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Pfahlkonferenzen

Die Multi-Pfahlkonferenz für das gesamte Gebiet Westeuropa war heute ein schönes Erlebnis. Ich habe viel gelernt. Wir haben im Pfahl Leipzig die Übertragung in 5 Gemeindehäusern gezeigt – Leipzig, Köthen, Erfurt, Werdau und Zwickau. Ich habe mich sehr über das große Interesse gefreut.

Inzwischen haben wir auch die Zusammenfassung unserer Frühjahrs-Pfahlkonferenz am 23. und 24. April 2016 in Leipzig und Böhlen fertiggestellt. Herzlichen Dank auch dieses Jahr wieder an Bruder Wolfgang Geiler aus der Gemeinde Köthen für die Mühe, seine Arbeit allen zugänglich zu machen.
Download: Pfahl Leipzig Frühjahrspfahlkonferenz 2016

Pfahlorchester Leipzig
Pfahlorchester Leipzig

Die heutige Übertragung der Multi-Pfahlkonferenz aus dem Conference Center in Salt Lake City (Broadcast in 72 Pfähle in ganz Westeuropa und Übersetzung in 18 Sprachen) wird generell nicht zum Download bereitgestellt. Es ist also gut, wenn wir unsere Aufzeichnungen verwenden, um die vielen wichtigen Gedanken in die Gemeinden zu tragen und anzuwenden.
Die erste halbe Stunde der Konferenz wurde durch die Pfahlpräsidentschaft gestaltet. Ich wurde heute von vielen gebeten, meine Ansprache zu teilen. Das möchte ich hier gern zusammenfassend tun.

„… Die meisten von Ihnen sind sicher mit Situationen vertraut, in denen man sehr stark gefordert wird und an die Grenzen der eigenen körperlichen oder auch geistigen Kräfte gelangt. Jeder empfindet solche Belastungen zwar anders und wird sie auf andere Weise verarbeiten, aber wir sind uns sicher einig, dass es enorm hilfreich ist, wenn es dann Menschen gibt, auf die man zählen kann und die einem den Rücken stärken.

Ich habe in den letzten Wochen sehr große berufliche Belastungen erlebt, die weit über das gewohnte Maß hinausgegangen sind, zeitgleich mit vielen Aufgaben und einigen wichtigen Entscheidungen in meiner Berufung. Etliches musste unerledigt bleiben oder muss warten. Wie dankbar bin ich für meine Ratgeber und andere Mitarbeiter, die Aufgaben übernehmen, ohne dass ich sie erst darum bitten muss. Es hilft nicht nur, dass wichtige Dinge erledigt werden, sondern es schafft ein Gefühl von Dankbarkeit, Solidarität, Zusammenhalt, Motivation und gegenseitiger Liebe.

Ebenso bin ich meiner lieben Ehefrau dankbar, die mir vorbehaltlos den Rücken stärkt und  ein viel besseres Gefühl für meine Bedürfnisse hat, als ich manchmal für ihre.

Gegenseitige Hilfe und gegenseitiges Verstehen entlasten uns auch oft von seelischen Belastungen, Schmerzen und reduzieren Stress. Vor einigen Tagen erhielten wir zu Hause eine Lieferung mit einem LKW. Das ist immer eine Herausforderung für die Fahrer, da die Zugangsstraße zu unserem Haus sehr eng ist. Der Fahrer begann also mit seinem Manöver, rückwärts in unsere Zufahrt zu steuern. Dabei musste er die Hauptstraße für einige Minuten blockieren, was ihm den lautstarken Zorn einer Busfahrerin einbrachte, die mit ihrem Bus stoppen musste. Der Fahrer geriet dabei so in Stress, dass er nicht darauf wartete, dass ihn jemand einweist, was dazu führte, dass er Zaun und Hecke unserer Nachbarn beschädigte. Wie wenig Geduld mit und Verständnis für die Situation des anderen erleben wir heute so oft. Und wie oft führt das zu vermeidbaren Fehlern und Konflikten. (Übrigens haben unsere Nachbarn mit großer Gelassenheit auf das Problem reagiert – es gibt also auch positive Beispiele.)

Vor drei Wochen habe ich wieder von vorn mit dem Lesen des Buches Mormon begonnen. Diesmal fühlte ich mich stärker als zuvor mit Nephi verbunden, der von dem Moment an, da Lehi die Offenbarung von Gott erhielt, Jerusalem zu verlassen, mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert wurde. Es hat mir gut getan, darüber zu lesen, wie Nephi mit diesem zum Teil extremen Stress umgegangen ist. Sicher, wir könnten sagen, dass Nephi mit einem großen Glauben gesegnet war und es ihm deshalb leichter fiel, die Veränderungen zu akzeptieren, die über die Familie hereinbrachen. Das spielt zweifellos eine große Rolle. Wir lesen nichts davon, dass Nephi gegenüber dem Willen des Herrn seine eigene Agenda aufbaute. Wir lesen jedoch sehr viel davon, was Nephi tat, um den Willen des Herrn und das große Ganze zu verstehen.

Folgender Vers verdeutlicht Nephis Einstellung sehr gut:

1 Nephi 2:16: “ Und es begab sich: Ich, Nephi, war noch sehr jung, wenn auch groß von Gestalt, und ich hatte auch großes Verlangen, von den Geheimnissen Gottes zu wissen; darum rief ich den Herrn an; und siehe, er besuchte mich und erweichte mir das Herz, so daß ich alle die Worte glaubte, die mein Vater gesprochen hatte; darum lehnte ich mich nicht wie meine Brüder gegen ihn auf.“

Lehi gibt seinem Sohn in 1 Nephi 3:6 die Verheißung: „… und der Herr wird dich begünstigen, weil du nicht gemurrt hast.“

Ich glaube nicht, dass es unter den Tatbestand des Murrens fällt, wenn man sich mal beklagt, weil es einen hart trifft oder alles schwerer geht, als man es sich vorgestellt hat. Konstruktive Kritik, die nicht erniedrigt, sondern Verbesserungen im Sinn hat, ist kein Murren. Genauso wenig machen wir uns wahrscheinlich des Murrens schuldig, wenn wir etwas noch nicht verstehen und das vielleicht auch zum Ausdruck bringen, aber dennoch den Wunsch und die Demut haben, zu lernen und zu verstehen. Manches braucht eben seine Zeit und Anstrengung.

1 Nephi 11 beschreibt eindrucksvoll, wie Nephi mit mehr Licht und Erkenntnis ausgestattet wurde, weil es sein sehnlicher Wunsch war, eine Bestätigung seines Glaubens zu erhalten und zu lernen.

Vers 1: „Denn es begab sich: Nachdem ich gewünscht hatte, das zu wissen, was mein Vater geschaut hatte, und weil ich glaubte, daß der Herr imstande sei, es mir kundzutun, wurde ich, als ich dasaß und in meinem Herzen nachsann, im Geist des Herrn hinweggeführt, ja, auf einen überaus hohen Berg, den ich nie zuvor gesehen und auf den ich nie zuvor meinen Fuß gesetzt hatte.“

In den darauffolgenden Versen und Kapiteln wird beschrieben, dass Nephi nicht nur eine Begründung erhielt, weshalb sie ihre Heimat verlassen haben, sondern er erhielt ein umfassendes Verständnis für den gesamten Plan der Erlösung, das Sühnopfer von Jesus Christus und seine Auswirkungen auf alle Menschen und vieles mehr. Das war wichtig, damit Nephi alle Zusammenhänge verstehen und keine von diesen Zusammenhängen isolierten Entscheidungen treffen würde.

In dieser Einstellung Nephis liegt ein großer Teil des Geheimnisses, wie Nephi an alle Aufgaben herangegangen ist und sie erfüllen konnte, trotz massiven Widerstandes durch einen Teil der Familie. Ich bin davon absolut beeindruckt. Nephi ist für mich darin ein großartiges Beispiel. Manchmal blieb ihm wirklich nur der Herr als Rückhalt, aber darauf konnte er sich verlassen.

Zurück zum Murren in dem Sinne, wie es in den Schriften zu verstehen ist. Murren ist schlimm und eine Sünde, wenn weder Wunsch noch Demut vorhanden sind, den Willen des Herrn zu verstehen und Schritte zu unternehmen, die notwendig sind, um zu lernen und zu verstehen. Dieses Murren ist nur auf sich selbst bezogen und ein gewichtiger Teil der Agenda ist, die Absicht, prinzipiell dagegen zu sein und destruktiv zu handeln.

Aus dem Verhalten von Laman und Lemuel können wir viele Rückschlüsse ziehen, wo vor wir uns in unseren Familien und Gemeinden schützen sollten. In 1 Nephi 17 kommt das Fass zum Überlaufen, als Nephi den Auftrag erhält, ein Schiff zu bauen, etwas, dass für Laman und Lemuel völlig außerhalb der Vorstellungskraft und daher auch der Akzeptanz war.

Was hilft uns also in unseren Aufgaben nicht weiter?

a) Zynismus und/oder Sarkasmus:

Vers 17:  „Und als meine Brüder sahen, daß ich ein Schiff bauen wollte, fingen sie gegen mich zu murren an, nämlich: Unser Bruder ist ein Narr, denn er meint, er könne ein Schiff bauen; ja, und er meint auch, er könne diese großen Wasser überqueren.“

b) Verweigerung von Zusammenarbeit und Solidarität:

Vers 18:  „Und so beklagten sich meine Brüder über mich und begehrten, nicht arbeiten zu müssen; denn sie glaubten nicht, daß ich ein Schiff bauen könne; sie wollten auch nicht glauben, daß ich vom Herrn unterwiesen wurde.“

c) Schadenfreude, auf Fehler warten und die Vorliebe, sie aus der Sicht der Unbeteiligten zu kommentieren:

Vers 19:  „Und nun begab es sich: Ich, Nephi, war überaus bekümmert wegen ihrer Herzenshärte; und als sie nun sahen, daß ich anfing, bekümmert zu sein, waren sie im Herzen froh, so sehr, daß sie sich über mich freuten, nämlich: Wir haben gewußt, daß du kein Schiff bauen kannst; denn wir haben gewußt, daß es dir an Verständnis fehlt; darum kannst du ein so großes Werk nicht vollbringen.“

d) Selbstmitleid und Schuldzuweisungen:

Vers 20, 21:  „Und du bist wie unser Vater, verführt von den törichten Einbildungen seines Herzens; ja, er hat uns aus dem Land Jerusalem geführt, und wir sind all die vielen Jahre lang in der Wildnis gewandert; und unsere Frauen haben sich abgeplagt, während sie schwanger und schweren Leibes waren; und sie haben Kinder in der Wildnis geboren und alles erlitten außer den Tod; und es wäre besser für sie gewesen, vor dem Auszug aus Jerusalem zu sterben, als diese Bedrängnisse zu erleiden.
Siehe, diese vielen Jahre haben wir in der Wildnis gelitten, und wir hätten uns unterdessen unserer Besitztümer und des Landes unseres Erbteils erfreuen können; ja, und wir hätten glücklich sein können.“

e) Verkehrung von Tatsachen und sich eine eigene „Wahrheit“ schaffen:

Vers 22:  „Und wir wissen, daß das Volk im Land Jerusalem ein rechtschaffenes Volk gewesen ist; denn sie haben die Satzungen und Richtersprüche des Herrn und alle seine Gebote befolgt, gemäß dem Gesetz des Mose; darum wissen wir, daß sie ein rechtschaffenes Volk sind; und unser Vater hat sie verurteilt und hat uns weggeführt, weil wir auf seine Worte gehört haben; ja, und unser Bruder ist wie er. Und mit solchen Worten murrten und klagten meine Brüder gegen uns.“

Alle diese destruktiven Verhaltensweisen machen unserer Gesellschaft enorm zu schaffen und spalten sie, genauso wie es im Buch Mormon geschehen ist und für die letzte Zeit, in der wir leben, vorhergesagt wird und immer deutlicher zu beobachten ist.

Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass diese Dinge in Familien und Gemeinden keinen Einzug halten und nicht überhand nehmen.

So stark Nephi auch war, der fehlende Rückhalt eines großen Teiles seiner Familie, hat ihm schwer zu schaffen gemacht, wie wir im Psalm Nephis in 2 Nephi 4 nachlesen können.

2 Nephi 4:17-19:

„Und doch, trotz der großen Güte des Herrn, da er mir seine großen und wunderbaren Werke gezeigt hat, ruft mein Herz aus: O was bin ich doch für ein unglückseliger Mensch! Ja, mein Herz grämt sich meines Fleisches wegen; meine Seele ist bekümmert meiner Übeltaten wegen.
Ich bin ringsum umschlossen, wegen der Versuchungen und der Sünden, die mich so leichtbedrängen.
Und wenn ich mich freuen möchte, stöhnt mein Herz meiner Sünden wegen; …“

Wie viel leichter hätte alles gehen können, wenn die Familie einig gewesen wäre, alle das große Ganze verstanden und deshalb kooperiert hätten oder es zumindest versucht hätten.

Nephi´s Verzweiflung führt aber nicht dazu, dass Hoffnungslosigkeit am Ende seiner inneren Kämpfe steht. Stattdessen sind es Zuversicht, Hoffnung und ein starkes Vertrauen in Gott.

2 Nephi 4:19-28:

„… doch ich weiß, in wen ich mein Vertrauen gesetzt habe.
Mein Gott ist mein Beistand gewesen; er hat mich durch meine Bedrängnisse in der Wildnis geführt; und er hat mich auf den Wassern der großen Tiefe bewahrt.
Er hat mich mit seiner Liebe erfüllt, selbst bis es mir mein Fleisch verzehrt.
Er hat meine Feinde zuschanden gemacht und bewirkt, daß sie vor mir beben.
Siehe, er hat mein Rufen gehört am Tage, und er hat mir Erkenntnis gegeben durch Visionen in den Stunden der Nacht.
Und bei Tage habe ich mich vor ihm zu machtvollem Gebet erkühnt; ja, meine Stimme habe ich emporsteigen lassen in die Höhe, und Engel sind herabgekommen und haben mir gedient.
Und auf den Schwingen seines Geistes ist mein Leib auf überaus hohe Berge hinweggeführt worden. Und meine Augen haben Großes geschaut, ja, allzu groß für den Menschen; darum ist mir geboten worden, es nicht niederzuschreiben.
Nun denn, wenn ich so Großes gesehen habe, wenn der Herr in seiner Herablassung gegenüber den Menschenkindern mit so viel Barmherzigkeit Menschen besucht hat, warum soll mein Herz weinen und meine Seele im Tal der Trauer verweilen und mein Fleisch dahinschwinden und meine Kraft ermatten, meiner Bedrängnisse wegen?
Und warum soll ich mich, meines Fleisches wegen, der Sünde hingeben? Ja, warum soll ich Versuchungen nachgeben, so daß der Böse in meinem Herzen Raum finde, um meinen Frieden zu zerstören und meine Seele zu bedrängen? Warum bin ich zornig meines Feindes wegen?
Erwache, meine Seele! Welke nicht länger in Sünde dahin. Freue dich, o mein Herz, und gib dem Feind meiner Seele nicht länger Raum.“

Ich möchte Zeugnis davon geben, dass wir aus den ersten Kapiteln im Buch Mormon lernen können, wie wir mit Misserfolg, Härten im Leben, Widerständen und Konflikten umgehen und welche Verhaltensweisen wir meiden sollten.

Ich weiß, dass wir in unseren Gemeinden und Familien von diesen Erkenntnissen profitieren werden. Ich weiß, dass sich aus dem Vorbild Nephis Leidenschaft und Hingabe zum Werk des Herrn als logische Folge entwickeln und dass daraus eine Dynamik entstehen kann, die uns vorwärts trägt, weil sie viele gute Früchte hervorbringt.

Ich weiß auch, dass jeder von uns dadurch mehr Rückhalt und Hilfe in Problemen erfahren kann, weil es mehr Verständnis und Solidarität auf dem Fundament von Glauben und wahrer Erkenntnis gibt.

Ich bitte den Vater im Himmel, dass er uns hilft, dass wir unsere Herzen von diesen Lehren berühren und beeinflussen lassen. Möge der Herr Sie alle reich segnen.

Im Namen Jesu Christi, Amen.“

Dank

In den letzten Wochen war meine Zeit zu knapp (und es sieht damit noch nicht besser aus), um etwas mit Substanz zu posten. Ich möchte aber jetzt wenigsten ein paar Dinge tun:

Ich hatte diese Woche Geburtstag und habe von vielen, vielen netten Menschen Glückwünsche erhalten. Leider kann ich mich nicht bei jedem einzeln melden, und es sind auch schon fünf Tage vergangen, aber ich möchte mich – auch wenn es spät kommt – bei allen herzlich bedanken. Ich habe mich sehr gefreut.

Da ich einmal bei Schreiben bin, noch zwei Dinge:

Dieses Wochenende findet unsere Frühjahrs-Pfahlkonferenz statt. Alle Unentschlossenen möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal zu den Versammlungen am 23.4. im Pfahlhaus Leipzig (15:00 Priestertumsversammlung, 17:00 Allgemeine Versammlung) und am 24.4. im Kulturhaus Böhlen (10:00) herzlich einladen.

Zum Schluss: Ich hatte dieses Bild schon einige Zeit zu Hause liegen, aber jetzt hängt es endlich in meinem Arbeitszimmer:

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Dieses Gemälde (ich bin stolz darauf die 2. Reproduktion zu besitzen) stellt ein wichtiges Ereignis der Kirchengeschichte dar  – das Weihungsgebet, das der heutige Präsident der Kirche, Thomas S. Monson, damals noch ein Mitglied des Rates der Zwölf Apostel am 27. April 1975 auf einem Hügel oberhalb der Stadt Radebeul bei Dresden sprach. Um ihn herum sind Personen versammelt, die mir sehr lieb und teuer sind, die allesamt zu meinen Vorbildern gehören und mit denen ich mich sehr verbunden fühle: Henry Burkhardt, unser damaliger Missionspräsident, mit seiner Gattin. Er hat mich 1982 zum Ältesten ordiniert und ist heute ein Mitglied meines Pfahles. Ich freue mich immer, ihn zu sehen, wenn ich in die Gemeinde Groitzsch komme. Walter Krause, Ratgeber von Henry Burkhardt und Patriarch, mit seiner Ehefrau. Von ihm erhielt ich 1981 meinen Patriarchalischen Segen, eines meiner wichtigsten persönlichen Dokumente. Desweiteren Gottfried Richter und seine Gattin. Gottfried Richter, ebenfalls Ratgeber in der damaligen Missionspräsidentschaft hat mich als Kind und Jugendlicher stark geprägt. Seine klare Sprache und seine persönliche Lebensgeschichte beeindrucken und beeinflussen mich bis heute.
Das Bild ist eine bleibende Erinnerung an die buchstäbliche Erfüllung der Verheißungen, die Präsident Monson während dieser Weihung ausgesprochen hat.

 

Zum Jahresende – Report von der Herbst-Pfahlkonferenz

Vielen Dank allen Lesern für das Interesse an meinem Blog und das umfangreiche Feedback. 2015 kamen sie aus folgenden Ländern (nach Häufigkeit): Deutschland, USA, Schweiz, Österreich, United Kingdom, Dänemark, Kanada, Brasilien, Italien, Russland, Tschechien, Indien, Niederlande, Australien, Thailand, Neuseeland, Indonesien, Frankreich, Südafrika, Portugal, Ungarn, Taiwan, Mexiko, Spanien, Malaysia, Norwegen, China, Griechenland, Japan, Argentinien, Finnland, Türkei, Kolumbien, Vereinigte Arabische Emirate, Belgien, Kambodscha, Irland, Venezuela, Schweden, Kroatien, Rumänien, Polen, Litauen, Ecuador, Peru und Mazedonien.

Ich denke, ich werde deshalb in Zukunft etwas mehr ins Englische übersetzen. 🙂

Als Gedanke zum Jahreswechsel möchte ich meine Ansprache zur Priestertums-Führerschaftsversammlung, wie sie Bruder Geiler im Report der Pfahlkonferenz zusammen gefasst hat, verwenden und damit an das darin besprochene, äußerst wichtig Prinzip erinnern.

Den kompletten Report kann man von www.pfahl-leipzig.de unter dem Ordner Berichte von der Pfahlkonferenz herunterladen.

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Orchester des Pfahles Leipzig beim Vorspiel vor der Konferenz

Auszug aus der Versammlung vom 7. November 2015:

Präsident Thomas Hengst ergreift das Wort.

Zu Beginn seiner Ausführungen gibt er seiner Dankbarkeit für die Hingabe, Zeit und Arbeit der Brüder im Pfahl Ausdruck und resümiert, dass Zion in unserem Pfahl in einem guten Zustand ist.

Kürzlich flog er im Rahmen einer Dienstreise von Budapest nach Istanbul. Während des Flugs machte er sich Gedanken, die zu seiner heutigen Ansprache führen. Er bittet alle Anwesenden, während seiner Botschaft darüber nachzudenken, welche Menschen in ihrem Bekannten- und Verantwortungskreis das Evangeliumsprinzip, das Präsident Hengst uns jetzt nahebringen möchte, brauchen.

Vor sechs Jahren wurde Präsident Hengst als Pfahlpräsident berufen. Er verweist auf den damaligen Gebietspräsidenten Elder Kopischke, der in dem Segen, den der Pfahlpräsident bei seiner Einsetzung erhalten hat, sagte: „Nutzen Sie die Zeit, in der Sie Pfahlpräsident sein werden, dazu, so zu werden, wie Sie der Himmlische Vater haben möchte!

Präsident Hengst denkt, dass er einiges im Evangelium bereits verstanden hat in diesen 6 Jahren. Manches hat er noch nicht völlig verstanden. Sein Ziel ist, die bereits identifizierten Schwächen abzulegen. Er sagt: „Ich habe eines gelernt, – und dafür bin ich sehr dankbar, denn dadurch wurde mein Leben bereichert:  Ich habe meine Fähigkeit entwickelt, zu lieben!

Die gegenwärtige Zeit stellt Mitgefühl, die Geduld mit anderen Menschen, die Liebe auf die Probe. „Wutbürger“ verbreiten ihre Ansichten auf inakzeptable Weise.

Der Sprecher warnt uns davor, diese „Kultur“, diese Denk- und Verhaltensweise in unsere Räte einziehen zu lassen und verweist auf die Worte des Herrn in Lehre und Bündnisse 121. Über die Anwendung dieser Worte müssen wir alle nachdenken, denn sie sind die Handlungsanweisung für jeden Priestertumsträger.

In jeder Gemeinde gibt es Mitglieder, die eine etwas größere Portion Nächstenliebe brauchen – und die brauchen sie auch von ihren Priestertumsführern! Wir alle haben die richtigen Gedanken, die wir brauchen,  Herzen zu heilen und Menschen zu stärken, die sich in schwierigen Situationen befinden.

Präsident Thomas Hengst zitiert Lehre und Bündnisse 121:34-36: „Siehe, viele gibt es, die berufen sind, aber wenige werden erwählt. Und warum werden sie nicht erwählt? Weil sie ihr Herz so sehr auf die Dinge dieser Welt gesetzt haben und nach den Ehren der Menschen streben, dass sie diese eine Lehre nicht lernen wollen, nämlich: Die Rechte des Priestertums sind mit den Himmelskräften untrennbar verbunden, und die Himmelskräfte können nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden.“

Wenn wir als Priestertumsträger wirkungsvoll tätig sein wollen, müssen wir verstehen, dass wir im Namen des Himmlischen Vaters handeln – so, wie der Herr handeln würde.

In Lehre und Bündnisse 121:39 heißt es: „Traurige Erfahrung hat uns gelehrt: Fast jedermann neigt von Natur aus dazu, sogleich mit dem Ausüben ungerechter Herrschaft anzufangen, sobald er meint, ein wenig Vollmacht erhalten zu haben.“

Lassen Sie uns nicht in diese Falle tappen! Wir dürfen nicht eine HERRSCHAFT anstreben, sondern uns bemühen, zu DIENEN! Im Evangelium geht es nie darum, wer BESTIMMT, sondern immer darum, wer DIENT!

In Lehre und Bündnisse 121:40-41 lesen wir weiter: „Daher sind zwar viele berufen, werden aber wenige erwählt. Kraft des Priestertums kann und soll keine Macht und kein Einfluss anders geltend gemacht werden als nur mit überzeugender Rede, mit Langmut, mit Milde und Sanftmut und mit ungeheuchelter Liebe,…“

Manchmal fällt es uns schwer, zu lieben. Manchmal machen es uns auch andere Menschen schwer, sie zu lieben. Präsident Hengst bezeugt, dass Liebe und ungeheuchelte Nächstenliebe starke, ausfüllende Gefühle sind.

Er sagt: „Ich bin oft mit dem Auto in die Gemeinden unterwegs. Wenn ich fahre, erlebe ich  heilige Momente, in denen ich versuche, nichts Weltliches an mich heran zu lassen. Ich denke oft über Menschen in den Gemeinden nach, die ich besuche. Diese Momente sind Momente der Offenbarung, in denen ich fühle und spüre, was Menschen brauchen!“

Der Pfahlpräsident bezeugt uns, dass solche Gefühle so stark sind, dass sie ihm Schauer über den Rücken laufen lassen, dass sie eine alles erfüllende Liebe hervorrufen.

Diese Gefühle können wir alle haben! Präsident Thomas Hengst sagt: „Nächstenliebe ist ein besonderes Merkmal unserer Kirche, darauf ist das Evangelium Jesu Christi aufgebaut! Es gibt nichts Größeres!

Und es ist möglich, alle Gefühle des Unwohlwollens und der Ärgernisse, nichtkonstruktive Kritik, Streit und  Auseinandersetzungen in den Räten zu überwinden!

Manchmal kommt es zu besonderen Herausforderungen in unseren Versammlungen.

„Aber“, fordert uns Präsident Hengst auf, „lassen Sie nie zu, dass eine Atmosphäre entsteht, in der der Heilige Geist nicht empfangen werden kann! DAFÜR IST JEDER EINZELNE VERANTWORTLICH! Manchmal muss man etwas zurücktreten, vielleicht einen Kompromiss akzeptieren.“

Weil wir in einer Welt leben, in der diese Kultur wirkt, und die Gefahr besteht, dass sie in unser Leben, in unsere Räte, in uns eindringt, spricht Präsident Hengst so eindringlich über dieses Prinzip und verweist auf Lehre und Bündnisse 121:42-46: „…mit Wohlwollen und mit reiner Erkenntnis, wodurch sich die Seele sehr erweitert – ohne Heuchelei und ohne Falschheit. Alsbald mit aller Deutlichkeit zurechtweisend, wenn dich der Heilige Geist dazu bewegt, wirst du danach aber demjenigen, den du zurechtgewiesen hast, vermehrte Liebe erweisen, damit er nicht meint, du seiest sein Feind, damit er weiß, dass deine Treue stärker ist als die Fesseln des Todes. Lass dein Inneres auch erfüllt sein von Nächstenliebe zu allen Menschen und zum Haushalt des Glaubens, und lass Tugend immerfort deine Gedanken zieren; dann wird dein Vertrauen stark werden in der Gegenwart Gottes, und die Lehre des Priestertums wird dir auf die Seele träufeln wie Tau vom Himmel. Der Heilige Geist wird dir ein ständiger Begleiter sein und dein Zepter ein unwandelbares Zepter der Rechtschaffenheit und Wahrheit, und deine Herrschaft wird eine immerwährende Herrschaft sein, und ohne Nötigung wird sie dir zufließen für immer und immer.“

Unser Pfahlpräsident schließt mit seinem Zeugnis: „Ich weiß, dass wir viel mehr Liebe brauchen und dass wir Liebe empfangen können, wenn wir den Wunsch haben, dieses Gefühl zu haben. Ich weiß, dass es ein machtvolles Gefühl ist, dass es so stark ist, dass es alle Differenzen überwinden kann. Ich lade Sie ein, zu versuchen, dieses Prinzip anzuwenden. Es ist so wichtig!

Im Namen Jesu Christi

Amen!“

Den letzten Satz dieses Jahr möchte ich meiner Familie widmen. Ich liebe sie alle von ganzem Herzen. Sie sind die wichtigsten Menschen in meinem Leben.

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Heilig Abend bei uns zu Hause

 

Zum 2. Advent

Den 2. Advent verbringe ich dieses Jahr auf Dienstreise in Australien. So schön es auch in Australien ist, so sehr vermisse ich aber meine Familie.

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Sonnenaufgang am Bondi Beach

Zum 2. Advent muss ich daran denken, zu welchem Zweck Jesus Christus geboren wurde. Ich habe zur letzten Pfahlkonferenz darüber gesprochen und Bruder Geiler aus der Gemeinde Köthen hat die Ansprache sehr gut zusammengefasst.

Konferenzversammlung am Samstag, den 7. November in Leipzig:

… Unser Pfahlpräsident, Präsident Thomas Hengst, wendet sich an die versammelten Geschwister und Freunde: Er ist dankbar für diesen großartigen Anblick der Geschwister und Freunde in dieser Kapelle und bezeugt, dass der Heilige Geist hier in diesem Raum anwesend ist.

Präsident Hengst stellt die Frage „Was treibt mich an?“ in den Raum. Er berichtet von einem Erlebnis, das er als Seminarlehrer hatte. Damals hatte er einen Film über Jesus Christus gesehen. Der Film hieß „Dazu bin ich in die Welt gekommen!“

Am Ende des Filmes gibt es eine Szene, die ihm nicht aus dem Kopf geht und ihn antreibt.

Er zitiert Lehre und Bündnisse 138:12 und 16: An dem einen Ort war die unzählbare Abteilung der Geister der Gerechten versammelt, die dem Zeugnis von Jesus treu gewesen waren, solange sie in der Sterblichkeit gelebt hatten, … Sie waren versammelt und warteten darauf, dass der Sohn Gottes in die Geisterwelt komme, um ihnen die Erlösung aus den Banden des Todes zu verkünden.“

In dem Film wurde die Kreuzigung von Jesus Christus gezeigt und der Moment, in dem er sein Leben hingibt und in die Hände des Vaters legt. Dann gibt es einen Schnitt und man sieht die Geisterwelt und die gerechten Geister, wie sie auf Jesus Christus warten. Der Herr kommt in die Geisterwelt, in der ihn die Seelen schon lange erwarten und jetzt froh und glücklich über sein Kommen sind. Jesus verkündet ihnen, dass er sein Werk vollbracht hat. Und er gibt vielen der gerechten Geister die Hand. Und dann kommt der Himmlische Vater und nimmt seinen Sohn in die Arme.

Präsident Thomas Hengst bezeugt: „DAS treibt mich an! Dieses Wissen, diese Gewissheit, dass das so gewesen ist, und dass Jesus Christus seine Arbeit für alle Menschen – FÜR UNS – getan hat!“

Er zitiert aus der Schrift: Darum kommt die Erlösung im heiligen Messias und durch ihn; denn er ist voller Gnade und Wahrheit. Siehe, er bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um den Zwecken des Gesetzes Genüge zu leisten für alle, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben; und für niemanden sonst kann den Zwecken des Gesetzes Genüge geleistet werden. Wie wichtig ist es daher, dass all dies den Bewohnern der Erde verkündet wird, damit sie erkennen mögen, dass kein Fleisch in der Gegenwart Gottes wohnen kann außer durch die Verdienste und die Barmherzigkeit und Gnade des heiligen Messias, der sein Leben niederlegt gemäß dem Fleische und es wieder nimmt durch die Macht des Geistes, auf dass er die Auferstehung der Toten zustande bringe; denn er wird der erste sein, der aufersteht. (2 Nephi 2:6-8) und bezeugt: Wie wichtig ist es, dass wir den Menschen die Botschaft des Evangeliums verkünden! DAS treibt mich an!

Er versteht immer besser, wo die Schlüssel eines Pfahlpräsidenten sind. Er gab kürzlich in einer Institutsklasse sein Zeugnis, dass der Herr ihm Dinge zeigt, die für unseren Pfahl gültig sind. Präsident Thomas Hengst wiederholt für uns dieses Zeugnis: „Ich weiß, dass in diesem Raum, in diesem Pfahl, das Blut Israels versammelt ist. Die Kraft und Stärke, der Welt Zeugnis zu geben von dem Sühnopfer und der Auferstehung unseres Herr Jesus Christus – diese Macht ist hier versammelt! Ich weiß, dass es in diesem Pfahl eine große Zahl von Mitgliedern gibt, die ganz sicher wissen, wie wichtig es ist, den Menschen von Jesus Christus, seinem Sühnopfer und seiner Auferstehung zu berichten.“.

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem Weihungsgebet Präsident Dieter F. Uchtdorfs, das dieser im Jahr 2010 in Berlin gesprochen hat: „Mit Deiner Hilfe und mit der Vollmacht des heiligen Priestertums versehen, mit reinem Herzen und willigem Geist, mit Demut und voller Entschlossenheit werden die Mitglieder Deiner Kirche in Deutschland fähig sein, das Herz der Menschen dieser großen Nation anzurühren und bewirken, dass die Kirche abermals aufblüht wie eine Rose.“ und ermahnt uns: „Jeder kann so wirken, jeder kann vom Evangelium Zeugnis geben! ICH WEISS ES, das Jesus Christus sein Werk vollendet hat. Viele Menschen suchen das Evangelium! Im Namen Jesu Christi! Amen“

Am 2. Advent möchte ich diese Überzeugung bekräftigen.

Pfahlkonferenz und Business Trip nach Mexico City in 7 Tagen

Während ich letzten Sonntag nachts im Flieger von München nach Mexico City saß, ließ ich unsere Pfahlkonferenz in Leipzig bzw. Böhlen am Wochenende noch einmal auf mich wirken. Es war ein enormes geistiges Erlebnis. Diese Konferenz wird sich auf die Entwicklung des Pfahles Leipzig nachhaltig auswirken und viele Menschen zum Guten ändern.

Ich bin meinen beiden Ratgebern, unseren Sekretären sowie zahlreichen weiteren Helfern von Herzen für die hervorragende Zusammenarbeit dankbar. Alles wird ehrenamtlich gemacht und die Menschen sind mit vollem Engagement dabei.

Am Freitagabend vor der Konferenz verbrachten meine Ratgeber und ich in Leipzig Zeit mit zwei wichtigen Gruppen innerhalb der Kirche – den Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren und zurückgekehrten Missionaren, die in den letzten Jahren auf Mission gedient haben. Beide Gruppen liegen mir sehr am Herzen, weil sie spezifische Herausforderungen haben. Wir hatten um die 60 Jugendliche da. Wir haben ihnen erzählt, wie wir mit Problemen umgegangen sind als wir im gleichen Alter waren, was wir gut und weniger gut hinkommen haben.
Die Zeit mit den zurückgekehrten Missionaren war für mich sehr lehrreich. Ich habe besser verstanden, was sie brauchen.

Am Samstag und am Sonntag hatten wir das Vorrecht, dass Elder Timothy J. Dyches, eine Generalautorität der Kirche und Mitglied der Gebietspräsidentschaft Europa über die Konferenz präsidiert hat.
Ich habe ihn vom Flughafen Leipzig abgeholt und hatte danach viel Zeit, mit ihm zu reden. Es hat mir sehr gut getan. Als Pfahlpräsident befinde ich mich in meinem Pfahl am Ende der Eskalationskette von Problemen von mehr als 2200 Mitgliedern und trage eine große Verantwortung gegenüber ihnen und dem Vater im Himmel. Die Zeit mit Elder Dyches hat mir geholfen, mehr über meine Verantwortung zu lernen und geistige Stärke zu erhalten. Wir hatten wunderbare Gespräche, die für mich außerordentlich inspirierend waren und mir viel Kraft gegeben haben.

Die Konferenzversammlungen waren geistige Höhepunkte. Neben Elder Dyches möchte ich allen Sprecherinnen und Sprechern, die in den vier Versammlungen (Jugendkonferenz, Priestertums-Führerschaftsersammlung, allgemeine Versammlung am Samstagabend und die allgemeine Versammlung am Sonntag) zu Wort gekommen sind, herzlich danken. Ich konnte es noch nicht jedem einzelnen mitteilen, aber es waren durchweg sehr gute Botschaften, die die Anwesenden stark berührt haben. Wir haben großartiges Feedback erhalten. Besonders hervorheben möchte ich die 8-jährige Emma Leonhardt, die am Sonntag vor über 700 Anwesenden eine Superansprache gegeben hat.

Die Musik war wieder hervorragend. Vielen Dank der Musikgruppe aus der Gemeinde Erfurt, dem Pfahlorchester, das immer größer wird, dem Kinderchor und dem Pfahlchor. Ich musste am Sonntag gleich nach dem Vorspiel des Orchesters und dem ersten Lied des Chores sprechen, was nach der berührenden Musik nicht einfach war. Kirchenmusik ist für mich immer etwas besonderes. Sie erreicht mich tief im Inneren, wo andere Musik nie hingelangen kann.

Wir werden in wenigen Wochen wieder unseren Report von der Konferenz online stellen, so dass jeder noch einmal nachlesen kann, warum es so wichtig war. Wenn ich die meisten Aussagen nur in einem kurzen Satz zusammenfassen möchte, dann würde ich sagen, dass wir die Anwesenden aufgefordert haben, das Evangelium Jesu Christi nicht halbherzig oder selektiv, sondern konsequent zu leben, Nächstenliebe zu üben und für eine gesunde geistige Nahrung zu sorgen – und wenn das noch nicht der Fall ist, unverzüglich damit zu beginnen.

Nach der Konferenz kam Elder Dyches mit zu uns nach Hause und hat unser Heim gesegnet. Ich kann nur schwer ausdrücken, was ich dabei empfunden habe. Es war eine überwältigende Erfahrung. Wir haben den Heiligen Geist sehr stark gespürt und mein beherrschendes Gefühl war einfach nur Dankbarkeit.

Elder Dyches of the Seventies in our home
Elder Dyches of the Seventies in our home

Als wir zusammen nach Leipzig zum Flughafen gefahren sind, hatten wir noch mehr Zeit zu reden und ich konnte viel von einem Siebziger lernen. Elder Dyches flog zurück nach Frankfurt, ich nach München und von dort nach Mexico City, erschöpft aber glücklich.

In Mexico City nahm ich an einer Geschäftsreise der deutschen Außenhandelskammer zum Thema erneuerbare Energien teil. Meine Aufgabe war, am Dienstag auf einer Konferenz vor ca. 150 Vertretern der mexikanischen Industrie in diesem Sektor zu sprechen. Danach standen in den Folgetagen eine Reihe Firmenbesuche auf dem Programm.

Paseo de la Reforma
Paseo de la Reforma

Ich war vorher noch nie in Mexico City. Die Stadt ist imposant, wenn man sie aus dem Flugzeug sieht. Ein Riesenmoloch von mehr als 20 Millionen Einwohnern, umgeben von hohen Bergen. Der Verkehr ist chaotisch, Polizei und Sicherheitskräfte sind überall omnipräsent. Man sollte genau überlegen, welche Taxis man benutzt, damit man kein unnötiges Sicherheitsrisiko eingeht. Dafür ist das Essen hervorragend, die Menschen sind freundlich und trotz der vielen Unannehmlichkeiten habe ich mich irgendwie wohl gefühlt. Leider hatte ich keine Zeit, den Tempel unserer Kirche oder andere Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Man kann in Mexico sehen, wie sich Gesetzlosigkeit auf eine ganze Gesellschaft auswirkt, die Entwicklung eines ganzen Land bremst und die Mehrheit der Menschen zwingt, sich mit allen negativen Begleiterscheinungen irgendwie zu arrangieren. Ich musste häufig an die Geschichte des Landes denken – bis zurück in die Zeit des Buches Mormon.
Im Buch Mormon wird deutlich darüber gesprochen, welche Prinzipien befolgt werden müssen, damit eine Gesellschaft für alle prosperieren kann, unter anderem auch der Umgang mit dem organiserten Verbrechen (im Buch Mormon geheime Verbindungen oder Gadiantonräuber genannt). Ich bewundere die Menschen, die trotz aller Widrigkeiten versuchen, rechtschaffen zu leben.

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Paseo de la Reforma
Unter dem Viaducto M. Aleman
Unter dem Viaducto M. Aleman

Dank des Lufthansa Streikes war es nicht einfach, Flüge nach Hause zu bekommen (und das am Freitag, den 13. 🙂 ). Der vierte Flugplan über Newark, New Jersey und Berlin hat dann schließlich funktioniert. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann in dieses großartige Land zurückkehren kann.

Groß war mein Entsetzen, als ich in Berlin landete und von den schrecklichen Ereignissen in Paris erfuhr. Der Satan wütet unter den Menschen überall auf der Welt, durch Hass und Gier. Ich habe diese Woche den Schluss von 2. Nephi, das Buch Jakob und den Beginn des Buches Mosia im Buch Mormon gelesen. Es bestärkt mich in dem, was letztes Wochenende während unserer Pfahlkonferenz gelehrt wurde. Überall dort, wo die Gebote Gottes missachtet werden oder Menschen glauben, sie können Gott Rat erteilen, sei es im Kleinen oder im Großen, entstehen Probleme, die immer schwieriger zu beherrschen sind.

Ich habe letzte Woche in der Versammlung am Samstagabend aus 2. Nephi 32, die Verse 3 bis 9 zitiert:

„… Darum habe ich zu euch gesagt: Weidet euch an den Worten von Christus; denn siehe, die Worte von Christus werden euch alles sagen, was ihr tun sollt. 
Darum, wenn ihr nun, nachdem ich diese Worte gesprochen habe, sie nicht verstehen könnt, so deshalb, weil ihr nicht bittet und auch nicht anklopft; darum werdet ihr nicht ins Licht geführt, sondern müßt im Finstern zugrunde gehen. 
Denn siehe, abermals sage ich euch, wenn ihr auf dem Weg eintretet und den Heiligen Geist empfangt, wird er euch alles zeigen, was ihr tun sollt. 
Siehe, dies ist die Lehre von Christus, und es wird keine weitere Lehre gegeben werden, bis daß er sich euch im Fleische kundtut. Und wenn er sich euch im Fleische kundtut—das, was er euch sagen wird, sollt ihr beachten und tun. 
Und nun kann ich, Nephi, nichts mehr sagen; der Geist gebietet meiner Rede Einhalt, und es bleibt mir nur noch, über den Unglauben und die Schlechtigkeit und die Unwissenheit und die Halsstarrigkeit der Menschen zu trauern; denn sie wollen nicht nach Erkenntnis trachten noch große Erkenntnis verstehen, wenn sie ihnen inKlarheit gegeben wird, selbst so klar, wie ein Wort nur sein kann. 
Und nun, meine geliebten Brüder, sehe ich, daß ihr im Herzen noch immer nachsinnt, und es schmerzt mich, daß ich darüber sprechen muß. Denn wenn ihr auf den Geist hören wolltet, der den Menschen beten lehrt, dann würdet ihr wissen, daß ihr beten müßt; denn der böse Geist lehrt den Menschen nicht, zu beten, sondern lehrt ihn, daß er nicht beten soll. 
Aber siehe, ich sage euch, daß ihr immer beten müßt und nicht ermatten dürft; daß ihr vor dem Herrn nichts tun dürft, ohne daß ihr zuallererst im Namen Christi zum Vater betet, daß er dein Handeln dir weihe, damit dein Handeln dir zum Wohlergehen deiner Seele gereiche.“

Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig 6.-8.11.2015

Vom 6.11. bis zum 8.11. findet unsere diesjährige Herbst-Pfahlkonferenz in Leipzig und Böhlen statt.
Im Namen der Präsidentschaft des Pfahles Leipzig Deutschland möchte ich herzlich dazu einladen.
Wir haben die detaillierte Einladung an die Gemeinden geschickt. Ich würde mich freuen, wenn sie rege (auch dieser Post) geteilt wird.

Elder Timothy J. Dyches vom zweiten Kollegium der Siebziger und zweiter Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft Europa wird uns besuchen und die präsidierende Generalautorität dieser Konferenz sein. Wir freuen uns sehr auf ihn.

Hier folgt eine Auflistung der einzelnen Versammlungen. Alle Mitglieder und Interessierten sind herzlich eingeladen.

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Report von der Frühjahrs-Pfahlkonferenz Leipzig

Anlässlich der Frühjahrs-Pfahlkonferenz am 26.4.2015 wurde der Distrikt Erfurt mit dem Pfahl Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vereinigt. Es war eine denkwürdige Konferenz.

Unser Pfahlsekretär hat wieder auf bewährte Art und Weise einen Report erstellt, der unter www.pfahl-leipzig.de aus dem Ordner „Berichte von der Pfahlkonferenz“ heruntergeladen werden kann.

Hier ist ein direkter Link;

2015-04 Frühjahrspfahlkonferenz

Gemeinde Erfurt

Am 26.4.2015 wurde der Distrikt Erfurt der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit dem Pfahl Leipzig vereinigt. Damit wurde unser Pfahl um über 25% vergrößert und durch wunderbare Mitglieder bereichert.

(Ein Pfahl ist vergleichbar mit einem Kirchenbezirk. Ein Distrikt ist eine kleinere Verwaltungseinheit in Gebieten mit einer geringeren Mitgliederdichte.)

Damit besteht der Pfahl Leipzig und mein Verantwortungsbereich zur Zeit aus 14 Gemeinden und Zweigen, sowie einer Gruppe in Nordhausen.

Karte Pfahl Leipzig
Karte Pfahl Leipzig

 

Gemeinde Erfurt

Die erste der neuen Gemeinden im Pfahl, die ich nach der Pfahlkonferenz und der Hochzeit unseres Sohnes in Graz besucht habe, war Erfurt. Es war ein sehr schönes Erlebnis und ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise nach vielen Jahren. Ich war von der Atmosphäre berührt. Wir haben die Gemeinde Erfurt neu aus den vormaligen Zweigen Erfurt, Gotha und Weimar gebildet. Das bedeutet natürlich für die Mitglieder und Freunde einige Veränderungen, aber eine Menge neuer und großartiger Möglichkeiten.
Bischof Steffen Möller und seine beiden Ratgeber Ruben Schumann und Torsten Kriwolat bilden die Bischofschaft. Ich fühle mich ihnen herzlich verbunden und schätze ihre Arbeit sehr.
Unser jüngster Sohn lebt mit seiner Frau in Erfurt. Sie fühlen sich in der Stadt und der Gemeinde sehr wohl und arbeiten aktiv mit.

Erfurt hat ein schönes Gemeindehaus in der Hochheimer Straße 14 im Südwesten der Stadt. Der Gottesdienst beginnt sonntags um 9:30 Uhr.

Es lohnt sich hinzugehen. Herzlich willkommen.

Gemeindehaus Erfurt, Hochheimer Straße 14
Gemeindehaus Erfurt, Hochheimer Straße 14
Kapelle im Gemeindehaus Erfurt
Kapelle im Gemeindehaus Erfurt
Seitenansicht Gemeindehaus Erfurt
Seitenansicht Gemeindehaus Erfurt

Programm der Pfahlkonferenz vom 24.4. – 26.4.2015

Das finale Programm für die nächste Pfahlkonferenz des Pfahles Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde von uns vor einigen Tagen an die Gemeinden des Pfahles und des Distriktes Erfurt geschickt. Hier ist die Zusammenfassung:

2015-04 Einladung Pfahlkonferenz.pdf

Die Konferenz wird einige lang erwartete Veränderungen bringen, auf die wir einige Jahre hingearbeitet haben. Wir haben dazu von der Ersten Präsidentschaft der Kirche entsprechende Aufträge erhalten und werden diese nun umsetzen. Wir hoffen auf die tatkräftige Unterstützung aller Mitglieder, auch wenn es für manche einige Umstellungen geben wird. Wir können aber mit gutem Gewissen bestätigen, dass wir alle Entscheidungen nach langen, detaillierten Überlegungen mit Gebietssiebzigern, Missionspräsidenten und der Gebietspräsidentschaft Europa abgestimmt und getroffen haben, bevor sie dann endgültig von der Ersten Präsidentschaft der Kirche bestätigt worden sind.

Wir laden alle Mitglieder und Interessenten herzlich zur Konferenz ein.

Frühjahres-Pfahlkonferenz 2015

Die diesjährige Frühjahres-Pfahlkonferenz findet am 25. und 26.4. im Pfahlzentrum in Leipzig bzw. im Kulturhaus Böhlen statt. Der Distrikt Erfurt ist ebenfalls zu dieser Konferenz eingeladen. Elder Detlef Adler, unser Gebietssiebziger, wird über die Konferenz präsidieren.

Jedermann ist herzlich willkommen.

2015-04 Ankündigung Konferenz.pdf

Das detaillierte Programm wird in Kürze veröffentlicht.