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It is well with my soul

Zur letzten Generalkonferenz hat der Tabernacle Choir das Lied „It Is Well with My Soul“ von Horatio Spafford gesungen. Obwohl dieses Kirchenlied nicht als Weihnachtslied gilt, möchte ich es dennoch hier erwähnen, da die Geschichte seiner Entstehung mich stark berührt hat.
Der Frieden, den das Lied ausstrahlt, ist besonders in dieser Weihnachtszeit etwas überaus Erstrebenswertes.

Horatio Spafford war ein religiöser Mensch und prominenter, wohlhabender Anwalt in Chicago in den 1860er Jahren. Er investierte den größten Teil seiner Ersparnisse in Immobilien und verlor fast alles beim großen Brand in Chicago im Oktober 1871, bei dem weite Teile der Stadt zerstört wurden. In dieser Zeit starb sein 4-jähriger Sohn an Scharlach. 1873 litten seine Geschäfte an einer Rezession, so dass er beschloss, mit seiner Familie nach England zu gehen, um einem befreundeten Prediger bei einer Evangelisationstour zu unterstützen. Er wurde durch kurzfristige Geschäfte aufgehalten und schickte seine Frau Anna und seine vier Töchter, 11, 9, 7 und 2 Jahre alt, auf dem Dampfschiff „Ville du Havre“ voraus. Auf dem Atlantik kollidierte das Schiff mit einem eisernen Segelschiff und sank innerhalb kurzer Zeit. Die vier Kinder starben bei dem Unglück und nur Anna wurde gerettet. Als sie schließlich in London ankam, telegrafierte sie ihrem Mann: „Saved alone …“.
Nach dieser schrecklichen Tragödie reiste Horatio Spafford nach England zu seiner Frau und schrieb nach den Überlieferungen seiner später geborenen Tochter den bemerkenswerten Text des Liedes auf der Überfahrt.

„When peace, like a river, attendeth my way,
When sorrows like sea billows roll;
Whatever my lot, Thou hast taught me to say,
It is well, it is well with my soul.

(Refrain:) It is well (it is well),
with my soul (with my soul),
It is well, it is well with my soul.

Though Satan should buffet, though trials should come,
Let this blest assurance control,
That Christ hath regarded my helpless estate,
And hath shed His own blood for my soul.
(Refrain)

My sin, oh the bliss of this glorious thought!
My sin, not in part but the whole,
Is nailed to His cross, and I bear it no more,
Praise the Lord, praise the Lord, O my soul!
(Refrain)

For me, be it Christ, be it Christ hence to live:
If Jordan above me shall roll,
No pain shall be mine, for in death as in life
Thou wilt whisper Thy peace to my soul.
(Refrain)

And Lord haste the day, when the faith shall be sight,
The clouds be rolled back as a scroll;
The trump shall resound, and the Lord shall descend,
Even so, it is well with my soul.
(Refrain)“

Nach der Tragödie entfremdeten sich die Spaffords von ihrer Kirchengemeinde und bildeten eine eigene Gruppe, die sich in ihrem Heim zu Gebetsversammlungen traf. Sie hatten drei weitere Kinder, von denen ein Sohn im Alter von drei Jahren an Scharlach starb.
Im August 1881 zog die Familie mit einigen Gleichgesinnten nach Jerusalem und bildete dort die „American Colony“, die sich gemeinnütziger Arbeit für Menschen unabhängig ihrer Herkunft oder Religion verschrieb. Die Mitglieder der Kolonie erwarben dadurch das Vertrauen und den Respekt von Christen, Juden und Muslimen gleichermaßen.

Horatio Spafford starb kurz vor seinem 60. Geburtstag im Jahr 1888 und wurde auf dem Mount Zion Friedhof in Jerusalem beerdigt.

Möge die Gedanken, die mit diesem Lied verbunden sind, allen Lesern zur Gewissheit verhelfen, dass mit Gottes Hilfe alles Wohl mit unserer Seele sein kann und wird.

Ich wünsche einen frohen zweiten Advent.

Der Welt ein Licht

Ich finde diese Initiative unserer Kirche toll. Als ich mir die Anregungen für die Adventszeit durchgelesen habe, habe ich mir vorgenommen, so viel wie möglich davon umzusetzen und das Leben anderer Menschen auf positive Weise zu berühren.

Hier geht es zum Adventskalender: Der Welt ein Licht – 2017
Es ist eine gute Sache.

Ich war diese Woche auf Dienstreise in Dubai und China. Normalerweise ist es da nicht einfach, an solche Dinge zu denken. Man steht unter Stress in den Verhandlungen, hat zu wenig Schlaf und ist erschöpft von den Flügen und Autofahrten zwischen Kunden und Hotels.
Dennoch, so habe ich auch diese Woche wieder festgestellt, ist es trotzdem möglich, bewusst Gutes zu tun und dadurch jemand froher und ein wenig glücklicher zu machen.
Vor meiner Verhandlung mit einem Kunde in Dubai habe ich zum Vater im Himmel gebetet, mir zu helfen, geduldig und unverstellt freundlich zu bleiben, auch wenn diese Eigenschaften auf eine harte Probe gestellt würden. Es war eine harte Verhandlung und es ist noch nicht sicher, ob wir einen Auftrag gewinnen, aber alles lief in einer freundlichen und respektvollen Atmosphäre ab.
In Chengdu in China traf ich gestern unverhofft meinen guten alten Freund Professor Zhang Fengming wieder. Bei meinem allerersten Besuch in China in 2003 waren wir zusammen in Shanghai unterwegs. Daraus hat sich über die Jahre eine Freundschaft entwickelt. Es war sehr schön, gestern miteinander eine Weile zu sprechen – ein schönes Erlebnis in der Adventszeit. Wir haben beschlossen, uns demnächst wieder zu treffen.
Noch ein Erlebnis vom Rückflug von Shanghai nach München heute Nacht. Aus irgendwelchen Gründen funktionierte im Flugzeug das Entertainment System nicht, was leider bei vielen Passagieren zu Missstimmungen und bei einigen zu anmaßendem Verhalten führte. Man konnte die Anspannung der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen mit Händen greifen. Als es Essen gab, machte eine Flugbegleiterin bei mir einen für mich unangenehmen Fehler. Ich konnte sehen, dass sie auf eine negative Reaktion von mir gefasst war. Es tat ihr und auch mir gut, dass ich positiv reagiert, mich bei ihr für ihre Arbeit und ihre Freundlichkeit bedankt und ihr versichert habe, dass es kein Problem gibt. Es ist oft so einfach, unfreundlich und aufgebracht auf Fehler, die nun mal passieren können zu reagieren und sie damit noch schlimmer zu machen. Aber es ist viel besser, einen Unterschied zu machen. Es war in der Folge schön zu sehen, dass viele Passagiere, ebenfalls freundlich waren und die Atmosphäre nicht von den Nörglern bestimmt werden konnte. Irgendwann funktionierte dann auch das Entertainment System wieder, was mir herzlich egal war. Ich benutze es sehr selten. 🙂

Allen Lesern eine schöne Adventszeit.

3. Advent in Seiffen 

Auch dieses Jahr sind Esther und ich unserer Tradition treu geblieben und sind vergangenen Samstag nach Seiffen gefahren.

Der Andrang war wegen der Bergparade sehr groß aber das störte uns nicht so sehr. Wir haben einfach die Zeit im erzgebirgischen Weihnachtsland genossen. Meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus der Gegend zwischen Zschopau und Olbernhau. Ich fahre nie den kürzesten Weg sondern biege immer an der Heinzebank links ab, am alten Kalkwerk vorbei, hinunter nach Pockau und dann durch das Flusstal der Flöha Richtung Olbernhau und von dort nach Seiffen.

Mein Vater und viele Vorfahren waren Bergleute. Dadurch weckt die Bergparade immer besondere Assoziationen. Es ist schön, dass diese Traditionen immer noch gepflegt werden. Hoffentlich noch recht lange. 

Jedes Jahr entdecken wir etwas Besonderes. Diesmal war es dieser phantastische Schwibbogen – ein richtiges Kunstwerk. Ich habe lange davor gestanden. Es war sehr schön, inmitten des Trubels inne zu halten und auf diese Weise inspiriert, an Christi Geburt zu denken und zu staunen.

Zum 2. Advent

Den 2. Advent verbringe ich dieses Jahr auf Dienstreise in Australien. So schön es auch in Australien ist, so sehr vermisse ich aber meine Familie.

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Sonnenaufgang am Bondi Beach

Zum 2. Advent muss ich daran denken, zu welchem Zweck Jesus Christus geboren wurde. Ich habe zur letzten Pfahlkonferenz darüber gesprochen und Bruder Geiler aus der Gemeinde Köthen hat die Ansprache sehr gut zusammengefasst.

Konferenzversammlung am Samstag, den 7. November in Leipzig:

… Unser Pfahlpräsident, Präsident Thomas Hengst, wendet sich an die versammelten Geschwister und Freunde: Er ist dankbar für diesen großartigen Anblick der Geschwister und Freunde in dieser Kapelle und bezeugt, dass der Heilige Geist hier in diesem Raum anwesend ist.

Präsident Hengst stellt die Frage „Was treibt mich an?“ in den Raum. Er berichtet von einem Erlebnis, das er als Seminarlehrer hatte. Damals hatte er einen Film über Jesus Christus gesehen. Der Film hieß „Dazu bin ich in die Welt gekommen!“

Am Ende des Filmes gibt es eine Szene, die ihm nicht aus dem Kopf geht und ihn antreibt.

Er zitiert Lehre und Bündnisse 138:12 und 16: An dem einen Ort war die unzählbare Abteilung der Geister der Gerechten versammelt, die dem Zeugnis von Jesus treu gewesen waren, solange sie in der Sterblichkeit gelebt hatten, … Sie waren versammelt und warteten darauf, dass der Sohn Gottes in die Geisterwelt komme, um ihnen die Erlösung aus den Banden des Todes zu verkünden.“

In dem Film wurde die Kreuzigung von Jesus Christus gezeigt und der Moment, in dem er sein Leben hingibt und in die Hände des Vaters legt. Dann gibt es einen Schnitt und man sieht die Geisterwelt und die gerechten Geister, wie sie auf Jesus Christus warten. Der Herr kommt in die Geisterwelt, in der ihn die Seelen schon lange erwarten und jetzt froh und glücklich über sein Kommen sind. Jesus verkündet ihnen, dass er sein Werk vollbracht hat. Und er gibt vielen der gerechten Geister die Hand. Und dann kommt der Himmlische Vater und nimmt seinen Sohn in die Arme.

Präsident Thomas Hengst bezeugt: „DAS treibt mich an! Dieses Wissen, diese Gewissheit, dass das so gewesen ist, und dass Jesus Christus seine Arbeit für alle Menschen – FÜR UNS – getan hat!“

Er zitiert aus der Schrift: Darum kommt die Erlösung im heiligen Messias und durch ihn; denn er ist voller Gnade und Wahrheit. Siehe, er bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um den Zwecken des Gesetzes Genüge zu leisten für alle, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben; und für niemanden sonst kann den Zwecken des Gesetzes Genüge geleistet werden. Wie wichtig ist es daher, dass all dies den Bewohnern der Erde verkündet wird, damit sie erkennen mögen, dass kein Fleisch in der Gegenwart Gottes wohnen kann außer durch die Verdienste und die Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias, der sein Leben niederlegt gemäß dem Fleische und es wieder nimmt durch die Macht des Geistes, auf dass er die Auferstehung der Toten zustande bringe; denn er wird der erste sein, der aufersteht. (2 Nephi 2:6-8) und bezeugt: Wie wichtig ist es, dass wir den Menschen die Botschaft des Evangeliums verkünden! DAS treibt mich an!

Er versteht immer besser, wo die Schlüssel eines Pfahlpräsidenten sind. Er gab kürzlich in einer Institutsklasse sein Zeugnis, dass der Herr ihm Dinge zeigt, die für unseren Pfahl gültig sind. Präsident Thomas Hengst wiederholt für uns dieses Zeugnis: „Ich weiß, dass in diesem Raum, in diesem Pfahl, das Blut Israels versammelt ist. Die Kraft und Stärke, der Welt Zeugnis zu geben von dem Sühnopfer und der Auferstehung unseres Herr Jesus Christus – diese Macht ist hier versammelt! Ich weiß, dass es in diesem Pfahl eine große Zahl von Mitgliedern gibt, die ganz sicher wissen, wie wichtig es ist, den Menschen von Jesus Christus, seinem Sühnopfer und seiner Auferstehung zu berichten.“.

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem Weihungsgebet Präsident Dieter F. Uchtdorfs, das dieser im Jahr 2010 in Berlin gesprochen hat: „Mit Deiner Hilfe und mit der Vollmacht des heiligen Priestertums versehen, mit reinem Herzen und willigem Geist, mit Demut und voller Entschlossenheit werden die Mitglieder Deiner Kirche in Deutschland fähig sein, das Herz der Menschen dieser großen Nation anzurühren und bewirken, dass die Kirche abermals aufblüht wie eine Rose.“ und ermahnt uns: „Jeder kann so wirken, jeder kann vom Evangelium Zeugnis geben! ICH WEISS ES, das Jesus Christus sein Werk vollendet hat. Viele Menschen suchen das Evangelium! Im Namen Jesu Christi! Amen“

Am 2. Advent möchte ich diese Überzeugung bekräftigen.