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Let Us All Press On

Vor zwei Wochen hatte ich die Gelegenheit, an einem Meeting mit der Gebietspräsidentschaft in Offenbach teilzunehmen. Präsident Kearon benutzte in seinen Ausführungen diese Variante des bekannten Kirchenliedes „Let Us All Press On“ (Gehet tapfer vorwärts), das von Richard Elliot arrangiert und bereits zu mehreren Generalkonferenzen gesungen wurde.

Ich liebe dieses Arrangement. Ich höre es oft im Auto oder im Flieger, wenn ich Gemeinden besuche oder auf Dienstreisen bin. Es baut mich auf, wenn ich mit Ärger oder Enttäuschungen konfrontiert bin. Es gibt mir Motivation und diesen sense of urgency, diesen inneren Drang, etwas Großartiges voran zu bringen, von dem Präsident Kearon gesprochen hat.

Es gibt bedeutende Gründe, das Werk des Herrn entschlossener voran zu bringen, und ich finde, es wird immer wichtiger. Das Thema beschäftigt mich stark.

Jede Organisation, die sich nicht nach vorne bewegt, läuft Gefahr zu stagnieren und sich in einen Verwaltungsmodus zu begeben. Dann verliert sie den Glauben, die Leidenschaft und den Drive, die notwendig sind, um Begeisterung zu wecken, Zusammenhalt zu schaffen und Ergebnisse zu produzieren, die uns wiederum weitertragen, an denen wir Freude haben und die helfen, Schwierigkeiten zu begegnen oder zu ertragen. Im Verwaltungsmodus verkümmern mutige Herzenswünsche, fangen Menschen an, Auseinandersetzungen über unwesentliche Dinge zu führen, Zusammenarbeit an Ich-bezogene Bedingungen zu knüpfen und den Blick für das große Ganze zu verlieren.

Im Gegensatz dazu, führt der Drang zur Weiterentwicklung, zum Teilen, zu einer anderen, positiveren Sicht auf Probleme, verändert Prioritäten, fördert das Zusammenwirken und stärkt zwischenmenschliche Beziehungen. Dadurch können Schwierigkeiten bewältigt werden, die im Verwaltungsmodus oft unüberwindlich erscheinen. Es muss etwas geben, auf das wir hinarbeiten und deshalb ist es eine logische Schlussfolgerung, dass wir uns in einer missionarischen Kirche befinden mit einer Botschaft von universeller Bedeutung.

Ich bin dankbar, dass ich von vielen Menschen umgeben bin, die diese Zusammenhänge verstehen und entsprechend handeln. Ich bin dankbar für die, die sich hinsetzen und versuchen, Verständnis zu entwickeln und über ihr eigenes Ich hinauszuwachsen.
Ich bin dankbar für die, auf die man sich verlassen kann, die Friedfertigen, Demütigen und Sanftmütigen, die Geduldigen und die Beständigen.
Ich bin dankbar für alle, die mit Sorgen und Problemen kämpfen und mir mit der Art und Weise, wie sie  mit Erfolg aber auch Misserfolg umgehen, ein Vorbild sind.
Ich denke auch an diejenigen, die zu dieser Form von Selbstreflexion fähig sind, welche dabei hilft, Veränderungsbedarf bei sich selbst zu erkennen und weniger häufig andere oder die Umstände für Ungemach verantwortlich zu machen.
Ich bin dankbar für die, die zu großer Nächstenliebe und Verständnis für andere fähig sind und mir dabei ein Beispiel geben.
Nicht zu letzt beeindrucken mich Menschen sehr, die das Evangelium teilen, dienen und Opfer bringen, weil sie es wollen, nicht weil sie es sollen.

Glauben und Liebe zu einer großen Sache lassen sich nicht erzwingen. Es funktioniert nicht, wenn man versucht, „Techniken“ anzuwenden. Aber es ist möglich, den Wunsch dafür zu entwickeln (siehe Buch Mormon, Alma 32:26-43)