Archiv der Kategorie: Gedanken

Mobbing

Ich finde, das ist ein sehr wichtiges Video – nicht nur für Jugendliche.

http://www.youtube.com/watch?v=FYVvE4tr2BI

Sehr nachdenkenswert. Es geht ja nicht nur um die Zeitgenossen, denen es nichts ausmacht, andere bewusst zu verletzen oder zu erniedrigen, egal ob ihnen die Folgen klar sind oder nicht. Es leiden viele erheblich darunter und deshalb ist es richtig, deutlich zu machen, dass dieses Verhalten absolut nicht akzeptabel ist.

Das ist der Link zur Ansprache von Präsident Dieter F. Uchtdorf, die im Video verwendet wird.
https://www.lds.org/general-conference/2012/04/the-merciful-obtain-mercy?lang=deu

Ich musste aber auch darüber nachdenken, ob es mir vielleicht manchmal passiert, dass ich durch Gedankenlosigkeit oder weil mir eine Sache so wichtig erscheint, dass ich auf Befindlichkeiten anderer keine Rücksicht nehmen möchte oder kann, jemanden in meiner Umgebung verletze.

Wenn man Verantwortung trägt, kommt man unweigerlich in solche Zwickmühlen.

Die Beschäftigung mit dem Video hat mich daran erinnert, dass es zu meinen Zielen gehört, Menschen mit denen ich in Kontakt bin, mehr Wertschätzung zu zeigen und ihnen mehr Selbstwertgefühl zu geben. Es ist gut, regelmäßig daran erinnert zu werden.

Andere zu verletzen ist nach der Definition des Evangeliums eine Sünde für die uns aber Gott Vergebung gewährt, wenn wir davon ablassen und uns bemühen, die angerichteten Schäden wieder gut zu machen.

Elder David L. Bednar, vom Rat der Zwölf Apostel hat zur Herbst-Generalkonferenz 2007 den Prozess noch besser erklärt:

„Zum Evangelium Jesu Christi gehört viel mehr, als Sünden zu vermeiden, zu überwinden und von ihnen und den schlechten Einflüssen in unserem Leben gereinigt zu werden; ein wesentliches Element besteht auch darin, Gutes zu tun, gut zu sein und besser zu werden. Es ist geistig gesehen notwendig, dass wir immer bedacht sind, von unseren Sünden umzukehren und nach Vergebung zu trachten. Aber die Sündenvergebung ist nicht der einzige und schon gar nicht der Endzweck des Evangeliums. Die Bündnispflicht, die wir auf uns genommen haben, besteht darin, den Heiligen Geist in uns eine Herzenswandlung bewirken zu lassen, sodass wir wie das Volk König Benjamins „keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern ständig Gutes zu tun“ (Mosia 5:2). Diese mächtige Wandlung ist nicht einfach ein Ergebnis dessen, dass wir härter arbeiten oder mehr Disziplin entwickeln. Es ist vielmehr die Folge einer grundlegenden Wandlung unserer Wünsche, Beweggründe und unseres Wesens – ermöglicht durch das Sühnopfer Christi, des Herrn. Unser geistiges Ziel ist es, sowohl die Sünde als auch den Wunsch nach Sünde zu überwinden, sowohl den Makel als auch die Tyrannei der Sünde.“

Es lohnt sich, mal die ganze Ansprache zu lesen. Ich bin bei der Lektüre von Elder Bednar´s Buch „Increase in Learning“ darauf gestoßen.

Hier ist der Link:

https://www.lds.org/general-conference/2007/10/clean-hands-and-a-pure-heart?lang=deu

Powerpoint ;-)

Ich bin in der Firma und bei meinen Kunden für meine herzliche Abneigung gegenüber Powerpoint Präsentationen bekannt. Ich ertrage sie und manchmal sind sie ja auch ganz nützlich. 🙂 Es ist aber erstaunlich, wie viel Zeit mit dem Basteln von Folien verbracht wird, in der man stattdessen sinnvoller kommunizieren oder etwas anderes nützliches tun könnte. Noch erstaunlicher ist, wie maßlos die Bedeutung dieses Mediums überschätzt wird.  Ich finde es immer amüsant, wenn sich in einem Meeting die Zuhörerschar in den „Powerpointmodus“ begibt und alle gebannt auf die Wand starren oder gegebenenfalls einschlafen. 🙂 In Asien kommt noch, dank Smartphone, das Fotografieren von Slides dazu. Ich gestehe, dass ich das auch schon gemacht habe. Allerdings habe ich die Bilder danach nie wieder angesehen 😀

Für mich ist es eine Qual, Folien zu erstellen. Und wenn ich schon mal etwas Cooles darstellen will, finde ich die Funktionen ewig nicht.
Ich arbeite viel lieber interaktiv mit Whiteboard oder Tafel. Das spart viel Zeit, erhöht die Aufmerksamkeit der Zuhörer dramatisch und fördert das Gespräch.  Meine Kunden wissen immer schon Bescheid.
Ganz selten, freilich, stelle ich auch mal Präsentationen zusammen, weil es sein muss, allerdings noch seltener aus eigenem Antrieb. Dabei finde ich „Death by Powerpoint“ recht anregend. 🙂

Pornography is harmful

Vielen Dank, Robert, für diesen Link:
http://www.fightthenewdrug.org/

Die Message auf diesen Seiten ist sehr wichtig. Ich habe in meiner kirchlichen Arbeit leider viel zu häufig mit den Folgen dieses Übels zu tun – mit Leuten in allen Altersgruppen, denen bewusst geworden ist, dass sie unter einem zwanghaften Verhalten leiden, das ihre Fähigkeit, Liebe und Mitgefühl für andere zu empfinden sehr oft stark beeinträchtigt und das sich nicht einfach abschalten lässt, weil es eben eine Sucht ist.
Das ist nur die Spitze des Eisberges. Die Zerstörung von Familien, der Verlust von Glaube und der Führung durch den Heiligen Geist, Gewalt, Verschwendung von Zeit und Geld, die meist unbewusste Unterstützung krimineller Organisationen und vieles mehr haben wir damit noch nicht einmal ansatzweise erwähnt.
Es ist mir unbegreiflich, dass dieses Problem zunehmend verharmlost wird, was aber offensichtlich mehr und mehr mit vielen Übeln (einschließlich der Legalisierung von Drogen) geschieht, die extrem hohe Profite abwerfen.
Rechtfertigungen und Beschönigungen werden uns als Gesellschaft leider nicht von den langfristigen Folgen befreien. Klingt etwas fatalistisch, ist aber nicht vermeidbar, es sei den viele Menschen beginnen umzudenken.
Jeder einzelne, dem klar wird, dass sich daran etwas ändern muss und  der Hilfe sucht, tut sich, seiner Familie und seiner Umgebung einen großen Gefallen.
In der Kirche machen wir gute Erfahrungen mit dem Genesungsprogramm für Suchtkranke (Addicition Recovery Program – ARP). Dieses Programm adressiert den geistigen Teil von Süchten auf wirkungsvolle Weise. In vielen Fällen sind sicher zusätzliche Therapien notwendig, aber ARP ist ein guter Begleiter für jeden, der sich von einer Sucht befreien möchte oder muss.

Links zum ARP:
http://addictionrecovery.lds.org/addiction-recovery-program-guide?lang=eng

http://www.lds.org/church/news/addiction-recovery-program-brings-individuals-to-christ?lang=deu

http://www.lds.org/church/news/addiction-recovery-program-calls-for-stories-of-recovery-and-healing?lang=deu

Interfaith dialogue

I came across this article the other day and was impressed by considerate way, this lady has described her experience with two sister missionaries of our Church.
Ich habe diesen Artikel vorgestern gelesen und war beeindruckt wie taktvoll diese Frau ihr Erlebnis mit zwei Missionarinnen unserer Kirche beschrieben hat.

http://www.patheos.com/blogs/whitehindu/2014/02/a-visit-with-mormons/

I remembered a dinner I had with some Muslims in Dubai some years ago who spoke very respectful about Mormons, or my good friend Rajen in India who introduced me to his family, who welcomed me with warmth and kindness.
Ich habe mich an ein Dinner vor ein paar Jahren in Dubai mit einigen Moslems erinnert, die sehr respektvoll über Mormonen gesprochen haben, oder an meinen guten Freund Rajen in Indien, der mich seiner Familie vorgestellt hat und die mich mit Wärme und Güte willkommen geheißen haben.

Those and many other experiences help and remind me to treat people of other or no religions with the same respect and kindness, no matter if I agree or disagree with their views.
Diese und viele andere Erlebnisse helfen mir und erinnern mich daran, Menschen mit anderen Religionen oder gar keiner mit dem gleichen Respekt und der gleichen Güte zu behandeln, egal ob ich mit ihren Ansichten übereinstimme oder nicht.

我的中国和台湾的朋友: 马年快乐 :-)

Allen meinen Freunden in China, Taiwan und anderswo in Asien wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr des Pferdes 2014 🙂

Ich war letzte Woche in China, in Shanghai und in der Provinz Hunan in Changsha und Hengyang, um Kunden zu besuchen. Auf den Flughäfen war schon letzten Freitag Hochbetrieb, besonders in Changsha und Shanghai Pudong. Dem Personal auf den Flughäfen war der erhöhte Stresslevel deutlich anzumerken.

China ist für mich ein besonderes Land. Ich war schon mehr als 100 Male dort und habe das Land und die Menschen lieben gelernt. Gleiches gilt für mich auch für Taiwan wo ich auch schon über 40 Mal war.
Hier sind ein paar Bilder, die ich bei meinen Besuchen in China innerhalb der letzten 12 Monate gemacht habe.

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Shanghai, Blick von unserem Company Hotel

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Brücke über den Yangtse River

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Kundenbaustelle in Nei Mengu

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I like Chinese food 🙂

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Shanghai Hongqiao Hub

Wie ich ein CES Lehrer wurde

Ich hatte in meiner Jugend einige einschneidende Erlebnisse,  die mein Leben entscheidend geprägt haben. Dazu gehörten die Ereignisse, die dazu führten, dass ich mit 19 Jahren als Lehrer im Seminarprogramm des Bildungswesen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (CES = Church Education System) berufen wurde als ich selbst dort noch Schüler war.

Das Seminarprogramm ist im Prinzip die religiöse Highschool für 14- bis 18-jährige Mormonen oder auch alle anderen, die daran Interesse haben. Es durfte 1980, als ich 16 war, in der DDR eingeführt werden. Es war für uns wie ein Wunder, da wir eigentlich an die restriktive Haltung der Regierung gegenüber uns gewöhnt waren. Wir waren total begeistert von dem Programm,  das sich über vier Schuljahre erstreckt. Für uns Jugendliche aus Hohenstein-Ernstthal fand der Unterricht einmal pro Woche nachmittags in Chemnitz (damals noch Karl-Marx-Stadt) statt. Ich erinnere mich sehr gern an diese Zeit und die guten Lehrer die wir hatten.

Ich hatte gerade eine Ausbildung zum Heizungsmonteur begonnen. Eigentlich wollte ich lieber studieren,  aber für einen Mormone, der nicht der kommunistischen Jugendorganisation FDJ angehörte und von vornherein deutlich gemacht hatte, keineswegs drei Jahre in der Nationalen Volksarmee zu dienen, waren die Chancen auf einen Studienplatz auf normalem Wege sehr gering. Ich folgte deshalb dem Rat meines Vaters, die Ausbildung zu beginnen,  in der Hoffnung,  dass sich irgendwann eine Chance auf ein Studium ergeben würde. Mein Vater war zu dieser Zeit schon schwer an Silikose erkrankt, eine Folge seiner Arbeit im Uranbergbau der Wismut. Er wollte mich auch so schnell wie möglich finanziell unabhängig sehen. Wie sich zeigen sollte, war das ein guter Rat.

Anfang des zweiten Lehrjahres hatte ich einen Arbeitsunfall bei Schweißarbeiten in einem Kesselhaus und zog mir einen komplizierten Bruch des linken Handgelenks zu. Die Heilung verlief nicht gut und es blieb ein Dauerschaden am Gelenk, der mir heute noch zu schaffen macht.

Ein Jahr später,  mit 18,  wurde ich wie jeder andere für den Pflichtwehrdienst in der NVA begutachtet, trotz meiner Verletzung als diensttauglich erklärt und als Militärkraftfahrer gemustert.

Ich konnte meine Ausbildung abschließen, aber die Ärzte gaben mir den Rat, den Beruf zu wechseln. Mein Ausbildungsbetrieb bot mir eine Alternative, aber die war auf längere Frist nicht gut. Ich äußerte deshalb den Wunsch zu studieren, worauf man mir sagte, dass dies in meinem Fall nicht so einfach sei, man sich aber um eine Lösung bemühen würde. Das taten meine Chefs auch wirklich, wofür ich ihnen immer dankbar sein werde. Das Ergebnis war, dass ich im Juli 1983 einen Einberufungsüberprüfungsbefehl von der Armee für Anfang September erhielt. Das war ein sicheres Zeichen, dass ich kurz danach zur Armee eingezogen werden würde und hoffentlich nach den 18 Monaten Pflichtwehrdienst mein Studium beginnen könnte.

Es kam aber ganz anders. Anfang August des betreffenden Jahres nahm ich an einer Jugendtagung unserer Kirche teil, die zwei wesentliche Folgen hatte. Ich lernte das Mädchen kennen, das später meine Frau wurde und ich hatte ein Gespräch mit Manfred Schütze, einem unserer Kirchenführer. Er hatte damals Verantwortung für das Bildungswesen der Kirche in der DDR. Wir saßen auf einer Parkbank hinter dem Gemeindehaus in Dresden und er sagte mir, dass er mich als Seminarlehrer berufen möchte. Ich erzählte ihm von der Einberufungsüberprüfung und dass ich voraussichtlich zur Armee eingezogen würde. Er ignorierte meine Bedenken komplett und meinte nur, dass er erwartet, dass ich mindestens vier Jahre im Seminar lehre. Aus irgendeinem Grund, den ich heute verstehe und den wir den Einfluss des Heiligen Geistes nennen, vertraute ich ihm und nahm die Berufung entgegen jeder Logik an.

Wenig später fand die Einberufungsüberprüfung zur Armee statt. Ich wurde als einziger in der Gruppe an diesem Tag als dauernd dienstuntauglich erklärt, obwohl mein Gesundheitszustand der gleiche war, wie ein Jahr zuvor. Ich war nie in meinem Leben in der Armee. Ich habe danach nie wieder etwas von der NVA der DDR gehört.

Am 6. September 1983, dem Tag an dem mein Vater starb, war ich zum ersten Mal Seminarlehrer. Ich werde das nie vergessen.

Ich war danach nicht vier, sondern mehr als 15 Jahre ehrenamtlicher Lehrer im Bildungswesen der Kirche.

1984 wurde ich zum Ingenieursstudium zugelassen, dass ich 1989 erfolgreich abschließen konnte.

Die Arbeit mit den Jugendlichen im Bildungswesen der Kirche hat mich stärker als alles andere, meine Kindheit zu Hause und meine Ehe ausgenommen, geprägt. Sie war ein Segen für meine Entwicklung, meine Familie und meine Karriere. Ich habe unzählige Dinge gelernt. Sie hat meinen Glauben und meine Überzeugung maßgeblich beeinflusst und gefestigt. Ich weiß mit Bestimmtheit,  dass der Himmlische Vater seine Hand über diesen Dingen hatte. Sowohl ich als auch eine Reihe anderer Menschen mussten dazu Entscheidungen treffen, von denen jeder das Gefühl, dass sie richtig sind, gehabt haben muss, durch welchen Einfluss auch immer.

Diese Woche in Taiwan

Diese Woche war ich auf Dienstreise in Taiwan. Es war wie immer physisch anstrengend durch den Schlafmangel, aber sobald ich in unserem Büro in Hsinchu meine taiwanischen Kollegen treffe, geht es mir gut. Das sind gute Jungs, die Unterstützung und Ermutigung verdienen. Im Job bleiben ihnen oft Anerkennung und Lob versagt, vor allem wenn man ständig mit fordernden Kunden zu tun hat, die unter Druck stehen und diesen Druck erbarmungslos weitergeben. Also versuche ich sie mit meiner Erfahrung zu unterstützen wo ich nur kann und ihnen das Gefühl zu geben,  dass sie mir wichtig sind, ich sie mag und gern mit ihnen zusammen arbeite. Ich erfahre von ihnen gleichermaßen Freundschaft, die mir gut tut und mir hilft, die Anstrengungen zu ertragen. Ich habe in den letzten 12 Jahren in Asien so viele großartige Menschen kennengelernt.

Taiwan

Dieses kleine Beispiel zeigt mir, wie wichtig es ist, wie ich meine Kollegen behandle. Das gleiche trifft natürlich auch auf die Familie, Umgebung und die Gemeinde zu.
Ich bin dankbar für unsere Mitglieder in den Gemeinden aber auch alle sonst, die sich uneigennützig um das seelische Wohl ihrer Mitmenschen kümmern, ohne dafür viel Anerkennung zu erhalten. Sie nehmen sich die Zeit zuzuhören, vergessen ihre eigene Agenda und sind einfach nur Freund und manchmal vielleicht Ratgeber.
Ich sehe bei vielen Menschen, die ich treffe, ein wachsendes Defizit an empfangener Nächstenliebe und daran, mit Freundlichkeit und Wohlwollen behandelt zu werden – sei es im Arbeitsumfeld, durch ständige Krisen in Familien oder auch durch Einsamkeit.
Unsere Gemeinden können noch mehr als bisher Orte sein, an denen man genau diese Dinge großzügig erhält. Ich glaube, das gibt auch den Menschen zusätzliche Kraft, denen es bisher an Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen, oder überhaupt der Einsicht mangelt, Missstände im eigenen Leben zu beheben. Viele haben auch ein Problem mit ihrer Konfliktfähigkeit und sind nicht in der Lage, Probleme von den Menschen zu trennen. Deshalb werden Meinungsverschiedenheiten oft persönlich.

Meine Erfahrungen sagen mir klar, dass es viel nachhaltiger und langfristig erfolgreicher ist, mit Liebe und Freundlichkeit zu agieren als mit Härte. Klar, manchmal sind eindeutige Ansagen erforderlich, wenn man in der Verantwortung steht. Mir kommen dann immer die berühmten Verse aus Lehre und Bündnisse 121:41-45 in den Sinn:

„41  Kraft des Priestertums kann und soll keine Macht und kein Einfluss anders geltend gemacht werden als nur mit überzeugender Rede, mit  Langmut, mit Milde und Sanftmut und mit ungeheuchelter Liebe,
42  mit Wohlwollen und mit reiner Erkenntnis, wodurch sich die Seele sehr erweitert, ohne Heuchelei und ohne Falschheit,
43  alsbald mit aller Deutlichkeit zurechtweisen, wenn vom Heiligen Geist dazu bewegt; und danach demjenigen, den du zurechtgewiesen hast, vermehrte Liebe erweisend, damit er nicht meint, du seiest sein Feind,
44  damit er weiß, dass deine Treue stärker ist als die Fesseln des Todes.
45  Lass dein Inneres auch erfüllt sein von Nächstenliebe zu allen Menschen und zum Haushalt des Glaubens, und lass  Tugend immerfort deine Gedanken zieren; dann wird dein Vertrauen in der Gegenwart Gottes stark werden, und die Lehre des Priestertums wird auf deine Seele fallen wie der Tau vom Himmel.“

In diesen Versen finde ich immer wieder Motivation, genauso wie auch in der folgenden Schriftstelle aus Matthäus 11:28-30:

„28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Wir denken manchmal, das passiert automatisch nur durch Wunschdenken, dabei ist ein interessanter Aspekt dieser Verse, was wir tun können, um selbst Erleichterung zu finden und/oder anderen dabei zu helfen.

Warum mir mein Glaube gut tut

Ich hatte gestern Abend in Leipzig mit meinen Ratgebern ein Meeting mit den Bischöfen, Zweigpräsidenten und Hohen Räten unseres Pfahles.

Dabei sagte einer der Teilnehmer in der Diskussion, wie wichtig es ist, dass uns unsere Religion nicht nur Freude macht, sondern uns auch gut tut. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch darüber und auf der Heimfahrt habe ich die ganze Zeit über diesen Punkt nachgedacht.

Ebenfalls gestern traf ich nachmittags den Geschäftsführer einer Firma, die mit der Firma, für die ich arbeite, kooperiert. Wir kennen uns schon seit Jahren und er fragte mich, wie ich es schaffe die Belastungen und den Druck in meinem Beruf zu ertragen.

Das erste, woran ich gedacht habe, sind meine Ehefrau und unsere Kinder, Schwiegerkinder und die Enkelin. Sie sind für mich das allerwichtigste. Jedes Mal (und das ist mehrmals im Monat), wenn ich von einer Dienstreise aus China, Taiwan, Korea, den USA oder irgendwo anders auf der Welt wieder nach Hause fliege, freue ich mich riesig auf sie. Es gibt zum Beispiel nichts Schöneres für mich als mit meiner Familie am Frühstückstisch zu sitzen und die Zeit zusammen zu genießen. Meine Familie tut mir gut. Und dass sie mir gut tut, hat eine Menge mit dem zu tun, was wir alle in unserer Kirche über die Jahre, Woche für Woche darüber gelernt haben, wie man Liebe in der Ehe und Familie pflegt. Darüber bin ich froh.

Ich will damit nicht sagen, dass es bei uns nie Krisen oder Probleme gegeben hat oder in Zukunft geben wird. Das Evangelium Jesu Christi gibt uns aber die Werkzeuge in die Hand, die gebraucht werden, um bei Problemen nicht aufzugeben und eben nicht alles hinzuwerfen (was ich als eine der verhängnisvollsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft sehe), sondern Probleme zu lösen und Egoismus, der am häufigsten die Ursache von Ehe- und Familienproblemen ist zu überwinden.

Der wichtigste Schlüssel für uns zu Hause ist, dass wir uns vorbehaltlos lieb haben. Anfang der Woche habe ich es meiner ganzen Familie in einem Brief geschrieben.

Wenn ich meinen Geschäftspartnern in aller Welt erzähle, dass ich über 28 Jahre glücklich verheiratet bin, werde ich meistens ungläubig angeschaut und häufig werde ich gefragt, wie man das schaffen kann.

Es tut mir auch gut, meine Berufung in der Kirche zu erfüllen, mit großartigen Menschen zusammen zu arbeiten und Seelsorger oder auch Mentor zu sein. Es ist mit beachtlichen Belastungen verbunden aber das wird für mich komplett aufgewogen, wenn ich sehe, dass Menschen geholfen werden kann und sich Probleme zum Guten ändern. (Es gibt selbstverständlich auch Enttäuschungen und manche Probleme ändern sich nicht, vielleicht nie, es lohnt sich aber trotzdem zu arbeiten.) Es klingt vielleicht paradox aber meine Berufung in der Kirche gibt mir eine Menge mentale und physische Kraft für meinen Beruf.

Es tut mir gut, sonntags am Abendmahl teilzunehmen und über meine Beziehung zu Gott nachzudenken und wie ich meinen Glauben in der kommenden Woche besser leben kann. Außerdem treffe ich in den Gemeinden jede Woche Gleichgesinnte und Freunde, mit denen ich herzlich verbunden bin.

Es tut mir gut, täglich zu beten und mich mit den Heiligen Schriften zu beschäftigen. Es gibt mir mehr Ausgeglichenheit, besonders dann, wenn Probleme an die Substanz gehen.

Es gibt noch viel mehr Dinge in meinem Glauben, die mir sehr gut tun. Ohne meinen Glauben wäre ich nicht der, der ich bin. Vielleicht schreibe ich später über das eine oder andere. Manchmal sehe ich die Dinge die gut tun gar nicht so deutlich, betrachte vieles als selbstverständlich und natürlich gibt es auch noch sehr viel zu lernen.

Diese kleine Diskussion gestern Abend hat mir aber geholfen, etwas mehr darüber nachzudenken.