Archiv der Kategorie: Familie

Gedanken zu Weihnachten

In der Adventszeit waren wir aufgefordert der Welt ein Licht zu sein, siehe https://www.mormon.org/christmas/deu.
Manche haben gefragt: Wie kann man der Welt ein Licht sein? Ist das nicht etwas vermessen? Ist es nicht, wenn man die Bedeutung des Anliegens versteht. Wir haben es versucht und die Erfahrung gemacht, dass sich im Alltag viele, viele Gelegenheiten ergeben, mehr Licht und Freude in das Leben anderer Menschen zu bringen. Wir haben dabei ein größeres Maß an Zufriedenheit und Glück verspürt.

Kann man es sich heute, in einer wettbewerbsorientierten Welt, überhaupt noch leisten, anderen selbstlos beizustehen, die Ellenbogen einzufahren und zu dienen? Ja, man kann und man sollte.
Ich-Bezogenheit oder drastischer ausgedrückt, Egoismus, gehören zu den Hauptkrankheiten unserer Epoche, die zu vielen weiteren Auswüchsen und Krankheiten in der Gesellschaft und damit zu Streit, Leid, Vereinsamung und Gleichgültigkeit führen. Exzessive Ich-Bezogenheit und die überwiegende Fokusierung auf eigene Bedürfnisse bewirken Konsensunfähigkeit und machen den Einzelnen und die Gesellschaft nicht glücklicher. Viele Menschen wollen oft nur noch Beiträge zu ihren eigenen Bedingungen leisten.  Diese Haltung ist ein gesellschaftlicher Trend geworden und hält leider auch Einzug in unsere Gemeinden. Es ist aber dem, was wir glauben und was wir in der Kirche erreichen wollen, diametral entgegengesetzt.

Elder Uchtdorf vom Rat der Zwölf Apostel hat zur letzten Generalkonferenz folgendes gesagt:

„Kommen Sie, helfen Sie uns, eine Kultur aufzubauen und zu stärken, in der alle Kinder Gottes Heilung, Güte und Barmherzigkeit erfahren. Denn wir alle sind bestrebt, „eine neue Schöpfung“ zu werden, in der „das Alte“ vergangen und „Neues“ geworden ist.  Der Erretter zeigt uns, in welche Richtung wir uns bewegen sollen: vorwärts und aufwärts. Er sagt: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Arbeiten wir doch alle gemeinsam daran, die Art Mensch zu werden, die wir nach Gottes Absicht werden sollen!

Das ist die Art Evangeliumskultur, die wir in der gesamten Kirche Jesu Christi pflegen möchten. Wir wollen die Kirche als einen Ort stärken, wo wir einander vergeben. Wo wir der Versuchung widerstehen, Fehler zu finden, zu tratschen und andere herabzusetzen. Wo wir aufrichten, anstatt Schwachstellen aufzuzeigen, und einander helfen, das Beste zu werden, was aus uns werden kann.

Ich lade Sie nochmals ein: Kommen Sie und sehen Sie. Schließen Sie sich uns an. Wir brauchen Sie.“

Esther und ich haben vor kurzem auf unserer Reise durch das Buch Mormon die Stellen im Buch Mormon gelesen, die in diesem kleinen Video beschrieben werden.

Diese Begebenheit und die nachfolgende Geschichte (siehe Helaman Kapitel 13 bis 3. Nephi Kapitel 9) berichten von einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, die ihre Probleme nicht mehr dauerhaft und nachhaltig lösen wollte und am Ende auch nicht mehr konnte. Aus der Lektüre können wir sehr viel lernen.

Zu Weihnachten wünsche ich uns allen, dass wir Jesus Christus als Geschenk annehmen und eine besonders große Portion der Bergpredigt (siehe Neues Testament, Matthäus Kapitel 5-7 oder im Buch Mormon, 3. Nephi Kapitel 12 bis 14) auf unserem Gabentisch zulassen.

Sind diese Werte heute noch haltbar? Selbstverständlich. Sie sind elementar wichtig und sollten ständig wiederholt werden. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sie von vielen als unpopulär oder zu anstrengend empfunden werden. Nachhaltigkeit ist immer anstrengender als der Weg des geringsten Widerstandes. Im Gegensatz zum Minderwertigen, das sich mit großem Erfolg laut plärrend im 24/7 Modus anbiedert, setzt sich Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Lebens nicht von selbst durch. Man muss sie suchen, sich kümmern, seinen Geist und die Sinne arbeiten lassen und sich verändern. Das ist das große Anliegen der Lehren von Jesus Christus.

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Unsere kleine Lichterwelt zu Hause 🙂

Esther und ich hatten dieses Jahr den Auftrag, die Weihnachtsfeier in unserer Gemeinde zu gestalten. Wir waren uns einig, dass wir den Besuchern etwas geben wollen, dass viele in der Weihnachtszeit paradoxerweise vermissen – Ruhe, Besinnlichkeit, Gemütlichkeit, Freude an einfachen, unspektakulären Dingen, Gemeinsamkeit und Zusammenhalt, Geschichtenerzählen, Weihnachtsliedersingen und Dankbarkeit für die Geburt des Sohnes Gottes, Jesus Christus.
Esther hat es wunderbar vorbereitet und mich mächtig mit eingespannt. Es hat Freude gemacht.
Nach 15 Jahren, habe ich die Wasserfarben wieder herausgeholt und in der Kürze der Zeit einige Abende damit verbracht, ein paar großformatige Dekorationen zu klecksen. Esther wollte, dass es heimelig wirkt und so habe ich mir ein paar Vorlagen gesucht, die rein künstlerisch nicht meine Sache wären, aber den Zweck voll erfüllt haben. Das Malen empfand ich als sehr entspannend. Es wäre zeitlich nicht möglich gewesen, als ich noch Pfahlpräsident war. 🙂

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Der Bischof unserer Gemeinde hatte mich vor ein paar Wochen gebeten, für den gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst am 23.12. einen gemeinsamen Chor der Gemeinden Hohenstein-Ernstthal und Chemnitz zu bilden – etwas, das ich noch nie in meinem ganzen Leben gemacht habe. Ich hatte damit gerechnet, dass wir 10-12 Sängerinnen und Sänger mobilisieren könnten, da in der Vorweihnachtszeit jeder sehr beschäftigt ist. Zu meiner großen Freude waren wir mehr als 25 und, was ich besonders gut fand – im Prinzip alle haben den Wunsch geäußert, wieder regelmäßig zu singen. Das Weihnachtslied klang sehr schön und mir taten die Arme weh. 🙂
Geistliche Musik ist eine großartige Medizin zur Heilung der Seele.

Am vierten Adventssamstag haben wir unseren traditionellen Trip ins Weihnachtsdorf Seiffen gemacht. Das Wetter war wirklich nicht schön – die meiste Zeit kalter Regen. Dennoch hatten wir eine sehr schöne Zeit, die uns auf die Weihnachtstage eingestimmt hat.

Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest.

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Besuch in Seiffen

9 Jahre (years) – 20. September 2009 bis 28. Oktober 2018 – eine Danksagung (a thank you note)

Some people have pushed me to add an English translation to the text below. Here is the updated post. Nevertheless, I think the German original expresses my feelings better. 🙂

Vergangenen Sonntag wurde ich zu unserer Herbst-Pfahlkonferenz in Leipzig und Böhlen nach neun Jahren und einem Monat Dienst als Präsident des Pfahles (Kirchenbezirkes) Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zusammen mit meinen Ratgebern Björn Bauerfeind und Mark Schütze entlassen.

After nine years and a month of service as President of the Leipzig Germany Stake of The Church of Jesus Christ of Latter Day Saints, my counselors Björn Bauerfeind, Mark Schütze and I were released at our October stake conference in Leipzig and Böhlen last week.

Eine neue Pfahlpräsidentschaft, die meine volle Unterstützung haben wird, wurde berufen, mit Frank Jakobi als Pfahlpräsident, Gunter Jentzsch als 1. Ratgeber und Attila Heller als 2. Ratgeber. Mit allen drei Brüdern sowie ihren Familien fühle ich mich sehr eng und herzlich verbunden. Zwei von ihnen durfte ich in der Vergangenheit als Bischöfe berufen und Präsident Jakobi als Hohen Rat und Ältestenkollegiumspräsident. Am Freitag und Samstag hatte ich das Vorrecht, unseren Gebietspräsidenten Europa, Elder Paul V. Johnson und unseren Gebietssiebziger, Elder Michael Cziesla, die von der Ersten Präsidentschaft der Kirche den Auftrag erhalten hatten, mit der Hilfe Gottes eine neue Pfahlpräsidentschaft zu berufen, auf unterschiedliche Weise dabei zu unterstützen. Es war für mich eine einzigartige und überwältigende Erfahrung. Ich habe eindrucksvolle Bestätigungen durch den Heiligen Geist erhalten, dass die beiden Brüder, den Willen des Herrn gesucht und gefunden haben. Am Sonntag wurden die Mitglieder des Pfahles aufgefordert, für sich diese Bestätigung zu suchen.
Ich bin dankbar für die Art und Weise, wie Berufungen in der Kirche ausgesprochen werden und wünschte, dass jeder einmal so direkten Anteil an diesem Prozess haben könnte. Herzlichen Dank an Elder Johnson und Elder Cziesla für die wundervolle und einfühlsame Art, mit der ihr euren Auftrag erfüllt habt.

A new Stake Presidency was set apart with Frank Jakobi as Stake President, Gunter Jentzsch as first counselor and Attila Heller as second counselor. I feel very close with these brethren and their families. They will have my full support. I had the honor to set apart two of them bishops and one as high councilor and elders quorum president in the past. During the conference, I had the opportunity to assist Elder Paul V. Johnson, President of the Europe Area of the Church and Elder Michael Cziesla, our Area Seventy, who had the assignment from the First Presidency to seek revelation from the Lord, find and call a new stake presidency. It was an unique and overwhelming experience for me. I received a clear confirmation by the Holy Spirit that the two Brethren did exactly this. The members of the stake were encouraged in the Sunday session of the conference to seek the same confirmation.
I´m grateful for the way the Lord calls His servants. I wish everyone could have the opportunity to participate so closely in this process and receive this testimony. Thank you, Elder Johnson and Elder Cziesla for fulfilling your task in this wonderful and empathic way.

Frank, Gunter und Attila, ihr werdet eine großartige Pfahlpräsidentschaft sein.

Frank, Gunter and Attila, you will be a great stake presidency.

Ich möchte diesen Post nutzen, um verschiedenen Menschen, die mich in meiner Berufung in den letzten neun Jahren begleitet und unterstützt haben, herzlich zu danken.

I would like to use this post to thank some special people who worked with and supported me in the last nine years.

Beginnen möchte ich mit meinen beiden Ratgebern, diesen beiden hervorragenden Männern, die mir so treue Gefährten waren. Lieber Szame, lieber Mark, es war mir eine unbeschreiblich große Ehre, mit euch gemeinsam zu dienen, zu beten, zu beraten, zu fühlen, zu weinen, zu lachen und unzählige große und kleine Entscheidungen zu treffen. Wir sind zu einer Form der Einigkeit zusammengewachsen, die ich vorher weder in der Kirche noch im Arbeitsumfeld so intensiv erlebt habe und von der ich wünschte, dass sie überall in der Kirche Einzug halten würde. Nicht alle unsere Entscheidungen waren richtig, aber der weitaus größte Teil war es. Wir haben so oft den machtvollen Einfluss des Heiligen Geistes verspürt – egal, ob es um Berufungen ging oder Inhalte für Konferenzen, Bauprojekte, die Jugend, Seelsorge und Hilfe für einzelne Menschen oder so große Dinge, wie die Reintegration des Distriktes Erfurt in den Pfahl Leipzig.
Durch meinen Beruf konnten wir uns nicht so oft sehen und mussten einen großen Teil der Kommunikation online oder per Telefon durchführen, je nachdem wo ich mich gerade in der Welt aufgehalten habe. Danke für euer Verständnis während der Zeit wo ich mehr als vier Millionen Kilometer während der neun Jahre für meinen Arbeitgeber gereist bin. Ihr habt das wunderbar kompensiert. Wir sind enge Freunde geworden und könnten zu jeder Zeit und unter allen Umständen gemeinsam Dinge bewegen. Herzlichen Dank auch euren Ehefrauen und Familien für ihr Verständnis und die so wichtige Unterstützung, ohne die alles so nicht möglich gewesen wäre.

I would like to start with my two counselors, these two outstanding men and true companions. Dear Szame and Mark, it was a great honor for me, among many other things, to serve, to pray, to hold counsel, to feel, to wheep and to laugh together with you and make countless important decisions. We have grown together to a level of unity I haven´t experienced before – neither in the Church nor in business. Not all of our decision were correct but by far most of them were right. We have felt powerful promptings of the Holy Ghost very often – no matter if we pondered about callings, topics for conferences, building projects, the youth, ministering the members of the stake or such big things like the reintegration of the Erfurt district into the Leipzig stake.
Due to my job, we could not see each other so often and had to communicate online or by phone depending were I have been traveling in the world. I´m grateful for your understanding in a time I had to travel more than 2.5 million miles for my company. You compensated this in a wonderful way. We have become dear friends and could move things forward at all times and under all circumstances. A great thanks to your families. Many things wouldn´t have been possible without there understanding and support.

Hier sind einige Bilder und Meilensteine 🙂
Here are a few photos and milestones 🙂

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20. September 2009, kurz nach unserer Einsetzung. So richtig entspannt sahen wir nicht aus. Waren wir auch nicht. 🙂 Sep 20th, 2009, shortly after we had been set apart. Didn´t look very relaxed and actually were not. 🙂
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Das Nachher-Bild, 28.10.2018, nach unserer Entlassung. Deutlich entspannter. 🙂 Ich finde, wir haben uns optisch ganz gut gehalten. 🙂 The „After“ photo, Oct. 28th, 2018. Clearly more relaxed. I think we kept in a pretty good shape. 🙂
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Unsere erste Sitzung im rekonstruierten Pfahlzentrum in Leipzig dieses Jahr. Wie immer voll in Action. 🙂 First meeting in the stake center after the reconstruction in 2018.
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Das Bild muss noch einmal sein (Wochenende mit unseren Jugendlichen im Eichsfeld, 2017), da es am Sonntag während der Konferenz erwähnt wurde. 🙂
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Eine unserer denkwürdigsten Sitzungen. Wo waren wir da eigentlich? Ich glaube mit unseren Jugendlichen in der Böhmischen Schweiz. One of our remarkable meetings on a trip with our youth to Bohemian Switzerland.

Genauso herzlich bedanken möchte ich mich bei unseren Sekretären Maik Kalmring und Kenneth Böhm. Ihr wart fantastisch und werdet der neuen Pfahlpräsidentschaft wirkungsvoll zu einem guten Start verhelfen. Maik, der Aufträge schon lange erledigt hat, bevor man sie überhaupt geben kann. Kenneth, der so gut geholfen hat, uns zu organisieren und zu strukturieren. Eure Gedanken waren immer wertvoll und haben uns bei schwierigen Entscheidungen enorm unterstützt.

I would also like to thank our stake clerk Maik Kalmring and executive secretary Kenneth Böhm. You were awesome and will be a great support for the new stake presidency. Maik, who had jobs already done before we could give them to him, Kenneth, who was so great in helping us to get organized and structured. Your thoughts were always valuable and a great support in our decision making.

Ich danke auch unseren früheren Sekretären: Wolfgang Geiler für die großartigen Reports von den Pfahlkonferenzen und der Pfahlgeschichte und unseren früheren Sekretären bzw. Führungssekretären Marco Engelhardt, Michael Tilgner und Lars Heinz für ihren gleichermaßen wertvollen Dienst.

Likewise many thanks to our former clerks and secretaries: Wolfgang Geiler for the wonderful reports from stake conferences and the stake history as well as to Marco Engelhardt, Michael Tilgner and Lars Heinz for their great service.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Männer und Frauen, die mit uns auf Pfahl- und Gemeindeebene in Räten zusammengearbeitet haben. Ich kann hier nicht alle Namen aller Hohen Räte, Bischöfe und Zweigpräsidenten, Pfahl-Leitungen der Frauenhilfsorganisation, der Jungen Damen und Jungen Männer und der Primarvereinigung, den Verantwortlichen für Musik und zahlloser anderer Dinge nennen. Es war uns eine große Ehre, mit euch gemeinsam den Mitgliedern des Pfahles zu dienen. Herzlichen Dank.

Not to forget the countless women and men who worked with us on stake and ward level. I can´t list all the names of high councilors, bishops, branch presidents, and stake auxillary leaders here. It was a great honor to serve together with you. Thank you very much.

Das nächste Bild ist mir sehr wichtig. Wir haben es am Sonntag nach dem Konferenzgottesdienst aufgenommen. Links von mir stehen meine drei Vorgänger, wunderbare Vorbilder und Mentoren: (v.l.n.r,) Manfred Schütze (Pfahlpräsident von 1984 – 1991), Siegfried Schmidt (1991 – 2000) und Christian Fischer (2000 – 2009). Rechts neben mir steht mein Nachfolger Frank Jakobi. Alles Gute und Gottes Segen für dich, lieber Frank. Dasselbe natürlich auch für euch – Manfred, Siegfried und Christian.

The next picture is important to me. We took it last Sunday after the conference. On my left are my 3 predecessors, outstanding examples and mentors: (from left to right) Manfred Schütze (stake president 1984 – 1991), Siegfried Schmidt (1991 – 2000), Christian Fischer (2000 – 2009). On my right is my successor Frank Jakobi. All the best and the Lord´s blessing for you, dear Frank. Of course, the same for you – Manfred, Siegfried and Christian.

Als ich letzten Freitagabend nach den ersten Meetings mit Elder Johnson und Elder Cziesla nach Hause gefahren bin, fingen die neun Jahre an, wie ein Film vor mir abzulaufen. Ich musste an die Tausende von Gesprächen denken, die ich geführt und die Gefühle, die ich verspürt habe. Es war ein sehr emotionaler Moment. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr bin ich aufgewacht und hatte in meiner Gefühlswelt meine heilige Abschiedsstunde von dieser Berufung. Ich kann es nicht in Worte fassen und muss es auch nicht. Es war etwas besonderes und sehr persönliches.

When I drove home from Leipzig after first meetings with Elder Johnson and Elder Cziesla Friday night, the nine years ran like a movie in front of my eyes. I thought about the Thousands of interviews, talks, and emotions I had felt. It was a very moving moment. Sunday morning 5am, I woke up and had in my feelings a sacred farewell hour from my calling. I can´t put it in words and don´t have to. It was very special and personal.

Ich wurde gefragt, welche Erfahrung aus diesen neun Jahren für mich die wichtigste ist. Neben vielen wichtigen und glaubensstärkenden Erfahrungen, die mich näher zu Christus geführt haben, gibt es eine Sache, die mit mir passiert ist, die mir vor neun Jahren nicht bewusst war. Ich habe gelernt, die Menschen, für die ich verantwortlich war, vorbehaltlos zu lieben. Kein erzeugtes, künstliches Gefühl, sondern tief von innen heraus als ein Bedürfnis, nicht nur zu denen, die mir freundlich gesinnt sind, sondern auch für diejenigen, zu denen ich vorher nie eine innere Beziehung hatte. Das ist mir viel wert, und ich bin dem Herrn dankbar, dass er mich dies verstehen ließ, denn Nächstenliebe ist die reine Christusliebe, wie es in Moroni 7 im Buch Mormon heißt.

I was asked for the most significant learning in these 9 years. I had many important and faith building experiences that brought me closer to Christ. But one thing happened to me I was not even conscious of 9 years ago. I have learned to deeply love the many people I had responsibility for – not an artificial feeling. It has grown from deep within as a desire, not only for those who have been friendly to me but also to those I never felt any inner relationship before. I´m grateful to the Lord for granting me this blessing for charity is the pure love of Christ as it is described in Moroni 7 in the Book of Mormon.

Ich hoffe, das hilft allen, die damit zu kämpfen haben, schlechte Gefühle und Ressentiments gegenüber anderen zu besiegen. Es ist möglich, aber es passiert nicht automatisch. Man muss viel dafür tun und oft über den eigenen Schatten springen.

I hope this could help those who struggle with negative feelings towards others. It is possible to overcome them but not automatically. It requires significant efforts.

Nun eine weitere wichtige Sache. Herzlichen Dank für die vielen, vielen Danksagungen, Liebesbekundungen, Umarmungen, Briefe, Emails und Textnachrichten als Anerkennung für unsere Arbeit. Meine Ratgeber und ich hatten damit nicht gerechnet und waren vollkommen überwältigt, oder wie es Mark ausgedrückt hat – geflasht. Ich kann nicht jedem angemessen antworten, aber ihr sollt alle wissen, wie dankbar wir dafür sind. Wir haben gestern darüber gescherzt. Vielleicht hätten wir viel mehr öde Schulungen an Samstagen veranstalten sollen und dann wären alle froh gewesen, dass wir endlich entlassen werden. 🙂

Now, an important thing. I´m so grateful for the many, many notes of thanks, expressions of love, hugs, letters, emails, texts etc. as appreciation for our service. My counselors and I didn´t expect this. It was overwhelming. I´m unable to answer everyone properly but you all should know how grateful we are. We made some jokes the other day – maybe we should have scheduled many more boring meetings on Saturday and everyone would have been happy to get rid of us.  🙂

Ein besonderes Anliegen war es uns, mit der Jugend zu arbeiten. Eine großartige Aufgabe. Wir sind stolz auf unsere Jugendlichen. Sie haben sich, stellvertretend für die vielen anderen, für die wir während der neun Jahre versucht haben, da zu sein, mit einem Abschiedsgeschenk revanchiert.

It was a heartfelt thing for us to work with our youth. A great task. We´re so proud of them. They thanked us with a special gift – on behalf of the many young people we tried to care for during our 9 years.

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Ein schönes Andenken von unseren Jugendlichen. Toll. Vielen Dank.

Zum Schluss kommt das wichtigste von allem – der Dank, den ich meiner lieben Ehefrau und ewigen Gefährtin Esther schulde. Ohne das Ja meiner Frau und ihre Unterstützung wäre ich nicht berufen worden und hätte diese Berufung niemals ausüben können. Als Pfahlpräsident habe ich jede Woche 20 bis 30 Stunden Zeit für diese Berufung benötigt, zusätzlich zu einem sehr anspruchsvollen Job als Vorstand und führender Manager in einem an der Börse notierten Unternehmen, durch den ich mehr als die Hälfte jeden Jahres in aller Welt unterwegs war. Als ich berufen wurde, wusste ich nicht, wie das überhaupt gehen kann. Dass es funktioniert hat, war eines Teils ein Wunder (mir ist im Laufe der Zeit klar geworden, worin die Erfüllung des Segens, den ich von Elder Erich Kopischke zu meiner Einsetzung erhielt, bestand) und zum größten Teil Esthers Verdienst. Sie war für mich Rückhalt, Beraterin, Kritikerin, Trösterin, Fürsorgerin, Motivatorin, Ideengeberin, Mutmacherin und vieles mehr. Sie hat auf vieles verzichtet, um mir den Rücken freizuhalten und Verständnis gehabt, wenn ich mich mit zahllosen Problemen beschäftigen musste oder für die Kirche unterwegs war. Sie ist eine starke Frau, in vielen Dingen stärker als ich. Ihre Ansprache am Sonntag war einer der Höhepunkte der Konferenz. Wie dankbar ich für sie bin. Ich liebe dich von ganzem Herzen, Esther.

Finally, the most important thing of all. I want to thank my dear wife and eternal companion Esther. I wouldn´t have been called with her approval and couldn´t have fulfilled this calling. As a stake president I needed 20 to 30 hours every week in parallel to a demanding job as a board member and top manager of a stock listed company with extensive traveling on 200 or more days per year. I didn´t know how this could possibly work when I was called. That it worked was on one hand a miracle and the fulfillment of a blessing I received from Elder Erich Kopischke who set me apart, but to the larger part it was Esther who supported me, gave counsel, criticized in a positive way, comforted me, took care of me, motivated, expressed great ideas and thoughts, encouraged me and did many more things for me. She had to forgo a lot of things to keep my back free, and very often had to wait for me when I had to deal with problems or was traveling. She is a very strong woman, in many things stronger than me. Her talk at the Sunday session was an absolute highlight of the conference. How grateful I am for her. I love you with all my heart, Esther.

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Zur Herbst-Generalkonferenz 2018 in Salt Lake City

Ich habe mich sehr gefreut, dass wir an diesem besonderen Sonntag als Familie zusammen sein konnten. Es hat mir sehr viel bedeutet. Sie alle sind mein Leben und darin das Wertvollste.
Ihr seid in den letzten Jahren nicht zu kurz gekommen, aber doch kürzer als ich selbst gewollt habe. Ich hoffe, ich konnte euch einige wichtige Dinge vorleben und hoffe darauf, dass es etwas mehr Zeit zusammen geben wird.

I was very happy that the whole gathered on this special Sunday. It meant a lot to me. They´re all my life and most precious for me.
I tried to be there for you the last years but it wasn´t always easy to balance everything. I hope I have given you a good example and that we can spend more time together in the future.

Ich freue mich darauf, am Sonntag in meiner Heimatgemeinde in der Abendmahlsversammlung neben meiner Frau und den Enkelinnen zu sitzen.

I´m looking forward to sit next to my wife and granddaughters in sacrament meeting in my home ward next Sunday.

P.S. Vor neun Jahren habe ich zur Pfahlkonferenz von meinem Vater gesprochen, der den größten Teil meiner Kindheit und Jugend schwer an einer durch den Uranbergbau verursachten Lungenkrankheit litt und früh verstorben ist. Ich erzählte von einem Moment, zehn Jahre nach seinem Tod, in dem ich begriff, was er für mich und seine gesamte Familie getan hat. Die Erkenntnis kam 540 Meter unter der Erdoberfläche in einem Uranbergwerk in der Nähe von Aue, in einem Stollen, in dem man unserer Gruppe die Arbeitsbedingungen der Bergleute demonstrierte. In diesem Moment, in Dunkelheit, ohrenbetäubenden Lärm, Staub, Hitze und Radioaktivität, spürte ich wie eine Dankbarkeit für seine Lebensleistung in mir wuchs, die mich bis heute nie wieder verlassen hat. Dankbarkeit für seine Arbeit, seinen Willen, sein Leben grundlegend zu ändern, ein Mitglied der Kirche zu werden und trotz schwerer Krankheit bis kurz vor seinem Tod für uns zu arbeiten.
Ich führe im Geist oft Gespräche mit ihm oder für ihn. Wenn ich mich schwach oder müde fühle, denke ich an seine erstaunliche Willenskraft.

P.S. 9 years ago, I spoke at the stake conference about my father who suffered from a terminal lunge disease during my childhood and youth caused by his work in an uranium mine after World War 2. He died early. I spoke about a life changing experience about 10 years after his death. It happend 540 meters below the surface in an uranium mine near Aue, Germany, in a tunnel where our group was demonstrated the working conditions of the miners. In this moment, in the midst of deafening noise, dust, heat, and radioactivity, I felt a gratitude for his work and sufferings growing within me that has continued until today. Gratitude for his achievements, his willpower and ability to change his life to become a member of the Church and to work for his family almost until his death.
I have frequent conversations with him and for him in my soul. I remember his amazing power when I feel weak or tired.

Am vergangenen Samstag habe ich in der Konferenzversammlung über meine Mutter gesprochen, die wir am Montag letzter Woche beerdigt haben. Sie starb im Alter von 93 Jahren, nach 85 Jahren treuer Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Eine einfache Frau mit einer besonderen Lebensleistung. Weder die Nazis, noch die Not nach dem Krieg, noch die Kommunisten, noch die Verirrungen des heutigen Zeitgeistes konnten sie von ihrem Glauben abbringen. Sie war mir ein Vorbild an Selbstlosigkeit, Hingabe, Leidensfähigkeit, Beständigkeit und ihrem Zeugnis vom wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi.

Last Saturday I spoke about my mother who passed away recently. We attended her funeral last week. She was 93 years old, and 85 years a member of The Church of Jesus Christ of Latter Day Saints. An ordinary woman with a great legacy. Neither the Nazis, nor the hardships after the war, nor the communists, nor the modern mainstream could weaken her faith. She was a great example for me in selflessness, devotion, endurance, firmness and her testimony of the restored gospel of Jesus Christ.

Ich bin dankbar, wie Nephi sagen zu können, dass ich von guten Eltern abstamme.

I´m grateful that I can say like Nephi that I have been born of goodly parents.

P.P.S. Der Report von der Frühjahrs-Pfahlkonferenz zum Download:

2018-03 Pfahlkonferenzreport Frühjahr 2018

 

Generalkonferenz und eine besondere Woche

Die letzten zwei Wochen waren recht ereignisreich. Esther und ich hatten die Möglichkeit, an der Generalkonferenz in Salt Lake City teilzunehmen. Es war ein tolles Erlebnis und eine sehr bemerkenswerte Konferenz.

Für mich war besonders wichtig, die Wertschätzung verstärkt zu spüren, dass die Kirche durch einen lebenden Propheten geführt wird. Eine seiner wichtigsten Aufgaben und Schlüssel besteht darin, ganz klar Dinge und Entwicklungen zu sehen, die auf uns zukommen und die dadurch erforderlichen Konsequenzen unmissverständlich anzusprechen. Präsident Nelson hat das bei dieser Konferenz wieder auf konsistente Art und Weise getan und wird natürlich auch dafür kritisiert. Ich glaube, wir tun besser daran, seinen Rat anzunehmen, als zu versuchen, mit unserem geringeren Horizont für die Zukunft schlauer zu sein.

So sagte er bereits zur letzten Konferenz: „Es wird in künftigen Tagen nicht möglich sein, ohne den führenden, leitenden, tröstenden und steten Einfluss des Heiligen Geistes geistig zu überleben.

Seit dem hat er eine ganze Reihe Einladungen ausgesprochen, bestimmte Dinge zu tun und einige negative Gewohnheiten zu ändern, die für mich absoluten Sinn im Hinblick auf die angesprochene Problematik ergeben. Anstatt diese Ratschläge in den Gemeinden zu zerreden, wäre es besser, sich darüber auszutauschen, wie man so viel wie möglich davon umsetzen und sich dabei gegenseitig unterstützen kann.

Das betrifft unter anderem einen weisen Umgang mit sozialen Medien, ein besseres Verständnis für die Heilighaltung des Sabbat, das Abendmahl zur persönlichen Bestandsaufnahme unserer Beziehung zu Gott zu nutzen, den Wesenskern der Betreuungsarbeit und Seelsorge in der Kirche umzusetzen, täglich darum zu beten, dass Menschen zu Christus finden, regelmäßig im Tempel zu arbeiten, das Buch Mormon zu lesen, die Betonung des Namens der Kirche oder auch das neue Versammlungsschema. Letzteres habe ich erwartet und mir auch gewünscht. Ich fand auch sehr gut, dass dabei die Wichtigkeit des Zuhauses für die geistige Entwicklung und den Glauben betont wurde und dass die Kirche dort eine unterstützende Rolle aber nicht die Hauptrolle einnimmt. Das setzt z.B. ein besseres Verständnis von der Heiligkeit des Sabbats und einiger anderer Prinzipien voraus.

Oquirrh Mountain Tempel in South Jordan, Utah

Ich finde auch die Aufforderung, das Buch Mormon erneut zu lesen, wichtig. Manche empfinden das als Bevormundung aber es wird ja keiner gezwungen. Esther und ich haben uns einen geeigneten Leseplan gesucht und verbringen jeden Tag eine sehr gute Zeit miteinander einschließlich etlicher erlebter Aha-Effekte. Es ist schön und gut, einzelne Schriftstellen und Zitate zu picken, aber die wahre Kraft der Heiligen Schriften liegt in ihrem Kontext. Es ist der Kontext, der Zusammenhänge besser verstehen lässt und Fragen beantwortet, die ohne ihn oft offen bleiben oder Opfer von eigenen „Glaubenssteckenpferden“ werden. Der Herr hat sich dabei etwas gedacht, als er die Schriften im vorhandenen Kontext offenbart hat.

Besonders berührt hat mich auch die Ansprache von Elder Ballard. Großartig. Die beste Rede zu diesem für unseren Glauben so essentiellen Thema, die ich je gehört habe. (https://www.lds.org/general-conference/2018/10/the-vision-of-the-redemption-of-the-dead?lang=deu)

Zwei Tage später sollte sich zeigen weshalb.

Am Montagabend nach der Konferenz, hatte ich das Vorrecht, in Halle Elder Dario Burkhardt als Missionar in die Auckland Neuseeland Mission zu berufen. Es war ein schöner Moment im Kreis seiner erweiterten Familie. Leider haben wir vergessen, ein Foto zusammen zu machen. Alles Gute und Gottes Segen für dich Dario. Ich poste nochmal separat mit einer Fotomontage.

Am Dienstagmorgen musste ich beruflich in die Schweiz in den Hauptsitz der Firma in Thun. Am frühen Nachmittag erreichte mich dort die Nachricht vom Tod meiner Mutter. Sie starb 93-jährig an einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Ich musste sofort an Elder Ballards Ansprache denken. Wie dankbar bin ich für Lehre von der Erlösung der Verstorbenen. Sie ist in dieser umfassenden Klarheit nur in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage zu finden.

Meine Kollegen aus der Schweiz haben mir eine Trauerkarte mit einem sehr bemerkenswerten Inhalt geschickt. Herzlichen Dank dafür.

Die Trauerfeier wird am Montag, den 22. Oktober 2018 um 13:00 im Gemeindehaus Chemnitz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, Stelzendorfer Straße 25 stattfinden, die Beisetzung erfolgt um 14:30 auf dem St. Trinitatis Friedhof in Hohenstein-Ernstthal.

Meine Mutter mit einem wunderbaren Freund der Familie – Raimund Goeckeritz, der leider zu früh vor einigen Jahren an einem Krebsleiden verstarb

Ich bin am Schreiben eines Nachrufes für unsere Mutter. Sie war eine besondere Frau, der wir alle unzählige Dinge zu verdanken haben.

Am Mittwoch traf ich mich nach meiner Rückkehr aus der Schweiz mit meinen Geschwistern, um die Trauerfeier und Beerdigung zu planen. Den Nachmittag verbrachte ich mit einem Kunde, aber es war schwierig.

Am Donnerstag musste ich mich im Klinikum Nordhausen einer speziellen MRT Untersuchung unterziehen, in der Hoffnung, dass damit einige Ungewissheiten ausgeräumt werden können. Das MRT empfand ich als unangenehm, aber zum Glück bin ich nicht klaustrophobisch und das Hightech Ersatzteil in meinem Herzen ist mit einem MRT kompatibel.

Esther und ich haben die Zeit genutzt und sind danach in den Harz hineingefahren zu Orten, die mein verstorbener Schwiegervater vor Jahren immer gern mit uns besucht hat.

Am Freitagabend war es wohltuend im Tempel in Freiberg zu sein und über die Ereignisse der Tage zuvor in Ruhe zu reflektieren. Ich habe tiefen Frieden verspürt. Dieses Jahr war bisher zu wenig Zeit dafür.

33 Jahre

Letzte Woche hatten Esther und ich unseren 33. Hochzeitstag. Leider war ich am genauen Datum noch auf Dienstreise in den USA und bin erst spät am Abend zurückgekommen.

Am nächsten Tag haben wir um 16 Uhr ein Hotel gebucht, sind kurz nach 17 Uhr losgefahren und waren kurz vor 22 Uhr am Ziel. Danach haben wir einfach nur die grandiose Natur genossen. Die meisten werden erkennen, wo wir waren. 🙂

Quality time mit Esther war dieses Jahr für uns eine Herausforderung durch unzählige Dienstreisen, davon allein 20x nach Asien, und natürlich die vielen Aufgaben als Pfahlpräsident.

Ich bin Esther unendlich dankbar für ihre Geduld, ihren Rückhalt und ihre selbstlose Liebe, ohne die vieles überhaupt nicht möglich wäre und die ich noch viel besser erwidern sollte.

Hier sind ein paar Impressionen von unserem kurzen Ausflug:

180 Jahre

Der 28. Juli ist in unserer Familie ein besonderer Tag. Drei wichtige Personen haben an diesem Tag ihren Geburtstag – unsere Tochter, meine Mutter und meine Schwiegermutter.
Meine Mutter hatte dieses Jahr ihren 92. und meine Schwiegermutter ihren 88. Geburtstag – zusammen also 180 Jahre. Ein guter Anlass über einige Dinge nachzudenken. Wie muss das sein, auf ein solch langes Leben zurück zu blicken?

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Das älteste und zur Zeit jüngste Familienmitglied – die Uroma mit einer unserer Enkelinnen

Beide Frauen haben bemerkenswerte Biographien. Beide, geboren zwischen den beiden Weltkriegen und aufgewachsen während der Nazizeit, erlebten die Härten der Nachkriegszeit mit voller Wucht, meine Mutter als junge Mutter in den Hungerjahren, meine Schwiegermutter als Flüchtling aus Breslau.

Beide verbindet ebenfalls, dass sie jeweils im Alter von 8 Jahren als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage getauft wurden. Sie gehören heute zu den wenigen lebenden Zeitzeugen der Kirche vor dem Zweiten Weltkrieg. 84 bzw. 80 Jahre Mitgliedschaft in der Kirche, nicht nur als eingetragene, sondern als überaus aktive Mitglieder, die erhebliche Opfer und Leistungen gebracht haben, sind ein gewaltiges Vermächtnis.

Neben vielen hervorragenden Eigenschaften unserer Mütter, ragt für mich ihre Standhaftigkeit heraus. Es ist die Fähigkeit weder gegenüber politischen, noch gesellschaftlichen Entwicklungen und Weltbildern (sei es in der Nazizeit, dem Kommunismus oder seit dem Fall der Mauer), die nicht mit ihren Überzeugungen und ihrem Glauben kompatibel waren und sind und dem damit einhergehenden Druck, einzuknicken.

Wo wären wir jetzt als gesamte Familie, wenn sie nicht immer standhaft gewesen wären?

Ihre Standhaftigkeit ist das Resultat einer gesunden Symbiose aus Theorie und Praxis und des daraus gewonnenen Verständnisses des Evangeliums Jesu Christi, konsequent gelebten Grundsätzen und den zahllosen und immer wiederkehrenden Erfahrungen, die sie dadurch gemacht haben. Das ist der Weg, wie feste und dauerhafte Überzeugungen entstehen. Ihr Glaube musste sich viele Male bewähren. Er hat sich immer wieder bewährt, denn sie haben nicht den Fehler gemacht, Abkürzungen in der Anwendung von  Grundsätzen und Prinzipien zu suchen, die sie als wahr erkannt haben.

Ich habe zu Hause ein Buch, das ich sehr schätze. „In Harm´s Way – East German Latter-Day Saints in World War II“. Ich bin dem Autor Roger P. Minert und allen, die mitgeholfen haben, dieses Werk zusammenzustellen und zu veröffentlichen, sehr dankbar (Vielen Dank, Judith, für deine Mitarbeit 🙂 ). Es ist ein Andenken an Menschen mit Tugenden, die heute leider an Beachtung und Wert zu verlieren scheinen.

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Ich schätze dieses Buch über die Vorkriegsgeschichte der Kirche sehr. Herzlichen Dank an die Verfasser.

Meine Mutter (wie auch meine Großmutter und Urgroßeltern) gehörte meiner Heimatgemeinde Hohenstein-Ernstthal an. Die folgenden Bilder zeigen einige Seiten aus dem Buch, in dem meine Mutter unter ihrem Mädchenname Ilse Böhme zitiert wird. Auch den anderen zitierten Personen, die ich selbst gut kenne, fühle ich mich mit Liebe und Herzlichkeit verbunden.

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Meine Schwiegermutter wuchs in der Gemeinde Breslau West auf. Sie wird auf den folgenden Seiten unter ihrem Mädchennamen Ruth Gottwald zitiert.

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Beide Berichte sind ein Zeugnis für sich selbst. Ich bin dankbar für diese beiden starken Frauen, die einen erheblichen Einfluss in meinem Leben haben.

Ich schreibe diesen Post auch für die nachfolgenden Generationen unserer Familien. Es heißt immer, dass in der dritten oder vierten Generation das Gedenken an das Vermächtnis von Vorfahren erheblich nachlässt. Ich denke, da ist etwas dran, aber es ist oft nicht klug. Geschichte ist viel zu wichtig. Aus ihr zu lernen ist noch wichtiger.

 

Alles, was ich heute sagen kann …

Alles, was ich heute sagen kann, ist, dass ich froh und dankbar für die Botschaft „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“ bin. (Siehe auch im Hauptmenü oben unter Familie)

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Zuhause und Familie

Ich glaube nicht, dass Menschen die Vollmacht haben, die Definition der Ehe und Familie ohne Anweisungen und Auftrag von Gott zu modifizieren. Ich glaube auch nicht, dass diejenigen, die dies tun und in Zukunft möglicherweise noch viel weiter gehend tun werden, die langfristigen Auswirkungen solcher Entscheidungen vollkommen beurteilen können, selbst wenn sie es in gutem Glauben und nach ihrem besten Wissen und Gewissen getan haben. Ich glaube, dass Gott die Ehe zwischen Mann und Frau aus wichtigen Gründen und auf der Grundlage seiner Vollkommenheit eingesetzt hat, dass es aber einer erweiterten Perspektive bedarf, um die Bedeutung von Ehe- und Familienbeziehungen über dieses Leben hinaus zu erfassen. Die oben erwähnte Proklamation erklärt es aus meiner Sicht sehr gut.

Genauso bin ich fest davon überzeugt, dass es für jeden Menschen in Gottes Plan der Erlösung hervorragende Perspektiven gibt, die man entdecken kann, wenn man sich dazu entschließt, sie zu suchen. Diese haben sehr viel mit dem Opfer, das Jesus Christus für alle Menschen gebracht hat, zu tun.

Ich verstehe, dass Menschen, die den Worten Gottes keinen oder keinen großen Wert beimessen oder die weder an einen Gott noch an eine ewige Existenz der Familie glauben, anderer Meinung sein können und dass sie dafür weder gehasst, verspottet, verfolgt oder angegriffen werden dürfen. Das gleiche Recht haben aber auch diejenigen, die die Werte der traditionellen Ehe und Familie vertreten.
Als Christ sehe ich es als meine Pflicht und auch als eine Gelegenheit an, allen Menschen, ganz gleich welcher Nationalität, Herkunft, Kultur oder sexueller Orientierung, mit Nächstenliebe, Toleranz und Verständnis zu begegnen. Das bedeutet nicht, dass ich meine Überzeugungen zur Definition der Ehe, der Familie und zum Geschlecht eines jeden Menschen und verbindlichen Werten aufgeben muss.

Ich vermisse in den Medien, in öffentlichen sowie politischen Diskussionen einen Kurs, der die Stärkung von traditionellen Familien zum Ziel hat – nicht nur den materiellen Teil, sondern ihre geistige und emotionale Stabilität und die Sicherheit und Stärke, die aus solcher Stabilität erwachsen. Das passiert nicht von alleine, aber die Bedingungen werden völlig unterproportional thematisiert.

2014 habe ich einen Post zum demografischen Wandel geschrieben. Ich hänge ihn hier noch einmal an. Er hat an Aktualität eher zugenommen.

Demografischer Wandel

„Einer unserer Söhne kam vor einigen Wochen von der Uni nach Hause und erzählte mir, dass er an dem Tag an einer Vorlesung über den demografischen Wandel teilgenommen hatte.
Die Vorlesung bestand aus der üblichen Bestandsaufnahme mit Zahlen und Fakten und den absehbaren gesellschaftlichen Folgen. Allerdings, so berichtete unser Sohn, hatten weder Dozentin noch Kommilitonen brauchbare Ideen, wie dieses Dilemma überwunden werden kann.
Damit sind sie leider nicht allein. Unsere moderne Gesellschaft möchte auf eine Art und Weise leben, die einer Lösung dieses Problems diametral entgegensteht. Das wird nicht funktionieren. Der sogenannte demografische Wandel ist eine der Folgen, die aus der Lebensweise großer Teile der Gesellschaft zwangsläufig entstehen und ohne grundlegende Veränderungen in den Einstellungen der Menschen nicht abgestellt werden können.
Es gibt keine Lösung des Problems, das ausschließlich durch Subventionen und Regularien von Regierungen, Veränderungen der Arbeitswelt und eine weitere Vergesellschaftung der Kindererziehung bewirkt werden kann. Eine ganze Reihe sinnvoller Maßnahmen würden sicherlich helfen, aber das wird im großen Maßstab nicht reichen. Ohne die Rückbesinnung auf den Wert der Familie und die damit verbundenen Verpflichtungen, entstehen keine Bedingungen, die einer nachhaltigen Lösung dieses Problems förderlich sind.

Es ist schon tragisch, dass man sich heute schon fast für eine intakte, traditionelle Familie rechtfertigen muss, nach dem Motto: „Seid ihr eigentlich noch zeitgemäß?“ Was für ein Unsinn.

Ich habe einfach mal die Übung gemacht und einige Punkte betrachtet, die ich in meiner Kirche und in der Familie, in der ich aufgewachsen bin, gelernt habe. Die Punkte gehören in die öffentliche Diskussion, auch wenn einige davon unliebsam und unbequem sind. Bequemlichkeit oder der Weg des geringsten Widerstandes haben aber noch nie eine Gesellschaft voran gebracht.

Hier einige der Punkte in ungeordneter Reihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich musste als Kind nie Angst davor haben, dass meine Eltern sich trennen würden. Sie hatten ihre Probleme aber sie sind damit umgegangen und haben zusammen daran gearbeitet, sie zu lösen. Ich habe bei meinen Eltern keinen Egoismus zu Lasten des anderen Ehepartners erlebt.

Sie haben ihre Ehe ernst genommen und keine fadenscheinigen Begründungen oder Rechtfertigungen gesucht.

In Kirche und Familie habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Verpflichtungen einzugehen und sich daran zu halten. Ja, Verpflichtungen sind manchmal unbequem aber sie schaffen Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit. Unverbindlichkeit und der Unwille, Verpflichtungen einzugehen und diese zu beständig zu halten, sind Hauptursachen unserer gesellschaftlichen Probleme.

Das Evangelium Jesu Christi lehrt genauso klar über die Verpflichtung zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Das heißt nicht, dass man deren Ideen oder Lebensentwürfe für richtig befinden und seine eigenen Ideale kompromittieren muss. Es lehrt aber klar, was Nächstenliebe bedeutet. Es gibt trotzdem noch richtig und falsch, nachhaltig und unnachhaltig – und das besonders auch in Bezug auf die Rolle der Familie.

Ich habe zu Hause und in der Kirche gelernt, Kinder zu lieben, meine Geschwister zu lieben und daraus hat sich der Wunsch entwickelt, eine Familie mit mehreren Kindern zu haben.

In der Kirche habe ich grundlegende Dinge darüber gelernt, wie man erfolgreich eine Familie aufbaut, z.B. die Rolle des Familiengebetes, der Familienheimabend, die Bedeutung von Bildung und Erziehung, die Überwindung von Egoismus, Verzicht zu Gunsten der Familie, Werte und Moral, Liebe in der Familie.

Das gleiche gilt für die Rolle von Vater und Mutter. Die Verantwortung, die damit verbunden ist, erstreckt sich viel weiter, als viele von uns denken. Wir sind ultimativ rechenschaftspflichtig vor Gott, wie wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Kindern gerecht geworden sind. Wir sind nicht verantwortlich, für das was sie tun, wenn sie für sich selbst verantwortlich sind. Aber wir sind sehr wohl verantwortlich für alles, was wir ihnen vermitteln, vorleben, wie wir sie lieben, erziehen, was wir ihnen erlauben und verbieten und welchen Einflüssen wir sie aussetzen. Dieser Verantwortung können sich Eltern vor Gott nicht entziehen und sie kann auch nicht auf Lehrer oder Erzieher delegiert werden.

Meine Frau und ich haben in unserer Kirche gelernt, dass Bildung (geistige, emotionale und weltliche) essentiell für die Familie ist. Mutter und Vater zu sein sind wichtige Karriereschritte. Es ist für mich völlig unverständlich, weshalb besonders die Rolle der Mutter, wider besseres Wissen, als Karrierebremse stigmatisiert wird. Mutter sein ist eine Berufung, im Prinzip die wichtigste um sicherzustellen, dass eine Gesellschaft nicht verkommt.

In der Kirche habe ich gelernt, wie wichtig die Rolle des Vaters ist. Es ist eine der größten Tragödien unserer Zeit, dass viele Väter sich ihrer Verantwortung entziehen und dabei Notlagen für alleinerziehende Mütter schaffen, die wie eine Kettenreaktion weitere Probleme erzeugen, die nur schwer zu lösen sind und sich auch auf andere auswirken. Zu Hause habe ich einen Vater erlebt, der alles für seine Familie gegeben hat. In meiner kirchlichen Berufung erlebe ich oft, habe ich oft mit den Auswirkungen zerrütteter Familien auf die Beteiligten und die Umgebung zu tun. Oft erstrecken sich die Nebenwirkungen auch auf intakte Familien, weil negative Einflüsse zum Beispiel massiv die Erziehung von Kindern beeinflussen.

Sowohl wir als auch unsere Kinder haben in der Schule und auch durch die Medien so gut wie nichts darüber gelernt, wie man als Ehepaar und als Eltern erfolgreich sein kann. Die öffentliche Diskussion ist stattdessen voll von Beiträgen über alternative Konzepte, die sich dem Zeitgeist anpassen oder lediglich Nothelfer sind, aber deren Nachhaltigkeit stark zu bezweifeln ist. Die grundlegenden Dinge haben wir in Kirche und Familie gelernt.

Ich denke, beinahe jeder von uns macht im Lauf seines Lebens manchmal gravierende Fehler, die dazu führen könnten, dass Ehen und Familien kaputt gehen. Ohne ein solides Fundament passiert das leider auch schnell. Wohingegen eine feste Basis, sowohl in Bezug auf die Lehre als auch auf die Familienbeziehungen, in den meisten Fällen hilft, Schwierigkeiten zu lösen bevor sie zu richtigen Problemen werden, von falsch eingeschlagenen Wegen umzukehren und als Voraussetzung dafür die Fehler überhaupt zu bemerken. Aus eigener Erfahrung sowie den Erfahrungen zahlreicher Menschen, die ich sehr gut kenne, kann ich bestätigen, dass das so ist. In meiner Kirche habe ich gelernt, wie man von Fehlern oder Sünden umkehrt und wie man wirklich vergibt und Vergebung erlangt.

Wir sind als Familie für alle Mühen, Sorgen, Trauer, Verzicht, Zeit und Mittel derartig reich belohnt worden, dass sich für uns die Frage überhaupt nicht stellt, ob es richtig war, eine große Familie zu haben. Jetzt haben wir zusätzlich die Perspektive als Großeltern.

Es gibt natürlich auch viele Paare für die sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Für sie sowie auch für die, die allein oder alleinerziehend sind, sind die Gemeinden der Kirche eine Solidargemeinschaft, in der es Platz gibt für ihre Sorgen und Nöte. Es gibt Hilfsorganisationen innerhalb der Kirche deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass niemand sich ausgegrenzt oder benachteiligt fühlt. Der Anspruch ist hoch und hängt immer von den Menschen ab, die ihn umsetzen, aber in meiner kirchlichen Berufung sehe ich, dass sehr viel getan wird. …

Am Schluss muss man noch eine weitere Dimension nennen. Das ist die wichtigste. Wir glauben daran, dass Familien ewig bestehen können, über dieses Leben hinaus. Daraus ergeben sich ganz andere Perspektiven, die jeder Mensch zumindest kennen sollte. Wir schließen dafür in heiligen Tempeln Bündnisse, die uns ständig daran erinnern, dass es ein großes Ganzes gibt, wofür sich jede Mühe lohnt. Wir nennen das den Plan der Erlösung, über den in weiteren Posts noch viel zu schreiben sein wird. Ich messe alles, was ich lese, beobachte und aufnehme an diesem Plan, dessen Urheber unser Vater im Himmel ist. Um es drastisch zu sagen, enorm vieles, das uns der Zeitgeist zu vermitteln versucht, hält diesem Benchmarking in keinster Weise stand. Das Ziel dieses Planes ist, dass wir als seine Kinder, wahre Glückseligkeit erarbeiten können und zwar über dieses Leben hinaus. Wir gehen davon aus, dass Gott, im Gegensatz zu uns, eine 100%ige Erkenntnis darüber hat, was dazu notwendig ist und dass seine Gebote und Offenbarungen genau diesem Ziel dienen. Familien sind dabei ein elementarer Bestandteil.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Das Setup unserer modernen westlichen Gesellschaft stimmt in Bezug auf das angesprochene Problem nicht mehr. Wir sollten aufhören, Probleme zu beklagen, wenn wir nicht entschlossen sind, sie zu ändern und stattdessen damit beginnen, nicht nur die Symptome sondern die Ursachen zu adressieren, weil die Folgen unaufhaltsam sein werden. Die Rezepte dafür sind vorhanden (zum einem gewissen Teil auch in der säkularen Welt, wenn diese auch nicht die gesamte Perspektive erfassen kann) und es bedarf keines Doktortitels um sie zu verstehen. Sie sind aber nicht populär und auch nicht einfach umzusetzen, weil nicht nur Rahmenbedingungen geändert sondern auch die Herzen von Menschen nachhaltig berührt werden müssen, so dass sich ihre Wünsche ändern.“

Balance 

Es war Generalkonferenz-Wochenende. Esther und ich waren bei unseren Kindern in Graz. Es tat gut, ein paar Tage auszuspannen und die Work-Life-Balance wieder etwas auszugleichen.

In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag letzter Woche habe ich während eines Fluges von Tokio nach Frankfurt dieses Bild gemacht.

Ich war auf dem Heimweg von meiner 8. Dienstreise nach Asien seit Anfang diesen Jahres. Ich hatte 3 der letzten 4 Nächte in Flugzeugen verbracht und war entsprechend erschöpft. Meine Firma rollt eine neue, innovative Technologie aus und das erfordert besondere Anstrengungen, damit sich Erfolg einstellen kann. Ich empfinde es als einen großen Vertrauensbeweis, dass ich dabei mitwirken kann und liebe meine Arbeit, trotz aller Schwierigkeiten, die sie oft mit sich bringt. So zum Beispiel vorletzte Woche, am Freitagnachmittag, als ich versuchte, von Catania in Italien nach Hause zu reisen und der Flughafen wegen Nebels geschlossen wurde. Mein Flieger war schon auf dem Weg zur Startbahn. Es war frustrierend. Ich war irgendwann am Samstagnachmittag zu Hause und musste Sonntag schon wieder weg.

Ich werde oft gefragt, wie ich meinen Job machen, ein Familienvater und nebenher ein Kirchenführer und Seelsorger mit Verantwortung für 2300 Mormonen in Westsachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt sein kann, ohne die seelische Balance zu verlieren. Meine Antwort ist normalerweise, dass es nur mit Gottes Hilfe möglich ist. Diese Hilfe spüre ich sehr oft, häufig durch die Unterstützung, die ich von anderen erhalte.

Ich habe aber etwas tiefer über die Frage nachgedacht und bin auf viele größere und auch vermeintlich kleinere Dinge gestoßen, die mir helfen, eine vernünftige Balance beizubehalten – wenn es mir gelingt, entsprechend zu handeln.

Ich habe in den letzten Jahren mehr und mehr gelernt, dass mein persönliches Wohlbefinden eine Funktion der Dankbarkeit ist, die ich fähig bin zu empfinden. Ich habe weiterhin gelernt, dass Dankbarkeit dazu führt, sich selbst weniger wichtig zu nehmen und ein größeres Bedürfnis erzeugt, anderen zu dienen, Nächstenliebe zu empfinden und sich für Dinge einzusetzen, die wertvoll für unsere Mitmenschen sind. Präsident Uchtdorf hat in der Priestertumsversammlung am Samstag sehr gut darüber gesprochen.

Sehr wichtig ist für mich meine bewusste Beziehung zu Gott und die Dankbarkeit für seine Segnungen, die so oft spürbar sind. Im Bild oben, höre ich Kirchenmusik (sehr häufig die großartigen Arrangements unserer Kirchenlieder). Nach jeder Generalkonferenz lade ich mir die MP3s von der Konferenz auf mein Smartphone und die Videos auf meinen Laptop. Auf den langen Flügen nutze ich die Zeit, höre zu und versuche mein Herz so weit wie möglich für den Heiligen Geist zu öffnen. Es entspannt mich, gibt mir inneren Frieden und beschert mir viele geistige Erlebnisse. Viele meiner Ansprachen, Themen, Briefe und Gedanken entstehen dabei. Auch das Verständnis für Probleme und die Lehren des Evangeliums erschließen sich dann oft in genialer Weise. Es gelingt nicht immer, aber wenn es gelingt, dann tut es richtig gut.

Entscheidend für meine Balance ist meine liebe Ehefrau Esther. Wir sind bald 32 Jahre verheiratet. Ich bin sehr dankbar für unsere liebevolle Ehe, ihr Verständnis für meine Schwächen und Sorgen, ihre großartige Unterstützung und ihre subtilen als auch deutlichen Signale, die mir eine große Hilfe sind, wenn Dinge drohen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Sie hat ein tiefes Verständnis für die wichtigen Dinge im Leben, oft besser als ich. Sie ist genauso wie ich bereit für eine stabile Ehe zu arbeiten und das erspart uns seit vielen Jahren emotionale Achterbahnfahrten, an denen leider viele Beziehungen heutzutage scheitern. Ich liebe sie sehr.

Ebenso wichtig sind mir unsere Kinder und Enkel. Kürzlich habe ich über die Wichtigkeit von Mehrgenerationenfamilien gelesen, die sich guten Werten verpflichtet fühlen und damit, vergleichbar mit einem Wald, kostbaren Nährboden für nachwachsende Bäume bieten und diejenigen auffangen können, die mit Sorgen  und Problemen zu kämpfen haben. Ich bin dankbar für meine Familie. Es ist eine lebenslange Aufgabe, für den Zusammenhalt in der Familie zu arbeiten.

Ein weiterer Punkt, der mir persönlich sehr viel bedeutet, ist das Streben nach Harmonie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Das heißt nicht, es jedem recht machen zu wollen oder alles um des lieben Friedens Willen zu akzeptieren. Es heißt aber sehr wohl, kultiviert und liebevoll miteinander umzugehen, mit einem gesunden Maß Demut, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Mir gefällt die goldene Regel im Neuen Testament, Matthäus 7:12: „Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.“ Leider fällt es mir manchmal schwer, sie umzusetzen. Aber ich versuche es so oft ich kann und das hält viel emotionalen Stress von mir fern.

Zurück zur Dankbarkeit – speziell die Dankbarkeit für viele als selbstverständlich betrachtete Dinge im Leben. Für mich ist das auch die Fähigkeit zu staunen, z.B. über die großartige Schöpfung, aber auch unscheinbare Dinge. Wir sind am Samstag auf den Hausberg von Graz, den Schöckl gewandert. Man kommt einigermaßen ins Schwitzen :-), aber es war die Mühe wert. Ich hätte stundenlang oben sitzen können, um die Aussicht zu genießen und mich zu freuen.

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Ich glaube, dass diese Form von einfacher, in gewisser Weise kindlicher Dankbarkeit einen essentiellen Schutz vor zynischen, sarkastischen und anderen destruktiven Betrachtungsweisen von Herausforderungen im Leben bietet. Das hat nichts mit einem verklärten Bild der Realität zu tun, sondern es ist eine Haltung trotz aller Herausforderungen.

Beständigkeit und kontinuierliche, kleine Schritte sind viel besser als gelegentliche Hauruck-Aktionen oder exzessive Anstrengungen, die viel Stress verursachen und im Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise stehen. Es hat mich einige Zeit gekostet, den gesamtheitlichen Ansatz des Evangeliums besser zu verstehen, weil dadurch viele verschiedene Segnungen „freigeschaltet“ werden und man sich manche nicht jahrelang vorenthält, weil man den Prinzipien, die darauf beruhen, wenig Beachtung schenkt. Das ist nach meiner Erfahrung ein weit verbreitetes Problem – Unausgewogenheit. Ich finde deshalb die Botschaft des Gebietsplanes für Europa sehr richtig.

Eine weitere große Hilfe ist es, wenn ich mich von geistigem und medialem Junk-Food fernhalte. Es ist unglaublich, wie viel Müll uns tagtäglich geradezu aufgedrängt und wie kritiklos er konsumiert wird. Geistiger und medialer Junk tun mir in meiner Balance nicht gut. Das erfahre ich auch von anderen in vielen Gesprächen, die ich als Seelsorger führe. Ich meide ihn inzwischen wo ich nur kann und bin ganz schlecht für Einschaltquoten etc. Es ist unklug, diesen Aspekt zu verharmlosen, von der Zeitverschwendung einmal ganz abgesehen.
Seit vielen Jahren mache ich sehr gute Erfahrungen mit dem täglichen Studium der Heiligen Schriften. Es braucht nicht viel Zeit jeden Tag, um spürbare, positive Ergebnisse zu sehen.

Als Präsident eines Pfahles wird man mit zahllosen Problemen konfrontiert. Warum sollte man sich so eine Aufgabe antun, die gut und gerne mit einem Vollzeitjob vergleichbar ist? Meine Antwort im 8. Jahr in dieser Berufung: Man kann. Aber man muss sich ein paar Einstellungen aneignen. Vor kurzem habe ich im Matthäus Evangelium das Gleichnis vom Schatz auf dem Acker gelesen, siehe Matthäus 13:44: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war und von einem Mann entdeckt wurde. Der Mann freute sich so sehr, dass er, nachdem er den Schatz wieder vergraben hatte, alles verkaufte, was er besaß, und dafür den Acker kaufte.“
Das beschreibt es ganz gut. Es sind die Perspektiven, das Verständnis vom Warum. Warum ich lebe, wo ich hergekommen bin, wo ich nach diesem Leben hingehen werde, warum ich tue, was ich tue. Dieses riesige Feld von Fortschritt, Entwicklung, Erkenntnis und Liebe, das uns ein Vater im Himmel eröffnet – zusammengefasst unter der Bezeichnung Plan der Erlösung oder Plan des Glücklichseins – wenn wir nur bereit sind, Seine Bedingungen zu akzeptieren. Das alles motiviert mich sehr und macht mir viele Lasten leichter.
Kirche geht ohne Einsatz und Arbeit nicht. Wenn keiner etwas tun möchte, wird nichts passieren. Insofern bleibt Arbeit eben Arbeit. Aber es fühlt sich ganz anders an, wenn die Fragen nach dem WARUM geklärt sind. An sehr vielen Tagen liebe ich, was ich tue und brauche dafür keinen Anstoß. Es gibt wenige Tage, an denen es mir schwer fällt. Dann habe ich großartige Menschen in meinem Umfeld, die mich unbewusst und seltener auch bewusst motivieren.
Natürlich können und müssen wir noch viel lernen, wie wir das WIE verbessern und wie wir das WARUM besser erklären, denn es gibt eigentlich nichts genialeres. Es lohnt sich deshalb, seine Kraft für dieses große Werk einzusetzen – nicht mehr als man hat, dafür aber beständig und mit Schritten, die groß genug sind, um das eigene Verständnis zu erweitern.

Das alles (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) war in den letzten Jahren ein wichtiger Antrieb für mich. Der Lohn sind unvergleichliche und unvergessliche Erfahrungen, die auf andere Weise nicht zu machen sind. Ich denke, das ist nicht an eine bestimmte Kirchenberufung gebunden, sondern hat ganz viel mit dem Verständnis von den Perspektiven an die wir glauben zu tun und den Einstellungen, die erforderlich sind, damit Perspektiven lebendig werden können.