpräsidentschaft sein.

Frank, Gunter and Attila, you will be a great stake presidency.

Ich möchte diesen Post nutzen, um verschiedenen Menschen, die mich in meiner Berufung in den letzten neun Jahren begleitet und unterstützt haben, herzlich zu danken.

I would like to use this post to thank some special people who worked with and supported me in the last nine years.

Beginnen möchte ich mit meinen beiden Ratgebern, diesen beiden hervorragenden Männern, die mir so treue Gefährten waren. Lieber Szame, lieber Mark, es war mir eine unbeschreiblich große Ehre, mit euch gemeinsam zu dienen, zu beten, zu beraten, zu fühlen, zu weinen, zu lachen und unzählige große und kleine Entscheidungen zu treffen. Wir sind zu einer Form der Einigkeit zusammengewachsen, die ich vorher weder in der Kirche noch im Arbeitsumfeld so intensiv erlebt habe und von der ich wünschte, dass sie überall in der Kirche Einzug halten würde. Nicht alle unsere Entscheidungen waren richtig, aber der weitaus größte Teil war es. Wir haben so oft den machtvollen Einfluss des Heiligen Geistes verspürt – egal, ob es um Berufungen ging oder Inhalte für Konferenzen, Bauprojekte, die Jugend, Seelsorge und Hilfe für einzelne Menschen oder so große Dinge, wie die Reintegration des Distriktes Erfurt in den Pfahl Leipzig.
Durch meinen Beruf konnten wir uns nicht so oft sehen und mussten einen großen Teil der Kommunikation online oder per Telefon durchführen, je nachdem wo ich mich gerade in der Welt aufgehalten habe. Danke für euer Verständnis während der Zeit wo ich mehr als vier Millionen Kilometer während der neun Jahre für meinen Arbeitgeber gereist bin. Ihr habt das wunderbar kompensiert. Wir sind enge Freunde geworden und könnten zu jeder Zeit und unter allen Umständen gemeinsam Dinge bewegen. Herzlichen Dank auch euren Ehefrauen und Familien für ihr Verständnis und die so wichtige Unterstützung, ohne die alles so nicht möglich gewesen wäre.

I would like to start with my two counselors, these two outstanding men and true companions. Dear Szame and Mark, it was a great honor for me, among many other things, to serve, to pray, to hold counsel, to feel, to wheep and to laugh together with you and make countless important decisions. We have grown together to a level of unity I haven´t experienced before – neither in the Church nor in business. Not all of our decision were correct but by far most of them were right. We have felt powerful promptings of the Holy Ghost very often – no matter if we pondered about callings, topics for conferences, building projects, the youth, ministering the members of the stake or such big things like the reintegration of the Erfurt district into the Leipzig stake.
Due to my job, we could not see each other so often and had to communicate online or by phone depending were I have been traveling in the world. I´m grateful for your understanding in a time I had to travel more than 2.5 million miles for my company. You compensated this in a wonderful way. We have become dear friends and could move things forward at all times and under all circumstances. A great thanks to your families. Many things wouldn´t have been possible without there understanding and support.

Hier sind einige Bilder und Meilensteine 🙂
Here are a few photos and milestones 🙂

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20. September 2009, kurz nach unserer Einsetzung. So richtig entspannt sahen wir nicht aus. Waren wir auch nicht. 🙂 Sep 20th, 2009, shortly after we had been set apart. Didn´t look very relaxed and actually were not. 🙂
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Das Nachher-Bild, 28.10.2018, nach unserer Entlassung. Deutlich entspannter. 🙂 Ich finde, wir haben uns optisch ganz gut gehalten. 🙂 The „After“ photo, Oct. 28th, 2018. Clearly more relaxed. I think we kept in a pretty good shape. 🙂
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Unsere erste Sitzung im rekonstruierten Pfahlzentrum in Leipzig dieses Jahr. Wie immer voll in Action. 🙂 First meeting in the stake center after the reconstruction in 2018.
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Das Bild muss noch einmal sein (Wochenende mit unseren Jugendlichen im Eichsfeld, 2017), da es am Sonntag während der Konferenz erwähnt wurde. 🙂
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Eine unserer denkwürdigsten Sitzungen. Wo waren wir da eigentlich? Ich glaube mit unseren Jugendlichen in der Böhmischen Schweiz. One of our remarkable meetings on a trip with our youth to Bohemian Switzerland.

Genauso herzlich bedanken möchte ich mich bei unseren Sekretären Maik Kalmring und Kenneth Böhm. Ihr wart fantastisch und werdet der neuen Pfahlpräsidentschaft wirkungsvoll zu einem guten Start verhelfen. Maik, der Aufträge schon lange erledigt hat, bevor man sie überhaupt geben kann. Kenneth, der so gut geholfen hat, uns zu organisieren und zu strukturieren. Eure Gedanken waren immer wertvoll und haben uns bei schwierigen Entscheidungen enorm unterstützt.

I would also like to thank our stake clerk Maik Kalmring and executive secretary Kenneth Böhm. You were awesome and will be a great support for the new stake presidency. Maik, who had jobs already done before we could give them to him, Kenneth, who was so great in helping us to get organized and structured. Your thoughts were always valuable and a great support in our decision making.

Ich danke auch unseren früheren Sekretären: Wolfgang Geiler für die großartigen Reports von den Pfahlkonferenzen und der Pfahlgeschichte und unseren früheren Sekretären bzw. Führungssekretären Marco Engelhardt, Michael Tilgner und Lars Heinz für ihren gleichermaßen wertvollen Dienst.

Likewise many thanks to our former clerks and secretaries: Wolfgang Geiler for the wonderful reports from stake conferences and the stake history as well as to Marco Engelhardt, Michael Tilgner and Lars Heinz for their great service.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Männer und Frauen, die mit uns auf Pfahl- und Gemeindeebene in Räten zusammengearbeitet haben. Ich kann hier nicht alle Namen aller Hohen Räte, Bischöfe und Zweigpräsidenten, Pfahl-Leitungen der Frauenhilfsorganisation, der Jungen Damen und Jungen Männer und der Primarvereinigung, den Verantwortlichen für Musik und zahlloser anderer Dinge nennen. Es war uns eine große Ehre, mit euch gemeinsam den Mitgliedern des Pfahles zu dienen. Herzlichen Dank.

Not to forget the countless women and men who worked with us on stake and ward level. I can´t list all the names of high councilors, bishops, branch presidents, and stake auxillary leaders here. It was a great honor to serve together with you. Thank you very much.

Das nächste Bild ist mir sehr wichtig. Wir haben es am Sonntag nach dem Konferenzgottesdienst aufgenommen. Links von mir stehen meine drei Vorgänger, wunderbare Vorbilder und Mentoren: (v.l.n.r,) Manfred Schütze (Pfahlpräsident von 1984 – 1991), Siegfried Schmidt (1991 – 2000) und Christian Fischer (2000 – 2009). Rechts neben mir steht mein Nachfolger Frank Jakobi. Alles Gute und Gottes Segen für dich, lieber Frank. Dasselbe natürlich auch für euch – Manfred, Siegfried und Christian.

The next picture is important to me. We took it last Sunday after the conference. On my left are my 3 predecessors, outstanding examples and mentors: (from left to right) Manfred Schütze (stake president 1984 – 1991), Siegfried Schmidt (1991 – 2000), Christian Fischer (2000 – 2009). On my right is my successor Frank Jakobi. All the best and the Lord´s blessing for you, dear Frank. Of course, the same for you – Manfred, Siegfried and Christian.

Als ich letzten Freitagabend nach den ersten Meetings mit Elder Johnson und Elder Cziesla nach Hause gefahren bin, fingen die neun Jahre an, wie ein Film vor mir abzulaufen. Ich musste an die Tausende von Gesprächen denken, die ich geführt und die Gefühle, die ich verspürt habe. Es war ein sehr emotionaler Moment. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr bin ich aufgewacht und hatte in meiner Gefühlswelt meine heilige Abschiedsstunde von dieser Berufung. Ich kann es nicht in Worte fassen und muss es auch nicht. Es war etwas besonderes und sehr persönliches.

When I drove home from Leipzig after first meetings with Elder Johnson and Elder Cziesla Friday night, the nine years ran like a movie in front of my eyes. I thought about the Thousands of interviews, talks, and emotions I had felt. It was a very moving moment. Sunday morning 5am, I woke up and had in my feelings a sacred farewell hour from my calling. I can´t put it in words and don´t have to. It was very special and personal.

Ich wurde gefragt, welche Erfahrung aus diesen neun Jahren für mich die wichtigste ist. Neben vielen wichtigen und glaubensstärkenden Erfahrungen, die mich näher zu Christus geführt haben, gibt es eine Sache, die mit mir passiert ist, die mir vor neun Jahren nicht bewusst war. Ich habe gelernt, die Menschen, für die ich verantwortlich war, vorbehaltlos zu lieben. Kein erzeugtes, künstliches Gefühl, sondern tief von innen heraus als ein Bedürfnis, nicht nur zu denen, die mir freundlich gesinnt sind, sondern auch für diejenigen, zu denen ich vorher nie eine innere Beziehung hatte. Das ist mir viel wert, und ich bin dem Herrn dankbar, dass er mich dies verstehen ließ, denn Nächstenliebe ist die reine Christusliebe, wie es in Moroni 7 im Buch Mormon heißt.

I was asked for the most significant learning in these 9 years. I had many important and faith building experiences that brought me closer to Christ. But one thing happened to me I was not even conscious of 9 years ago. I have learned to deeply love the many people I had responsibility for – not an artificial feeling. It has grown from deep within as a desire, not only for those who have been friendly to me but also to those I never felt any inner relationship before. I´m grateful to the Lord for granting me this blessing for charity is the pure love of Christ as it is described in Moroni 7 in the Book of Mormon.

Ich hoffe, das hilft allen, die damit zu kämpfen haben, schlechte Gefühle und Ressentiments gegenüber anderen zu besiegen. Es ist möglich, aber es passiert nicht automatisch. Man muss viel dafür tun und oft über den eigenen Schatten springen.

I hope this could help those who struggle with negative feelings towards others. It is possible to overcome them but not automatically. It requires significant efforts.

Nun eine weitere wichtige Sache. Herzlichen Dank für die vielen, vielen Danksagungen, Liebesbekundungen, Umarmungen, Briefe, Emails und Textnachrichten als Anerkennung für unsere Arbeit. Meine Ratgeber und ich hatten damit nicht gerechnet und waren vollkommen überwältigt, oder wie es Mark ausgedrückt hat – geflasht. Ich kann nicht jedem angemessen antworten, aber ihr sollt alle wissen, wie dankbar wir dafür sind. Wir haben gestern darüber gescherzt. Vielleicht hätten wir viel mehr öde Schulungen an Samstagen veranstalten sollen und dann wären alle froh gewesen, dass wir endlich entlassen werden. 🙂

Now, an important thing. I´m so grateful for the many, many notes of thanks, expressions of love, hugs, letters, emails, texts etc. as appreciation for our service. My counselors and I didn´t expect this. It was overwhelming. I´m unable to answer everyone properly but you all should know how grateful we are. We made some jokes the other day – maybe we should have scheduled many more boring meetings on Saturday and everyone would have been happy to get rid of us.  🙂

Ein besonderes Anliegen war es uns, mit der Jugend zu arbeiten. Eine großartige Aufgabe. Wir sind stolz auf unsere Jugendlichen. Sie haben sich, stellvertretend für die vielen anderen, für die wir während der neun Jahre versucht haben, da zu sein, mit einem Abschiedsgeschenk revanchiert.

It was a heartfelt thing for us to work with our youth. A great task. We´re so proud of them. They thanked us with a special gift – on behalf of the many young people we tried to care for during our 9 years.

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Ein schönes Andenken von unseren Jugendlichen. Toll. Vielen Dank.

Zum Schluss kommt das wichtigste von allem – der Dank, den ich meiner lieben Ehefrau und ewigen Gefährtin Esther schulde. Ohne das Ja meiner Frau und ihre Unterstützung wäre ich nicht berufen worden und hätte diese Berufung niemals ausüben können. Als Pfahlpräsident habe ich jede Woche 20 bis 30 Stunden Zeit für diese Berufung benötigt, zusätzlich zu einem sehr anspruchsvollen Job als Vorstand und führender Manager in einem an der Börse notierten Unternehmen, durch den ich mehr als die Hälfte jeden Jahres in aller Welt unterwegs war. Als ich berufen wurde, wusste ich nicht, wie das überhaupt gehen kann. Dass es funktioniert hat, war eines Teils ein Wunder (mir ist im Laufe der Zeit klar geworden, worin die Erfüllung des Segens, den ich von Elder Erich Kopischke zu meiner Einsetzung erhielt, bestand) und zum größten Teil Esthers Verdienst. Sie war für mich Rückhalt, Beraterin, Kritikerin, Trösterin, Fürsorgerin, Motivatorin, Ideengeberin, Mutmacherin und vieles mehr. Sie hat auf vieles verzichtet, um mir den Rücken freizuhalten und Verständnis gehabt, wenn ich mich mit zahllosen Problemen beschäftigen musste oder für die Kirche unterwegs war. Sie ist eine starke Frau, in vielen Dingen stärker als ich. Ihre Ansprache am Sonntag war einer der Höhepunkte der Konferenz. Wie dankbar ich für sie bin. Ich liebe dich von ganzem Herzen, Esther.

Finally, the most important thing of all. I want to thank my dear wife and eternal companion Esther. I wouldn´t have been called with her approval and couldn´t have fulfilled this calling. As a stake president I needed 20 to 30 hours every week in parallel to a demanding job as a board member and top manager of a stock listed company with extensive traveling on 200 or more days per year. I didn´t know how this could possibly work when I was called. That it worked was on one hand a miracle and the fulfillment of a blessing I received from Elder Erich Kopischke who set me apart, but to the larger part it was Esther who supported me, gave counsel, criticized in a positive way, comforted me, took care of me, motivated, expressed great ideas and thoughts, encouraged me and did many more things for me. She had to forgo a lot of things to keep my back free, and very often had to wait for me when I had to deal with problems or was traveling. She is a very strong woman, in many things stronger than me. Her talk at the Sunday session was an absolute highlight of the conference. How grateful I am for her. I love you with all my heart, Esther.

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Zur Herbst-Generalkonferenz 2018 in Salt Lake City

Ich habe mich sehr gefreut, dass wir an diesem besonderen Sonntag als Familie zusammen sein konnten. Es hat mir sehr viel bedeutet. Sie alle sind mein Leben und darin das Wertvollste.
Ihr seid in den letzten Jahren nicht zu kurz gekommen, aber doch kürzer als ich selbst gewollt habe. Ich hoffe, ich konnte euch einige wichtige Dinge vorleben und hoffe darauf, dass es etwas mehr Zeit zusammen geben wird.

I was very happy that the whole gathered on this special Sunday. It meant a lot to me. They´re all my life and most precious for me.
I tried to be there for you the last years but it wasn´t always easy to balance everything. I hope I have given you a good example and that we can spend more time together in the future.

Ich freue mich darauf, am Sonntag in meiner Heimatgemeinde in der Abendmahlsversammlung neben meiner Frau und den Enkelinnen zu sitzen.

I´m looking forward to sit next to my wife and granddaughters in sacrament meeting in my home ward next Sunday.

P.S. Vor neun Jahren habe ich zur Pfahlkonferenz von meinem Vater gesprochen, der den größten Teil meiner Kindheit und Jugend schwer an einer durch den Uranbergbau verursachten Lungenkrankheit litt und früh verstorben ist. Ich erzählte von einem Moment, zehn Jahre nach seinem Tod, in dem ich begriff, was er für mich und seine gesamte Familie getan hat. Die Erkenntnis kam 540 Meter unter der Erdoberfläche in einem Uranbergwerk in der Nähe von Aue, in einem Stollen, in dem man unserer Gruppe die Arbeitsbedingungen der Bergleute demonstrierte. In diesem Moment, in Dunkelheit, ohrenbetäubenden Lärm, Staub, Hitze und Radioaktivität, spürte ich wie eine Dankbarkeit für seine Lebensleistung in mir wuchs, die mich bis heute nie wieder verlassen hat. Dankbarkeit für seine Arbeit, seinen Willen, sein Leben grundlegend zu ändern, ein Mitglied der Kirche zu werden und trotz schwerer Krankheit bis kurz vor seinem Tod für uns zu arbeiten.
Ich führe im Geist oft Gespräche mit ihm oder für ihn. Wenn ich mich schwach oder müde fühle, denke ich an seine erstaunliche Willenskraft.

P.S. 9 years ago, I spoke at the stake conference about my father who suffered from a terminal lunge disease during my childhood and youth caused by his work in an uranium mine after World War 2. He died early. I spoke about a life changing experience about 10 years after his death. It happend 540 meters below the surface in an uranium mine near Aue, Germany, in a tunnel where our group was demonstrated the working conditions of the miners. In this moment, in the midst of deafening noise, dust, heat, and radioactivity, I felt a gratitude for his work and sufferings growing within me that has continued until today. Gratitude for his achievements, his willpower and ability to change his life to become a member of the Church and to work for his family almost until his death.
I have frequent conversations with him and for him in my soul. I remember his amazing power when I feel weak or tired.

Am vergangenen Samstag habe ich in der Konferenzversammlung über meine Mutter gesprochen, die wir am Montag letzter Woche beerdigt haben. Sie starb im Alter von 93 Jahren, nach 85 Jahren treuer Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Eine einfache Frau mit einer besonderen Lebensleistung. Weder die Nazis, noch die Not nach dem Krieg, noch die Kommunisten, noch die Verirrungen des heutigen Zeitgeistes konnten sie von ihrem Glauben abbringen. Sie war mir ein Vorbild an Selbstlosigkeit, Hingabe, Leidensfähigkeit, Beständigkeit und ihrem Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi.

Last Saturday I spoke about my mother who passed away recently. We attended her funeral last week. She was 93 years old, and 85 years a member of The Church of Jesus Christ of Latter Day Saints. An ordinary woman with a great legacy. Neither the Nazis, nor the hardships after the war, nor the communists, nor the modern mainstream could weaken her faith. She was a great example for me in selflessness, devotion, endurance, firmness and her testimony of the restored gospel of Jesus Christ.

Ich bin dankbar, wie Nephi sagen zu können, dass ich von guten Eltern abstamme.

I´m grateful that I can say like Nephi that I have been born of goodly parents.

P.P.S. Der Report von der Frühjahrs-Pfahlkonferenz zum Download:

2018-03 Pfahlkonferenzreport Frühjahr 2018

 

Vorbereitung Pfahlkonferenz #3

Heute möchte ich noch eine Ansprache meines zweiten Ratgebers Mark Schütze von der letzten Pfahlkonferenz posten, die ich ebenfalls sehr wichtig fand. Sehr lesenswert.

Bruder Mark Schütze, 2. Ratgeber in der Pfahlpräsidentschaft

Liebe Geschwister,
zu den angenehmen Teilen oder Aufgaben meiner Berufung, die ich zur Zeit trage, gehört es, fast alle Gemeinden im Pfahl irgendwann einmal zu besuchen oder sie zu erleben, die Mitglieder dort kennen zu lernen und zu sehen, wie dort gearbeitet wird, wie die Gemeinde funktioniert oder wie Themen gegeben werden.

Es ist sehr interessant, wie dies manchmal sehr unterschiedlich passiert und wie die Kultur in einer Gemeinde ist. Es tut mir eigentlich sehr gut zu sehen, wie Menschen auf unterschiedliche Art und Weise miteinander reden und versuchen, gemeinsam zu lernen und Fortschritt zu machen. Ich glaube es ist sehr gesund, dass es verschiedene Varianten gibt.

Zu den weniger schönen Dingen, die Teil der Berufung sind, gehören die Erlebnisse, wenn sich Mitglieder streiten. Das führt oft dazu, dass sich Menschen an die Wand gespielt fühlen, weil sie nicht so eine starke Meinung haben oder weil sie vielleicht nicht verbal miteinander können oder wollen. Sie sind einfach nicht so debattierfähig wie diejenigen, die dies gerne tun. Es ist eigentlich traurig, dies zu sehen, weil diese Mitglieder sich auch traurig fühlen, weil sie manchmal gar nicht mehr wissen, ist das jetzt richtig, was ich glaube oder was ich für mich verstanden habe? Sie fühlen sich deshalb ein wenig so, als wären sie ins Hintertreffen geraten.

Ich habe vor einigen Wochen im Institut eine Matheaufgabe gestellt. Die würde ich Ihnen gerne einmal vorstellen. Sie können dabei versuchen, Ihr Wissen aufzufrischen. Mal sehen, ob sie richtig liegen. 1+0 ist gleich … 1 und 0 ist gleich, manche lachen schon, ist 10. Eins und Null, logisch ist Zehn. Wir hatten eine lebhafte Diskussion, das ist manchmal so das Niveau bei uns im Institut und ich habe mich nicht von meiner Meinung abbringen lassen: 1+0 ist Zehn, das ist logisch. Wer wird sich jetzt durchsetzen bei dieser Diskussion? Der, welcher den längeren Atem hat? Der, der lauter ist? Der, welcher energischer auftritt? Oder vielleicht gibt der nach, der der Klügere ist, wie das Sprichwort es sagt? Geschwister, wenn wir auf so einem Niveau angekommen sind und so in unseren Gemeinden diskutieren, dann haben wir etwas falsch gemacht, dann läuft etwas nicht richtig. Es gibt einen Begriff, den ich vor einiger Zeit gehört habe, Bruder Seidel hat heute in der Priestertumsversammlung schon darüber gesprochen.
Vor einiger Zeit gab es eine Fernsehsendung oder Diskussionsrunde, wo ein Teilnehmer sagte, die Menschen sind heutzutage nur noch empört, nur noch da, um sich aufzuregen, um was nicht richtig zu finden. Genau wie Bruder Seidel hat mich diese Aussage ein wenig gefesselt. Er hat es auf den Punkt gebracht mit diesem Wort, empört zu sein, ein schönes deutsches Wort. Ich fand das eigentlich interessant und ich habe mich auch gefragt, bin ich vielleicht auch manchmal so? Ich bin gerne kritisch, ich diskutiere gerne, es macht Spaß, aber es kann auch gefährlich sein, wenn man auf einmal über Eins plus Null diskutiert und stur und steif behauptet es ist Zehn.
Ich hatte diese Aufgabe auch zu Hause gestellt in unserer Familie und unsere jüngste Tochter sagte spontan „Zehn“. War das wirklich o.k.? Und genau wegen diesen Mathefähigkeiten war ich zu einem Elterngespräch bei ihrer Mathelehrerin gewesen.

Wir wollten eigentlich gemeinsam darüber sprechen, wie man das verbessern kann, wie man helfen kann, dass es besser wird und ordentliche Klassenarbeiten zustande kommen können. Ich musste feststellen, dass die Lehrerin, welche recht patent wirkte und auch bestimmt engagiert war, die ganze Zeit nur selbst geredet hat. Ich habe versucht, ihr zu erklären, was unsere Situation ist und ich kam genau vier oder fünf Worte weit. Sie fing an zu erzählen und redete darüber, wie es bei ihr war, wie sie gelernt hat und was man machen muss. Ich hatte versucht, meine Tochter in das Gespräch einzubringen. Sie ist ein bisschen schüchterner und ist nur bis zu zwei Worten gekommen und dann redete wieder die Lehrerin. Nichts Schlimmes, nichts Schlechtes, eigentlich alles gut, aber nach einer Weile dachte ich, dieses Gespräch ist eigentlich sinnlos. Es konnte ja nicht dazu führen, auf das einzugehen, was uns bewegt, was unsere Probleme sind. Dennoch dauerte das Gespräch über zwanzig Minuten und am Ende erwähnte die Lehrerin, dass sie es schön fand, dass wir da waren und das Elterngespräch gesucht haben, weil wir die Einzigen waren, die nach einem Termin gefragt haben. Ich dachte so: „Ja genau, das nächste Mal wird es vielleicht gar keiner mehr sein, weil es keine Hilfe für uns war.

Geschwister, in der Vorbereitung auf diese Ansprache musste ich genau an dieses Beispiel denken. Manchmal mögen wir gute Absichten haben, wir mögen vielleicht denken wir haben es besser verstanden oder wie auch immer und wir reden und reden, ich rede auch gerade, doch das ist eben so bei einer Ansprache. Aber lassen wir bei einem Gespräch andere auch nicht zu Wort kommen? Das kann vielleicht manchmal so weit führen, dass sich andere missverstanden fühlen, dass andere vielleicht an sich selbst zweifeln. Dieses Wort „empört“, ich will das nicht zu sehr ausbreiten, finden wir auch manchmal in der Schrift. Ich möchte Ihnen eine Schriftstelle vorlesen aus den Psalmen, wo es heißt:
„Er stellte sein Gesetz auf in Jacob und gab in Israel Weisung. Und gebot den Vätern, ihre Kinder das alles zu lehren, damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote wahren und nicht werden wie ihre Väter, jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung, das wankelmütige Geschlecht, dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.“ (Psalm 78:5-8)

Was ich mit diesem Gleichnis und dieser Matheaufgabe eigentlich sagen möchte, sowie auch mit dem Beispiel aus der Schule: Wann immer wir reden sind wir relativ schlecht darin, zuhören zu können und auch wenig gut dabei, etwas verstehen zu können. Wann immer wir uns missverstehen, ist die Tendenz dabei auch immer: Warum versteht mich denn keiner, ich hab doch Recht! Das mag manchmal gar nicht absichtlich passieren, aber manchmal ist es auch ein wenig wie eine Debatte und das ist eigentlich das, was wir in der Kirche gar nicht wollen. Wir wollen nicht debattieren und nicht darüber diskutieren, wer hat am meisten Recht, wer kann sich durchsetzen, wer hat die besten Argumente, wer spielt den anderen verbal ins Hintertreffen. Das ist nicht das Ziel. Können Sie sich vorstellen, dass Sie in einer Oper sitzen und ich sitze dort auch. Und ich sag es Ihnen ganz ehrlich, Opernmusik ist nicht so mein Ding. Ich könnte zum Beispiel, nur weil mir langweilig ist, so einen großen Ghettoblaster herausholen und meine Musik lautstark anhören. Stellen Sie sich mal vor, das würde tatsächlich jemand machen.

Was glauben Sie, wie lange derjenige in dieser Oper noch sitzen würde? Vielleicht würde dieser, nach der Aufforderung zu gehen, sich aufregen: Warum soll ich denn gehen, ich möchte meine Musik hören, weil mir das andere nicht gefällt. Wenn wir so eine Situation in der Kirche erreichen, dass wir uns aufregen oder dass wir energisch werden, nur weil unsere Meinung sich jetzt nicht durchsetzt, Geschwister, dann stehen wir eigentlich vor dem Problem, keine Einigkeit mehr zu haben. Wir bringen dann den Gedanken von Zion, von dem wir heute schon mehrfach gesprochen haben, in Gefahr. Wir müssen uns selbst immer wieder fragen, an welcher Stelle wir was sagen und wo wir auch besser mal zuhören sollten, um von anderen zu lernen. Es geht eben nicht darum, dass wir einfach nur unsere Meinung durchsetzen. Es geht nicht darum, dass wir solange reden, bis keiner mehr zuhört, weil alle aufgegeben haben, oder bis vielleicht keiner mehr zu uns kommt, wie bei der Mathelehrerin.
Wollen wir, dass vielleicht keine Mitglieder mehr gerne zur Gemeinde kommen, Untersucher erst recht nicht und vielleicht irgendwann der Heilige Geist sich auch nicht mehr müht, uns erreichen zu wollen? Bitte lassen Sie uns einander zuhören. Lassen Sie uns einander die Gedanken, die Meinungen, die andere haben, anhören. Belehren wir aber auch einander. Das ist eine sehr schöne Methode, die wir in diesen Wochen anwenden sollen, um uns miteinander zu beraten. Miteinander beraten heißt: Ich höre und ich lerne. Ich rede nicht, um mich durchzusetzen, sondern um mein Verständnis darzulegen.

Es gibt eine Schriftstelle in LuB 88, die Sie auch alle kennen. In Vers 122 heißt es: „Bestimmt unter euch einen zum Lehrer und lasst nicht alle auf einmal Wortführer sein, sondern lasst immer nur einen reden, und lasst alle seinen Worten zuhören, so dass, wenn alle geredet haben, (wenn alle reden und alle hören der Rede zu, können Sie sich vorstellen, das ist ziemlich viel) alle durch alle erbaut worden sein mögen und ein jeder das gleiche Recht habe“.
Geschwister, sind wir in der Art und Weise, in der wir miteinander reden, mit der wir einander belehren und auch lernen, friedfertig und geduldig. Denken wir nicht, weil wir uns vielleicht ganz sicher sind, dass unsere Meinung wirklich stimmt, dass wir Recht haben. Ich habe vor einiger Zeit ein Beispiel aus einem anderen Pfahl gehört, wo jugendliche Institutsstudenten in der Priesterschaft aus der Klasse heraus gebeten wurden, weil sie das, was in den neuen Kursen gelehrt wird, in der Priestertumsklasse wiedergegeben haben. Im Institut wird mit der Geschichte der Kirche relativ offen umgegangen und Sachen auch ausgesprochen, die bisher vielleicht seltener angesprochen worden sind. Diese jungen Brüder wurden buchstäblich der Klasse verwiesen, weil das was sie sagten, sich keiner anhören wollte oder konnte.
Das sind genau die Worte, die über Christus gesagt wurden als er in Johannes 6:60 davon sprach, dass er das Brot des Lebens sei und viele meinten, sie können seine Rede nicht anhören, weil sie diese eigentlich nicht verstanden. Wir haben immer Gelegenheit, voneinander zu lernen und über das, was gesagt wird nachzudenken. Dann sollen und müssen wir auf den Punkt kommen, dass wir am Beispiel von Jesus Christus festhalten. Es geht nicht darum, welcher Meinung wir sind und nicht darum, Fehler zu finden, sondern es geht darum, was wir tun können, um dem Beispiel von Jesus Christus besser zu folgen und dass wir unserem Ziel, ihm ähnlicher zu werden, näher kommen. Ich möchte uns alle auffordern, dass wir uns Gedanken machen und uns manchmal ein wenig zurücknehmen. Wir mögen vielleicht denken, dass dies kein großes Problem ist, aber für manche Mitglieder stellt es eine Herausforderung dar, dies zu erleben, weil es ihren Glauben manchmal angreift und erschüttert und sie sich dann auch nicht wohlfühlen.

Das ist es, was wir Ihnen heute zu diesem Thema sagen möchten und ich bitte Sie alle, dieser Friedensstifter zu sein, von dem häufiger die Rede ist. Seien sie weniger der, der nicht hört und der streitet, sondern hören sie gut zu, was die anderen zu sagen haben. Dann können wir viel voneinander lernen.
Im Namen Jesu Christi.
Amen.

 

Vorbereitung Pfahlkonferenz #2

Die Pfahlkonferenz in Leipzig rückt näher, deshalb möchte ich noch einmal die Einladung posten. Alle, die noch unentschlossen sind, möchte ich ermutigen zu kommen – besonders auch am Samstag.

Wir freuen uns sehr, dass wir den Gebietspräsidenten Europa Elder Paul V. Johnson und unseren Gebietssiebziger Elder Michael Cziesla begrüßen dürfen.

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Zur Vorbereitung möchte ich heute noch eine Botschaft meines ersten Ratgebers Björn Bauerfeind anfügen, die er zu unserer Frühjahrs-Pfahlkonferenz gegeben hat und die ich sehr bemerkenswert fand. Es lohnt sich, sie zu lesen:

Bruder Björn Bauerfeind, 1. Ratgeber in der Pfahlpräsidentschaft:

Liebe Geschwister,
was brennt mir auf der Seele? Ich habe über diese Frage nachgedacht, als ich Sie vorhin beobachtete während des Vorspiels hier. Am Anfang der Konferenz dachte ich, was sind wir doch für ein fröhliches Volk, wie gern treffen wir uns, wie gern unterhalten wir uns, wie gerne tauschen wir uns aus, wie schön ist es doch, wenn wir uns zu solchen Gelegenheiten mal wiedersehen. Das ist typisch für uns, darüber freuen wir uns, da freue ich mich auch. Und wir haben auch einen Grund zu großer Freude, dass wir uns zur Pfahlkonferenz alle treffen können. Ich habe gehofft, dass Sie im Laufe der Versammlung, den Rednern dieser Versammlung aufmerksam zuhören. Und das tun Sie, Sie hören alle aufmerksam zu.
Liebe Geschwister, ich denke es ist auch wichtig, dass wir uns allen gegenseitig Gehör schenken, wie auch Präsident Schütze es schon sagte und dass wir uns alle auch gegenseitig wertschätzen. Wenn es um Aufmerksamkeit geht muss ich immer an einen Missionar denken, der vor vielen Jahren bei uns in der Gemeinde war. Er war aus Frankreich und dieser Missionar hat etwas deutsch gesprochen, mit einem sehr französischen Akzent. Ich würde ihn gerne nachmachen, aber ich kann das nicht. Dieser Akzent klingt sehr angenehm und man schenkt diesen Leuten automatisch seine Aufmerksamkeit. Es ging dann so weit, dass die Gemeinde wirklich totenstill war, wenn dieser Elder sprach. Alle lauschten gerne seinem französischen Akzent und freuten sich über seine Worte. Besonders die Schwestern hingen an seinen Lippen und er hatte die volle Aufmerksamkeit. In der Gemeinde war es wirklich still. Das, liebe Geschwister, wünsche ich mir auch für meine Ansprache. Sie können gerne an meinen Lippen hängen, Brüder und Schwestern.

Was liegt mir auf dem Herzen? Liebe Geschwister, als Kind habe ich gerne Fernsehen geschaut. Bei uns war das damals noch ein bisschen vorsintflutlich, wie vielleicht auch bei Ihnen zu Hause, zumindest bei denen, die in meinem Alter sind. Wir hatten noch einen schwarz/weiß Fernseher und den musste man zehn Minuten bevor man gucken wollte einschalten, damit er warm wird. Kaum vorstellbar heutzutage, aber wahr. Man musste ihn also einschalten, dann wurde er langsam warm und nach zehn Minuten hatte man dann das schwarz/weiß Bild. Ich schaute so gerne Piratenfilme, wenn sie denn kamen. Ich erinnere mich gerne an die Filme, die sehr spannend waren. Es gab große Schiffe und die haben mich zum Nachdenken angeregt. Es gab mutige Seeleute, es gab Stürme und Zyklone, es gab schwierige und sehr hohe Wellen, es gab viele Gefahren und Herausforderungen und es gab Entbehrungen, Krankheiten, Leiden und Verletzungen, die diese Piraten erlitten.
All dies fand auf einem äußert begrenzende Raum statt, nämlich auf einem Schiff. Diese Männer, die dort auf dem Schiff unterwegs waren, waren immer zusammen, konnten nicht ausbrechen, waren immer irgendwie als Gemeinschaft unterwegs. Diese Reise, auf der sie unterwegs waren, dauerte oft viele Monate und sie mussten gelegentlich tausende Kilometer überwinden, um von einem Startpunkt aus ein Ziel zu erreichen, denn sie waren mit einem langsamen Segelschiff unterwegs. Wie das so ist, auf einem äußerst begrenzten Raum mussten Dinge entschieden werden. Es gab einen Kapitän, der war verantwortlich für das Schiff und auch meistens für mehrere hundert Männer. Was auch immer dieser Kapitän entschied, es hatte auch immer irgendwie Konsequenzen für alle. Sie mussten das also umsetzen und für alle änderte sich etwas.

In den Filmen passierte es oft, dass es große Probleme gab auf so einem Schiff. Ich habe manchmal gesehen, dass es ein Problem war, als es eine Flaute gab, weil kein Wind wehte. Es war absolute Windstille, das Schiff bewegte sich nur ganz langsam vorwärts, der Kapitän hatte ein großes Problem und die ganze Mannschaft hatte ein großes Problem und niemand wusste so richtig was er tun sollte. Der Kapitän entschied sich im Lichte dieser Windstille zu einer drastischen Maßnahme und befahl seiner Mannschaft, sämtliche Dinge, die an Bord waren, die schwer gewogen haben, über Bord zu werfen. Die Matrosen setzten das voller Eifer um, denn Gehorsam waren sie gewohnt. Sie dachten nicht darüber nach, befolgten den Befehl des Kapitäns und sie warfen alles ins Wasser. Ich staunte, ja, selbst als kleiner Junge staunte ich, was alles ins Wasser flog. Es waren Taue, sogar die komplette Reling, die das Schiff begrenzte, flog ins Wasser, die Deckaufbauten flogen über Bord, die Kanonen wurden ins Wasser geworfen, das Schießpulver flog ins Wasser, Kanonenkugeln, große Fässer mit Lebensmitteln wurden ins Wasser geworfen. Selbst der Alkohol und, was mich noch mehr verwunderte, Waffen, Hängematten, ja alles, was oben auf dem Schiff war, flog ins Wasser. Zum Schluss war nur das Schiff, das nackte Schiff übrig, das Steuer und das Segel und die Mannschaft und sonst nichts weiter. Das Schiff nahm Fahrt auf und fuhr schneller. Es stellte sich also sofort ein Ergebnis ein trotz des geringen Windes.

Ich fragte mich dennoch als Junge, als kleiner Junge, wie sollte man ohne all diese Dinge überleben? Die Kamera schwenkte so in das Kielwasser des Schiffes, dass man alle diese Dinge schwimmen sah, nur die Kanonen nicht, die waren schon untergegangen. Aber die ganzen Gegenstände dort konnte man schwimmen sehen und ich fragte mich, wie soll das funktionieren auf einem Schiff, vielleicht tausende Kilometer von einer Insel entfernt? Ja, wie soll das nur funktionieren, liebe Geschwister, ohne Regeln, ohne Waffen, ohne Lebensmittel? Und da wiederum denke ich mal, gibt es drei Zeiträume. Lassen Sie uns dies alles darin betrachten: Kurzfristig, mittelfristig oder langfristig. Kurzfristig war das keine große Sache: Sie freuten sich darüber, dass es jetzt schneller vorwärts ging. Mittelfristig: Da merkte man dann die nächsten zwei Tage langsam, dass es keine Nahrung mehr gab auf dem Schiff und die Matrosen zeigten schon Mangelerscheinungen. Langfristig: Da passierte es, dass Matrosen gestorben sind wegen des Nahrungsmangels und ihre Leichen über Bord geworfen werden mussten. Es ging nichts mehr weiter, weil sie nichts mehr hatten, um sich am Leben zu erhalten.
Das heißt also, dass man alle die Dinge über Bord werfen kann, aber Geschwister, es gibt Konsequenzen kurzfristiger Natur, mittelfristiger Natur und langfristiger Natur.

Wo ist der Bezug zum Evangelium? Wir sind alle unterwegs auf einer Reise, daran glauben wir, deshalb sitzen wir hier. Wir glauben daran, dass es einen Startpunkt gab, nämlich irgendwo im vorirdischen Leben und nach unserer Geburt auf dieser Erde. Wir alle glauben daran, dass wir hier irgendwo auf der Erde auf einer Reise sind, die ja vielleicht sogar mehrere tausend Kilometer lang ist, für Sie und auch hoffentlich für mich. Wir alle glauben, dass es irgendwo einen Endpunkt gibt, ein Ziel, nämlich den Tod bzw. das Leben nach dem Tod.
Unter Umständen sind wir ja, symbolisch gesehen, irgendwie auf einem Boot, einem Schiff unterwegs. Das kann man in verschiedene Bezüge setzen. Man kann sagen, ich bin allein auf einem Schiff unterwegs, irgendwo. Man kann sagen ich bin mit meinem Ehepartner unterwegs, mit meiner Familie, mit meinen Kindern. Man kann sagen ich bin mit meiner Gemeinde unterwegs auf einem Schiff, oder wir sind als Pfahl unterwegs, oder wir sind als weltweite Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage unterwegs. Es gibt auf der Reise naturgemäß große Herausforderungen, die sich gelegentlich einstellen, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, es gibt Eheprobleme, es gibt Probleme mit den Kindern, es gibt Fragen im Evangelium, es gibt Zweifel an den Doktrin. Manchmal kommt auch schlicht und einfach Langeweile auf während der Reise. Manchmal entwickelt sich eines von diesen Problemen zu einem riesigen Problem und man meint, man müsste jetzt schnell Irgendetwas tun. Oft sind wir persönlich der Kapitän auf diesem Schiff: Als Ehemann, als Vater, als Mutter, als Ehefrau, als Gemeindepräsident, oder Zweigpräsident, oder was es auch immer sein möge, als Bruder oder als Schwester. Und wir entscheiden uns, es muss etwas getan werden.
Dann, liebe Geschwister, passiert es, dass wir bestimmte Dinge über Bord werfen, weil wir meinen, wir sind zu langsam unterwegs. Oder wir meinen, das Problem damit zu lösen, wenn wir bestimmte Dinge über Bord werfen. Und manchmal fliegen die Heiligen Schriften über Bord oder das heilige Abendmahl fliegt über Bord, von dem nehmen wir nicht mehr. Unser Glauben an Jesus Christus und den Heiligen Geist fliegen über Bord, der Versammlungsbesuch, möglicherweise die zehn Gebote, das Gesetz der Keuschheit, das Wort der Weisheit, das Gesetz des Zehnten, die Tempelbündnisse. Ich könnte die Liste noch lange weiterführen für verschiedene Dinge, die da über Bord fliegen.

Liebe Geschwister, neigen wir dazu, das manchmal zu tun? Ich denke, diese Frage können wir alle manchmal mit ja beantworten. Ich habe das auch bei mir persönlich gesehen. Ich sehe das auch manchmal bei anderen Geschwistern. Wenn ich in das Fahrwasser dieser Schiffe schaue, sehe ich diese Dinge herum schwimmen im Wasser, wie das Gesetz der Keuschheit, das Gesetz des Zehnten, die Gebote oder was es auch immer sein möge. Sie schwimmen im Wasser, weil sie hineingeworfen wurden, weil der Kapitän sich entschieden hat, diese Dinge fortzuwerfen, wo doch alle diese Dinge eine Existenzberechtigung haben. Die Reling des Schiffes ist zum Beispiel dazu da, das man bei Sturm nicht vom Schiff gleitet und wenn ein Brecher über das Schiff braust, dass man nicht herunter geweht wird. Das Gesetz der Keuschheit ist dazu da, um die Ehe zu schützen, um die Familie zu schützen, irgendwie diese heilige Gemeinschaft zu schützen. Das Wort der Weisheit ist da, sicherzustellen, dass wir unseren Körper schützen. Die Tempelbündnisse sind dazu da, uns zu ermöglichen, ewigen Fortschritt zu machen und voranzukommen, auch nach dem Tod.
Irgendwo haben diese Dinge alle ihre Existenzberechtigung und trotzdem fliegen sie manchmal über Bord. Warum? Weil der Kapitän das so entschieden hat, weil wir das so entschieden haben, weil wir diese Entscheidung getroffen haben. Jeder, liebe Geschwister, kann natürlich diese Entscheidungsfreiheit anwenden wie er will.

Zu den höchsten Gütern überhaupt gehört die Entscheidungsfreiheit. Ich bin froh und dankbar, dass wir sie haben, dass wir sie gestalten können, wie wir sie für richtig halten. Aber ich möchte auch sagen, liebe Geschwister, dass unsere Entscheidungen Konsequenzen haben. Nicht nur für den Kapitän persönlich, sondern auch für alle Mitreisenden: Für den Ehepartner, für die Kinder, für die Gemeinde, für den Pfahl und letztlich auch für die Kirche weltweit. Unsere Schiffsreise wird nicht funktionieren, wenn bestimmte Dinge an Bord fehlen.

Liebe Geschwister, das liegt mir auf der Seele und es ist auch für mich immer eine persönliche Motivation, die richtigen Dinge vor Augen zu haben, die nicht nur mich, sondern auch Sie bewegen. Letztendlich glauben wir alle an diese Dinge, wir haben uns alle taufen lassen, haben Bündnisse geschlossen, viele von uns auch im Tempel. Wir sind alle unterwegs und wir wollen alle irgendwie unser Ziel erreichen. Ich bitte den himmlischen Vater, dass er uns allen die Kraft gibt, auf dieser Reise auszuhalten, bis zum Ende auszuharren, wie es so in den Heiligen Schriften heißt. Ich bitte den himmlischen Vater um Kraft, dass er uns die Augen öffnet, wenn wir vor der Frage stehen, eine wichtige Sache über Bord zu werfen und dass wir dann nicht zu instinktiv, sondern genau die richtigen Entscheidungen treffen zu unserem Wohl und dem Wohl unserer Mitreisenden. Behalten wir die wichtigen Dinge an Bord. Ich kann Ihnen aus meiner Überzeugung sagen, liebe Geschwister, dass es wichtig ist, alle diese Dinge, die ich genannt habe an Bord zu behalten, dass wir sie nutzen, dass wir sie hegen und pflegen, über sie reden und dass wir unsere Freude über diese Dinge mitteilen. Das ist mein Gebet und mein Wunsch, liebe Geschwister.
Im Namen Jesu Christi.
Amen.

Vorbereitung Pfahlkonferenz #1

Eine gute Vorbereitung für Konferenzen in der Kirche ist, sich noch einmal mit den Botschaften der vorangegangenen Konferenz zu beschäftigen. Diese Woche trifft das auf die bevorstehende Generalkonferenz zu. Ende Oktober findet unsere Herbst-Pfahlkonferenz statt. Aus den Reports unserer Frühjahrs-Pfahlkonferenz werde ich deshalb einige Botschaften oder Auszüge daraus posten und Sie zum Lesen einladen. Wir hatten alle Sprecher aufgefordert, darüber zu reden, was ihnen zum Thema Zion am Herzen liegt. Ich fange mit meiner Schlussansprache der Konferenzversammlung am 25. März 2018 an.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde,

ich möchte ein wenig zusammenfassen, was wir in den zwei Tagen gehört haben, es ist sehr viel. Kommen Sie doch auch mehr zu den Versammlungen am Samstag, sie sind ein Teil der Konferenz und alles kann man nicht wiederholen.
Beruflich arbeite ich seit mehr als fünf Jahren an einem Projekt mit einer koreanischen Firma. Sie kennen sicher einiges aus dieser Firma, Sie haben vielleicht Küchengeräte, Fernseher und ähnliches von ihr. Das Besondere an diesem Projekt ist, und das nun schon seit fünf Jahren, dass es von Treffen zu Treffen keinerlei Fortschritt gibt. Wir fangen jedes Mal wieder von vorn an. Es gibt die gleichen Fragen, es gibt die gleichen Bedenken und wir machen immer wieder die gleichen Präsentationen. Es ist frustrierend und ich sage immer zu meinen Kollegen: „Lasst uns geduldig sein. Vielleicht dauert es 10 Jahre, vielleicht mehr, aber irgendwann kommt der Tag, da werden wir irgendwas mit denen machen, sie werden eine Entscheidung treffen.“

Geschwister, geht es uns genau so, wenn wir ein bisschen zurückschauen in der Arbeit, die der Herr mit uns leistet? Es kann ganz direkt sein, durch das gegenseitige Belehren oder durch das, was wir erfahren in den Gottesdiensten. Ist es manchmal so, dass wir nur bescheiden Fortschritt machen, uns nicht von der Stelle bewegen und es immer wieder bei dem bleibt und wir immer wieder alles neu aufrollen müssen? Geschwister, das ist eine menschliche Eigenart und Schwäche und wir geben trotzdem nie die Hoffnung auf, auch für uns selbst nicht und ich glaube daran, dass es Fortschritt gibt und den gibt es auch. Vielleicht habe ich das etwas überspitzt, aber nur, weil es eine Bitte ist für diese Konferenz. Nehmen Sie etwas mit nach Hause von gestern und von heute und machen Sie was draus.

Haken Sie die Konferenz nicht einfach ab – wieder zwei Tage ausgehalten. Ich glaube fest daran, bzw. stelle ich mir vor, wenn viele von uns beginnen einige der Dinge, die wir in den letzten zwei Tagen besprochen haben, anzuwenden, irgendetwas damit zu tun und sei es mit der kleinen Einladung, die Sie heute Morgen an der Tür bekommen haben. Ich habe meine Erfahrungen damit schon gemacht und ich habe schon gestern in der Versammlung erzählt, dass ich in einen interessanten Dialog gekommen bin und heute Morgen gab es schon den nächsten von jemand, der genau wie wir das Bedürfnis hat, Gott näher zu kommen, Christus zu erkennen, zu verstehen und es ist fantastisch. Ich glaube, dass es großartig ist, wenn wir uns darauf besinnen, unseren Gedankenaustausch mit unserem himmlischen Vater zu pflegen, weiter zu entwickeln, ihn stärker zu machen. Das geschieht durch die Hilfe des Heiligen Geistes und wir können damit Inspirationen empfangen über alles was uns bewegt. Ich glaube auch, dass der Geist niemand überfordert und dass er etwas verlangen wird, was wir nicht tun können.

Ich habe darüber nachgedacht, was mir Jesus Christus bedeutet. Gestern Abend gab es eine wunderbare Botschaft von Schwester Elisa Jakobi, die ebenfalls darüber gesprochen hat, was ihr Jesus Christus bedeutet. Ich habe auch darüber nachgedacht. Wie habe ich Jesus Christus gespürt, seinen Einfluss, wenn er mir geholfen hat, wenn meine Frau und ich uns Sorgen machten und machen, die manchmal so groß sind, dass wir nicht schlafen können? Vielleicht erkennen Sie sich selbst in einigem von dem was ich hier sage, wie er bei uns gewesen ist, wenn wir Verluste zu beklagen hatten, wenn wir getrauert haben um Eltern und Kinder, wenn wir große Entscheidungen zu treffen haben, deren Folgen wir nicht absehen können, weil sie so eine große Tragweite für uns haben. Wie haben wir ihn gespürt, als wir uns kennen gelernt haben und wir uns entschlossen haben zu heiraten. Wie haben wir ihn gespürt, als wir uns Ziele für unser Leben gesetzt haben, für Dinge, die wir gerne erreichen wollten, die wir tun wollten als Eltern, als seine Diener, seine Kinder, als Nachbarn, als Geschwister in der Gemeinde und wie er bei uns gewesen ist in gesundheitlichen Problemen, in finanziellen Problemen und in der gesamten Bandbreite unseres Lebens. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich sehr dankbar bin für seinen Einfluss, für seine Liebe. Gestern Abend habe ich über das Gebet gesprochen und vielleicht kann sich der eine oder andere daran erinnern, was ich über das Gebet gesagt habe, nämlich, dass wir unser Gebet auf eine neue Stufe bringen können, indem wir viel, viel ehrlicher sind mit dem, was wir uns wünschen, viel, viel ehrlicher sind in dem Wunsch, uns selbst kennenzulernen. Ich habe vor kurzem ein Zitat gelesen über Dinge, die sehr hart sind: Stahl, Diamanten und das Dritte ist, sich selbst kennenzulernen. Ich habe mir ein mögliches Gebet aufgeschrieben, dass ich sicherlich sprechen werde und vielleicht auch Sie:

„Herr, hilf mir, die Dinge in meinem Herzen zu erkennen und zu verstehen, die mich von dir trennen, die mich auf Distanz zu dir halten, bei denen ich mit dir nicht einig bin. Hilf mir, die Dinge in meinem Herzen zu erkennen und zu verstehen, an denen ich dennoch, obwohl ich es vielleicht besser weiß, festhalte in meinem Herzen, vielleicht aus falschem Stolz oder aus Unbelehrbarkeit oder einer Blindheit. Und ich weiß, dass sie mich von dir trennen. Herr, hilf mir, dass ich dies erkennen kann und gib mir die Kraft, dass ich es ändern kann.“

Geschwister, es gibt keinen hier unter Ihnen in diesem Saal, der nicht weiß, was das für Sie persönlich ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, dem dazu nichts einfällt.

Ich finde diese Schriftstellen im 3. Nephi 10 sehr schön, wie die Nephiten endlich die Stimme verstehen, die vom Himmel kommt, als Jesus Christus sich zu erkennen gibt. Er sagt es mehrmals in diesem Kapitel und ich möchte nur einen Vers vorlesen:

Oh ihr Haus Israel, die ich verschont habe, wie oft werde ich euch sammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel sammelt, wenn ihr umkehrt und mit voller Herzensabsicht zu mir zurückkommt.“ (3.Ne.10:6)

Das ist es, was Jesus Christus wirklich im Sinn hat mit uns. Wenn Sie die Heiligen Schriften aufmerksam lesen, werden Sie merken, dass dieser Vers oft zurückkehrt. Er steht an vielen Stellen:

„Wie oft habe ich versucht euch zu sammeln, wie Küken unter meine Flügel, um euch zu beschützen, um euch zu tragen, um euch zu helfen.“

Es gibt im Buch Mormon noch ein weiteres Beispiel von einem Mann, der sich so sehr gewünscht hat, Jesus Christus kennenzulernen. Das ist der Vater von König Lamoni, von dem wir im Buch Alma lesen können.

Ich habe im Buch Alma im Kapitel 22 diese wichtigen Verse noch einmal aufgeschlagen, wie Aaron, der Bruder von Ammon ihn belehrt hat, und dessen innere Gefühle gegenüber Gott und seine Rechtschaffenheit sich auf wunderbare Art und Weise gewandelt haben, dass sich Wünsche komplett geändert haben, dieses ganze Szenario seines Lebens hat sich so dramatisch verändert. Als Aaron ihm dies alles erläutert hatte über den Sinn des Lebens, sagte der König:

„Was soll ich tun damit ich dieses ewige Leben habe von dem du gesprochen hast, ja was soll ich tun, dass ich aus Gott neu geboren werde, dass dieser schlechte Geist aus meiner Brust gerissen werde und ich seinen Geist empfange, damit ich mit Freude erfüllt werde..“ (aus Vers 15)

Ich möchte kurz unterbrechen,

Brüder, die Sie gestern in der Priestertumsversammlung waren, erinnern Sie sich an das, was wir gestern besprochen haben? Wie wir alle diese überflüssigen Dinge, die uns empören, die aber kein Bestandteil des Evangeliums sind, wie wir sie entfernen können aus unseren Diskussionen, aus unseren Versammlungen, die uns nicht stärken und die keinem etwas nützen und die uns manchmal schlechte Gefühle machen. Wie dieser König hier wünscht:

„Herr, hilf mir, dass diese schlechten Gefühle aus meiner Brust gerissen werden, damit ich seinen Geist empfange.“

Allein dieser Wunsch ist toll.

Brüder, Sie erinnern sich, ich habe von Nordhausen erzählt, gestern in der Priestertumsversammlung, von einer ganz einfachen Ratsversammlung, an der eine einfache, rechtschaffene Schwester es geschafft hat, diejenigen, die dort in dieser Runde gesessen haben zu inspirieren. Ich war einer von ihnen, ich bin rausgegangen mit einem Katalog von Antworten, die mich befruchtet haben, die mich bestärkt haben, es war so schön. Lassen wir den König weiter reden:

„..damit ich mit Freude erfüllt werde, damit ich nicht am letzten Tag verstoßen werde. Siehe, sprach er, ich will alles hergeben, was ich besitze, ja ich will meinem Königreich entsagen, damit ich diese Freude empfangen kann.“

Geschwister: „Was wären wir bereit herzugeben, damit wir diese größere Freude empfangen können?“

Ich möchte Ihnen ein paar Beispiele nennen, die mir eingefallen sind.

Könnte es sein, dass es gut wäre, in einer finanziellen Auseinandersetzung ein paar Schritte zurück zu machen, etwas herzugeben, von dem ich der Meinung bin, dass es mir eigentlich zusteht? Dieser Streit darum vergiftet mein Leben. Kann ich mir vorstellen, dass ich das tun könnte, einen Schritt zurück zu gehen? Was würde ich mir dabei vergeben? Nichts! Was würde ich gewinnen? Sehr viel!

Könnte ich mir vorstellen, und ich spreche jetzt mehr zur jüngeren Generation, wenn sich mein Leben mehr und mehr in virtuellen Realitäten abspielt und meine sozialen Kontakte darunter leiden, die Beziehungen in meiner Familie, in meiner Ehe, mit meinen Eltern, mit meinen Kindern, könnte ich mir dann vorstellen, dass ich da auf einen Teil, einen großen Teil verzichten könnte? Ist es das wert, das zu tun und menschliche und zwischenmenschliche Beziehungen zu retten und zu verbessern und etwas aufzugeben? Ist es das wert, um Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn mich eine Sucht plagt, wenn ich nicht mehr kann, wenn es mich immer wieder dahin zieht? Frage ich mich, ist es das wert, um Hilfe zu bitten?

Der König hat gesagt:

Ich möchte meinem Königreich entsagen, um diese große Freude zu empfangen.“

Ich möchte aus Vers 18 vorlesen:

Oh Gott, Aaron hat mir gesagt, dass es einen Gott gibt; und wenn es einen Gott gibt und wenn du dieser Gott bist, wolltest du dich mir kundtun und ich werde alle meine Sünden aufgeben, um dich zu erkennen und zu wissen, dass ich von den Toten auferweckt und am letzten Tag errettet werde.“

Kann es sein, dass es eine gute Idee wäre umzukehren, wenn es mir schwer fällt und ich im Widerspruch zu den Geboten Gottes bin und im Moment lebe, wie es nicht ganz in Ordnung ist?

Kann es sein, dass es gut wäre, alle Hilfen anzunehmen, die es im Evangelium gibt, um mein Verhältnis zum himmlischen Vater zu bereinigen?

Und kann es sein, dass es gut wäre, dass Gemeinden anstatt diesen Prozess zu stören, durch das was getuschelt wird, das was geredet wird, was spekuliert wird, dass Gemeinden diesen Prozess unterstützen, anstatt zu zerstören?

Wäre es eine gute Idee, unsere Herzen zu öffnen, unsere Arme auszubreiten und jeden zu unterstützen, der zu uns kommt und nicht zu bewerten und zu vergleichen, wie dies heute von Schwester Unger so schön gesagt wurde?

Wäre es eine gute Idee, abzulassen von Sünde, von etwas was wirklich falsch ist, so dass wir den Dialog mit unserem himmlischen Vater haben können?

Erinnern Sie sich, dass ich gestern sagte, als ich von dem alten Ölbaum sprach, von dem im Jakob 5 geschrieben wird, dass der diese belebende Wurzel braucht, die manchmal gelähmt, paralysiert und nicht mehr funktionstüchtig ist und wie wichtig es ist, dass wir Neues annehmen und dass Impulse von außen kommen? Erinnern Sie sich an diesen Abend und an diesen Vers 34 im Jakob 5, wo geschrieben steht, dass dadurch die Wurzeln wieder zum Leben erweckt wurden, dass sie Mut gefasst haben, dass sie sich besonnen haben auf ihre Kraft und dass sie gut sind?

Und erinnern Sie sich, dass dieser König sagt: „Ich gebe alles her!“ ?

Und wenn Sie das Buch Mormon weiterlesen, erfahren Sie, er hat es auch gemacht, es war nicht nur ein Wunsch. Daraus ist dann das Volk „Anti Nephi Lehi“ entstanden. Der König hat es durchgezogen und nicht abgehakt. Er hätte sagen können, als Aaron gegangen war, Haken dran! Aber der hat das gemacht, was sein Wunsch war!

Wolltest du dich mir kundtun, Herr? Ich fahre jetzt mal mit meinem Gebet fort und sage:

„Herr, wenn ich von dir das Gefühl erhalte, dass es dir wichtig ist, dass ich zu dir zurück kehre, dass ich genau spüren kann, dass es dein Wunsch ist, dass ich als dein Kind wieder zu dir komme, wenn das dein Wunsch ist, dann Herr, dann hilf mir doch bitte, dass ich das erkennen kann, dass es in mein Herz kommt, dass ich es verstehe mit jeder Faser meines Lebens und mit jeder Faser meines Körpers.“

Wäre es nicht eine Tragik, wenn wir eines Tages vor uns selbst zugeben müssten, wir hätten es gekonnt. Wir hätten es gekonnt, wenn wir es gewollt hätten?

Geschwister, dann lassen Sie uns doch wollen!

Ich möchte Ihnen zum Schluss noch eine Begebenheit aus dem Neuen Testament vorlesen, auf die mich meine Frau aufmerksam gemacht hat. Nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus gab es diese beiden Jünger, die sich auf den Weg nach Emmaus gemacht hatten.

Sie gingen da auf der Straße und sie haben sich unterhalten, was passiert ist und wie Jesus gekreuzigt wurde, wie er gestorben ist und wie er ins Grab gelegt wurde. Die Heilige Schrift spricht für sich selbst und ich möchte es Ihnen lesen:

Sieh, zwei von ihnen gingen am selben Tag in ein Dorf mit Namen Emmaus und sie redeten miteinander über alles was geschehen war. Als sie da so redeten und sich miteinander besprachen, näherte sich Jesus selbst und ging mit ihnen und sie haben ihn nicht erkannt.“

Wie konnten sie ihn nicht erkennen? Das geht schon, denke ich.

Wir waren mal im Urlaub und ich hatte mich ein paar Tage nicht rasiert, trug ein Basecap und Vollbart. Wir haben ein Foto gemacht und meine Schwester hat mich nicht erkannt auf dem Bild.

Sie also haben Jesus Christus nicht erkannt, weil sie nicht damit rechnen konnten oder wollten, weil sie nicht verstanden haben, dass er wirklich mit ihnen gehen konnte. Er war doch tot. Er sagte zu ihnen:

Was sind das für Reden, die ihr miteinander wechselt, ihr seht so traurig aus. Da antwortete einer mit dem Namen Kleopas: Bist du der Einzige unter den Fremden, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

Er fragte: Was denn? Und sie antworten ihm: Das von Jesus aus Nazaret.

Er war ein Prophet mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk.“

Dann erzählen sie ihm, wie Jesus verurteilt und gekreuzigt wurde und sie erzählten auch, dass einige Frauen am Grab gewesen waren an diesem Morgen.

Das Grab war leer und sie konnten es sich nicht erklären, das Grab war leer und diese Männer konnten sich nicht erklären was passiert ist. Darauf sagte Jesus zu ihnen:

Oh ihr Toren, fällt es euch so schwer zu glauben, was die Propheten geredet haben? Musste nicht Christus solches erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“

Die hatten es einfach noch nicht verstanden.

Wenn diese Konferenz uns ein klein wenig hilft, einen kleinen Schritt vorwärts zu gehen, dann war diese Konferenz ein Erfolg. Dann näherten sie sich dem Dorf und Jesus hat ihnen vieles erklärt, hat ihnen Mose ausgelegt, hat alle Prophezeiungen ausgelegt vom Alten Testament und erst als sie im Haus waren und Jesus das Brot und Wasser mit ihnen geteilt hatte, erkannten sie ihn und er verschwand vor ihren Augen.

Geschwister, wie lange müssen wir manchmal auf dieser Straße gehen, wie lange, um zu verstehen? Wie lang ist unsere Straße nach Emmaus, unser Lebensweg, wie viel Zeit brauchen wir? Wir haben gestern auch gesagt, dass wir diese Zeit haben. Der Herr ist nicht ungeduldig, er versteht auch unsere speziellen Lebensumstände. Er reicht uns seine Hand und wir können sie ergreifen. Geschwister, ich möchte noch einmal zum Schluss wiederholen:

Was vergeben wir uns, wenn wir ein paar Dinge aufgeben, die uns dafür so viel von großartigen Dingen bescheren können. Wenn wir etwas beiseitelegen, das durch den Plan der Erlösung, durch die schönen Erklärungen der Lehren Gottes mehr als kompensiert wird. Finanzen, Geld, das was wir Negatives sagen, denken, tun, es wird mehr als kompensiert, durch seine Liebe und durch seine Größe.

Ich bitte den Herrn, dass er Ihnen helfen möge, dass er uns allen gemeinsam helfen möge, dass unser Glauben gestärkt werden möge, dass wir mithelfen werden, dass seine Absichten verwirklicht werden, dass wir teilen können von dem, was wir gelernt haben und dass wir dies wissen und spüren. Ich bitte den Herrn, dass wir wertvolle Erfahrungen machen können, wie er mit uns arbeitet, was er uns zu wissen gibt, was er uns zu verstehen gibt, wie es unser Leben verändern wird.

Geschwister, lassen Sie uns nicht heimkehren, um in einem halben Jahr zu sagen, wie bei meinem Kunden in Korea: „Wir fangen wieder von vorn an. Es hat alles nichts gebracht, wir fangen wieder von vorn an.“

Ich lade Sie ein, kommen Sie zum himmlischen Vater, teilen Sie das Werk des Herrn. Lassen Sie es uns verbreiten, lassen Sie es uns groß machen, sammeln Sie Ihre Erfahrungen. Bischöfe, glauben Sie nicht, dass erst alle Probleme gelöst sein müssen in Ihren Gemeinden, bevor wir nach vorne gehen können.

Nein, indem wir nach vorne gehen, lösen wir Probleme.

Ich danke Ihnen für das, was Sie tun in Ihren Gemeinden. Ich fühle mich wohl in diesem Pfahl, ich fühle mich wohl in dieser Reisegruppe, in der wir uns befinden, in der wir uns vorwärts bewegen. Sie sind eine angenehme Reisegruppe, ich habe heute versucht, vielen von Ihnen die Hand zu geben, nicht allen, es ist nicht möglich. Sie sind eine angenehmen Reisegruppe und es ist schön, mit Ihnen zu reisen. Wir sind auf dem richtigen Weg, bleiben Sie an Bord, auf dem Schiff, im Bus und wo auch immer wir uns befinden, es ist egal.

Bruder Bauerfeind hat gestern von einem Schiff gesprochen und dass wir Dinge, die uns wertvoll sind, nicht von Bord schmeißen, sondern sie für uns bewahren.

Der Herr möge Sie segnen und bewahren. Ich denke an Schwester Dörlitz, der es sehr schlecht geht. Beten Sie für diejenigen unter uns, die krank sind an Seele und Körper, seien Sie bei ihnen mit Ihren Gedanken.

Das sage ich im Namen Jesu Christi.

Amen.

Pfahlkonferenz-Report und neue Einladung

Letztes Jahr ist unser lieber Bruder Wolfgang Geiler aus der Gemeinde Köthen leider schwer erkrankt. Er hat über viele Jahre mit großer Hingabe die Berichte von unseren Pfahlkonferenzen geschrieben und gestaltet. Leider kann er aus gesundheitlichen Gründen diesen Dienst nicht mehr leisten, aber wir sind unendlich dankbar für alles, was er für den Pfahl Leipzig getan hat.
Genauso dankbar sind wir, dass Denise Goliasch, die Junge Damen Leiterin unseres Pfahles die Aufgabe übernommen hat. Wir verstehen jetzt alle die Arbeit, die dahinter steckt, viel besser. Denise, herzlichen Dank für deine Mühe.

Hier ist der Link zum Lesen oder Downloaden (gute Vorbereitung auf die kommende Pfahlkonferenz):

2017-10 Herbstpfahlkonferenz

Gleichzeitig möchte ich für die Pfahlkonferenz am 24. und 25.3.2018 einladen.

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Am Wochenende ist Pfahlkonferenz

Am kommenden Wochenende findet unsere Herbst-Pfahlkonferenz statt – diesmal aus bekannten Gründen sowohl am Samstag als auch am Sonntag im Kulturhaus in Böhlen.

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Wir freuen uns, dass Elder Joaquim Moreira aus Portugal uns besuchen wird und heißen ihn auch herzlich willkommen.

Im Vorfeld der Konferenz möchte ich an die Frühjahrs-Pfahlkonferenz im April erinnern und alle Leser einladen, sich noch einmal mit den Inhalten vertraut zu machen. Das Motto der Konferenz war wie wir unseren Glauben authentisch leben können. Wir haben interessante Versammlungen erlebt und sehr gute und vielfältige Gedanken gehört.
Der Bericht ist zu finden unter www.pfahl-leipzig.de/links/downloads. Einfach auf „Berichte von der Pfahlkonferenz“ klicken und die letzte Konferenz auswählen oder einfach hier klicken: 2017-04 Frühjahrspfahlkonferenz.

Wir haben ebenfalls einen Brief und eine Präsentation an die Mitglieder unseres Pfahles verteilt und wünschen uns, dass die darin geschilderten Anliegen weiterhin in den Gemeinden beachtet werden.

Es gab dazu von mir einen Post – siehe https://thomashengst.com/2017/05/01/danke/ und wer möchte, kann sich den Brief gleich hier noch einmal ansehen – 2017_04_Brief an die Mitglieder des Pfahles Leipzig.

Ich freue mich, am Wochenende wieder einen großen Teil der Mitglieder des Pfahles Leipzig sehen und begrüßen zu dürfen.

 

Danke

Herzlichen Dank an alle, die vergangenen Samstag und Sonntag an unserer Pfahlkonferenz mitgewirkt haben. Es ergäbe eine lange Liste, wenn ich jeden Namen hier nennen würde. Es war eine großartige Zeit mit einer Vielzahl sehr guter Botschaften. Ein großes Dankeschön an alle Sprecher in allen vier Versammlungen einschließlich der Jugendkonferenz. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Gedanken – alle zum gleichen Thema.
Die Musik, sowohl vom Chor als auch vom Orchester war wundervoll und hat uns alle sehr berührt. Ich denke, den Abschluss gestern in Böhlen mit dem Calvary (unter Begleitung der Streicher) und das Jerusalem wird niemand so schnell vergessen. Das war wirklich etwas besonderes.

Vielen Dank ebenfalls an alle, die die weniger sichtbaren Dinge tun, die aber ebenso wichtig sind, damit eine große Konferenz gelingen kann.
Da das Gemeindehaus in Leipzig dieses Jahr umgebaut wird, mussten wir am Samstag nach Dresden ausweichen. Wir sind dem Pfahl Dresden für die unbürokratische Hilfe dankbar und haben uns gefreut, dass viele den längeren Weg in Kauf genommen haben.

Das Thema der Konferenz, wie wir unseren Glauben authentischer leben können und sollten und wie wir damit die Zukunft der Kirche in unserer Umgebung gestalten, liegt uns seit einiger Zeit sehr am Herzen. Das Interesse, dass darüber gesprochen wird, war schon im Vorfeld groß und wir sehen am Feedback, das wir erhalten, wie wichtig das Thema ist.
Wir hoffen, dass die wichtigsten Aussagen verstanden wurden und, was noch viel wichtiger ist, dass sie positive Veränderungen bewirken.

Als Pfahlpräsidentschaft hatten wir das Gefühl, dass wir unseren Mitgliedern einen persönlichen Brief übergeben sollten – nicht einfach nur eine Email, von der höchstens drei Zeilen gelesen werden – sondern ein richtiger Brief im Umschlag. 🙂
Darin haben wir einige der Dinge adressiert, die uns wichtig sind:

Das Evangelium Jesu Christi ist nicht bloß eine Sammlung erwägenswerter Optionen, sondern es ist ganzheitlich und entfaltet seine kompletten Segnungen dann, wenn es in unserem Leben auch den entsprechenden Stellenwert einnimmt.

Gott erwartet nicht von uns Extremleistungen, die uns aus der Balance bringen. Er erwartet aber sehr wohl von uns, dass wir uns kontinuierlich und ganzheitlich bemühen, seine Lehren und Absichten besser zu verstehen und dabei vernünftige Prioritäten zu setzen.

Die Überwindung von Selbstbezogenheit und der Wunsch, anderen zu dienen, sind Schlüssel in diesem Prozess, der schrittweise zu mehr Verständnis, Dankbarkeit, Gewissheit, größere Ausgeglichenheit und Befriedigung sowie mehr Nächstenliebe führt.

Wir laden alle Mitglieder ein, genügend Selbstreflexion zu entwickeln, um an eigenen Schwächen zu arbeiten anstatt diese bei anderen zu kritisieren. Dabei helfen sie mit, sichtbare und unsichtbare Barrieren zwischen Menschen abzubauen.

Es wird immer wichtiger, zu verstehen, was das Festhalten an der eisernen Stange wirklich bedeutet.

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Wir laden auch alle ein, tatkräftig mitzuwirken.

Ich möchte hier noch einmal unseren Brief einfügen:

2017_04_Brief an die Mitglieder des Pfahles Leipzig

Die im Brief erwähnte Präsentation ist nicht neu. Ich habe sie bereits Anfang des Jahres erstellt und gepostet. Hier ist der Link:

https://thomashengst.com/2017/01/10/zum-neuen-jahr/

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