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Musik

Gestern hatte ich die Gelegenheit, den Jugendlichen der Pfähle Berlin, Dresden und Leipzig zu erzählen, wie mich Musik in meinem Leben begleitet und geprägt hat.

Als ich 6 Jahre alt war, schenkten mir meine Eltern eine Mundharmonika, mit 12 wurde ich zum Organisten in unserer Gemeinde berufen, was enormen Einfluss auf meine spirituelle Entwicklung und meine Überzeugungen hatte.
Mit 15 habe ich angefangen, Gitarre zu lernen. Mit 16 haben wir eine Band gegründet.

Wir hatten eine tolle Zeit, haben nur auf Jugendtagungen der Kirche gespielt und alle anderen Angebote, die es auch gab, abgelehnt.

Dann kam eine Zeit mit anderen Prioritäten – Studium, Ehe und Familie, Kirchenberufungen, Karriere etc. – und keine Zeit mehr für eine Band.
Musik war aber sehr wichtig in unserer Familie. Wir haben allen unseren Kindern die Chance gegeben, Musikinstrumente zu lernen. Kürzlich war mein schönstes Geburtstagsgeschenk, dass unsere 7-jährige Enkelin ihren ersten Geigenunterricht hatte. Ich hoffe, sie wird dabei bleiben.
Jetzt hole ich die Gitarre nur noch 3-4 mal im Jahr raus.

Mit 55 habe ich nochmal mit einem neuen Instrument angefangen – dem Cello, eine große aber wunderbare Herausforderung, die mir sehr viel innere Balance gibt.
Musik war und ist für mich ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Beziehung und Nähe zu Gott. Einige meiner wertvollsten Lebenserfahrungen habe ich beim Musizieren gemacht.

Standhaftigkeit Teil 1

Standhaftigkeit oder die Kraft haben, das Richtige zu wählen, wenn es schwierig ist.

Vorvergangenen Sonntag habe ich für die Jugendlichen unserer Gemeinde eine Online-Klasse über die erste Hälfte des Buches 3. Nephi im Buch Mormon gegeben. Ich finde diesen Teil der Heiligen Schriften überaus wichtig, um unsere Zeit besser zu verstehen. Es gibt so viele Analogien zu den Zuständen in der Welt, die wir gegenwärtig erleben bzw. in den kommenden Jahren noch erleben werden. Um diese Zusammenhänge zu erkennen, braucht es Demut in Herz und Sinn und die Bereitschaft, die Schriften auf sich selbst zu beziehen. Es braucht außerdem den bestätigenden Einfluss des Heiligen Geistes.

Vor einigen Monaten postete einer meiner Kontakte in LinkedIn diese Karikatur.

Über das Bild wurde in den Kommentaren lebhaft und kontrovers diskutiert. Mich hat es zu intensivem Nachdenken angeregt. Es mag sein und ist sehr verständlich, dass wir uns diesen Tsunamis, die stellvertretend für viele mächtige Einflüsse und Entwicklungen stehen, etwas hilflos ausgesetzt fühlen. Manche Menschen spielen die Gefahren herunter oder glauben, dass man ohne große Veränderungen irgendwie davonkommen wird. Andere behaupten, dass es gar keine ernstzunehmenden Gefahren gibt und machen deshalb weiter wie immer.

Der größte Teil der Menschheit beginnt aber zu begreifen, dass es dringend notwendig ist, in vielerlei Hinsicht, drastische Kursänderungen vorzunehmen, denn es wird nicht möglich sein, die Gesetze von Ursache und Wirkung außer Kraft zu setzen. Allerdings greift die Karikatur etwas zu kurz und berücksichtigt entscheidende Einflussfaktoren nicht. Über die möchte ich etwas mehr schreiben.

Irgendwer hat mir die nächste Karikatur geschickt, die symptomatisch für unsere Zeit ist. Ändern sollen sich vorzugsweise immer die Anderen.

Diese Einstellung ist logischerweise nicht nachhaltig und beim Umgang mit den Tsunamis nicht hilfreich.

Was lernen wir nun aus 3. Nephi?

In diesem Beitrag habe ich schon mal darüber geschrieben:

https://thomashengst.com/2020/04/19/essay-fuer-eine-bemerkenswerte-frau/

Im 2. Kapitel, Vers 1 und 3 lesen wir (heute ebenfalls innerhalb und außerhalb der Kirche zu erleben): „Und es begab sich: … und das Volk fing an, jene Zeichen und Wunder zu vergessen, die es gehört hatte, und staunte allmählich immer weniger über ein Zeichen oder ein Wunder vom Himmel, so sehr, dass es anfing, in seinem Herzen hart und in seinem Sinn verblendet zu werden, und allmählich alles nicht mehr glaubte, was es gehört und gesehen hatte … Und es begab sich: Das Volk wurde allmählich in Schlechtigkeit und Gräueltaten stark, und es glaubte nicht, dass noch weitere Zeichen oder Wunder gegeben werden würden; und der Satan ging umher und verleitete dem Volk das Herz und versuchte es und veranlasste es, große Schlechtigkeit im Land zu begehen.

Die Folge war eine große Spaltung und das Heranwachsen einer massiven Bedrohung der staatlichen Ordnung und Existenz durch das organisierte Verbrechen, so brachial wie ein Tsunami.

Warum verloren so viele Menschen den ehrlichen, praktizierten Glauben an Gott (keinen lippenbekennerischen „Pseudoglauben“), gaben wichtige Werte auf, fingen an, mit unsinnigen und unakzeptablen Haltungen zu sympathisieren, sie aktiv oder passiv zu unterstützen und stumpften in ihren Empfindungen so ab, dass viele schlussendlich zu entsetzlichen Gräueltaten fähig wurden?

Welche Brüche in einer ausgewogenen Beziehung zu Gott gab es und weshalb? Warum wurde diesen Leuten ein bewährtes Wertesystem lästig? Mit welchen Argumenten ließen sie sich polarisieren oder sind gegenüber gesellschaftlichem Druck eingeknickt.

Einen der möglichen Gründe hat es schon immer gegeben. Es hat mit der Perspektive und der Vorstellung vom Wesen Gottes zu tun. Wenn ich Gott als ein Wesen betrachte, dass entweder überflüssig oder möglichst kompatibel mit meinem Willen sein sollte, wird es über kurz oder lang zu Konflikten oder einem Bruch mit dem offenbarten Wort Gottes kommen bzw. mit denen, die es verkünden. Wenn die Perspektive nur bis zum Ende des Lebens reicht, braucht es eigentlich keinen Gott, Christus oder Propheten. Man muss ja nicht an Gott glauben oder kann sich einen bequemeren definieren, der immer mit variablem Zeitgeist und wechselnden Moralvorstellungen kompatibel ist.

Im Gegensatz dazu, und das ist meine Überzeugung, sprechen die Heiligen Schriften sehr klar von einem Gott, dessen buchstäbliche Geistkinder wir sind und dessen Streben darin besteht, „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (siehe Köstliche Perle, Moses 1:39), weil er uns auf eine Art und Weise liebt, die wir oft nur zum Teil erfassen und vor allem weil er eine vollständige Erkenntnis davon hat, was dazu notwendig ist. Als unser Vater und Schöpfer hat er mit Jesus Christus einen Erretter gesandt, durch dessen Sühnopfer einschließlich seiner Auferstehung der physische Tod aller Menschen überwunden wird und jedem von uns, die Möglichkeit offensteht, zum Vater zurückzukehren und an allen Segnungen und an dem Glück teilzuhaben, die Er bereit ist, mit uns zu teilen, wenn wir bereit sind, Ihm zu folgen. Er hat uns dazu Entscheidungsfreiheit gewährt, wodurch wir den Gesetzen von Ursache und Wirkung unterworfen sind. Dies ist essentiell für unsere Entwicklung über unser irdisches Leben hinaus.

Das ist eine völlig andere Perspektive und jeder wird verstehen, dass, je nachdem welche Perspektive man einnimmt, viele wichtige Lebensfragen anders beantwortet werden. Zum Beispiel: ob Werte, Moral und Wahrheit ewig sind oder jeweils nach den Bedürfnissen der Menschen geändert werden sollten. Oder: wer ist schuld am Ungemach, das in der Welt geschieht? Ist es ein nachlässiger oder grausamer Gott, der doch eingreifen müsste, wenn irgendwo etwas Schlimmes geschieht. Oder liegt es vielmehr an den Menschen selbst, denen Entscheidungsfreiheit und Verantwortung übertragen wurde, damit es überhaupt einmal Rechenschaftspflicht vor Gott und vollkommene Gerechtigkeit durch Ihn geben kann.

Das fatale an der Begebenheit ist, dass es die Menschen damals nicht geschafft haben, trotz ihrer unterschiedlichen Positionen vernünftig miteinander umzugehen, ohne dass es zu extremistischen Auswüchsen kommt. Die Konsequenzen waren, wie auch oft vorher und nachher in der Geschichte, furchtbar.

Als ihnen das Wasser schließlich bis zum Hals stand, mussten die Nephiten und Lamaniten, die ihre gesellschaftliche Ordnung nicht preisgeben wollten, ein Zweckbündnis eingehen. Wie wir später sehen werden, geschah das bei vielen offensichtlich nicht aus Überzeugung, sondern mehr aus einer Einsicht in die Notwendigkeit.

Dieses Bündnis erfüllte aber letztendlich seinen Zweck. Durch eine Besinnung auf gemeinsame Werte, Umkehr zu Gott und zumindest temporären Zusammenhalt wurden den organisierten Verbrechern die Existenzgrundlagen entzogen und der Tsunami trocken gelegt. Sie wurden militärisch vollständig besiegt.

Nach diesem Sieg gab es eine kurze Periode geistiger und materieller Prosperität im Einklang mit den Geboten Gottes – gewissermaßen ein positives Ursache-Wirkung-Beispiel.

3. Nephi 6:4 und 5:

Und abermals fingen sie an, zu gedeihen und groß zu werden; und das sechs- und das siebenundzwanzigste Jahr vergingen, und es gab große Ordnung im Land; und sie hatten ihre Gesetze mit Unparteilichkeit und Gerechtigkeit gestaltet.
Und nun gab es im ganzen Land nichts, was das Volk daran hinderte, sich beständigen Wohlergehens zu erfreuen, außer wenn es in Übertretung fallen würde.

Genau das geschah aber – in einem historisch extrem kurzem Zeitraum von einigen wenigen Jahren.

3. Nephi 6: 10-14:

Aber es begab sich: Im neunundzwanzigsten Jahr, da fingen einige Auseinandersetzungen unter dem Volk an; und einige wurden wegen ihres überaus großen Reichtums im Stolz und im Prahlen überheblich, ja, sogar bis zu großen Verfolgungen;
denn es gab viele Kaufleute im Land und auch viele Gesetzeskundige und viele Beamte.
Und das Volk fing an, sich nach Klassen zu unterscheiden, gemäß seinen Reichtümern und seinen Bildungsmöglichkeiten, ja, einige waren wegen ihrer Armut unwissend, und andere erhielten wegen ihres Reichtums viel Bildung.
Einige waren im Stolz überheblich, und andere waren überaus demütig; einige vergalten Schimpf mit Schimpf, während andere Schimpf und Verfolgung und allerart Bedrängnisse über sich ergehen ließen und sich nicht umwandten und ihrerseits schmähten, sondern demütig und reumütig vor Gott waren.
Und so entstand im ganzen Land eine große Ungleichheit, sodass die Kirche anfing auseinanderzubrechen, ja, sodass die Kirche im dreißigsten Jahr im ganzen Land auseinandergebrochen war, außer unter einigen der Lamaniten, die sich zum wahren Glauben bekehrten; und sie wollten nicht davon ablassen, denn sie waren fest und standhaft und unverrückbar und mit allem Eifer bereit, die Gebote des Herrn zu halten.

Einige Jahre vorher gab es einen Propheten mit Namen Samuel, der genau diese Zustände angeprangert und ernsthafte Warnungen über die Folgen ausgesprochen hatte. Er schilderte im Detail, was sich als Zeichen der Geburt und Kreuzigung Christi begeben würde. Seine Prophezeiungen wurden äußerst negativ aufgenommen, denn sie forderten zu Veränderungen eines sündhaften Lebenswandels auf. Es waren unliebsame Nachrichten, speziell die Ankündigung großer Katastrophen, die diejenigen treffen würde, die die Gebote Gottes missachten.

In Helaman 14:30 und 31 wird er wie folgt zitiert:

Und nun denkt daran, denkt daran, meine Brüder: Wer zugrunde geht, fügt sich das Zugrundegehen selbst zu, und wer Übles tut, der tut es sich selbst an; denn siehe, ihr seid frei; es ist euch gewährt, für euch selbst zu handeln; denn siehe, Gott hat euch die Erkenntnis gegeben, und er hat euch frei gemacht.
Er hat euch gegeben, Gut von Böse zu unterscheiden, und er hat euch gegeben, das Leben zu wählen oder den Tod; und ihr könnt Gutes tun und zu dem wiederhergestellt werden, was gut ist, oder dass euch das, was gut ist, wiederhergestellt wird; oder ihr könnt Böses tun und euch das, was böse ist, wiederherstellen lassen.

Zurück ins Jahr 30 – 33 n. Chr.: In 3. Nephi Kapitel 6 und 7 werden die Zustände beschrieben, nachdem die Kirche auseinandergebrochen war. Es gab nur wenige, die an das Kommen von Jesus Christus glaubten. Sie standen unter enormen Verfolgungsdruck. Propheten, die Samuels Prophezeiungen wiederholten, wurden umgebracht. Die Regierung war unfähig.

3. Nephi 7:6-8:

Und die Anordnungen der Regierung wurden zunichtegemacht wegen der geheimen Verbindung der Freunde und Verwandten derer, die die Propheten ermordeten.
Und sie verursachten einen großen Streit im Land, sodass beinah der ganze rechtschaffenere Teil des Volkes schlecht geworden war; ja, es gab unter ihm nur noch wenige rechtschaffene Männer.
Und so waren noch keine sechs Jahre vergangen, seit der größere Teil des Volkes sich von seiner Rechtschaffenheit abgewandt hatte, wie ein Hund sich dem, was er gespien hat, oder wie eine Sau sich dem Kot, worin sie sich gewälzt hat, zuwendet.

In 3. Nephi 8:4 wird die Geisteshaltung der Mehrheit des Volkes zusammengefasst.

Und im Volk fingen große Zweifel und Auseinandersetzungen an, ungeachtet dessen, dass so viele Zeichen gegeben worden waren.

Diese Haltung sollte sich als großer Irrtum erweisen. Die Doktrin klassischer Antichristen im Buch Mormon wie Korihor (siehe Alma 30) und Scherem (siehe Jakob 7), wurde vollständig widerlegt. Beide waren zu ihrer jeweiligen Zeit anfangs sehr erfolgreich, denn es ist leicht, etwas zu attackieren oder zu relativieren, das Glaube, Disziplin und persönliche Rechtschaffenheit erfordert.

Zitat von Korihor aus Alma 30, Verse 13 – 18:

O ihr, die ihr durch eine törichte und vergebliche Hoffnung niedergebunden seid, warum unterjocht ihr euch solchen Torheiten? Warum schaut ihr nach einem Christus aus? Denn kein Mensch kann von irgendetwas wissen, was kommen soll.
Siehe, das, was ihr Prophezeiungen nennt, wovon ihr sagt, es sei von heiligen Propheten überliefert worden, siehe, das sind törichte Überlieferungen eurer Väter.
Wie wisst ihr, dass sie gewiss und wahr sind? Siehe, ihr könnt nicht von etwas wissen, was ihr nicht sehr; darum könnt ihr nicht wissen, dass es einen Christus geben wird.
Ihr schaut voraus und sagt, ihr seht eine Vergebung eurer Sünden. Aber siehe, das ist die Auswirkung eines wirren Sinnes; und diese Verwirrung eures Sinnes kommt von den Überlieferungen eurer Väter, die euch verführen, an etwas zu glauben, was nicht so ist.
Und noch viel Derartiges mehr sprach er zu ihnen; er sagte ihnen, dass kein Sühnopfer für die Sünden der Menschen vollbracht werden könne, sondern dass es jedermann in diesem Leben so ergehe, wie es dem Verhalten des Geschöpfes entspreche; darum gedeihe jeder Mensch, wie es seiner Begabung entspreche, und jeder Mensch gewinne, wie es seiner Kraft entspreche; und was auch immer jemand tue, sei kein Verbrechen.
Und so predigte er ihnen und verführte vielen das Herz; er veranlasste sie, in ihrer Schlechtigkeit das Haupt emporzuheben, ja, er verführte viele Frauen und auch Männer, Hurerei zu begehen – denn er sagte ihnen, wenn der Mensch tot sei, dann sei dies das Ende.

Auch heute sind diese Ansichten sehr populär und werden bereitwillig übernommen. Sie sind aber weder wahr noch nachhaltig, wie u.a. die Biografien von Scherem und Korihor beweisen. Lassen wir die Geschichte weiter für sich selbst sprechen. Sie zeigt, wie irrelevant diese Philosophien waren.

3. Nephi 8:5:

Und es begab sich: Im vierunddreißigsten Jahr, im ersten Monat, am vierten Tag des Monats, da erhob sich ein großer Sturm, wie man ihn im ganzen Land noch nie erlebt hatte.

In den folgenden Versen wird geschildert, wie sich die Prophezeiungen Samuels in allen Einzelheiten erfüllten – mit enormen Konsequenzen. Das Gesetz von Ursache und Wirkung traf das unvorbereitete Land mit voller Wucht und enormer Zerstörungskraft.

Als die Natur nach drei Tagen wieder zur Ruhe gekommen war, hörte man die Überlebenden klagen (siehe 3. Nephi 8:23 – 25):

Und es begab sich: Es dauerte den Zeitraum von drei Tagen, dass kein Licht zu sehen war; und es gab unter dem ganzen Volk beständig großes Trauern und Heulen und Weinen; ja, groß war das Stöhnen der Menschen wegen der Finsternis und der großen Zerstörung, die über sie hereingebrochen war.
Und an einer Stelle hörte man sie schreien, nämlich: O dass wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären, denn dann wären unsere Brüder verschont worden …
Und an anderer Stelle hörte man sie schreien und klagen, nämlich: O dass wir vor diesem großen und schrecklichen Tag umgekehrt wären und nicht die Propheten umgebracht und gesteinigt und ausgestoßen hätten; dann wären unsere Mütter und unsere anmutigen Töchter und unsere Kinder verschont worden … Und so war das Heulen des Volkes groß und schrecklich.

Viele fragen: Wie konnte Gott das zulassen? Das bringt uns wieder zu der eingangs gestellten Frage zum Wesen und den Absichten Gottes. Ohne Zweifel könnte Gott, der allmächtig ist, jederzeit eingreifen. Es gibt aber einen Plan, der vor Grundlegung der Welt beschlossen wurde. Neben seinen einzigartigen Perspektiven für unsere Zukunft, gehören Entscheidungsfreiheit und Verantwortung für unser Handeln zu seinen größten Errungenschaften. Das impliziert, dass wir nicht nur universell gültigen physikalischen sondern auch geistigen und moralischen Prinzipien und Gesetzen unterworfen sind, deren Befolgung oder Nichtbefolgung unweigerlich Auswirkungen auf uns haben werden – früher oder später – und die wir nicht nach Gutdünken außer Kraft setzen können. In diesem Licht sollten wir lesen, was Jesus Christus selbst erklärt hat. Siehe 3. Nephi 9:13 – 17:

O ihr alle, die ihr verschont seid, weil ihr rechtschaffener wart als sie, wollt ihr nicht jetzt zu mir zurückkommen und von euren Sünden umkehren und euch bekehren, damit ich euch heile?
Ja, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr zu mir kommt, werdet ihr ewiges Leben haben. Siehe, mein Arm der Barmherzigkeit ist euch entgegengestreckt, und wer auch immer kommt, den werde ich empfangen; und gesegnet sind jene, die zu mir kommen.
Siehe, ich bin Jesus Christus, der Sohn Gottes. Ich habe die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen. Ich war von Anfang an beim Vater. Ich bin im Vater und der Vater in mir, und in mir hat der Vater seinen Namen verherrlicht.
Ich bin zu den Meinen gekommen, und die Meinen haben mich nicht empfangen. Und die Schriften über mein Kommen sind erfüllt.
Und all jenen, die mich empfangen haben, denen habe ich es gegeben, Söhne [und Töchter, Anm. vom Verfasser] Gottes zu werden; und so werde ich es auch all jenen, die an meinen Namen glauben werden, denn siehe, durch mich kommt die Erlösung, und in mir ist das Gesetz des Mose erfüllt.

Jesus spricht im Moment des größten Unglücks, das diesen Menschen zugestoßen ist, von Heilung und den Voraussetzungen dafür. Er spricht auch von Barmherzigkeit und wie sie mit der Gerechtigkeit zusammenwirkt. Wenig später erschien Jesus der Menge und gab Zeugnis von Seinem Sühnopfer (siehe 3. Nephi 11:10 – 11):

Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.
Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten.

In der Folge wiederholte Jesus Christus die Lehren, die er bereits während seines irdischen Wirkens verkündet hatte. Auch darüber habe ich bereits gebloggt (siehe https://thomashengst.com/2020/04/19/essay-fuer-eine-bemerkenswerte-frau/).

Am Ende Seiner Bergpredigt weist Jesus darauf hin, wie wichtig es ist, Seine Worte ernst zu nehmen und zu befolgen, in dem er ganz klar auf das Prinzip von Ursache und Wirkung hinweist. Siehe 3. Nephi 14:24 – 27:

Darum: Wer diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem weisen Mann vergleichen, der sein Haus auf einem Felsen baute –
und der Regen fiel, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf einem Felsen gegründet.
Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, der sein Haus auf dem Sand baute –
und der Regen fiel, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und groß war sein Fall.

Wenden wir uns der Gegenwart zu. Wir erleben, dass das oben beschriebene Prinzip in allen Lebensbereichen weithin verletzt wird. Aus der IT kennen wir Hotfixes – schnelle Problembehebungen, die meist nicht gründlich getestet werden können oder durch fehlende Informationen, Analysen oder Erkenntnisse unvollständig bzw. fehlerhaft sind und daher sehr oft neue Probleme verursachen. Je besser ein Problem und seine Auswirkungen verstanden werden, umso größer ist die Chance, dass es nachhaltig gelöst werden kann.

Wir könnten Bände füllen mit den Problemen, die uns als Menschheit umgeben und die mehr als einen Hotfix benötigen. Dazu gehören unzählige politische, gesundheitliche und wirtschaftliche Themen, Umweltprobleme u.v.m. Viele erfahren signifikante mediale Aufmerksamkeit. Dem aufmerksamen Beobachter wird schnell klar, wie viel Unklarheit und Uneinigkeit in vielen Bereichen herrscht, wie denn nun nachhaltige Lösungen aussehen sollten und vor allem, wie sie implementiert werden könnten. Dies trifft insbesondere auch für gesellschaftliche und zwischenmenschliche Probleme zu. Sie erhalten vergleichsweise weniger Aufmerksamkeit, besonders diejenigen, die sich nicht so gut für Schlagzeilen eignen, aber im Stillen viel größere Wirkungen entfalten, als z.B. manche Themen deren Vertreter besonders laut sind. Es wird heutzutage heftig mit Hotfixes mit globalen Dimensionen experimentiert, häufig ohne Kenntnis oder fundiertes Wissen, wie sie sich in 5, 10, 20, 50 oder 100 Jahren auswirken werden.

Als Mitglieder der Kirche Jesu Christi glauben wir daran, dass Gott, im Unterschied zu uns Menschen, ganz genau weiß, wie sich menschliches Verhalten im kleinen, ja sogar persönlichen, als auch im großen Maßstab auswirkt. Sein Wille und Wort sind ausführlich und im Zusammenhang mit fortlaufender Offenbarung durch Propheten auch hinreichend klar dokumentiert. Er hat uns außerdem mit dem Heiligen Geist eine Person der Gottheit als Helfer zur Seite gestellt, die uns mit ihrem tröstenden und bestätigendem Einfluss Zeugnis von der Wahrheit geben kann, wenn wir uns um diesen Einfluss bemühen.

Wir glauben außerdem daran, dass durch die Missachtung der Gebote Gottes, egal in welchem Lebensbereich und in welchem Maßstab, Probleme geschaffen werden, deren Auswirkungen sich unweigerlich anhäufen werden und im schlimmsten Fall nicht mehr beherrscht werden können. Ich habe deshalb die Darstellung am Anfang dieses Beitrags um ein paar Punkte ergänzt.

Ein wichtiger Bestandteil meines Glaubens sind die im Evangelium Jesu Christi enthaltenen Werkzeuge, mit denen Probleme zum positiven beeinflusst, gelöst und manchmal auch einfach nur ertragen werden können. So bedrohlich die dargestellten Tsunamis auch sein mögen – Gottes Plan der Erlösung gibt uns in seiner Vollständigkeit die Zuversicht, die erforderlich ist, um sich standhaft für das Gute und Richtige zu entscheiden – auch wenn es schwierig sein mag.

In Teil 2 werde ich näher auf meine Zeichnung eingehen und wie mir mein Glaube und das, was ich in vielen Jahren Engagement in meiner Kirche gelernt habe, helfen, den Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen. Ich werde auch darauf eingehen, weshalb ich ein Nachlassen im Glauben und in der Arbeit für die Kirche in diesen turbulenten Zeiten für genau den falschen Weg halte.

In Teil 3 werde ich darüber schreiben, wie ich mit konstruktiver und destruktiver Kritik am Glauben und an der Kirche, die mir wichtig und wertvoll ist, umgehe und wie man mit Gelassenheit, Güte und Stärke auf Spott, Missachtung von Dingen, die uns heilig sind, und andere Attacken reagieren kann.

Diesen Teil möchte ich mit einem Zitat von Russell M. Nelson, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, schließen:

Heutzutage hört man oft von einem „neuen Normalzustand“. Wenn Sie einen neuen Normalzustand wirklich annehmen wollen, bitte ich Sie, Ihr Herz, Ihren Sinn und Ihre Seele zunehmend dem Vater im Himmel und seinem Sohn Jesus Christus zuzuwenden. Lassen Sie dies zu Ihrem neuen Normalzustand werden.
Nehmen Sie Ihren neuen Normalzustand an, indem Sie jeden Tag umkehren. Bemühen Sie sich darum, in Gedanken, Wort und Tat immer reiner zu werden. Dienen Sie anderen geistlich. Richten Sie Ihren Blick stets auf die Ewigkeit. Machen Sie Ihre Berufungen groß. Und leben Sie trotz aller Herausforderungen, meine lieben Brüder und Schwestern, jeden Tag so, dass Sie besser vorbereitet sind, vor Ihren Schöpfer zu treten.
“ (Präsident Russell M. Nelson, Generalkonferenz Oktober 2020)

Etwas mehr Tiefe

Letztes Wochenende habe ich mich gründlich mit dem ersten Teil von Mosia 2 im Buch Mormon beschäftigt. Esther und ich haben uns während unserer kleinen Heim-Abendmahlsversammlung darüber unterhalten. Im Leitfaden gab es ja gute Anregungen dazu. Sie meinte dann, dass ich wieder ein Video für meine Klasse machen sollte. Man sollte auf den Rat seiner Ehefrau hören. 🙂

Wir nehmen uns manchmal in der Kirche zu wenig Zeit, in die Tiefe von Schriftstellen zu schauen und wollen zu viel in einer Stunde besprechen. Oberflächlichkeit macht es aber schwerer, persönliche Bezüge zu finden, Zusammenhänge herzustellen und wichtige Wahrheiten auch zu fühlen.

Hier ist der Youtube Link:

 

Ölbaum

In Zeiten der Coronavirus Pandemie, in der auch unser Kirchenleben eingeschränkt ist, lernen wir auch die positiven Seiten und Möglichkeiten der sozialen Medien besser kennen. Ich finde es toll, dass wir dadurch Zugang zu vielen aufbauenden Botschaften, Bildern und Videos erhalten. Allerdings sollten wir dabei nicht diejenigen vergessen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht online sein können oder möchten, und die in diesen Tagen leicht vergessen werden. Es gibt immer noch Telefone, Stifte und Papier.

Ich bin in unserer Gemeinde als Lehrer für die Jugendlichen tätig und habe mir gedacht, für sie ein Video über ein Kapitel im Buch Mormon zu drehen, dass oft stiefmütterlich behandelt wird, da es sehr lang ist, eine gewisse Komplexität hat und idealerweise eine ganze Menge Vorwissen für ein gutes Verständnis braucht.

Es handelt sich um das Gleichnis vom Ölbaum in Jakob Kapitel 5. Ich hoffe, meine Gedanken, die als Anregungen zu verstehen sind, helfen dabei, diesen sehr wichtigen Teil der Heiligen Schriften besser zu verstehen. Herzlichen Dank an meine Ehefrau Esther, die mich tatkräftig unterstützt hat. 🙂

Wer möchte, kann den Beitrag gern teilen. Euch allen einen schönen Sonntag und eine gute und erträgliche neue Woche.

Hier ist der Link zum Youtube Video:

 

Hier die Präsentation zum Download:

BM Jakob 5 – Das Gleichnis vom Ölbaum

 

Sister und Elders Part 26

Gestern Abend habe ich Elder James Vogel aus der Gemeinde Hohenstein-Ernstthal als Vollzeitmissionar eingesetzt. Er wird morgen in das MTC nach Chorley bei Preston reisen und danach zwei Jahre in der Alpenländischen Mission dienen. Ich freue mich sehr über James‘ Entschluss. Er hat sich so mit der Herausforderung auseinandergesetzt, wie es notwendig ist, um eine Entscheidung zu treffen, zu der man steht und Opfer zu bringen, ohne sich zu beklagen. Lieber James, dafür meinen vollen Respekt. Damit setzt du ein Zeichen für alle, die darüber nachdenken, eine Mission zu erfüllen. 

Die Fireside zur Einsetzung gestern Abend war sehr schön. Ich hoffe, sie hat dir noch einen zusätzlichen Schub an Kraft und Mut gegeben. 

Viel Spaß beim Erlernen der vielfältigen Dialekte in deinem Missionsgebiet. 🙂

Alles Gute für dich sowie den Schutz und Segen des Himmlischen Vaters wünschen dir alle, die dich kennen. 

Freiberg Tempel – Cultural Celebration

Esther und ich sind vor ein paar Minuten aus Dresden gekommen, immer noch voller Eindrücke von dem, was wir heute Abend erlebt haben. Die ganze Rückfahrt musste ich an das Wunder des Freiberg Tempels denken und wie die Ereignisse rund um die Errichtung und Weihung dieses, auch in der Kirche einzigartigen, Gebäudes unsere Jugend, ja unser ganzes Leben geprägt haben.

Esther and I just came back from Dresden, a few minutes ago, still full of impressions of what we´ve seen and heard tonight. On the way back, I pondered about the miracle of the Freiberg Temple and the influence of the events around this, also in the Church, unique buildings and its construction and dedication on our lifes.

Heute habe ich mir gewünscht, noch einmal 30, 35 Jahre jünger zu sein und alles noch einmal zu erleben. Wir haben damals zahllose Wunder gesehen. Dinge, die niemand für möglich gehalten hat, sind geschehen. Wir waren ein Teil davon. Wir haben hinter dem eisernen Vorhang gelebt. Wir haben mitgeholfen, die Kirche zu stärken und schließlich konnten wir alle Segnungen erhalten, nach denen man als ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage strebt. Wir haben miterlebt, wie in einem kommunistischen Land ein Tempel Gottes gebaut wurde, einem Land, in dem Atheismus Staatsdoktrin war und lokale Kirchenführer als Agenten der CIA verunglimpft wurden.

Tonight, I wished I was 30, 35 years younger and could experience all these things once again. We have seen countless miracles. Things nobody expected to happen. We were a part of it. We lived behind the Iron Curtain. We helped to strengthen the Church and eventually we could receive all blessings a member of the Church of Jesus Christ of Latter Day Saints is striving for. We have experienced that a Temple of God was built in a communist country, a country with atheism as state doctrine and which Church leaders were denounced as CIA agents.

Deshalb ist der Freiberg Tempel ein einzigartiger Tempel und wird es immer sein, weil die Umstände, dass er errichtet und 1985 geweiht werden konnte, einzigartig sind und eigentlich nur richtig von denen nachvollzogen werden können, die den eisernen Vorhang und Kommunismus miterlebt haben. Vier Jahre später fiel die Mauer.

That´s why, the Freiberg Temple is a unique temple and always will be – because the circumstances leading to its construction and dedication in 1985 are unique and can probably only be fully understood by those who experienced the Iron Curtain and communism. Four years later, the Berlin wall fell.

Für einen Moment habe ich mir heute Abend auch gewünscht, jung zu sein und an diesem Programm mitwirken zu können, aber wir haben unseren Teil erlebt, unfassbare Dinge. Heute habe ich mich so sehr für die Jugendlichen gefreut, für die das Erlebnis noch viel unvergesslicher sein wird als für uns Zuschauer.

For a moment tonight, I wished to be young again and be part of the performance but we have experienced our part, have seen incredible things happening. I felt a deep joy for our youth tonight. The experience will be unforgettable for them – even more than it was for us in the audience.

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Liebe junge Leute: Das war heute euer Tag ! Es war toll euch anzuschauen, ihr wart einfach großartig. Es war auch etwas besonderes, wie Präsident Uchtdorf und seine Frau unter euch gewesen sind und für euch Kirchenführer zum Anfassen waren.
Es war toll, wie mehr als 400 Jugendliche aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Deutschland zusammen harmoniert haben. Vielen, vielen Dank euch und die Verantwortlichen für diesen Abend.

Dear young people: Today was your day ! It was great to watch your performance. You were awesome. It was special to see President Uchtdorf and his wife among you. It was great that more than 400 boys and girls from Poland, Czech Republic, Slovakia, Hungary and Germany worked together. Many, many thanks to you and your leaders.

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Eine kulturelle Festveranstaltung, gestaltet von der Jugend eines Tempeldistriktes, findet in der Regel am Vorabend einer Tempelweihung statt. Der Freiberg Tempel wird morgen am 4. September 2016 nach seiner Rekonstruktion wiedergeweiht. Mehr als 21.000 Besucher haben den Tempel während des offenen Hauses besichtigt. Esther und ich hatten die Gelegenheit an mehreren Tagen, Besucher durch den Tempel zu führen. Wir konnten spüren, wie die meisten Besucher über die Kraft unserer Botschaft erstaunt waren, ob sie nun daraus Konsequenzen für sich selbst ziehen oder nicht.
(siehe http://www.presse-mormonen.de/artikel/freiberg-tempel-besucher-video)

A Temple Cultural Celebration, performed by the youth of a temple district, usually takes places the night before a temple dedication. The Freiberg Temple will be rededicated after a reconstruction tomorrow, September 4th, 2016. More than 21.000 people visited the temple at the open house. Esther and I had the opportunity to guide visitors through the temple on several days. We could feel how many of them were impressed by the power of our message, whether it will have consequences on them or not.

Die Festveranstaltung heute stand unter dem Motto „Press Forward“ – „Strebt vorwärts“. In vielen Bildern, Musik, Tänzen und Videos wurden Szenen aus der Geschichte der ehemaligen DDR, Westberlins und der anderen Länder des Tempeldistriktes (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) erzählt. Ich habe ein paar Fotos und kurze Videoclips gemacht, die ich hier einfüge. Ich fand es einfach wunderbar, wie die kulturelle Vielfalt der einzelnen Länder berücksichtigt wurde, dass an die Opfer des Holocaust gedacht wurde und dass es starke Botschaften gab.

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Jüdischer Tanz

The Cultural Celebration today had the theme „Press Forward“. Scenes from the history of the East Germany, Westberlin and the other countries in the temple district (Poland, Czech Republic, Slovakia, Hungary) were shown in pictures, music, dancing and videos. I have taken a few pictures and short videoclips and inserted some of them here.

It was wonderful how the cultural diversity of each single country was considered, that the victims of the Holocaust were remembered and that powerful messages were delivered.

Die Begeisterung im Saal war groß. Es flossen viele Tränen, für die man sich nicht schämen muss. Es gab Standing Ovations, lang anhaltenden Beifall und anschließend gingen Präsident Uchtdorf und seine Gattin unter die Jugendlichen. Das war ein besonders schöner Teil dieses Abends, der lang andauerte und hoffentlich für immer in Erinnerung bleiben wird.

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The audience was excited. Many tears were shed. After standing ovations and very long applause, President Uchtdorf and his wife were surrounded by the youth. This was a particular wonderful part of the event. It will hopefully always be remembered.

Ich hoffe, dass das Programm heute Abend in Dresden allen, die es miterlebt haben, den Tempel näher bringt, auch denen, die sich in der Vergangenheit davon distanziert haben.

I hope that tonights performance will bring all who saw it closer to the temple, also those who have distanced themselves from it in the past.

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President and Sister Uchtdorf going to thank the youth

Ein besonderer Dank an alle Verantwortlichen, die Ideen gesammelt und das Skript geschrieben haben. Es hat mir aus dem Herzen gesprochen. Ich fühle mich von unserer Geschichte jedesmal stark berührt. Natürlich auch ein großer Dank an die vielen Hände, die sich um tausende Dinge gekümmert haben. Ihr habt es alle sehr, sehr gut gemacht. 

A special thanks to the team who collected ideas and wrote the script. It has touched my heart. Our history moves me a lot. Of course, thank you very much to the team who cared for a thousand things. You did a really great job.

Nach der Veranstaltung haben uns die Jugendlichen aus Ungarn mit ihrem Temperament und ihrer Frische weiter begeistert. Ihr seid Klasse. Sok köszönet 🙂

The youth from Hungary continued to excite us even after the event. You´re great. Sok köszönet 🙂

 

Himmelfahrt 2016

Zu Himmelfahrt haben die jungen Damen und die jungen Männer unseres Pfahles immer eine besondere Aktivität. Die Jungs trafen sich in Wulfen bei Köthen für eine längere Radtour, die an zwei Tagen über 160 km führte – sicher sehr strapaziös für untrainierte Gesäße. 🙂

Die Mädchen waren im Schullandheim in Netzschkau im Vogtland mit dieser tollen Aussicht auf die Göltzschtalbrücke, die größte, aus Ziegeln erbaute Eisenbahnbrücke der Welt.

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Beide Gruppen hatten mich eingeladen, über ein wichtiges Thema zu sprechen. Das habe ich Mittwochabend vor Himmelfahrt in Wulfen und Freitagabend nach Himmelfahrt in Netzschkau getan.

Wir können nicht tatenlos zusehen, wie schlechte Dinge in der Gesellschaft „normalisiert“ werden, nur weil es vielen Menschen an Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Glauben oder auch nur schlicht an der Einsicht fehlt, etwas dagegen zu tun. Zu viele unserer jungen Leute sind suchterzeugenden Einflüssen ausgesetzt, viele schon im Kindesalter in der Schule oder im Freundeskreis. Wir adressieren alle Dinge, die zum Wort der Weisheit gehören, durchaus deutlich, so dass jedes Kind in der Primarvereinigung die Gefahren von Alkohol, Nikotin und Drogen kennt und nicht unwissend diesen Gefahren ausgesetzt wird.
Ganz anders sieht die Sache bei anders gearteten Drogen aus, die man nicht trinkt, raucht oder kifft, die aber viel leichter zu bekommen sind und genau die gleichen oder noch schlimmere Abhängigkeiten erzeugen können. Sie ziehen Folgen nach sich, die Kinder oder Jugendliche, wenn sie damit konfrontiert werden, nicht im Geringsten einschätzen können.

Einige dieser leicht zugänglichen „Drogen“ sind Pornographie, Spielsucht und Flucht in virtuelle Welten.

Eltern haben oft keine Ahnung, was wirklich passiert oder sind unsicher, wie sie solche Probleme ansprechen oder lösen können. Auch in unseren Gemeinden wird oft nicht klar genug darüber aufgeklärt und Hilfe angeboten.

Ich habe in beiden Vorträgen kein Blatt vor den Mund genommen und an den Reaktionen gemerkt (sowohl von Jugendlichen als auch von Eltern, die sich danach bei mir bedankt haben), dass es erstens richtig war, Klartext zu reden – auch wenn es anstrengend ist und zweitens, dass wir noch viel konsequenter an dem Thema dran bleiben müssen. Das werden wir auch tun.

Am wichtigsten ist aber, dass wir die Betroffenen bedingungslos lieben. Dazu ist das Evangelium Jesu Christi sehr klar. Ohne Liebe kann nichts bewirkt werden.

Am Beispiel der Pornographie habe ich eine Präsentation zusammengestellt, die ich nach einer Anti-Pornographie Website „Fight the new drug“ genannt habe. Man kann sicher daran noch einiges verbessern. Ich habe bei den Vorträgen einiges gelernt, wie man sich noch klarer ausdrücken kann (die Mädchen haben als erste davon profitiert) und welches Material man noch benutzen könnte.

Hier sind einige Auszüge. Am Schluss gibt es einen Link für alle, die die Präsentation downloaden wollen.

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Link zum Video: http://www.overcomingpornography.org/individuals?lang=deu

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Link zum Video: http://www.overcomingpornography.org/spouses-and-families?lang=deu

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Es gibt Hilfe und Umkehr

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Download der Präsentation (im Powerpoint Format):

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Wochenende in Elend (nicht im Elend :D) mit unseren Jugendlichen

Letztes Wochenende fand wieder (zum 3. Mal) die alljährliche Fahrt der Pfahlpräsidentschaft mit den Jugendlichen unseres Pfahles statt. Ziel war diesmal der Brocken im Harz. Gezeltet wurde im Waldbad in Elend, ein Ort, der sich als super geeignet für unsere Zwecke erwiesen hat. Die Unterstützung durch die Betreiber des Waldbades war unübertrefflich. Es war wirklich hervorragend. So viel Zuvorkommen habe ich selten erlebt. Vielen Dank dafür.
14°C Wassertemperatur im Bad konnten nicht wirklich abschrecken. Vor allem nicht nach ca. 22 km Wanderung von Elend auf den Brocken und zurück.
Die Strecke hat uns alle einigermaßen geschafft, aber alle sind wohlbehalten hoch und auch wieder runter gekommen. Ich habe auch gut geschwitzt. War erst am Tag vorher von einer Dienstreise mit 12 Stunden Flug zurück gekommen. Da hat die Bewegung richtig gut getan.
Es ist schon wichtig, sich regelmäßig richtig zu fordern. Erfahrungsgemäß haben Jugendliche (aber auch jeder andere), die erfolgreich dem Impuls, aufzugeben oder Versuchungen widerstehen und sich beherrschen können, weniger Probleme in ihrem Leben.

Bemerkenswert war, dass die Gewitter und Starkregenfälle, die es an dem Wochenende im Harz gab, einen ausreichenden Bogen um uns gemacht haben 🙂

Ein Freiluftgottesdienst war auch gleichzeitig der Startschuss für das neue Seminarjahr. Wir hatten da wirklich eine besondere Atmosphäre.

Ich möchte mich bei allen Jugendlichen für die sehr gute Disziplin bedanken. Keine Eskapaden, keine Drogen, kein Alkohol, keine Obszönitäten, kein Ausgrenzen, absolut keine Schwierigkeiten. Mit euch kann man sich sehen lassen ! Ihr habt gezeigt, dass Anstand und seinen Glauben leben keine Spaßbremsen sind. Dieses Vorurteil ist sowieso völliger Quatsch.
Ihr seid uns wichtig, und es ist uns nicht egal, wie es euch geht und was ihr tut.
Vielen Dank auch an meine Ratgeber und alle Betreuer, die sich um alles gekümmert und sich ebenfalls den Berg rauf „gequält“ haben. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Hier sind ein paar meiner Pics:

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Das Camp in Elend (Harz)

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Brockenbahn, die wir selbstverständlich nicht benutzt haben

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rgendwann mussten Höhenmeter her

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Auf dem Brocken

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Lektion in deutscher Geschichte

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14 Grad waren keine Abschreckung

Sisters und Elders – Part 01

Ich bin heute von einer Dienstreise aus Taiwan zurückgekommen und sofort nach der Landung in Dresden nach Leipzig gefahren, um eine schöne Aufgabe zu erledigen.
Sister Elisabeth Schmidt, die für 18 Monate in der Leeds England Mission unserer Kirche gedient hat, hat ihre Mission ehrenhaft beendet und ist wieder nach Hause zurückgekehrt.
Es ist meine Aufgabe als Pfahlpräsident, Missionare in ihre Berufung einzusetzen und nach ihrer Rückkehr wieder zu entlassen. Es sind jedes Mal besondere Erlebnisse, die mich sehr bewegen.
Auch heute war es so.  Ich kann mich sehr gut an meine Gespräche mit Sister Schmidt vor ihrer Mission und den Segen, den ich ihr bei ihrer Einsetzung gegeben habe, erinnern. Heute habe ich eine selbstbewusste junge Frau wieder gesehen, die begeistert von ihrer Mission und den Menschen, die sie in England kennengelernt und mit den sie gearbeitet hat, erzählte; die in ihrer geistigen Reife gewachsen ist und eine große Liebe für das Land und die Menschen dort entwickelt hat. Ich dachte, wie gut würden solche Erfahrungen vielen jungen Menschen tun. Einfach mal 1-2 Jahre den Fokus von sich selbst wegnehmen und einer guten Sache dienen und dabei automatisch zu wachsen, wie man es eigentlich nicht kann, wenn man hauptsächlich auf sich selbst fixiert ist.

Ich musste an eine Ansprache von Elder Bednar vom Rat der Zwölf denken, die ich diese Woche gelesen habe:

„… Es genügt auch nicht, dass wir vom Evangelium überzeugt sind, sondern wir müssen so handeln und denken, dass wir uns bekehren. Im Gegensatz zu den weltlichen Institutionen, die uns lehren, etwas zu wissen, fordert uns das Evangelium Jesu Christi dazu auf, etwas zu werden. …
Es genügt nicht, alles nur pro forma zu tun. Die Gebote, Verordnungen und Bündnisse des Evangeliums sind keine Liste von Beträgen, die in irgendein himmlisches Konto eingezahlt werden müssen. Das Evangelium Jesu Christi ist ein Plan, der uns zeigt, wie wir das werden können, was der himmlische Vater für uns vorgesehen hat. …“
(David A. Bednar, „Ein Missionar werden“, Generalkonferenz Oktober 2010)

Hier ist der Link zu dieser Ansprache:
https://www.lds.org/general-conference/2005/10/becoming-a-missionary?lang=deu

Sister Schmidt blieb nach ihrer Rückkehr aus England noch knapp zwei Tage länger Vollzeitmissionarin, um zu warten, bis meine Dienstreise beendet ist und ich sie persönlich entlassen konnte.
Vielen Dank, liebe Elisabeth, für deine Geduld. Alles Gute für deine Zukunft. Du hättest dich nicht besser darauf vorbereiten können.

Mobbing

Ich finde, das ist ein sehr wichtiges Video – nicht nur für Jugendliche.

http://www.youtube.com/watch?v=FYVvE4tr2BI

Sehr nachdenkenswert. Es geht ja nicht nur um die Zeitgenossen, denen es nichts ausmacht, andere bewusst zu verletzen oder zu erniedrigen, egal ob ihnen die Folgen klar sind oder nicht. Es leiden viele erheblich darunter und deshalb ist es richtig, deutlich zu machen, dass dieses Verhalten absolut nicht akzeptabel ist.

Das ist der Link zur Ansprache von Präsident Dieter F. Uchtdorf, die im Video verwendet wird.
https://www.lds.org/general-conference/2012/04/the-merciful-obtain-mercy?lang=deu

Ich musste aber auch darüber nachdenken, ob es mir vielleicht manchmal passiert, dass ich durch Gedankenlosigkeit oder weil mir eine Sache so wichtig erscheint, dass ich auf Befindlichkeiten anderer keine Rücksicht nehmen möchte oder kann, jemanden in meiner Umgebung verletze.

Wenn man Verantwortung trägt, kommt man unweigerlich in solche Zwickmühlen.

Die Beschäftigung mit dem Video hat mich daran erinnert, dass es zu meinen Zielen gehört, Menschen mit denen ich in Kontakt bin, mehr Wertschätzung zu zeigen und ihnen mehr Selbstwertgefühl zu geben. Es ist gut, regelmäßig daran erinnert zu werden.

Andere zu verletzen ist nach der Definition des Evangeliums eine Sünde für die uns aber Gott Vergebung gewährt, wenn wir davon ablassen und uns bemühen, die angerichteten Schäden wieder gut zu machen.

Elder David L. Bednar, vom Rat der Zwölf Apostel hat zur Herbst-Generalkonferenz 2007 den Prozess noch besser erklärt:

„Zum Evangelium Jesu Christi gehört viel mehr, als Sünden zu vermeiden, zu überwinden und von ihnen und den schlechten Einflüssen in unserem Leben gereinigt zu werden; ein wesentliches Element besteht auch darin, Gutes zu tun, gut zu sein und besser zu werden. Es ist geistig gesehen notwendig, dass wir immer bedacht sind, von unseren Sünden umzukehren und nach Vergebung zu trachten. Aber die Sündenvergebung ist nicht der einzige und schon gar nicht der Endzweck des Evangeliums. Die Bündnispflicht, die wir auf uns genommen haben, besteht darin, den Heiligen Geist in uns eine Herzenswandlung bewirken zu lassen, sodass wir wie das Volk König Benjamins „keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern ständig Gutes zu tun“ (Mosia 5:2). Diese mächtige Wandlung ist nicht einfach ein Ergebnis dessen, dass wir härter arbeiten oder mehr Disziplin entwickeln. Es ist vielmehr die Folge einer grundlegenden Wandlung unserer Wünsche, Beweggründe und unseres Wesens – ermöglicht durch das Sühnopfer Christi, des Herrn. Unser geistiges Ziel ist es, sowohl die Sünde als auch den Wunsch nach Sünde zu überwinden, sowohl den Makel als auch die Tyrannei der Sünde.“

Es lohnt sich, mal die ganze Ansprache zu lesen. Ich bin bei der Lektüre von Elder Bednar´s Buch „Increase in Learning“ darauf gestoßen.

Hier ist der Link:

https://www.lds.org/general-conference/2007/10/clean-hands-and-a-pure-heart?lang=deu