In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit zum Bloggen. Es ist jetzt nicht wirklich besser geworden aber trotzdem ist es an der Zeit, drei junge Leute aus unserem Pfahl zu erwähnen, die kürzlich ihre Vollzeitmission begonnen bzw. beendet haben.
Elder Andreas Freitag aus der Gemeinde Erfurt hat im August seinen Dienst in der London England Mission angetreten. Ein kluger junger Mann mit dem ich interessante Gespräche hatte. Er wird in seiner Mission Menschen aus der ganzen Welt begegnen und viel Gelegenheit haben, sein Wissen und Zeugnis zu teilen.
Viel Erfolg, Elder Freitag.
Ebenfalls im August kam Elder Bastian Staiger aus der Gemeinde Köthen aus der Novosibirsk Russia zurück. Vor zwei Jahren hatte er seinen Dienst in der Vladivostok Russia Mission angetreten. Während seiner Zeit traten in Russland Gesetze in Kraft, die den Schwerpunkt der Arbeit von Missionaren verändern und an die sich die jungen Volunteers genau halten müssen.
Vielen Dank, Bastian für deinen ehrenvollen Dienst unter diesen veränderten Bedingungen. Du wirst die Zeit immer in Erinnerung behalten. Alles Gute für dein Studium und den Segen Gottes für deine Zukunft.
Schon seit einigen Monaten auf Mission ist Sister Eva Kallenborn aus der Gemeinde Jena. Sie dient in der London South England Mission.
Ich erinnere mich gern an unsere Gespräche und die Einsetzung als Missionarin in ihrem Elternhaus in Lübbenau. Das war ein besonderes und schönes Erlebnis für mich, das ich nicht vergessen werde.
Alles Gute und viel Erfolg in England, Sister Kallenborn.
Am ersten Septemberwochenende war es wieder soweit – die diesjährige Fahrt der Pfahlpräsidentschaft mit den Jugendlichen unseres Pfahles führte uns nach Schloß Martinfeld im Eichsfeld – eine sehr schöne und pittoreske Gegend.
Wir waren an die 90 Teilnehmer, davon mehr als 75 Jugendliche. Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team und stolz auf unsere Jugendlichen, mit denen wir solche Aktivitäten veranstalten können, ohne dass wir uns über das Benehmen in der Herberge und unterwegs als Gruppe Sorgen machen müssen.
Am Samstag sind wir in Lengenfeld unterm Stein auf einer alten Bahnstrecke Draisine gefahren – 13 km bergauf und 13 km wieder runter. Tolles Erlebnis, vor allem die Tunnel 🙂
Das fanden alle lustig – die Pfahlpräsidentschaft als BremserBoarding 🙂
Samstagabend hatte ich die Gelegenheit, mit unseren jungen Leuten ein Fireside zu machen. Der eine oder andere wird sich anhand der Bilder unten hoffentlich noch erinnern, was wir besprochen haben.
Herzlichen Dank an alle Betreuer, die wie immer selbstlos ihre Zeit und ihren Schlaf geopfert haben. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr.
Mehr Bilder unter www.pfahl-leipzig.de/links auf Downloads klicken, dann Jugend -> Fahrten mit der PPS -> 2017-09 Martinfeld
Vergangenen Samstag fand unser jährlicher Pfahltag statt. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann wir die Tradition begonnen haben – vielleicht vor 6 oder 7 Jahren. Dieses Jahr waren wir in Erfurt.
Ein herzlicher Dank an die Gemeinde Erfurt für die tolle Organisation und die vielen Ideen. Es war einfach wieder absolute Klasse. Ebenso ein herzliches Dankeschön an die Schwestern der Pfahl-Primarvereinigungsleitung für die Gestaltung des Treffens der 3 – 7-jährigen Kinder eine Waldlichtung nebenan.
Treffpunkt war am Gemeindehaus in der Hochheimer Straße. Von dort ging es in den Steigerwald, wo uns eine Menge Betätigungsmöglichkeiten erwarteten. Das Wetter war perfekt, die Teilnehmer zahlreich und die Verpflegung lecker. Bruder Werner Kosak aus Werdau und Bruder Siegfried Müller aus Leipzig waren mit 91 bzw. 90 Jahren die ältesten Teilnehmer.
Erstaunlich viele Besucher absolvierten den „modernen“ Fünfkampf – bestehend aus Dreisprung, Gummistiefel-Weitwurf, Strohsackwerfen, Holzpfahl in den Boden hämmern und Nagel einschlagen. Mir tat nach dem Dreisprung die Kniekehle weh :D. Ich hatte das bestimmt über 25 Jahre nicht gemacht. Es hat großen Spaß gemacht. Natürlich gab es eine Urkunde für das Buch der Erinnerung. 🙂
Nicht zu schlagen im Gummistiefelweitwurf war Elder Vasai aus Samoa, der zur Zeit in Erfurt dient.
Nach dem Mittagessen war es Zeit für Teamwork. Bischof Möller machte die Einweisung :).
Ich denke, alle die dabei waren, werden mit zustimmen, dass es ein gelungener Tag war – mit Bewegung, Sport, Spiel, Spaß, guten Gesprächen und ebenso gutem Essen. Für alle Altersgruppen war etwas dabei.
Wir werden nächstes Jahr die Tradition ganz bestimmt fortführen.
Zur Zeit wird das Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Leipzig in der Oeserstraße rekonstruiert. Das Gebäude ist Heimat von zwei Gemeinden mit mehr als 500 Mitgliedern und dient als Zentrum des Pfahles (Kirchenbezirkes) Leipzig. Es wurde Anfang der achtziger Jahre errichtet und ist mit den Jahren bei vielen Veranstaltungen an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen.
Inzwischen geht es auf der Baustelle sichtbar voran. Ich dachte, dass ich mal kurz erzähle, wie es zu diesem Projekt gekommen ist.
Ende Dezember 2014, zwischen den Feiertagen, schwirrten mir viele Gedanken durch den Kopf, wie wir einige der Probleme im Gemeindehaus Leipzig lösen und das Gebäude für die nächsten 20-30 Jahre fit machen könnten. (Als Teil meiner Kirchenberufung trage ich auch Verantwortung für die Kirchengebäude innerhalb unseres Pfahles.)
Bei den limitierten Rahmenbedingungen fiel mir anfangs nicht wirklich etwas ein. Aber irgendwann kam mir plötzlich der Gedanke: „Baut in Richtung Straße. Kommt näher zu den Leuten.“ Mit diesem Gedanke formten sich plötzlich Bilder und Ideen aneinander und ich machte auf meinem Tablet zwei Skizzen. Nicht sehr professionell 🙂 aber es war ein Anfang. Das sind sie:
Von da an ließen mich die Ideen und vor allem die Gefühle, die ich dabei hatte, nicht mehr los.
Ziele waren eine Erweiterungsmöglichkeit für die Kapelle, eine völlige Umgestaltung des Eingangsbereiches, neue Sanitäranlagen auf beiden Ebenen, Räume für das Religionsinstitut und die Möglichkeit, dass zwei Gemeinden ihre Versammlungen unter besseren Bedingungen parallel durchführen können und so Kapazitäten für weitere Gemeinden entstehen.
Anfang 2015 habe ich meine Ideen mit meinem alten Freund Michael Lehmann, unserem zuständigen Facility Manager, besprochen. Wir sind zu einem Architekten, der Erfahrung mit modernen Kirchengebäuden hat, gegangen und daraus ist dann in monatelanger Arbeit und vielen Diskussionen ein Projekt entstanden. Es sieht ein wenig anders aus, als meine alte Zeichnung, aber die ursprünglichen Ideen sind enthalten, und es berücksichtigt viele weitere Dinge. Es bietet für die Zukunft einige Erweiterungsmöglichkeiten, die wir jetzt nicht im Budget unterbringen konnten.
Bis zum Baubeginn vergingen noch zwei Jahre, aber jetzt ist alles voll in Aktion. Ich bin dankbar für alle, die auf irgendeine Weise dabei mitgewirkt haben und es immer noch tun.
Die Bauzeit ist für die beiden Gemeinden nicht leicht zu überbrücken. Ich bin froh, dass die Gemeindemitglieder sich darauf sehr gut eingestellt haben und dafür auch beträchtliche Opfer auf sich nehmen. Ich glaube, dass viele die Erfahrungen, die sie jetzt unter erschwerten Bedingungen machen, später nicht mehr missen möchten.
Ich freue mich auf die Fertigstellung und bete darum, dass das neue Haus gut angenommen werden wird.
Herzlichen Dank an alle, die vergangenen Samstag und Sonntag an unserer Pfahlkonferenz mitgewirkt haben. Es ergäbe eine lange Liste, wenn ich jeden Namen hier nennen würde. Es war eine großartige Zeit mit einer Vielzahl sehr guter Botschaften. Ein großes Dankeschön an alle Sprecher in allen vier Versammlungen einschließlich der Jugendkonferenz. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Gedanken – alle zum gleichen Thema.
Die Musik, sowohl vom Chor als auch vom Orchester war wundervoll und hat uns alle sehr berührt. Ich denke, den Abschluss gestern in Böhlen mit dem Calvary (unter Begleitung der Streicher) und das Jerusalem wird niemand so schnell vergessen. Das war wirklich etwas besonderes.
Vielen Dank ebenfalls an alle, die die weniger sichtbaren Dinge tun, die aber ebenso wichtig sind, damit eine große Konferenz gelingen kann.
Da das Gemeindehaus in Leipzig dieses Jahr umgebaut wird, mussten wir am Samstag nach Dresden ausweichen. Wir sind dem Pfahl Dresden für die unbürokratische Hilfe dankbar und haben uns gefreut, dass viele den längeren Weg in Kauf genommen haben.
Das Thema der Konferenz, wie wir unseren Glauben authentischer leben können und sollten und wie wir damit die Zukunft der Kirche in unserer Umgebung gestalten, liegt uns seit einiger Zeit sehr am Herzen. Das Interesse, dass darüber gesprochen wird, war schon im Vorfeld groß und wir sehen am Feedback, das wir erhalten, wie wichtig das Thema ist.
Wir hoffen, dass die wichtigsten Aussagen verstanden wurden und, was noch viel wichtiger ist, dass sie positive Veränderungen bewirken.
Als Pfahlpräsidentschaft hatten wir das Gefühl, dass wir unseren Mitgliedern einen persönlichen Brief übergeben sollten – nicht einfach nur eine Email, von der höchstens drei Zeilen gelesen werden – sondern ein richtiger Brief im Umschlag. 🙂
Darin haben wir einige der Dinge adressiert, die uns wichtig sind:
Das Evangelium Jesu Christi ist nicht bloß eine Sammlung erwägenswerter Optionen, sondern es ist ganzheitlich und entfaltet seine kompletten Segnungen dann, wenn es in unserem Leben auch den entsprechenden Stellenwert einnimmt.
Gott erwartet nicht von uns Extremleistungen, die uns aus der Balance bringen. Er erwartet aber sehr wohl von uns, dass wir uns kontinuierlich und ganzheitlich bemühen, seine Lehren und Absichten besser zu verstehen und dabei vernünftige Prioritäten zu setzen.
Die Überwindung von Selbstbezogenheit und der Wunsch, anderen zu dienen, sind Schlüssel in diesem Prozess, der schrittweise zu mehr Verständnis, Dankbarkeit, Gewissheit, größere Ausgeglichenheit und Befriedigung sowie mehr Nächstenliebe führt.
Wir laden alle Mitglieder ein, genügend Selbstreflexion zu entwickeln, um an eigenen Schwächen zu arbeiten anstatt diese bei anderen zu kritisieren. Dabei helfen sie mit, sichtbare und unsichtbare Barrieren zwischen Menschen abzubauen.
Es wird immer wichtiger, zu verstehen, was das Festhalten an der eisernen Stange wirklich bedeutet.
Wir laden auch alle ein, tatkräftig mitzuwirken.
Ich möchte hier noch einmal unseren Brief einfügen:
Letzten Samstag haben wir Abschied genommen von einem besonderen Mann, einem Freund und Vorbild – Sanitätsrat Dr. Heinz-Jürgen Sickel aus Wulfen in Anhalt, ein Mitglied der Gemeinde Köthen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und Patriarch des Pfahles Leipzig.
Er war am Ostersonntag, den 16. April 2017, völlig unerwartet im Alter von 76 Jahren verstorben. Ein großer Mann, einer zu dem wir immer aufschauen werden – in allen Bereichen des Lebens – in seiner Familie, als Arzt, Sportsmann und in seinen vielen kirchlichen Berufungen, die er im Laufe seines Lebens erfüllt hat.
Wir trauern um ihn und fühlen uns mit der gesamten Familie eng verbunden.
Jürgen´s Familie hatte mich gebeten, auf seiner Trauerfeier zu sprechen. Ich bin der Bitte sehr gern nachgekommen. Es war eine schwere Aufgabe, da mich sein Tod sehr stark berührt hat. Es war aber auch eine schöne Aufgabe, über und für einen Mann zu sprechen, für den ich Achtung, Bewunderung und Liebe verspüre. Es war mir eine große Ehre, dass zu tun.
Einige Tage vor seinem Tod hatte ich ein interessantes Erlebnis. Meine beruflichen Reisepläne sahen vor, dass ich in der Woche nach Ostern an einer Messe in China teilnehme, dann das Wochenende in China bleibe und anschließend nach Japan weiterreise, um an Kundenmeetings teilzunehmen. Der Plan sah vor, dass ich vom 17.4. bis 27.4. nicht in Deutschland sein würde.
Am Mittwoch vor Ostern hatte ich das Gefühl, dass ich meine Flüge umbuchen sollte. Ich rief das Reisebüro an und buchte einen Rückflug von Shanghai nach Hause für den 20.4./21.4. und einen neuen Flug von Deutschland nach Japan für den 23.4. bis 27.4.
Es machte zu diesem Zeitpunkt gar keinen Sinn, bedeutete lediglich zusätzlichen Aufwand und Stress. Ich sagte meinen chinesischen Freunden ab, die mich für das Wochenende nach Wuyishan, einer tollen Sehenswürdigkeit in der Provinz Fujian, eingeladen hatten. Sie waren etwas enttäuscht aber sehr verständnisvoll.
Am Ostersonntag, nachmittags, erreichte mich die traurige Nachricht und die Information, dass die Beerdigung am 22.4. stattfinden wird. Ich wusste jetzt, warum ich alles geändert hatte.
Der Trauergottesdienst am Samstag war eines der bewegendsten Ereignisse, die ich miterlebt habe. Ich war stark beeindruckt, von den Botschaften seiner Kinder und unseres gemeinsamen Freundes Manfred Schütze, ebenso von der schönen Musik und den inspirierten Gebeten. Wir haben alle die Macht des Evangeliums Jesu Christi gespürt und den Einfluss des Heiligen Geistes.
Ich hatte die ganze Woche nachgedacht, was ich der Familie und den Hunderten von Trauergästen sagen könnte. Der Schlüssel kam, als ich ein Lied anhörte, dass in der Schwesternversammlung der Generalkonferenz im Oktober 2015 von einem Chor aller Altersgruppen gesungen wurde. Ich fand die Texte der in diesem Medley verwendeten Lieder so treffend und das Arrangement hat mich sehr berührt. Von da an wusste ich, was sagen werde.
Ich habe mir einige Schwerpunkte ausgesucht:
Was habe ich von Jürgen gelernt? Was nehme ich mit? Was wird sich durch sein Vermächtnis in meinem Leben ändern? Er ist den Dingen auf den Grund gegangen, hat mit Entschlossenheit und Kompetenz Konsequenzen gezogen und eingefordert. Das hat er mit einer bestimmten, natürlichen und liebevollen Autorität getan. Als ich mich auf seinen Rat hin vor zwei Jahren in die Herzklinik nach Leipzig begeben habe, musste ich eine Entscheidung treffen, einem Eingriff an meinem Herzen zuzustimmen oder nicht. Als ich Jürgen anrief, um mir einen finalen Rat zu holen, war es für mich ausreichend, seine Stimme am Telefon zu hören. Er musste nichts erklären. Ich ließ den Eingriff vornehmen und verspürte während der Zeit in der Klinik einen großen Frieden.
Jürgen wird weiterhin für seine Familie und alle, deren Leben er berührt hat, ein Segen sein – wie ein alter, mächtiger Baum, der stirbt, aber trotzdem seine Nachkommen und seine Umgebung mit seinen Nährstoffen versorgt. Er macht den Boden fruchtbar, in dem jüngere Bäume und Samen heranwachsen. Mir gefällt dieser Vergleich sehr. Er gibt uns Trost, besonders seiner Familie.
Jürgen hat viele Jahre als Patriarch gedient, eine wichtige Berufung, die vom Rat der Zwölf Apostel erteilt wird. Für diese Berufung benötigt man eine große Nähe zu Gott und starken Glauben. Jeder, der von einem Patriarchen seinen persönlichen Segen erhält, wird für ein tieferes Verständnis von diesem großartigen Plan der Erlösung befähigt. Unser Prozess des Verstehens hat im Vorherdasein begonnen und wird in diesem Leben nicht enden. Er geht über dieses Leben hinaus. Wenn wir von einem Menschen Abschied nehmen, können wir große Schritte vorwärts in diesem Prozess machen.
Jürgen ist am Ostersonntag gestorben. Natürlich erinnern wir uns an die besonderen Ereignisse im Zusammenhang mit der buchstäblichen Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach Seiner Kreuzigung. Ich musste an den Bericht von Maria im Neuen Testament, in Johannes, Kapitel 20 denken. Im Tempel in Freiberg hängt ein Gemälde, das Jesus und Maria in diesem Moment, wo sie Ihn erkennt und begreift, dass die Auferstehung wirklich ist, zeigt.
Ich möchte ab Vers 16 zitieren: „Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni (das heißt Meister)! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Am Abend desselben ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.“ (Johannes 20:16-20, Hervorhebungen vom Verfasser)
Hier werden große Fragen der Menschheit beantwortet. Jürgen hatte nicht die Spur eines Zweifels an diesen Wahrheiten. Es gibt mir Frieden und macht mich froh.
Nach einem solchen Erlebnis kann man nicht einfach so wieder zur Tagesordnung übergeben. Da bleiben wichtige Dinge haften, über die man Nachdenken muss und nicht einfach beiseite wischen kann. Die Botschaft der Auferstehung ist viel zu wichtig. Es ist traurig, wie wenig Raum sie in der öffentlichen Wahrnehmung und den Medien einnimmt – und wenn, dann oft mit völlig unklaren Deutungen. Dabei gibt es gar keinen Grund zur Unklarheit. Da jeder Mensch diesen Weg gehen muss, wäre es doch viel vernünftiger, sich angemessen damit zu beschäftigen, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu verstehen. Moroni, der letzte Schreiber des Buches Mormon, schließt das Buch mit folgendem Vers:
„Und nun sage ich allen Lebewohl. Ich gehe bald hin, im Paradies Gottes zu ruhen, bis sich mein Geist und Leib wieder vereinigen werden und ich im Triumph durch die Luft hingeführt werde, um euch vor dem angenehmen Gericht des großen Jehova zu treffen, des ewigen Richters der Lebenden und der Toten. Amen.“ (Buch Mormon, Moroni 10:34)
Jürgen hatte nicht die Gelegenheit, Lebewohl zu sagen. Aber er war in diesem Prozess des Verstehens sehr, sehr weit vorangekommen und vorbereitet, auf die andere Seite des Schleiers zu gehen, wo er mit Sicherheit auf die für ihn typische Art weiter wirkt. Wir werden ihn immer in unseren Herzen behalten und freuen uns auf das Wiedersehen.
Am nächsten Wochenende findet unsere Frühjahrs-Pfahlkonferenz statt. Wegen der Rekonstruktion des Gemeindehauses in Leipzig finden die Versammlungen am Samstag, den 29. April im Gemeindehaus in Dresden, Tiergartenstraße 42 statt. Trotz der längeren Anfahrt hoffen wir auf zahlreiche Besucher.
Der Konferenzgottesdienst am Sonntag, den 30. April findet wie gewohnt im Kulturhaus in Böhlen, Leipziger Straße 40 statt.
Ich bin gerade am Frankfurter Airport und habe noch etwas Zeit bis mein Flug nach Singapur startet. Ich möchte deshalb noch etwas nachholen, das längst überfällig war. Als ich Sister Elisa Jakobi am 13. Februar nach ihrer Mission aus ihrer Berufung entlassen habe, haben wir vergessen, ein Foto zu machen. Ich möchte aber diese Tradition beibehalten. Es ist mir wichtig, unseren Missionaren für ihren Dienst zu danken. Heute war ich in ihrer Gemeinde und wir haben mit 6 Wochen Verspätung das Foto gemacht. 🙂
Elisa hat 18 Monate in der Calgary Alberta Mission in Kanada gedient und ihre Mission ehrenvoll beendet. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch bei dem es für mich sehr interessant war, von Elisa´s Erfahrungen in einem Gebiet zu hören, in dem die Kirche sehr stark ist. Es hat mir viel Ansporn gegeben.
Besonders beeindruckt hat mich, wie die Mitglieder dort mit den Missionaren zusammen arbeiten. Ich denke, wir können davon einiges lernen.
Elisa, ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Lebensweg. Der Vater im Himmel möge dich reich segnen bei der Umsetzung deiner Lebensziele. Die Pfahlpräsidentschaft wird immer ein offenes Ohr für dich haben. Herzlichen Dank – auch dafür, dass du dich jetzt auch wieder im Pfahl engagierst.
Gestern Abend habe ich Elder James Vogel aus der Gemeinde Hohenstein-Ernstthal als Vollzeitmissionar eingesetzt. Er wird morgen in das MTC nach Chorley bei Preston reisen und danach zwei Jahre in der Alpenländischen Mission dienen. Ich freue mich sehr über James‘ Entschluss. Er hat sich so mit der Herausforderung auseinandergesetzt, wie es notwendig ist, um eine Entscheidung zu treffen, zu der man steht und Opfer zu bringen, ohne sich zu beklagen. Lieber James, dafür meinen vollen Respekt. Damit setzt du ein Zeichen für alle, die darüber nachdenken, eine Mission zu erfüllen.
Die Fireside zur Einsetzung gestern Abend war sehr schön. Ich hoffe, sie hat dir noch einen zusätzlichen Schub an Kraft und Mut gegeben.
Viel Spaß beim Erlernen der vielfältigen Dialekte in deinem Missionsgebiet. 🙂
Alles Gute für dich sowie den Schutz und Segen des Himmlischen Vaters wünschen dir alle, die dich kennen.
Vor zwei Wochen hatte ich die Gelegenheit, an einem Meeting mit der Gebietspräsidentschaft in Offenbach teilzunehmen. Präsident Kearon benutzte in seinen Ausführungen diese Variante des bekannten Kirchenliedes „Let Us All Press On“ (Gehet tapfer vorwärts), das von Richard Elliot arrangiert und bereits zu mehreren Generalkonferenzen gesungen wurde.
Ich liebe dieses Arrangement. Ich höre es oft im Auto oder im Flieger, wenn ich Gemeinden besuche oder auf Dienstreisen bin. Es baut mich auf, wenn ich mit Ärger oder Enttäuschungen konfrontiert bin. Es gibt mir Motivation und diesen sense of urgency, diesen inneren Drang, etwas Großartiges voran zu bringen, von dem Präsident Kearon gesprochen hat.
Es gibt bedeutende Gründe, das Werk des Herrn entschlossener voran zu bringen, und ich finde, es wird immer wichtiger. Das Thema beschäftigt mich stark.
Jede Organisation, die sich nicht nach vorne bewegt, läuft Gefahr zu stagnieren und sich in einen Verwaltungsmodus zu begeben. Dann verliert sie den Glauben, die Leidenschaft und den Drive, die notwendig sind, um Begeisterung zu wecken, Zusammenhalt zu schaffen und Ergebnisse zu produzieren, die uns wiederum weitertragen, an denen wir Freude haben und die helfen, Schwierigkeiten zu begegnen oder zu ertragen. Im Verwaltungsmodus verkümmern mutige Herzenswünsche, fangen Menschen an, Auseinandersetzungen über unwesentliche Dinge zu führen, Zusammenarbeit an Ich-bezogene Bedingungen zu knüpfen und den Blick für das große Ganze zu verlieren.
Im Gegensatz dazu, führt der Drang zur Weiterentwicklung, zum Teilen, zu einer anderen, positiveren Sicht auf Probleme, verändert Prioritäten, fördert das Zusammenwirken und stärkt zwischenmenschliche Beziehungen. Dadurch können Schwierigkeiten bewältigt werden, die im Verwaltungsmodus oft unüberwindlich erscheinen. Es muss etwas geben, auf das wir hinarbeiten und deshalb ist es eine logische Schlussfolgerung, dass wir uns in einer missionarischen Kirche befinden mit einer Botschaft von universeller Bedeutung.
Ich bin dankbar, dass ich von vielen Menschen umgeben bin, die diese Zusammenhänge verstehen und entsprechend handeln. Ich bin dankbar für die, die sich hinsetzen und versuchen, Verständnis zu entwickeln und über ihr eigenes Ich hinauszuwachsen.
Ich bin dankbar für die, auf die man sich verlassen kann, die Friedfertigen, Demütigen und Sanftmütigen, die Geduldigen und die Beständigen.
Ich bin dankbar für alle, die mit Sorgen und Problemen kämpfen und mir mit der Art und Weise, wie sie mit Erfolg aber auch Misserfolg umgehen, ein Vorbild sind.
Ich denke auch an diejenigen, die zu dieser Form von Selbstreflexion fähig sind, welche dabei hilft, Veränderungsbedarf bei sich selbst zu erkennen und weniger häufig andere oder die Umstände für Ungemach verantwortlich zu machen.
Ich bin dankbar für die, die zu großer Nächstenliebe und Verständnis für andere fähig sind und mir dabei ein Beispiel geben.
Nicht zu letzt beeindrucken mich Menschen sehr, die das Evangelium teilen, dienen und Opfer bringen, weil sie es wollen, nicht weil sie es sollen.
Glauben und Liebe zu einer großen Sache lassen sich nicht erzwingen. Es funktioniert nicht, wenn man versucht, „Techniken“ anzuwenden. Aber es ist möglich, den Wunsch dafür zu entwickeln (siehe Buch Mormon, Alma 32:26-43)