Weihnachts- und Neujahrsbotschaft

Weihnachts- und Neujahrsbotschaft des Pfahlpräsidenten
Pfahl Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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Hohenstein-Ernstthal, Weihnachten 2017

An alle Mitglieder des Pfahles Leipzig
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde,

dieses Jahr ist es spät geworden, Beruf und Berufung haben ihren Tribut an Kraft und Zeit gefordert. Ich möchte es trotzdem nicht versäumen, mich persönlich mit einigen Gedanken an Sie zu wenden.

Zuerst möchte ich meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, für die vielen großartigen Dinge, die in unserem Pfahl geschehen und für die Menschen, die dahinter stehen. Ich müsste eine lange Liste füllen, um jedem gerecht zu werden. Danke für alle, die sich um Frieden und Geistigkeit in den Gemeinden sorgen; für die, die ihre Zeit und Talente einsetzen, um lebendige Gemeinden und einen lebendigen Pfahl zu pflegen; alle, die im Tempel dienen; alle, die mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und unseren älteren Geschwistern zusammenarbeiten; alle, die wertvolle Arbeit leisten, die oft nicht gesehen wird. Ich möchte den Besuchslehrerinnen und Heimlehrern danken, die sich um die ihnen anvertrauten Familien kümmern. Danke an alle, die zuhören, vergeben, da sind wenn sie gebraucht werden, Liebe zeigen, Zeugnis geben, die Missionsarbeit unterstützen, gedankenvoll am Abendmahl teilnehmen und mit frohem Herzen dienen. Nicht die Menge an Zeit, Mitteln und Fähigkeiten, die wir für den Herrn und unseren Nächsten aufwenden, ist entscheidend, sondern vielmehr unsere Gefühle, unser Herz, unsere Beweggründe.

Ich diene jetzt im neunten Jahr in meiner Berufung und erhalte von Ihnen unzählige wertvolle Impulse, die es mir leichter machen, meine Aufgaben zu erfüllen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Liebe.

Ich möchte allen Mut machen, die in diesen Tagen voller Sorgen sind, sich allein oder nicht verstanden fühlen, an sich selbst, an Gott oder der Welt zweifeln. Ich möchte Ihnen bezeugen, dass der Erretter, an dessen Geburt wir in diesen Tagen besonders denken, für diesen besonderen Zweck auf die Erde gekommen ist, um die Schmerzen, Sorgen, Krankheiten, den Kummer, das Elend und auch die Fehler und Sünden der Menschheit auf sich zu nehmen. Oft verbinden wir Sein Sühnopfer nur mit Schuld und Sünde, vergessen dabei jedoch leicht, dass Sein Opfer einen viel größeren, allumfassenden Umfang hat und jeden von uns erreicht. Wir sind nicht allein. Jesus Christus gibt uns Hoffnung, wenn wir sein Opfer annehmen. Dies geschieht durch Glaube und Werke. Es geschieht, indem wir uns gegenseitig dienen, indem wir Hilfe leisten, aber auch Hilfe suchen und annehmen, wenn wir sie benötigen. Die Wolken um uns herum verdunkeln sich manchmal, aber es gibt immer ein Licht der Hoffnung.

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Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit einem Buch des großartigen Mormonengelehrten Stephen R. Covey beschäftigt, in dem es um die geistigen Wurzeln menschlicher Beziehungen geht und wie uns das Evangelium Jesu Christi dabei unterstützt, diese Wurzeln zu stärken.
Wir alle sehnen uns nach mehr innerer Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit. Diese Sehnsucht wird in Zukunft aller Voraussicht nach unter den Menschen weiter stark zunehmen.
Ich habe sieben Punkte gefunden, die uns auf der Suche danach helfen können.

  1. Ein geistig reiches Leben führen
    Viele Einflüsse, denen wir freiwillig oder auch unfreiwillig ausgesetzt sind, erreichen oft nicht einmal den Anspruch von Mittelmäßigkeit und unterstützen uns nicht, eine größere Nähe zu unserem Vater im Himmel aufzubauen. Wir können dafür sorgen, dass wir uns lieber mit Dingen umgeben, die unseren Sinn auf den wahren Zweck unseres Lebens lenken, uns erbauen und unseren Glauben stärken. Ein wichtiger Bestandteil dabei sind die Heiligen Schriften, das Gebet, die regelmäßige Teilnahme am Abendmahl und die Sabbatheiligung.
  2. Die Familie
    Wir können uns alle bewusster emotionale Sicherheit geben, sowohl in der Familie als auch in unserem Umfeld, indem wir versuchen viel besser zu verstehen, bevor wir uns Urteile bilden, indem wir lernen zu lieben und zu vergeben und nicht zu richten. Der ideale Ort das zu lernen, ist die Familie.
  3. Kraft in der Schöpfung Gottes finden
    Die Natur lehrt uns machtvolle Lektionen. Es ist erstrebenswert, lieber einmal öfter Fernseher, Computer oder Smartphone auszuschalten und stattdessen Zeit im Freien zu verbringen, uns zu bewegen, dabei nachzudenken und zu staunen. Das ist ein wichtiger Beitrag zu innerer Ausgeglichenheit und Gesundheit.
  4. Neues Wissen erwerben
    Wir verlieren viel innere Sicherheit, wenn wir uns den Herausforderungen unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr gewachsen fühlen. Es ist nicht notwendig, dass wir mit allen Entwicklungen Schritt halten. Es wird uns aber helfen, wenn wir uns vornehmen, etwas Neues zu lernen, das für uns nützlich ist, z.B. eine Fremdsprache zu vertiefen, eine neue Fähigkeit zu entwickeln oder Wissen zu erweitern. Wir sollten es aber auf strukturierte Weise tun, damit wir Fortschritt erleben können, der uns motiviert nicht aufzugeben.
  5. Glauben wirklich leben
    Wenn wir genötigt sind, Dinge zu tun, die uns nicht am Herzen liegen, laufen wir Gefahr irgendwann auszubrennen. Im Gegensatz dazu bringen uns oft Dinge, die durchaus mit großer Mühe verbunden sind, große Freude, weil wir sie lieben. Wir können sorgfältiger entscheiden, welche Dinge uns heiligen und welche uns ausbrennen lassen. Damit wir dabei nicht in Beliebigkeit abdriften, ist es wichtig, dass wir dem Heiligen Geist gestatten, uns zu dabei zu führen.
  6. Durch inneres Wachstum Sicherheit gegenüber ständig wechselnden äußeren Umständen gewinnen
    Die Summe der genannten Punkte, wenn beständig angewandt, wird unseren Seelenfrieden unabhängiger von Ereignissen in der Welt oder dem Verhalten anderer Menschen machen. Wir können dadurch für viele Menschen ein Segen sein, weil wir optimistischer durch das Leben gehen.
  7. Das Leben und die eigenen Überzeugungen an Jesus Christus ausrichten
    Jesus Christus ist unser Erlöser. Er hat Sein Leben für uns alle gegeben. Niemand anders konnte das tun. Was braucht es mehr, um Ihn in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns zu stellen – Tag für Tag? Es ist wichtig, dass wir uns mit Ihm vertrauter machen, Ihm nachfolgen und Ihn nicht nach unserem Belieben umdefinieren.

Ich möchte Sie einladen, über diese Punkte in Ruhe nachzudenken und zu Ihren eigenen Entschlüssen zu kommen. Ich möchte Sie weiterhin einladen, auch im neuen Jahr im Werk des Herrn mitzuarbeiten. Lassen wir keinen Tag vergehen, an dem wir unsere Seelen nicht vor dem Herrn ausschütten für unser persönliches Wohlergehen und das unserer Nächsten, für die Führung, die wir in unserem Leben brauchen, um unserer Verantwortung gerecht zu werden und zu erkennen, wann und wie wir dem Herrn dienen können. Ich weiß aus eigenem Erleben und bin davon überzeugt, dass wir unschätzbar wertvolle Erfahrungen sammeln werden, wenn wir unseren Glauben beständig und konsequent leben – nicht als eine Bürde sondern als eine Lebenshaltung.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018.

Liebe Grüße

Thomas Hengst
Pfahlpräsident

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