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Für alle, die Trost brauchen

Wenn das Leben um uns herum manchmal dunkel wird, ist es gut, wenn es etwas Licht gibt, dass die Finsternis ersetzen kann. Jeder von uns kennt Menschen, die in dieser Zeit auf irgendeine Weise körperlich oder seelisch leiden oder trauern.
Vor einigen Wochen haben wir als Instrumentalisten unserer Gemeinde beschlossen, trotz Corona, zwar räumlich getrennt aber dennoch gemeinsam, zu musizieren und etwas zu schaffen, das jemandem in seelischer Not, in Trauer, in Krankheit, Sorgen oder anderen Problemen, etwas Licht bringt. Wir hoffen, dass dies gelungen ist.

Für das Musikstück habe ich das Kirchenlied „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ gewählt, weil ich den Text sehr gut finde und die musikalische Umsetzung für uns Laienmusiker zu schaffen war.

Hier ist der Youtube Link:

Hier der Text:

  1. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt,
    welch Trost mir die Erkenntnis gibt!
    Er lebt, er lebt, der einst war tot;
    er lebt mein Helfer in der Not.
    Er lebt, er weiß was mir gebricht;
    er lebt, gibt meine Seele Licht.
    Er lebt, er lebt, stand auf vom Tod;
    er lebt, glorreich der Sohn von Gott.
  2. Er lebt und hilft mir jederzeit;
    er lebt, verschafft mir Seligkeit.
    Er stärket mich, wenn ich bin schwach; 
    er höret all mein Ungemach.
    Er lebt, ich fürchte mich nicht mehr;
    er lebt, der Gottessohn, mein Herr.
    Er lebt und liebt mich voller Huld;
    er lebt und hat mit mir Geduld.
  3. Er lebt, bewacht mich in Gefahr;
    er trocknet meiner Tränen Schar.
    Er lebt, und weil er lebt, ich sing;
    er lebt, des Königs Lob erkling.
    Er lebt, hat Leben mir gebracht;
    er lebt, der Tod hat keine Macht.
    Voll Freude meine Stimm erbebt:
    Ich weiß, daß mein Erlöser lebt.
  4. Er lebt, der wahre Gottessohn;
    er lebt, all Ehre seinem Thron!
    Welch Trost mir die Erkenntnis gibt:
    Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!
    Er lebt, sein Name sei gelobt;
    er lebt, sein’ Lieb ist nun erprobt.
    Voll Freude meine Stimm erbebt:
    Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!

Wie haben wir das technisch gemacht?

Ich habe eine Master MP3 mit möglichst genauen Anweisungen und den Notensatz für jedes Instrument angefertigt und an jeden Musiker geschickt. Jeder hat für sich mit dem Master im Ohr die eigene Stimme eingespielt und ein Video z.B. mit dem Handy aufgenommen. Die Videoformate sollten gleich sein (wie z.B. in unserem Fall 16:9).

Ich habe dann die Videos mit einer Videobearbeitungssoftware (z.B. DaVinci Resolve – das geht ziemlich gut) bearbeitet und in ein Video eingefügt. Es war relativ aufwändig, die einzelnen Stimmen möglichst synchron zu bekommen und die Lautstärken abzustimmen. Resolve hat dafür aber gute Werkzeuge. Ich kenne mich zwar nur sehr fragmentarisch mit der Software aus, aber es gibt gute Tutorials auf Youtube. Man braucht halt etwas Geduld und natürlich ist alles nicht so perfekt, wie das Profis können.

In die Mitte habe ich einige Fotos eingefügt, die ich vor einigen Jahren bei einer Dienstreise nach Jerusalem auf dem Ölberg und am Gartengrab gemacht habe und die mich immer wieder bewegen.

Ich wünsche allen, denen es in diesen Zeiten nicht gut geht, den Trost, die Zuwendung und Hilfe, die Hoffnung und vor allem auch den Segen Gottes, die sie benötigen.

Wo wird mir Trost zuteil …

Diese Woche war ich auf einer Dienstreise, die mich von Hohenstein-Ernstthal über Dresden, Frankfurt, Washington, San Francisco, San Jose, Seoul, Incheon, München und wieder nach Hause geführt hat. So reizvoll das klingen mag – wenn man unterwegs ist, um Arbeit für mehrere Hundert Mitarbeiter zu beschaffen, ist das eine erhebliche physische und psychische Belastung. Ich hatte mehrere Phasen, wo ich mich völlig erschöpft gefühlt und mich gefragt habe, wie ich in den nächsten anstehenden Meetings mit Kunden meine Leistung abrufen kann. Es geht für mich nur mit der Hilfe des Himmlischen Vaters, dessen Einfluss ich verspüre, wenn ich mich ernsthaft darum kümmere und ihn zulasse.

Dieser Text dient für mich dazu, die Anstrengungen zu verarbeiten und aktive Recovery zu betreiben, aber vielleicht spendet er auch für den einen oder anderen etwas Trost.

Am späten Mittwochnachmittag vor dem Flug von San Francisco nach Korea (bei dem man durch das Überqueren der Datumsgrenze einen Tag verliert und erst am übernächsten Tag ankommt), hatte ich noch etwas Zeit und beschloss diese an der Pazifikküste zu verbringen, irgendwo zwischen Santa Cruz und Half Moon Bay. Ich wollte einfach Ruhe und Kraft finden; und Zeit zum Nachdenken. Ich liebe ab und zu die Einsamkeit in der Natur, mehr als die Hektik der Großstädte. Dabei sind ein paar Fotos entstanden, die ein bisschen den Abbau von Druck und Stress symbolisieren sollen.

Eine meiner besten Anschaffungen in den letzten anderthalb Jahren war das Deseret Bookshelf Plus Abo. Fantastisch. Großartige Bücher zum Anhören und Lesen. Letztens habe ich mich mit Bruce C. und Marie K. Hafen´s brillantem Buch „Faith Is Not Blind“ (Hörbuch) beschäftigt. Das werde ich mir ganz sicher als Hardcopy zulegen. Ein Must Read.
Davor habe ich Julie B. Beck´s Buch „Joy in the Covenant“ angehört, aus dem ich viel Energie gezogen habe – auch durch die Energie, die die Autorin ausstrahlt.

Für diese Woche hatte ich mir „Silent Souls Weeping“ von Jane Clayson Johnson heruntergeladen, ein Buch, das sich mit der Gesundheit der menschlichen Seele beschäftigt. Ich bin halb durch und empfand das Buch bisher als sehr einfühlsam geschrieben und äußerst bereichernd. Ich habe wieder viel dazugelernt, über das weite Feld mentaler Gesundheit – sowohl aus der Sicht Betroffener als auch ihrer Angehörigen. Wir müssen hier noch so viel lernen und vor allem auch Zustände in unserer Gesellschaft ändern, die wesentlich dazu beitragen, dass Seelen in einer Art und Weise leiden, die von außen nur schwer zur verstehen ist und deshalb eines Umdenkens im Umgang miteinander bedarf.

Jane Clayson Johnson erzählt die Geschichten von 150 Betroffenen (einschließlich sie selbst) mit klinischer Depression und anderen Formen mentaler Krankheiten. Es geht um Stigmata, Isolation, die Gefahren von Perfektionismus, Suizidgefahr, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung, Unverständnis und Verständnis, unwirksame und wirksame Unterstützung, Trost und vieles andere.

In diesen Geschichten gibt es immer wieder die dringende Bitte, den Dialog bezüglich mentaler Krankheiten zu ändern, insbesondere auch unter Heiligen der Letzten Tage, die darum kämpfen, Krankheiten, die sich durch ungeheure Sorgen manifestieren, mit dem Plan der Erlösung und des Glücklichseins in Einklang zu bringen.

Die Autorin schreibt, dass der schlimmste Teil von Depression eine profunde Isolation ist, nicht nur vom Einfluss des Heiligen Geist, sondern auch von der Familie, Freunden und dem Gemeinwesen. Das Teilen dieser Geschichten ist ein wichtiger Schritt, um solche Isolationen zu lindern oder zu beenden.

Ein Kapitel hat mich auf einem der Flüge diese Woche besonders berührt. Es ist die Geschichte eines Kirchenliedes, das ich sehr liebe (steht ziemlich weit oben in meinen Kirchenlied-Charts 😊) und oft vor den Gottesdiensten auf der Orgel spiele. Ich hatte mich in der Vergangenheit mehr auf die Noten als auf den Text konzentriert. Es lohnt sich aber, auch im Lichte der Entstehung des Liedes, den Text genauer zu betrachten.

Wo wird mir Trost zuteil
Text: Emma Lou Thayne
Musik: Joleen G. Meredith

Wo wird mir Trost zuteil, wo find ich Frieden,
wenn keine Hilfe da, mich zu befrein,
wenn meinem wunden Herz Kummer beschieden
und ich mich ganz verlier in Seelenpein?

Wohin soll fliehen ich, wenn Schmerzen plagen?
Wer nimmt die Qual von mir, wer lindert Not?
Wer hilft mit starker Hand Zweifel verjagen?
Wer kann verstehen mich? Nur du, mein Gott.

Du weißt die Antwort, Herr, stillst mein Verlangen,
kennst mein Gethsemane, wo ich geweint;
führst mich zum Friedensquell, nimmst alles Bangen,
heilest mich liebevoll, du Herr, mein Freund.

Originaltext:
Where can I turn for peace? Where is my solace
when other sources cease to make me whole?
When with a wounded heart, anger or malice,
I draw myself apart, searching my soul?

Where, when my aching grows, where, when I languish,
where, in my need to know, where can I run?
Where is the quiet hand to calm my anguish?
Who, who can understand? He, only One.

He answers privately, reaches my reaching
in my Gethsemane, Savior and Friend.
Gentle the peace he finds for my beseeching.
Constant he is and kind. Love without end.

Sister Thayne und Sister Meredith, die beide im Young Women´s General Board der Kirche tätig waren, erhielten 1971 den Auftrag für eine besondere Konferenz der Jungen Damen ein Lied zu schreiben. Beide befanden sich zu dieser Zeit unter schwierigen persönlichen Umständen.

Siehe https://www.ldsdaily.com/personal-lds-blog/inspiring-true-story-behind-lds-hymn-can-turn-peace/

Neben vielen anderen Sorgen und Problemen hatten sowohl Sister Meredith als auch eine Tochter von Sister Thayne mit mentalen Krankheiten zu kämpfen. Das Lied war für sie eine geistige Befreiung von Lasten. Liebevoll nannten sie es „mental illness hymn“.

1985 wurde das Lied in das offizielle Gesangbuch der Kirche aufgenommen und ist seit dem ein Licht der Hoffnung für viele, die in ihrer Seele leiden müssen.