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Eine etwas andere Bildergeschichte

In den letzten zwei Wochen hatte ich die Möglichkeit, mit jungen Erwachsenen in der Religionsinstitutsgruppe in Zwickau und  Jugendlichen in der Gemeinde Plauen über ein Thema zu diskutieren, das mich schon eine Weile beschäftigt. In Plauen sah das Tafelbild am Ende der Diskussion dann so aus. 😀

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Was für ein Durcheinander 😀 – scheinbar. Ich glaube, die Jugendlichen könnten es noch erklären.

Ich habe hier mal den Werdegang meiner Gedanken aufgeschrieben und gezeichnet. Die ursprüngliche Idee kam mir eigentlich kürzlich bei einem Workshop in der Firma – wenn auch in einem anderen Zusammenhang.

Irgendwo halten wir alle verschiedene Bälle in der Luft.Das sind unsere Aufgaben, Pflichten, Verantwortung, aber auch Vorlieben, Hobbies, Freizeit. Unser soziales Leben gehört genauso dazu wie unsere Gewohnheiten.

Wenn alles wohl geordnet und überschaubar ist, kann man auch alles wunderbar jonglieren.

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Aber so ist das Leben höchst selten oder nie. Wir haben viel mehr Bälle in der Luft.

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Und auch dieses Bild ist noch viel zu optimistisch, denn die Welt, in der wir leben, steht nicht still. Wir können unseren Bällen ständig neue hinzufügen. Es sind viele dabei, die uns dabei helfen können, mit der ganzen Last sinnvoll umzugehen. Allerdings gibt es auch viele destruktive Bälle, die wir manchmal mehr lieben, als die hilfreichen.

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Was uns nützt und was uns schadet, ist manchmal nicht so leicht ersichtlich. Wir sind ja auch alle verschieden. Leider entpuppen sich manche Dinge recht drastisch, wenn die Welt um uns aus den Fugen gerät, wenn es bebt, stürmt und hagelt.

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Das erinnert etwas an die finalen Worte der Bergpredigt in Matthäus 7 oder 3. Nephi 14 im Buch Mormon:
„Darum: Wer diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem weisen Mann vergleichen, der sein Haus auf einem Felsen baute—
und der Regen fiel, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf einem Felsen gegründet.
Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, der sein Haus auf dem Sand baute—
und der Regen fiel, und die Fluten kamen, und die Winde wehten und stießen an jenes Haus; und es fiel, und groß war sein Fall.“

Ein Fundament haben wir hier noch gar nicht gezeichnet. Davon wird später noch die Rede sein. Fakt ist, dass wir nicht alle Bälle in der Luft halten können, ohne Schaden zu nehmen. Allerdings können uns bei diesen Turbulenzen Bälle weg fliegen, die wir lieber behalten sollten. Andere werfen wir weg, weil sie uns lästig werden oder wir sie schlicht und einfach nicht mehr beherrschen.

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Wir mögen uns ab und zu fragen, ob die Schriftstelle in Matthäus 11:28-30 wirklich Sinn macht:
„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn das Joch, das ich auferlege drückt nicht, und die Last, die ich zu tragen gebe, ist leicht.“

Viele Bälle, die wir in der Luft halten oder die weg fliegen, sind gegensätzlich: Verantwortung vs. Unverbindlichkeit, Sünde vs. Rechtschaffenheit, Süchte vs. Disziplin, Liebe vs. Hass, guter Job vs. schlechter Job, Fleiß vs. Trägheit, Glaube vs. Unglaube, Hoffnung vs. Hoffnungslosigkeit, Gesundheit vs. Krankheit, Freude vs. Leid, Glücklichsein vs. oberflächliches Vergnügen, Ausgeglichenheit vs. Unrast, Eigenständigkeit vs. Abhängigkeit, Nachhaltigkeit vs. Gedankenlosigkeit, Reinheit vs. Ausschweifung … Jeder kennt seine Bälle und kann die Aufzählung fortsetzen.

Ein Grundproblem unserer Zeit ist die Überbetonung des Ich. Mir muss es gut gehen. Ich muss mich finden. Zuerst komme ich dann alles andere. Diese inzwischen dominante Einstellung hat signifikante Auswirkungen. Wir können uns nicht losgelöst von anderen betrachten, denn unsere Entscheidungen haben sehr wohl Auswirkungen auf andere. Nehmen wir als Beispiel die Familie.

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In einer Familie gibt es eine ganze Menge mehr Dinge zu jonglieren. Wenn man sich allerdings entscheidet, den Fokus auf die richtigen Bälle zu legen, kann eine Familie oder eine Gruppe von Menschen, zwischen denen wertvolle Gefühle herrschen, eine ganze Menge Aufgaben mehr schultern. Leider befindet sich diese Einstellung unter einer ständigen Bedrohung durch das, was um uns herum geschieht oder viele schädliche und unnütze Bälle, die uns zugeworfen werden. Wir glauben daran, dass hinter diesen Bedrohungen ein wirkliches Wesen mit konkreten Absichten steckt – Satan, der Widersacher oder in den Heiligen Schriften auch Luzifer oder der Teufel genannt. Er, dessen Ziel es ist, möglichst viele Menschen genauso elend zu machen, wie er selbst ist. (siehe Buch Mormon, 2. Nephi 9:9 und 2. Nephi 2:27)

Eine der gravierendsten Folgen, die wir wahrnehmen, ist die Abnahme von Liebe und Nächstenliebe in Familien und der Gesellschaft. Zerbrechende Beziehungen belasten immer mehr Menschen körperlich und seelisch. Es scheint, als ob wir eine Gesellschaft errichten, die mental weniger belastbar wird und vereinsamt. In Familien sind die Hauptleidtragenden die Kinder, wenn Keile zwischen den Eltern entstehen. Es gehört zu den großen Irrtümern unserer Zeit, diese Probleme – den Zerfall und die Instabilität von Familien zu verharmlosen.

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Die Familie dient hier als ein Beispiel. Der wichtige Punkt ist aber, welche wichtigen Bälle weggeworfen und für welche destruktiven Bälle mehr Kraft und Energie eingesetzt wurden. Es sind aber nicht nur die Bälle. Es kommen wertvolle Menschen zu Schaden, oft dauerhaft. Wir sehen auch noch kein Fundament, das gemäß der oben zitierten Schriftstelle Regen und Sturm standhalten kann, selbst wenn die Gewalten und Turbulenzen in Zukunft noch viel stärker werden.

Wie baut man nun ein Fundament, das etwas taugt? Noch mehr Bälle? Noch mehr du sollst, du sollst, du sollst? Das ist nicht die Lösung. Woraus sollte dieses Fundament bestehen? Dies ist eine sehr individuelle Frage aber ich glaube, es gibt einige grundlegende Prinzipien. In unser Fundament packen wir nur Dinge, die wir wollen und die uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. Was wir nicht wollen, bleibt ein Ball in der Luft, der uns mehr oder weniger Mühe macht. Wir müssen uns möglicherweise oft entscheiden, ob wir ihn überhaupt behalten wollen und so wird er schnell zur Last. Destruktive Dinge, die uns anhaften, schwächen unser Fundament und verringern auch nicht die Turbulenzen. Es liegt auf der Hand, dass es besser wäre, sie loszuwerden. Leider sehe ich oft in meiner Berufung, dass die Auswahlkriterien unklar sind, dass Bequemlichkeit mehr zählt als Nachhaltigkeit.

Ein paar Beispiele: das tägliche persönliche Gebet und das Familiengebet, sowie das regelmäßige Nutzen der Heiligen Schriften – so lange, wie sie Bälle in der Luft sind, die häufig zur Disposition stehen, können wir nur sporadisch oder gar nicht die Segnungen erfahren, die folgen würden, wenn wir eine dauerhafte Gewohnheit daraus machen, weil wir es wollen (nicht sollen) und diese Komponenten als einen starken Block in unser Fundament packen.

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Wenn wir diesem Prinzip folgen, bauen wir Schritt für Schritt ein besseres Fundament, in dem wir lernen und verstehen, was uns und den Menschen um uns herum (ausdrücklich NICHT NUR UNS SELBST) mehr Stabilität und Schutz vor destruktiven Einflüssen verleiht.

In meiner kirchlichen Berufung, aber nicht nur dort, erlebe ich zu häufig, dass Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen Dinge abwählen, die sie eigentlich in ihrem Fundament brauchen – in der Regel, weil sie unbequem und vielleicht auch unpopulär sind oder den Glauben attackieren. Tempel, Zehnter und Fastopfer, Gebote, Bibel, Buch Mormon, regelmäßige Teilnahme am Abendmahl, Umkehr, Nächstenliebe, Selbstlosigkeit, Familie, Joseph Smith, Jesus Christus etc. Wenn diese und andere Dinge, die ins Fundament gehören, immer Bälle in der Luft bleiben, werden sie schwerer und schwerer und dann lassen wir sie irgendwann fallen. Es ist mühsam, Hass zu besiegen, eine Sucht, ein zwanghaftes oder unakzeptables Verhalten, Egoismus, Unverbindlichkeit, etc. etc. Aber diese Dinge und andere haben im Fundament nichts zu suchen, weil sie den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nicht standhalten. Sie sollten noch nicht mal Bälle in der Luft sein, für die wir Kraft, Energie und Konzentration aufwenden und damit verschwenden. Wir sollten sorgfältig aussortieren.

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Ein gutes Fundament ist die Basis, um uns selbst, unsere Familie, unsere Gemeinde oder Gemeinwesen vor Turbulenzen und Erschütterungen zu schützen bzw. die Auswirkungen derselben zu minimieren. Gleichzeitig habe ich ein Dach gezeichnet, dass nicht suggerieren soll, dass man Schutz nur durch Abkapselung erhält. Der Schutz besteht darin, sich vorzubereiten und Vorkehrungen zu treffen, einen Ort der Zuflucht zu schaffen, vor allem im geistigen Sinne.

Kürzlich las ich eine Kolumne von einem dieser jungen Journalisten, mit sicherlich noch begrenzter Lebenserfahrung, die die Meinungen in unserer Gesellschaft sehr stark prägen. Er meinte, was wir definitiv nicht brauchen, ist eine Rückbesinnung auf christliche Werte. Aha. Junger Mann, dachte ich, du weißt nicht wirklich, wovon du sprichst. Diese fragwürdige Aussage hat mich so beschäftigt, dass ich ihr möglicherweise einen weiteren Post widmen werde.

Uns fehlt nämlich in unserem Bild noch der wichtigste Teil, der wichtigste Bestandteil unseres Fundamentes – Jesus Christus. Man könnte unzählige Schriftstellen zitieren, warum das so ist. Ich habe nur zwei gewählt. Die erste hat Präsident Kearon erwähnt, als wir kürzlich in Offenbach mit der Gebietspräsidentschaft Europa zusammen waren. Sie steht im Buch Mormon in Omni 1:26:

„Und nun, meine geliebten Brüder [und Schwestern], möchte ich, daß ihr zu Christus kommt, der der Heilige Israels ist, und an seiner Errettung und an der Macht seiner Erlösung teilhabt. Ja, kommt zu ihm und opfert ihm eure ganze Seele als Opfer, und fahrt fort mit Fasten und Beten, und harrt aus bis ans Ende; und so wahr der Herr lebt, werdet ihr errettet werden.“

Durch das Sühnopfer Jesu Christi wird uns hinzugefügt, was wir selbst nicht tun können – wenn wir es für uns annehmen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind Glaube, Hoffnung und Demut. Demut führt zum Verständnis des Sühnopfers und ebnet den Weg für die Herzensänderungen, die für den oben besprochenen Prozess erforderlich sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, mehr darüber zu lernen und selbst zu erfahren, wie Lasten tatsächlich leichter werden können (wie in der Schriftstelle oben) – nicht weil sie notwendigerweise verschwinden, sondern weil sich die Art und Weise, wie wir damit umgehen, ändert. Ich denke, selbst viele Christen haben davon nur ein unvollständiges Verständnis.

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Diese Schriftstelle zum Abschluss ist selbsterklärend.

„Darum müßt ihr mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung und von Liebe zu Gott und zu allen Menschen. Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und euch am Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt, siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben.
Und nun siehe, meine geliebten Brüder, dies ist der Weg; und es ist kein anderer Weg noch Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Mensch im Reich Gottes errettet werden kann. Und nun siehe, dies ist die Lehre von Christus und die einzige und wahre Lehre vom Vater und vom Sohn und vom Heiligen Geist, die ein Gott sind ohne Ende. Amen.“  
Buch Mormon, 2. Nephi 31:20, 21

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Christus Statue im Besucherzentrum auf dem Tempelplatz in Salt Lake City

Frohe Weihnachten – Merry Christmas – 圣诞节快乐

Liebe Freunde, dear friends,

Als ich am Dienstagabend spät auf dem Rückweg von einer Dienstreise im Flugzeug saß, las ich in der „Zeit“ einen Artikel in dem sinngemäß stand: „2015 ist das Jahr, in dem die Welt über Deutschland hereingebrochen ist …“. Das erinnerte mich an einen Satz in meinem Patriarchalischen Segen, den ich dieses Jahr in einigen Gemeinden zitiert habe: „Du wirst die Zeit erleben, … wenn große Dinge über die Welt kommen werden, wie sie der Herr offenbart hat, wegen der Gottlosigkeit.“ Daran glaube ich.

When I was on my way back from a business trip Tuesday night, sitting in an airplane, I read an article in the „Zeit“ which said something like this: „2015 was the year when the world has befallen Germany …“. This reminded me on a sentence in my Patriarchal Blessing I have quoted in some wards this year: „You will see a time, … when great things will happen on earth as revealed by the Lord due to ungodliness.“ I believe this.

Es scheint in der Tat, als ob unser Leben eine Folge von Problemen ist – sowohl in der Gesellschaft als auch im Privaten, die uns belasten, den Frieden bedrohen – den inneren als auch den äußeren – und uns große Sorgen machen. Unser Land verändert sich, sowohl zum Guten aber leider auch zum Schlechten.

It seems indeed that our live is a succession of problems – in the society as well as privately – that burden us and threaten the peace – both, our inner and the outer peace. Our country is changing for both, good and unfortunately also for bad.

Bei einigen Problemen fragen wir uns, wie sie jemals wieder geheilt werden können.

For some problems we ask ourselves, how can this ever be healed.

Sie können. Nämlich durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Ich glaube, es wird immer wichtiger, dass wir uns zurückbesinnen auf diese große Gabe Gottes und richtige Schlussfolgerungen daraus ziehen.

It can – through the atonement of Jesus Christ. I believe it becomes more and more important, to reflect on this great gift of God and draw the right conclusions.

In der Adventszeit habe ich im Auto oft dieses wunderbare Werk von Georg Friedrich Händel angehört, in dem Jesaja 9:5 uns auf einzigartige Weise nahe gebracht wird. Es ist Teil des Oratoriums „Der Messias“, das Händel selbst als seine Auferstehung bezeichnete.

During the Christmas season I have listened a lot to the wonderful hymn written by Georg Friedrich Handel, which brings us closer to Isaiah 9:6. It is part of „The Messiah“ which Handel himself called his resurrection.

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;“

In the King-James Bible, Isaiah 9:6:

„For unto us a child is born, unto us a son is given: and the government shall be upon his shoulder: and his name shall be called Wonderful, Counsellor, The mighty God, The everlasting Father, The Prince of Peace.“

Ein weiteres Lied, dass ich mir ständig angehört habe, beschreibt die Feierlichkeit der Geburt von Jesus Christus – die Heilige Nacht. Geist und Zeugnis dieses Liedes sprechen für sich selbst.

Another hymn I have listened to a lot describes the solemnity of the birth of Jesus Christ – the Holy Night. Spirit and Testimony of this hymn speak for itself.

Ich musste dabei auch an eine Schriftstelle in Lehre und Bündnisse Abschnitt 88 denken.

I also thought about a scripture in Doctrine and Covenants, section 88.

Auszug aus Vers 104: „—denn jedes Ohr wird vernehmen, und jedes Knie wird sich beugen, und jede Zunge wird bekennen, wenn sie den Ton der Posaune hören, nämlich: Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, der auf dem Thron sitzt, für immer und immer; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“

From verse 104: „—for every ear shall hear it, and every knee shallbow, and every tongue shall confess, while they hear the sound of the trump, saying: Fear God, and give glory to him who sitteth upon the throne, forever and ever; for the hour of his judgment is come.“

Wir alle werden Ihm begegnen, denn Er ist für alle Menschen in die Welt gekommen, hat für alle gelitten und ist für alle auferstanden. Sein Sühnopfer ist nicht selektiv und deshalb ist auch Seine Botschaft für jedermann gültig.

We all will encounter Him for He came into the world for all of us, suffered for all of us and he is risen from the dead. His antonement is not selective as thus, His message is valid for all of us.

Ich liebe die Beschreibung vom Erscheinen Jesu Christi bei den Nephiten, wie es im Buch 3. Nephi im Buch Mormon zu lesen ist.

I love the record of Jesus Christ´s appearance among the Nephites as we read it in 3rd Nephi, in the Book of Mormon.

3. Nephi 11:9-17: „Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich:
Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.
Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten.
Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, daß es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen.
Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich:
Erhebt euch, und kommt her zu mir, daß ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, daß ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wißt, daß ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin.
Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewißheit wußten und Zeugnis gaben, daß er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.
Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich:
Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“

3 Nephi 11:9-17: „And it came to pass that he stretched forth his hand and spake unto the people, saying:
Behold, I am Jesus Christ, whom the prophets testified shall come into the world.
And behold, I am the light and the life of the world; and I have drunk out of that bitter cup which the Father hath given me, and have glorified the Father in takingupon me the sins of the world, in the which I have suffered the will of the Father in all things from the beginning.
And it came to pass that when Jesus had spoken these words the whole multitude fell to the earth; for they remembered that it had been prophesied among them that Christ should show himself unto them after his ascension into heaven.
And it came to pass that the Lord spake unto them saying:
Arise and come forth unto me, that ye may thrust your hands into my side, and also that ye may feel the prints of the nails in my hands and in my feet, that ye may know that I am the God of Israel, and the God of the whole earth, and have been slain for the sins of the world.
And it came to pass that the multitude went forth, and thrust their hands into his side, and did feel the prints of the nails in his hands and in his feet; and this they did do, going forth one by one until they had all gone forth, and did see with their eyes and did feel with their hands, and did know of a surety and did bear record, that it was he, of whom it was written by the prophets, that should come.
And when they had all gone forth and had witnessed for themselves, they did cry out with one accord, saying:
Hosanna! Blessed be the name of the Most High God! And they did fall down at the feet of Jesus, and didworship him.“

Jedes Mal, wenn ich das lese, spüre ich wie der Heilige Geist mir Bestätigung gibt und ich bin tief bewegt.
Wie werden wir uns fühlen, wenn wir ihm begegnen? Wie verändert uns diese Erkenntnis? Was werden wir in Zukunft tun?

Every time I read this I feel the witness of the Holy Ghost, and I am deeply moved. How will we feel when we meet Him? How this knowledge change us? What are we going to do in the future?

Ich habe diese Woche den zynischen Kommentar eines deutschen Kabarettisten gelesen, der sich darüber lustig machte, wie einfältig Menschen sein müssen, die an ein Zweites Kommen von Jesus Christus glauben oder gar an ein Sühnopfer und eine Auferstehung. Nun, ich nehme es ihm nicht übel. Woher soll er es besser wissen? Es ist nicht die Botschaft, die wir in der Prime Time in den Nachrichten hören oder sehen. Man muss danach suchen, nachdenken, beten und anwenden, dann wird man sie finden.

I read some cynical remarks of a German comedian this week, ridiculing people who have faith in Jesus Christ, His second coming, His atonement and resurrection. I don´t feel offended by the guy´s position. How could he know better? It´s not the message we see or hear in the prime time news. One has to seek, ponder, pray and apply – then it can be found.

Zu Weihnachten gebe ich Zeugnis von der heilenden Macht des Sühnopfers Jesu Christi. Sie bewirkt in der Regel nicht, dass Sorgen und Probleme auf magische Weise verschwinden (obwohl das ab und zu geschieht). Die heilende Macht des Sühnopfers bewirkt, dass Menschen mit Glauben, Nächstenliebe und Rechtschaffenheit handeln. Sie hilft, mit Problemen umzugehen, sie zu verstehen, zu heilen und weniger neue Probleme zu schaffen.

At Christmas, I bear witness of the healing power of the atonement of Jesus Christ. It usually doesn´t make problems disappear in a magic way (well, it sometimes happens). The healing power of the atonement changes individuals to act with faith, charity and in righteousness. It helps to deal with problems, understand them, to heal and not to create new problems.

Herzlichen Dank allen Freunden, Kollegen und meiner Familie für die Unterstützung, Freundschaft, Liebe und Zuneigung, von der ich dieses Jahr mehr empfangen habe, als ich geben konnte. Ich bin dafür sehr dankbar.

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Christmas music with family and friends in our home last night

I would like to thank all friends, co-workers and my family for all the support, friendship, love and affection I have received much more this year than I could give back. I´m very grateful for it.

Frohe Weihnachten ! Merry Christmas !

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Weil Er lebt – Osterwoche 2015

WEIL ER LEBT

Jesus Christus hat wirklich gelebt. Er zog durchs Heilige Land, vollbrachte Wunder und verkündete die Wahrheit. Dann wurde er gekreuzigt. Aber sein Tod war nicht das Ende. Dank seiner Auferstehung werden wir wieder leben. Dank seines Opfers können wir Sünde überwinden und wahre Freude erfahren. Weil er lebt, können wir jeden Tag unseres Lebens Hilfe und Heilung bei ihm finden.
Osterwoche
          
Alle Beiträge zur Osterwoche ansehen:

http://www.mormon.org/deu/ostern

Es gibt einen unbegrenzten Bedarf, das Sühnopfer Jesu Christi zu verstehen und die Rolle, die Vergebung dabei spielt. Vergebung fällt den meisten von uns schwer, wenn sie am dringendsten notwendig ist. Vielleicht kann die Osterwoche jedem von uns helfen, im eigenen Leben das Prinzip der Vergebung anzuwenden.

Jesus Christus und Ereignisse im Buch Mormon Part 01

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Der Höhepunkt des Buches Mormon ist der Besuch des auferstandenen Jesus Christus bei den Bewohnern des Landes Überfluss. Dabei gab er ihnen die Gelegenheit, ihn zu sehen und zu berühren.  Das Buch Mormon bestätigt den Bericht des Neuen Testaments von Seinem Wirken in Palästina und ist damit neben der Bibel ein weiterer Zeuge für Jesus Christus.

Ähnlich wie seinen Freunden in Jerusalem, gab Jesus auch dem Volk Nephi nicht nur einen Beweis seiner Auferstehung und physischen Existenz, sondern während der Dauer seines Aufenthaltes diente er ihnen geistlich auf einzigartige Weise.

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Unter anderem tat er das wie folgt, nachzulesen im Buch 3. Nephi ab Kapitel 11:

 – Er gab ihnen ein vollständiges Verständnis seines Sühnopfers und der Lehre Christi.

– Er berief zwölf Apostel und etablierte seine Kirche.
– Er wiederholte die Bergpredigt sowie weitere Evangeliumsgrundsätze wie die christliche Moral- und Glaubenslehre sowie die Notwendigkeit und Art und Weise der Taufe.
– Er erklärte inwieweit er das Gesetz Mose erfüllt hat und seine Lehren deshalb darüber hinausgehen und wie die zukünftige Sammlung Israels vor sich gehen wird.
– Er heilte ihre Kranken, segnete die Kinder und betete für die Menschen auf eine Weise, die nicht mit Worten wiedergegeben werden kann.
– Er zeigte ihnen Nächstenliebe und forderte sie auf, diesem Grundsatz zu folgen und einander zu dienen.
– Außerdem führte er das Abendmahl ein, erklärte seine Bedeutung und bevollmächtigte die Zwölf, die Gabe des Heiligen Geistes zu übertragen. Damit wurden grundlegende Pflichten des Priestertums definiert.
– Er bestätigte die Schriften Jesajas über die Zeit vor Seinem Zweiten Kommen und schilderte Ereignisse und Zustände, die diesem Kommen vorausgehen werden. Er legte alles aus, vom Anfang bis zum Ende.
– Jesus erneuerte auch das Gesetz des Zehnten und forderte die Menschen auf, es zu befolgen und dadurch gesegnet zu werden.
– Bevor er das Volk Nephi verließ, stellte er sicher, dass sie das Evangelium Jesu Christi und die damit verbundenen ewigen Perspektiven verstanden hatten.

Der Bericht im 3. Nephi endet mit folgendem Vers, der eine Aufforderung an die Menschen in unserer Zeit enthält und worauf ich später noch zurückkommen werde:

„Wendet euch, all ihr Andern, von euren schlechten Wegen ab, und kehrt von euren Übeltaten um, von eurem Lügen und Täuschen und von eurer Hurerei und von euren geheimen Greueln und eurem Götzendienst und von euren Morden und eurer Priesterlist und eurem Neid und eurem Hader und von all eurer Schlechtigkeit und euren Greueltaten, und kommt zu mir und laßt euch in meinem Namen taufen, damit ihr Vergebung für eure Sünden empfangen und vom Heiligen Geist erfüllt werden könnt, damit ihr meinem Volk zugezählt werden könnt, das vom Haus Israel ist.“ (3. Nephi 30:2)

Danach verließ er die Nephiten.
Und was geschah dann?

Diejenigen, die Zeugen des Besuches von Jesus Christus waren, fingen an, ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen. Das Teilen des Evangeliums und das damit verbundene Streben nach Übereinstimmung mit dessen Grundsätzen, müssen eine riesige Dynamik entwickelt haben, die die Menschen mitgerissen hat. Warum sonst hätten sie glauben, umkehren, sich taufen lassen und den Heiligen Geist erhalten sollen. Warum hätten sie sich jemals ändern und rechtschaffen werden sollen, wenn es nicht etwas gegeben hätte, das ihr Verständnis und ihre Gefühle so erweitert hat, dass sie sich bekehren wollten.

Die Wirkung seines Besuches, der Belehrungen und seines Dienstes war also in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Im Laufe einer historisch kurzen Zeit entwickelte sich eine Gesellschaft, die uns eine konkrete Vorstellung davon gibt, was geschehen kann, wenn das Evangelium Jesu Christi von großen Teilen eines Volkes verstanden und seine Grundsätze konsequent angewandt werden. Im ersten Teil des Buches 4. Nephi im Buch Mormon wird beschrieben, wie sich diese Entwicklung vollzog.

„… und siehe, die Jünger Jesu hatten in allen Ländern ringsum eine Kirche Christi gebildet. Und alle, die zu ihnen kamen und von ihren Sünden wahrhaftig umkehrten, wurden im Namen Jesu getauft, und sie empfingen auch den Heiligen Geist.“ (4. Nephi 1:1)

Das sind die ersten Grundsätze des Evangeliums Jesu Christi: Glaube, Umkehr, Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes als Basis für alles weitere. Bekehrung ist ein persönlicher und vor allem freiwilliger Prozess. Erzwungene Bekehrung ist keine Bekehrung und wird auch nie dauerhafte Früchte hervorbringen.

„Und es begab sich: Im sechsunddreißigsten Jahr wurde alles Volk zum Herrn bekehrt, auf dem ganzen Antlitz des Landes, sowohl die Nephiten als auch die Lamaniten, und es gab keine Streitigkeiten und Auseinandersetzungen unter ihnen, und jedermann handelte gerecht, einer mit dem anderen.“ (4. Nephi 1:2)

Was lernen wir hier? Bei echter Bekehrung zum Evangelium hören Streitigkeiten und Auseinandersetzungen mit der Zeit auf, weil der Glaube dazu motiviert und sich positive Erfahrungen einstellen, die wiederum die Kraft zu Selbstdisziplin und Selbstlosigkeit geben. Wenn das nicht geschieht und Ungerechtigkeit ebenfalls nicht abgeschafft wird, hat es demzufolge keine echte Bekehrung zum Evangelium Jesu Christi gegeben.

„Und sie hatten alles unter sich gemeinsam; darum gab es keine Reichen und Armen, Geknechteten und Freien, sondern sie waren alle frei geworden und hatten teil an der himmlischen Gabe.“ (4. Nephi 1:3)

Die Überwindung von Egoismus, Macht- und Habgier, Neid und Missgunst, aber auch Faulheit und Müßiggang ermöglicht es den Menschen, Unterschiede in Gemeinsamkeiten zu verwandeln und den Fluch, Besitzstände zu vergleichen zu beseitigen. Es bedeutet nicht Uniformismus oder gleichgeschaltete Gehirne, wie manche Zeitgenossen vermuten.
Voraussetzungen für den Erfolg sind echte Nächstenliebe und Menschlichkeit, wie von Jesus propagiert, Rechtschaffenheit, Selbstlosigkeit, Disziplin, Fleiß, Solidarität und Toleranz, die Anerkennung von objektiv gültigen moralischen Gesetzen und deren Befolgung sowie weitere edle Eigenschaften.

Und es wurden große und wunderbare Werke von den Jüngern Jesu vollbracht; ja, sie heilten die Kranken und erweckten die Toten auf und machten, daß die Lahmen gingen und die Blinden ihr Augenlicht empfingen und die Tauben hörten; und allerart Wundertaten vollbrachten sie unter den Menschenkindern; und in nichts bewirkten sie Wundertaten, außer allein im Namen Jesu. (4. Nephi 1:5)

Und nun, siehe, es begab sich: Das Volk Nephi wurde stark und mehrte sich überaus schnell und wurde ein überaus anmutiges und angenehmes Volk. (4. Nephi 1:10)

Einigkeit und Rechtschaffenheit machten dieses Volk nicht nur wirtschaftlich erfolgreich (was nachzulesen ist, aber hier nicht zitiert), sondern auch gesellschaftlich.
Was kennzeichnet ein starkes, anmutiges und angenehmes Volk? Die folgenden Verse fassen es eigentlich recht gut zusammen.

„Und es begab sich: Wegen der Gottesliebe, die dem Volk im Herzen wohnte, gab es im Land keinen Streit.
Und es gab weder Neid noch Hader, noch Aufruhr, noch Hurerei, noch Lüge, noch Mord, noch irgendeine Art von Sittenverderbnis; und gewiß konnte es kein glücklicheres Volk unter allem Volk geben, das von der Hand Gottes erschaffen worden war.
Es gab weder Räuber noch Mörder, noch gab es Lamaniten, noch sonst irgendwelche -iten; sondern sie waren eins, die Kinder Christi und Erben des Reiches Gottes.
Und wie gesegnet waren sie! Denn der Herr segnete sie in allem, was sie taten; ja, sie wurden gesegnet, und es erging ihnen wohl …“ (4. Nephi 1:15-18)

Das alles kann durch die Anwendung des Evangeliums Jesu Christi bewirkt werden. Das ist das ihm innewohnende Potential, das nicht nur Glückseligkeit für ein Leben nach dem Tod verheißt, sondern die Werkzeuge und Anleitungen bereithält, wie Zustände in Familien, Gemeinden, Kommunen oder einer ganzen Gesellschaft erarbeitet werden können, die denen gleichen, die hier geschildert werden. Jede Weltanschauung, egal ob sie einen Gott verehrt oder nicht, muss sich an dem ihr innewohnenden Potential und den Perspektiven, die sie bieten kann, messen lassen. Hier ist der Maßstab dafür und dabei haben wir noch nicht einmal die ewigen Perspektiven des Evangeliums Jesu Christi erwähnt.

Der Prozess, um diesen Zustand zu erreichen, war ganz sicher noch wesentlich komplexer als in 18 kurzen Versen geschildert werden kann. Aber der Bericht enthält die entscheidenden Punkte.  Ich stelle mir oft vor, wie diese Menschen an anstehende Aufgaben und Herausforderungen, egal ob sie zeitlicher oder geistiger Natur waren, herangegangen sind und um wie vieles besser sie ihre Zeit und Mittel zur Verbesserung ihrer Gesellschaft nutzen konnten.

Das alles hätte niemals ohne verbindliche Regeln funktionieren können und die Verpflichtung, sich daran zu halten. Vers 12 gibt eine einfache Erklärung, wie sie die geistige Stabilität erhielten, um auf „die Weise des Glücklichseins“ zu leben.

„… sie wandelten nach den Geboten, die sie von ihrem Herrn und ihrem Gott empfangen hatten, und sie fuhren fort, zu fasten und zu beten und sich oft zu versammeln, um zu beten und auch, um das Wort des Herrn zu hören.“ (4. Nephi 1:12)

Die Geschichte mag ideal klingen. Man mag es glauben oder nicht. So ist das mit Glaubensfragen. Ich für meinen Teil glaube daran, dass es so gewesen ist und vor allem, dass es möglich war. Die Denkaufgabe hat aber mit Glauben gar nicht so viel zu tun. Sie besteht darin, das Evangelium Jesu Christi in der Gesamtheit seiner Lehren und Grundsätze zu analysieren, die richtigen Applikationen daraus abzuleiten und darüber nachzudenken, wie sich Zusammenleben und -arbeiten ändern, wenn diese Grundsätze im persönlichen Leben, in der Familie, im Umfeld oder, wie im diesem Beispiel geschehen, in einer Gesellschaft angewendet werden.

Die Nephiten haben es geschafft, diese nahezu idealen gesellschaftlichen Umstände fast 200 Jahre aufrecht zu erhalten. Am Ende dieser Periode, begann eine Erosion, eindeutig verursacht durch das Verlassen der Grundsätze des Evangeliums – zuerst durch einige wenige Menschen, die sich der breiten Masse überlegen fühlten und diese Überlegenheit für sich nutzen wollten. Damit wurde die Einigkeit unter dem Volk zerstört – mit fatalen Folgen wie in Part 2 dieses Posts untersucht werden wird. Nicht umsonst hat Mormon, wie in der Schriftstelle oben zitiert, die Nachwelt vor den Missständen gewarnt, die schließlich zum Niedergang der nephitischen Zivilisation führten.

Teil 2 lesen:

https://thomashengst.com/2015/02/15/jesus-christus-und-ereignisse-im-buch-mormon-part-02/

Teil 3 lesen:

https://thomashengst.com/2015/05/07/jesus-christus-und-ereignisse-im-buch-mormon-part-03/

Report von der Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig

Ich bin von vielen nach dem Manuskript meiner Rede am Sonntag der letzten Pfahlkonferenz am 2. November 2014 gefragt worden. Ich schreibe meine Reden normalerweise nicht auf und verwende nur Stichworte. Bruder Wolfgang Geiler aus der Gemeinde Köthen hat aber wieder in bewährter Weise Transkripte aller Ansprachen angefertigt, die wir in wenigen Tagen auf http://www.pfahl-leipzig.de stellen werden.
Hier also das Transkript meiner Rede vorab. Vielen Dank, Bruder Geiler.

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Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, wendet sich als Schlusssprecher der Konferenz an die anwesenden Schwestern, Brüder und Gäste.

Zunächst dankt er allen an dieser Versammlung Beteiligten, den Betreibern und Mitarbeitern des Kulturhauses Böhlen, dem Pfahlorchester und seinem Leiter Bruder Ralf Jähnert, dem Pfahlchor unter der Leitung von Bruder Frank Heidler und der Begleitung von Schwester Camilla Heinz, Schwester Sabine Tilgner für den Blumenschmuck, Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der Lieder, Bruder Thomas Goliasch für die Gesangsleitung, den Kindern der Primarvereinigung und deren Gesangsleiterin Schwester Petra Pabst sowie Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der PV-Kinder, dem Ordnungsdienst und allen anderen nichtgenannten Helfern.

Präsident Thomas Hengst verweist auf den roten Faden, der sich durch alle Ansprachen gezogen hat: „Der einzelne Mensch“. Das hat damit zu tun, dass wir unwesentliche Dinge mit Entschlossenheit aus unserem Leben verbannen und uns auf das konzentrieren, was wirklich elementar wichtig ist.

Er zitiert Alma 34:15: „Und so bringt er die Errettung all denen, die an seinen Namen glauben; und das ist der Zweck dieses letzten Opfers, jenes herzliche Erbarmen zuwege zu bringen, das die Gerechtigkeit überwältigt und für den Menschen Mittel zuwege bringt, damit er Glauben zur Umkehr haben kann.“ und fordert uns auf: „Bei allem, was ich jetzt sagen werde: Behalten Sie diese Schriftstelle im Sinn!“

Jesus Christus hat dieses herzliche Erbarmen zuwege gebracht.

Wir wollen mehr vom Charakter Christi kennenlernen, wollen mehr daraus lernen.

Präsident Hengst kündigt an, dass er einige wichtige Punkte ansprechen wird, die unangenehm sind für den einen oder anderen von uns. Aber sie müssen angesprochen werden im Hinblick auf das Wesentliche.

Die gesellschaftliche Entwicklung macht Sorgen. In dieser Zeit werden Menschen radikalisiert, wird die Definition von Ehe und Familie und Rechtschaffenheit zum Negativen hin verändert. Aber es geht um viel mehr! Es geht darum, wie sich jeder Einzelne von uns gegen die Versuchungen und Angriffe des Widersachers schützen kann! Das sind Angriffe auf unsere ewige Existenz!

Viele Mitglieder ziehen sich zurück aus den Versammlungen und Zusammenkünften, die den Zweck haben, uns zu stärken. Viele ziehen es vor, sich während der Versammlungen im Foyer aufzuhalten. An den Versammlungen der Frauenhilfsvereinigung und der Kollegien nehmen weniger Mitglieder teil. Auch bei den Pfahlkonferenzen ist das zu spüren.

Präsident Thomas Hengst will helfen, die Prioritäten etwas zurecht zu rücken und weist auf eine Aussage des letzten Präsidenten des Freiberg-Tempels, Präsident Ernst Husz, hin: „Wenn Sie wollen, dass Sie erfolgreicher in Ihrem Leben sind, dann kommen Sie in dem Maße, wie Sie das möchten, zum Tempel!“ – Wir haben die Verheißung des Herrn, dass, wenn wir das Evangelium in eine hervorragende Position in unserem Leben bringen, sich die Probleme in unserem Leben in leichterem Maße lösen lassen.

Er spricht dazu 4 Schwerpunkte an,

  1. Rücken wir die Prioritäten zurecht, bringen wir das Evangelium an die richtige Stelle!

Auf der Internetseite der Kirche „Komm und folge mir nach“ (https://www.lds.org/youth/learn?lang=deu) ist ein Programm für die Jugendlichen zusammengefasst, das uns helfen soll, wie wir heute leben wollen.

Elder David A. Bednar sagte dazu: Wir haben es mit den Jugendlichen angefangen, denn die Erwachsenen tun sich damit schwerer – deshalb sollen wir den Begriff „Jugendliche“ auf uns alle beziehen.

Der Zweck dieses Programm ist folgendermaßen wiedergegeben: „Die Erste Präsidentschaft hat erklärt, dass Ihr Ziel als Lehrer von Jugendlichen darin besteht, ihnen zu helfen, sich zum Evangelium Jesu Christi zu bekehren. Den Weg, der zur Bekehrung führt, muss jeder selbst beschreiten. Bekehrung vollzieht sich nicht allein in einer Versammlung, im Unterricht oder in einer Aktivität. Letztlich bekehren sich die Jugendlichen, indem sie jeden Tag eifrig das Evangelium leben – also beten, die heiligen Schriften studieren, die Gebote halten, ihre Priestertumspflichten und andere Aufgaben erfüllen, in den Tempel gehen, ihrer Familie und anderen Menschen dienen und anderen vom Evangelium erzählen. Dadurch bringen sie ihre Wünsche, ihre Einstellung und ihre Taten mehr und mehr mit dem Willen des himmlischen Vaters in Einklang. Sie werden glücklich und zuversichtlich und handeln lieber „für sich selbst [statt] auf sich einwirken [zu] lassen“ (2 Nephi 2:26). Sie bemühen sich, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu beachten, Versuchung zu widerstehen und viel Gutes „aus ihrem eigenen, freien Willen“ zu tun (LuB 58:27). Sie werden „durch das Sühnopfer Christi“ Heilige (Mosia 3:19).“

Der Pfahlpräsident lädt uns ein, unsere Einstellungen zu überdenken und aktiv zu werden, damit unsere Diskussionen und unsere Klassen fruchtbarer werden.

  1. Jeder hat Befindlichkeiten, aber Anstoß daran nehmen kann uns selbst schaden.

Präsident Thomas Hengst ist ehemaliger Organist und hat sich immer darüber geärgert, wenn Geschwister in das Vorspiel geplatzt sind und die Andacht stören. Anstoß nehmen an anderen Menschen kann dazu führen, dass wir uns selbst schaden.

Er sieht das als eine Befindlichkeit und will daran arbeiten, dass seine Empfindungen besser werden und spricht über einen Beitrag von Apostel David A. Bednar: Er hat mit einigen Geschwistern gesprochen, die sich darüber beschwert haben, dass sie in ihren Gemeinden nicht so behandelt worden sind, wie sie es sich vorgestellt haben, sie haben Bischöfe kritisiert, eine Pfahlpräsidentschaft kritisiert, einen Tempelpräsidenten kritisiert. Sie haben gesagt: „Solange diese Brüder ihr Amt ausüben werde ich nicht mitarbeiten, werde ich den Tempel nicht besuchen, werde ich dies und jenes nicht machen!“ Apostel David A. Bednar gab ihnen folgende Antwort: „Lassen Sie mich sicherstellen, dass ich genau verstehe, was Ihnen passiert ist. Weil jemand Sie in der Kirche vielleicht ungerecht behandelt hat, haben Sie sich von der Verordnung des Abendmahls zurückgezogen. Sie haben zugelassen, dass Sie sich selbst die dauernde Anwesenheit des Heiligen Geistes in Ihrem Leben nicht mehr gestatten. Sie haben sich selbst abgeschnitten von den Priestertumsverordnungen und vom heiligen Tempel. Sie haben aufgehört, Möglichkeiten wahrzunehmen, kontinuierlich zu lernen und zu wachsen. Sie hinterlassen Barrieren, die den geistigen Fortschritt von Ihnen selbst, Ihren Kindern, Ihren Enkeln und den Generationen, die folgen, beeinflussen können.“

Viele der Menschen, denen Apostel Bednar antwortet, sagten dass sie dies noch nie aus dieser Perspektive betrachtet hätten.

Präsident Hengst lädt uns ein, dass wir – wenn wir an irgendetwas oder irgendjemandem Anstoß nehmen, zu überdenken: Was kann ich tun, um ein Problem zu lösen, welchen geistigen Schaden nehme ich sonst?

Er fordert alle die, die Verantwortung tragen auf: „Konzentrieren wir uns mehr auf den Einzelnen, errichten wir keine künstlichen Barrieren!“

  1. Jeder ist Herausforderungen unterworfen.

Dieser Schwerpunkt hat mit den Familien und Ehen zu tun. Jede Ehe ist Herausforderungen ausgesetzt, die Liebe füreinander mag Schwankungen unterworfen sein sie ist nicht immer konstant. Manche leben mehr nebeneinander als Miteinander. Das ist eine harte Tatsache!

Apostel Dallin H. Oaks sagt uns: „Wenn wir uns krank fühlen, wenn wir eine Krankheit haben, werden wir alles tun, um wieder gesund zu werden. Wir werden zum Arzt gehen. Wir werden solange ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen, bis wir wieder gesund sind oder zumindest soweit wiederhergestellt, dass wir ein vernünftiges Leben führen können. Es gibt lebenserhaltene Maßnahmen und wir werden nichts unversucht lassen, um wieder gesund zu werden. Und warum tun wir das? Weil unser Leben kostbar ist!“

Präsident Hengst sagt: „Betrachten Sie Ihre Familie und ihre Ehe unter diesem ewigen Gesichtspunkt! Werden Sie wieder gesund! Überwinden Sie Ihren Egoismus! Wenn Ihre Familie oder Ihre Ehe krankt, handeln Sie genauso, als wären Sie körperlich krank! Nutzen Sie alle Möglichkeiten, treffen Sie alle Maßnahmen, um wieder gesund zu werden! Nutzen Sie alle Hilfen, die das Evangelium bietet. Der erste Schritt ist die Überwindung des Egoismus. In dem Maße, wie es uns gelingt, Selbstlosigkeit zu verstärken und zu verbessern, werden viele Probleme eine Lösung erfahren.“

  1. Nichts in sozialen Netzwerken ausdrücken, was mit Rechtschaffenheit und den Lehren unserer Kirche nicht vereinbar ist.

Der Sprecher ermahnt uns: „Schützen Sie sich vor falschen Lehren. Die Kluft zwischen uns und der Welt wird größer werden. Das gilt für die Jugendlichen und auch die Erwachsenen! Lassen Sie nicht zu, dass auf eine schleichende Art und Weise Meinungen Platz bekommen, die den Zweck unseres Erdenlebens nicht unterstützen!“

Fragen sind gut. Zweifel sind möglich. Aber es gibt Wege, Klarheit zu erlangen durch die Lehren unserer Kirche. Ziel ist, zu erkennen, welcher Evangeliums-Grundsatz für mich richtig beantwortet wird. Der Pfahlpräsident gibt sein Zeugnis: „Wenn ich die Wahl habe, zu entscheiden, ob die Meinung eines Kolumnisten eines großen Magazins oder die Meinung der Ersten Präsidentschaft der Kirche wichtiger ist, werde  ich mich für die Meinung der Ersten Präsidentschaft entscheiden!“

Elder David A. Bednar hat gesagt, dass es für uns interessant sein kann, herauszufinden, welche Evangeliumsgrundsätze wir besser verstehen können und wie uns das helfen würde, den Willen des Himmlischen Vaters besser zu verstehen. Präsident Thomas Hengst fordert uns auf: „Denken Sie darüber nach, welchen Evangeliumsgrundsatz Sie besser verstehen möchten, um Fragen in Ihrem Leben persönlich besser beantworten zu können, endgültig beantworten zu können.“

Präsident Hengst hat kürzlich den Schluss des Buches Mormon gelesen. Mormon, Ether, Moroni – das sind für uns Blaupausen!

In dem Maße, wie das Volk die Rechtschaffenheit abgelegt hat – Schritt für Schritt – , das Maß an Rechtschaffenheit verringert wurde, in dem Maße ist die Freiheit dieses Volkes geringer geworden. Am Ende ist der Besitz der Menschen nicht mehr sicher gewesen. Die Antwort auf diese Situation war nicht etwa, umzukehren, sondern in ihrer Unrechtschaffenheit noch schlimmer zu werden.

Diese Völker haben sich selbst ausgerottet. Es ist keiner übriggeblieben, keiner, der rechtschaffen war!

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem zweiten Brief an Timotheus 3:1-9: „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.  Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht,  lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh,  heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt.  Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab. Zu ihnen gehören die Leute, die sich in die Häuser einschleichen und dort gewisse Frauen auf ihre Seite ziehen, die von Sünden beherrscht und von Begierden aller Art umgetrieben werden,  Frauen, die immer lernen und die doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können.  Wie sich Jannes und Jambres dem Mose widersetzt haben, so widersetzen sich auch diese Leute der Wahrheit; ihr Denken ist verdorben, ihr Glaube bewährt sich nicht.  Doch sie werden wenig Erfolg haben, denn ihr Unverstand wird allen offenkundig werden, wie es auch bei jenen geschehen ist.“

Identifizieren wir falsche Lehren und Dinge, die falsch sind, auch als solche. Diese Lehren und Dinge  werden nicht gut! Dinge, die falsch sind, werden nicht richtig und gut dadurch, dass viele Menschen sie lieben!

Apostel M. Russell Ballard sagte während der Herbst-Generalkonferenz 2014: „Ich habe erlebt, wie Menschen in Prüfungen und Bedrängnissen oder aber in vergleichsweise ruhigen Zeiten nicht im Boot geblieben sind und sich nicht mit beiden Händen festgehalten haben. Dabei habe ich beobachtet, dass viele von ihnen den Blick von den elementaren Lehren des Evangeliums abgewendet haben – die doch einmal der Grund dafür waren, weshalb sie sich der Kirche überhaupt anschlossen, weshalb sie eifrig und sehr bewusst nach den Grundsätzen des Evangeliums lebten und anderen durch ihren hingebungsvollen Dienst ein Segen waren. Aufgrund dieser elementaren Lehren empfanden sie die Kirche als einen Ort, wo man geistig genährt wird und wächst.“

  • Bleiben Sie im Boot!
  • Legen Sie die Schwimmweste an!
  • Halten Sie sich fest!

Unsere Kirche ist dieser Ort, wo man geistig genährt wird und wächst, und wird es immer bleiben!

Der Pfahlpräsident fordert uns auf, dazu in Lehre und Bündnisse 45 zu lesen.

Er will uns helfen, zu erkennen, dass wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen! Dort, wo Du bist, ist ein heiliger Ort!

In seinem Patriarchalischen Segen steht: „Bruder, du wirst die Zeit erleben, wo große Dinge über die Welt kommen werden, wegen der Gottlosigkeit. Dann sollst du an heiligen Stätten stehen! Lebe so, dass dort, wo du bist, ein heiliger Ort sein möge! Das bedenke ernsthaft!“

Der Präsident des Pfahles Leipzig ermahnt uns: „Bleiben Sie im Boot! Entfremden Sie sich nicht von der Kirche und ihren Lehren! Lernen Sie den Charakter von Jesus Christus kennen! Und machen Sie die Erfahrung, wie Sie nicht den Lehren zustimmen können, die populär sind. Jeder kann das nur selbst tun! Jeder von uns lernt selbst. Durch diesen Erkenntnisprozess können wir Fortschritt machen!“

Er fährt fort: Ich möchte Ihnen eine Schriftstelle vorlesen, die mir persönlich die Antwort gibt, warum ich dies alles tue, weshalb ich versuche, schlechte Neigungen, die sich in mir befinden, zu überwinden, weshalb ich versuche, damit aufzuhören, Anstoß an jemandem von Ihnen zu finden, weshalb ich meinen Dienst und meine Berufung noch ernster nehmen möchte, weshalb ich mich von falschen Lehren fernhalte, weshalb ich meine Familie und meine Ehe stärker pflegen möchte, weshalb ich keine Angst vor der Zukunft habe. Diese Antwort hat der Herr gegeben, als er den Nephiten erschienen ist: „Und siehe, beim dritten Mal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen: Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe – ihn höret. Und es begab sich: Als sie verstanden, ließen sie ihre Augen abermals zum Himmel hinaufschweifen; und siehe, sie sahen einen Mann aus dem Himmel herabkommen; und er war in ein weißes Gewand gekleidet; und er kam herab und stand in ihrer Mitte; und die Augen der ganzen Menge waren auf ihn gerichtet, und sie wagten nicht, den Mund aufzutun, nicht einmal einer zum anderen, und wussten nicht, was es bedeutete, denn sie dachten, es sei ein Engel, der ihnen erschienen war. Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich: Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen. Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten. Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, dass es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen. Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich: Erhebt euch, und kommt her zu mir, dass ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, dass ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wisst, dass ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin. Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewissheit wussten und Zeugnis gaben, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen. Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich: Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“ (3 Nephi 11:6-17)

Ist es das nicht wert, dass wir die Dinge, die in unserem Leben nichts zu suchen haben, entfernen, dass wir die Kraft versuchen zu finden und zu sammeln und hier mitzunehmen, um Christus näher zu kommen, seinen Charakter besser kennenzulernen?

Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, schließt mit seinem Zeugnis.

Der Charakter von Jesus Christus – Part 01

In den letzten Wochen habe ich mich oft mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, nicht nur an Jesus Christus zu glauben, also an seine Existenz und das, was über sein Leben überliefert ist, sondern im gleichen Maße Ihm zu glauben, d.h. an die Relevanz und Gültigkeit seiner Lehren und seines Vorbildes. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen Bekennen und Praktizieren und darin liegt eine fundamentale Herausforderung.
Ich empfinde es dabei als sehr hilfreich, mich mit dem Charakter von Jesus Christus zu beschäftigen. Irgendwo habe ich kürzlich gelesen, dass ein wichtiger Schlüssel zum Verstehen der Gebote Gottes und der daraus resultierenden Lehren und Prinzipien, das Lernen über den Charakter von Jesus Christus ist.
Diese Übung bringt uns sicher manchmal in Konflikt mit aktuell dominierenden Wert- und Moralvorstellungen, denen zu widerstehen und zu widersprechen schwer sein und eine Menge Mut erfordern kann, selbst dann, wenn wir wissen, dass sich diejenigen, die wahre christliche Werte herabwürdigen, irren und sich der langfristigen Folgen nicht bewusst sind.
Die Orientierung am Charakter von Jesus Christus kann aber in diesem zutiefst persönlichen Prozess viele Fragen beantworten. Wenn mit Geduld und Beständigkeit verfolgt, wird dieser Prozess Schritt für Schritt Ergebnisse hervorbringen, die unser Leben bereichern und uns in Momenten von Niederlage, Trauer, Unglück und Enttäuschung stärker machen. Eine der Früchte ist die Entwicklung von christlicher Nächstenliebe, die sich dann bewusster vollzieht, zu einem stärkeren Teil des eigenen Charakters wird und in gewisser Weise das Elend der Gleichgültigkeit und Indifferenz überwinden hilft.

Die Evangelien und speziell auch das Buch 3. Nephi im Buch Mormon erzählen viele Beispiele, wie Jesus Christus in entscheidenden Momenten durch sein Handeln einen großen Unterschied gemacht hat.
Ein Beispiel, das mich zuletzt stark beeindruckt hat, dokumentiert Jesus Christus´ Fähigkeit, sich in Momenten wo es normal und verständlich gewesen wäre, sich nach innen zu kehren und sich nur um sich selbst zu kümmern, genau das Gegenteil zu tun und seine Arme nach den Bedrängten und Bedürftigen auszustrecken und ihnen zu dienen.
Die Geschichte steht im Neuen Testament in Matthäus Kapitel 14. Johannes der Täufer, der nicht nur mit Jesus verwandt sondern auch sein Wegbereiter war, wurde von König Herodes gefangen genommen, weil er die unrechtmäßige Beziehung von Herodes´Bruder Philip mit Herodias kritisiert hatte. Durch eine Intrige von Herodias wurde Johannes der Täufer auf barbarische Weise umgebracht.

Zitat aus Matthäus 14:12-21:

„Die Jünger des Johannes holten seinen Leichnam und bestatteten ihn. Dann berichteten sie Jesus, was geschehen war. Als Jesus dies hörte, fuhr er mit einem Boot in eine entlegene Gegend. Er wollte allein sein.“
Für mich eine völlig verständliche Reaktion. Es ist häufig absolut notwendig und ein normaler Reflex.
„Aber die Leute merkten, wohin er gehen wollte, und folgten ihm in Scharen von überall her auf dem Landweg.  Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken.“
Was habe ich hier über den Charakter von Jesus gelernt? In einer Situation, in der der Drang zu Selbstmitleid oder der Wunsch sich mit sich selbst zu beschäftigen, überwältigend sein kann, hatte Jesus die Fähigkeit, mit den Menschen, die eigentlich seine gewollte Ruhe störten, Mitleid zu empfinden. Aber nicht nur das. Er ging noch weiter und diente ihnen, in dem er ihre Kranken heilte.
„Gegen Abend kamen die Jünger zu ihm und sagten: »Es ist spät geworden. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und dort etwas zu essen kaufen können! Hier gibt es doch nichts!« Aber Jesus antwortete: »Das ist nicht nötig. Gebt ihr ihnen zu essen!« »Wir haben ja nur fünf Brote und zwei Fische«, wandten seine Jünger ein. »Dann bringt sie her!«, sagte Jesus.  Er forderte die Leute auf, sich ins Gras zu setzen. Er nahm die fünf Brote und die beiden Fische, sah zum Himmel auf und dankte Gott. Dann teilte er das Brot, reichte es seinen Jüngern, und die Jünger gaben es an die Menge weiter.  Alle aßen sich satt. Als man anschließend die Reste einsammelte, da waren es noch zwölf volle Körbe. Etwa fünftausend Männer hatten an der Mahlzeit teilgenommen, außerdem noch viele Frauen und Kinder.“
Was folgte, war die berühmte Speisung der Fünftausend. Nun, ich glaube, dass es einmal für jedes Wunder eine Erklärung geben wird, also auch für dieses (genauso wie wir heute über viele Erklärungen für Dinge verfügen, die vor hunderten von Jahren nicht erklärbar waren). Ich glaube aber nicht, dass es Wunder gibt, für die es niemals eine Erklärung geben wird. Das ist hier aber nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend war, dass Jesus´ Fürsorge für die Menschen, von denen garantiert viele unter elenden Bedingungen leben mussten, nicht auf eine einmalige Aktion beschränkt war. Es war Teil seines Charakters diese Liebe und Fürsorge für andere Menschen beständig zu empfinden und sie fand Ausdruck in seinem Dienst. In dem Maße, wie er diesen Dienst geleistet hat, hat er sich sicherlich auch ständig regeneriert und weitere Kraft erworben. Diese Kraft wird uns ebenfalls als Segen verheißen, wenn wir es schaffen, uns nach außen zu wenden, anstatt uns nach innen zu kehren. Ich glaube, diese Entwicklung muss man am besten in kleinen aber stetigen Schritten vollziehen und seine eigenen Erfahrungen damit machen.
Als ich mich mit der Begebenheit aus Matthäus 14 beschäftigt habe, musste ich an meine eigenen Erfahrungen denken. Es ist tatsächlich so, jedenfalls in meinen Erfahrungen, dass ich Probleme leichter überwinden konnte, wenn ich mich nicht zurückgezogen, sondern versucht habe, etwas für jemand zu tun, der von mir irgendeine Hilfe, Zuwendung oder auch nur Freundlichkeit gebraucht hat. Auf der anderen Seite habe ich gemerkt, dass das In-sich-kehren schnell zu Selbstmitleid, destruktiven Gefühlen und Egoismus führen kann. Ich meine damit nicht die wichtigen persönlichen Zeiten der Selbstreflexion, Meditation, des Nachdenkens, Studierens und des Gebetes. Jeder von uns braucht diese Auseindersetzungen mit sich und Zeit für sich selbst und Jesus Christus hatte die auch. Aber es scheint ein großer Schlüssel für die Überwindung eigener Sorgen und Probleme darin zu liegen, dass man dient.
Ich erinnere mich an eine Erfahrung vor 24 Jahren als meine Frau unsere Zwillinge im sechsten Schwangerschaftsmonat verloren hat. Das war ein traumatisches Erlebnis und der Umgang der Ärzte mit uns, damals kurz nach dem Fall der Mauer, wäre heute undenkbar. Es gab noch nicht einmal ein Gespräch, keine Beerdigung. Ich erinnere mich an die große Traurigkeit, aber auch daran, dass es gar nicht richtig Zeit gab, sich in Selbstmitleid zu vertiefen. Meine Frau war für einige Tage in signifikanter Lebensgefahr, wir hatten zwei kleine Kinder, drei und vier Jahre alt, waren dabei eine Firma zu gründen und ich hatte mehrere Berufungen in der Kirche. Diese Verpflichtungen haben mir aber im Grunde mehr über diese Zeit geholfen, als wenn ich mich zurückgezogen hätte. Die größte Hilfe haben wir aber damals durch die Arbeit im Tempel in Freiberg erfahren. In den Tempel zu gehen, bedeutet zu dienen. Das ist, was dort geschieht oder besser, getan wird. Gleichzeitig haben wir für uns persönlich die Gewissheit erhalten, was die Bündnisse, die wir im Tempel geschlossen haben, für unsere Familie bedeuten – nämlich, dass die Familie ewig besteht. Diese Gewissheit ist durch die traurige Erfahrung, die wir machen mussten, aber um so stärker geworden.
Es gibt auch viele Erfahrungen, in denen ich nicht diese Kraft hatte. Aber diejenigen, in denen ich sie hatte, waren die stärkeren.
Jesus Christus hat seine Mission bis zum Ende durchgezogen, einschließlich des entscheidenden Momentes als er im Garten Gethsemane seine Liebe zu allen Menschen bewiesen hat, in dem er unsere Sünden auf sich genommen und damit den Weg zu Vergebung und Auferstehung geebnet hat. Wir können die Kraft, die dafür notwendig war, nicht ermessen. Niemand hat jemals etwas Vergleichbares zustande gebracht. Die Last war so schwer, dass er für einen Moment davor zurückschreckte.
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Garten Gethsemane, Jerusalem
„…Mein Vater, wenn es möglich ist, dann gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ 
Matthäus 26:39
Die Kreuzigung war ein Teil, aber nicht der Abschluss seines Sühnopfers. Das war seine Auferstehung und der Dienst, den er selbst danach noch geleistet hat und die Perspektiven, die sich daraus für jeden von uns ergeben.
Ich schätze die Einladung, die wir haben, uns mit dem Charakter von Jesus Christus zu beschäftigen und daraus zu lernen. Ich glaube, dass es dafür einen überwältigenden Bedarf gibt.

Eine Beerdigung und Gedanken zu Ostern

Vor einigen Wochen hatte ich die Ehre das Schlussgebet im Trauergottesdienst für ein verdientes Mitglied unseres Pfahles sprechen zu dürfen. Es war ein sehr schöner Gottesdienst, der mich sehr beeindruckt hat. Ich habe viel über den Verstorbenen gelernt und viel nachgedacht. Ich fühle mich der Familie sehr verbunden. Es war bewegend, wie viel Liebe zum Ausdruck gebracht wurde, nicht nur weil der Verstorbene ein bemerkenswerter Mann war und in seinem Leben viel Gutes getan hat. Die Gefühle waren tief, der Verlust ist groß und die Zuversicht auf ein Wiedersehen ebenso.

Die Familie hatte folgendes Zitat von Annette von Droste-Hülshoff ins Programm geschrieben:

„Tot ist überhaupt nichts:
Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus dem Sinn sein,
nur weil ich aus dem Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.
Spielt, lächelt, denkt an mich.
Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch, irgendwo sehr nah bei euch.
Alles ist gut.“

Dieser Vers fasst einige Aspekte unseres Glaubens recht gut zusammen. Aber es gibt noch viele mehr, die während des Gottesdienstes auch zum Ausdruck gebracht wurden.

Wenn jemand stirbt, der uns besonders nahe steht, werden wir unwillkürlich daran erinnert, dass wir alle diesen Moment erleben werden. Spätestens dann erhalten die folgenden Fragen eine ultimative Bedeutung.  Wo bin ich hergekommen? Warum habe ich gelebt?  Wohin werde ich gehen?

Dieses Wochenende feiern wir das Osterfest und gedenken an das wohl bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte, nämlich das Sühnopfer von Jesus Christus – vom  Gebet in Gethsemane, den Verrat des Judas, Gefangenahme, Folter, die Farce eines Prozesses, die Kreuzigung und dann schließlich das bedeutsamste – die Auferstehung, einen Vorgang, den wir alle einmal erleben werden, ob wir daran glauben oder nicht.

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(
Jerusalem, Ölberg und Gethsemane)

Ich mag die Beschreibung des Erlebnisses von Maria in Johannes 20 im Neuen Testament:

„1 Am ersten Tag der Woche kam Maria Magdalena früh, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
2 Da lief sie und kam zu Simon Petrus und zum andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagte zu ihnen: ´Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.´
3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und sie kamen zum Grab. …
6 und (Petrus) sah die leinenen Tücher daliegen
7 und sah das Schweißtuch, das um seinen Kopf gebunden war, nicht bei den leinenen Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort. …“

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(
Jerusalem, Gartengrab)

Es steht in den Versen nichts davon geschrieben, was sie sagten, aber Vers 9 sagt:

„9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsse.
10 Dann gingen die Jünger wieder heim.“

Wer kann es ihnen verdenken. Obwohl Jesus viel über die Auferstehung gesprochen hatte, konnten sie noch nicht verstehen, dass es wirklich eine buchstäbliche Auferstehung gibt.

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(
Jerusalem, im Gartengrab)

„11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich ins Grab
12 und sah zwei Engel in weißen Kleidern dasitzen …
13 Und diese sagten zu ihr: ´Frau, was weinst du?´ Sie sagte zu ihnen: ´Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.´
14 Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und sah Jesus dastehen und wusste nicht, dass es Jesus war.
15 Jesus sagte zu ihr: ´Frau, was weinst du? Wen suchst du?´ Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: ´Herr, hast du ihn weggetragen, dann sag mir, wo du ihn hingelegt hast, dann werde ich ihn holen.´
16 Jesus sagte zu ihr: ´Maria!´ Da wandte sie sich um und sagte zu ihm: ´Rabbuni!´, das heißt: ´Meister´.
17 Jesus sagte zu ihr: ´Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.´
18 Maria Magdalena kam und berichtete den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er das zu ihr gesagt hatte.“

Auch für Maria war das Ereignis der Auferstehung im ersten Moment so weit außerhalb des Möglichen oder Erwarteten, dass sie Jesus, mit dem sie zweifellos eng vertraut war, nicht gleich erkannte. Man muss sich den Moment vorstellen, als sie schließlich wusste, was geschehen war.

Dieser Bericht berührt mich sehr. Ich glaube ihn, weil damit alles einen tiefen Sinn ergibt. Das Sühnopfer Jesu Christi einschließlich der Auferstehung ist ein grundlegender Bestandteil des Erlösungsplanes. Aber dieser Plan ist viel umfassender. Er besteht nicht aus einzelnen Fragmenten, sondern beginnt mit der Präexistenz und ist ewig. Er ist schlüssig und lässt uns den Sinn, nicht nur dieses Lebens, sondern auch der Perioden davor und danach besser verstehen. Er erklärt uns das wahre Wesen Gottes und die Notwendigkeit des Sühnopfers sowie dessen Auswirkungen. Die Heiligen Schriften geben uns umfassende Auskunft, was geschieht, wenn wir sterben und warum es so wichtig ist, dass wir uns darauf vorbereiten, Gott zu begegnen. Natürlich gibt es auch viele offene Fragen, aber wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es irgendwann dafür Antworten geben wird.
Das Überwältigendste sind für mich die Perspektiven, die wir haben.
Darüber wird noch mehr zu schreiben sein.

Das Buch Mormon gibt ebenfalls Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi. Das ganze Buch ist voller Details über das Sühnopfer. Aber im 3. Nephi, Kapitel 11 wird beschrieben, wie Jesus zu den Nephiten gekommen ist.

„2  Und sie sprachen auch über diesen Jesus Christus, von dessen Tod das Zeichen gegeben worden war.
 Und es begab sich: Während sie so miteinander sprachen, vernahmen sie eine Stimme, als ob sie aus dem Himmel käme; und sie ließen ihre Augen umherschweifen, denn sie verstanden die Stimme, die sie vernahmen, nicht; und es war nicht eine rauhe Stimme, noch war es eine laute Stimme; doch ungeachtet dessen, daß es eine sanfte Stimme war, drang sie denen, die sie vernahmen, bis ins Innerste, so sehr, daß es an ihrem Leib keinen Teil gab, den sie nicht erbeben ließ; ja, sie drang ihnen bis tief in die Seele und ließ ihnen das Herz brennen.
 Und es begab sich: Abermals vernahmen sie die Stimme, und sie verstanden sie nicht. 
 Und abermals, ein drittesmal, vernahmen sie die Stimme und öffneten ihre Ohren, um sie zu vernehmen; und ihre Augen wandten sich zu dem Schall hin, und sie blickten unentwegt zum Himmel, von woher der Schall kam.
 Und siehe, beim drittenmal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen:
 Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe—ihn höret.
 Und es begab sich: Als sie verstanden, ließen sie ihre Augen abermals zum Himmel hinaufschweifen; und siehe, sie sahen einen Mann aus dem Himmel herabkommen; und er war in ein weißes Gewand gekleidet; und er kam herab und stand in ihrer Mitte; und die Augen der ganzen Menge waren auf ihn gerichtet, und sie wagten nicht, den Mund aufzutun, nicht einmal einer zum anderen, und wußten nicht, was es bedeutete, denn sie dachten, es sei ein Engel, der ihnen erschienen war.
 Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich:
10  Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.
11  Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten.
12  Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, daß es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen.
13  Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich:
14  Erhebt euch, und kommt her zu mir, daß ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, daß ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wißt, daß ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin.
15  Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewißheit wußten und Zeugnis gaben, daß er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.
16  Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich:
17  Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“

Ich lade alle Leser ein (einschließlich mich selbst), sich eingehend mit dem Sühnopfer von Jesus Christus zu beschäftigen und über Konsequenzen für das eigene Leben nachzudenken, denn wenn sich diese Dinge wirklich alle so abgespielt haben, gibt es nichts, was wichtiger ist.

 

Mobbing

Ich finde, das ist ein sehr wichtiges Video – nicht nur für Jugendliche.

http://www.youtube.com/watch?v=FYVvE4tr2BI

Sehr nachdenkenswert. Es geht ja nicht nur um die Zeitgenossen, denen es nichts ausmacht, andere bewusst zu verletzen oder zu erniedrigen, egal ob ihnen die Folgen klar sind oder nicht. Es leiden viele erheblich darunter und deshalb ist es richtig, deutlich zu machen, dass dieses Verhalten absolut nicht akzeptabel ist.

Das ist der Link zur Ansprache von Präsident Dieter F. Uchtdorf, die im Video verwendet wird.
https://www.lds.org/general-conference/2012/04/the-merciful-obtain-mercy?lang=deu

Ich musste aber auch darüber nachdenken, ob es mir vielleicht manchmal passiert, dass ich durch Gedankenlosigkeit oder weil mir eine Sache so wichtig erscheint, dass ich auf Befindlichkeiten anderer keine Rücksicht nehmen möchte oder kann, jemanden in meiner Umgebung verletze.

Wenn man Verantwortung trägt, kommt man unweigerlich in solche Zwickmühlen.

Die Beschäftigung mit dem Video hat mich daran erinnert, dass es zu meinen Zielen gehört, Menschen mit denen ich in Kontakt bin, mehr Wertschätzung zu zeigen und ihnen mehr Selbstwertgefühl zu geben. Es ist gut, regelmäßig daran erinnert zu werden.

Andere zu verletzen ist nach der Definition des Evangeliums eine Sünde für die uns aber Gott Vergebung gewährt, wenn wir davon ablassen und uns bemühen, die angerichteten Schäden wieder gut zu machen.

Elder David L. Bednar, vom Rat der Zwölf Apostel hat zur Herbst-Generalkonferenz 2007 den Prozess noch besser erklärt:

„Zum Evangelium Jesu Christi gehört viel mehr, als Sünden zu vermeiden, zu überwinden und von ihnen und den schlechten Einflüssen in unserem Leben gereinigt zu werden; ein wesentliches Element besteht auch darin, Gutes zu tun, gut zu sein und besser zu werden. Es ist geistig gesehen notwendig, dass wir immer bedacht sind, von unseren Sünden umzukehren und nach Vergebung zu trachten. Aber die Sündenvergebung ist nicht der einzige und schon gar nicht der Endzweck des Evangeliums. Die Bündnispflicht, die wir auf uns genommen haben, besteht darin, den Heiligen Geist in uns eine Herzenswandlung bewirken zu lassen, sodass wir wie das Volk König Benjamins „keine Neigung mehr haben, Böses zu tun, sondern ständig Gutes zu tun“ (Mosia 5:2). Diese mächtige Wandlung ist nicht einfach ein Ergebnis dessen, dass wir härter arbeiten oder mehr Disziplin entwickeln. Es ist vielmehr die Folge einer grundlegenden Wandlung unserer Wünsche, Beweggründe und unseres Wesens – ermöglicht durch das Sühnopfer Christi, des Herrn. Unser geistiges Ziel ist es, sowohl die Sünde als auch den Wunsch nach Sünde zu überwinden, sowohl den Makel als auch die Tyrannei der Sünde.“

Es lohnt sich, mal die ganze Ansprache zu lesen. Ich bin bei der Lektüre von Elder Bednar´s Buch „Increase in Learning“ darauf gestoßen.

Hier ist der Link:

https://www.lds.org/general-conference/2007/10/clean-hands-and-a-pure-heart?lang=deu

Pfahlkonferenz

Vor knapp zwei Wochen war Pfahlkonferenz in Leipzig. Bruder Geiler, unser Pfahlsekretär für Geschichte, hat wie immer einen umfassenden Bericht angefertigt, den wir bald auf http://www.pfahl-leipzig.de hochladen. Ich stelle hier meine Ansprache vom Samstagabend (22.2.2014) schon mal vorab für alle Interessierten online.

Auszug aus dem Konferenzbericht:

Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, wendet sich als Schlusssprecher der Versammlung an die anwesenden Schwestern, Brüder und Gäste.

Er dankt allen Sprechern für ihre Ansprachen, dem Chor für seine Darbietung und allen, die Aufgaben wahrgenommen haben, für ihren Dienst. Alle Anwesenden werden zum anschließenden Buffet eingeladen, um einen Imbiss einzunehmen und sich über die Pfahlkonferenzversammlungen auszutauschen.

Präsident Hengst weist auf die Downloadseite des Pfahles Leipzig unter der Adresse http://www.pfahl-leipzig.de hin.

Jeder hat etwas, was bei ihm gute Gefühle auslöst, z.B. Familienerinnerungen. Präsident Hengst hatte in seiner Kindheit gemeinsam mit seinem Bruder ein Tisch-Eishockeyspiel. Beide spielten damit ganze Weltmeisterschaften nach, sein Bruder führte die russische Nationalmannschaft, Präsident Thomas Hengst die der Tschechen.
In einem Video-Clip auf Youtube wird gezeigt, wie eine Familie einen Garagenverkauf durchführt. Ein junges Pärchen – jung, sie schwanger – sieht an einem Tisch einige Dinge an und fragt den Vater der Garagenverkaufsfamilie, wie viele Kinder die Familie habe. Der antwortete: „Drei!“. Der junge Mann sah seine Frau an und sagte: „Das ist eine gute Zahl!“ Sie sagt darauf: „Naja, erstmal das Eine!“ Der junge Mann fragt den Familienvater, wie es denn so wäre, ein Vater zu sein. Der Familienvater denkt über diese Frage nach wie es ist, ein Vater zu sein und welche Erlebnisse er mit ihnen hatte: Der gestorbene Fisch im Fischglas, der Liebeskummer der ältesten Tochter, die chemischen Versuche des Sohnes in der Küche, der Sprung in den Swimmingpool in voller Kleidung und viele andere Dinge, die man als Vater erlebt.
Die Botschaft des Filmes ist: Wie ist es, ein Vater zu sein? Man erlebt viele Dinge als Vater, es ist schön, Vater zu sein, es tut gut, Eltern zu sein.

Oft wird Präsident Hengst gefragt, wie er die erheblichen Belastungen in seinem Beruf wegstecken, verarbeiten kann. Er antwortet immer, dass ihm zwei Dinge dabei helfen:

1. Die Familie
2. Die Kirche

Kürzlich bereitete seine Familie den Heimabend vor. Dazu kaufte Präsident Thomas Hengst bei McDonalds ein. Der Sohn von Präsident Hengst sprach das Gebet und dankte für das „glorreiche und ungesunde Mahl“ …

Präsident Hengst spricht über Dinge, die uns gut tun und uns helfen, nach außen zu wirken:

Das Evangelium soll uns gut tun und es kann es auch! Wenn es das nicht kann, liegt es vielleicht an einigen Dingen, die wir verändern müssen, damit es uns wieder gut tut.
Der Pfahlpräsident will über einige Dinge sprechen, die uns helfen können und wie wir nach außen wirken können mit unserem Glauben.
Er sagt, dass er die Priestertumsträger aufgefordert hat, die Heimlehrarbeit signifikant zu erhöhen, zu verbessern. Wir sind seit vielen Jahren auf dem gleichen Level. Wir müssen jetzt einfach einen Sprung machen! Das gleiche trifft auch auf die Besuchslehrarbeit der Schwestern zu.
Wir tragen schon viele Probleme mit uns herum. Wir stehen oft unter Bedrängnissen.
Der Sprecher verweist auf Alma. Hier wird geschildert, wie Nehor auftritt, das ganze Volk durcheinander bringt, er alles relativiert und alle Lehren infrage gestellt werden und damit das Volk gespalten wird. Auch heute ist es so, dass viele „Gutmeinenden“ raten, man solle sich doch nicht einengen, sich nicht rechenschaftspflichtig gegenüber einem Gott machen lassen.

In Alma 4:2-3 heißt es: „aber das Volk war bedrängt, weil sie ihre Brüder verloren hatten und weil sie ihre Schafe und Rinder verloren hatten und weil sie ihre Getreidefelder, die von den Lamaniten zertrampelt und vernichtet worden waren, verloren hatten. Und so groß waren ihre Bedrängnisse, dass jede Seele Grund hatte zu trauern;
sie glaubten, dass es das Strafgericht Gottes war, das über sie gesandt wurde wegen ihrer Schlechtigkeit und ihrer Gräuel; und dies weckte in ihnen ihr Pflichtbewusstsein.

Die Pfahlpräsidentschaft, die Zweigpräsidenten, die Bischöfe müssen viele Probleme und Bedrängnisse aufsaugen. Viele unter uns sind bedrängt durch das eine oder andere Problem. Bei den Nephiten geschah etwas Interessantes: Sie hatten Grund zu trauern und dadurch wurde in ihnen die Erinnerung an ihre Pflicht wach! Manchmal erleben wir den Reflex, dass Mitglieder der Kirche, wenn sie in Bedrängnis geraten, am Evangelium Abstriche machen. Das ist etwa so, als würde ich, wenn ich krank werde, die Medizin absetzen.
Aber die Nephiten erinnerten sich an ihre Pflicht! Sie begannen, die Kirche noch vollständiger aufzurichten.
In Alma 4 wird geschildert, dass viele Menschen – 3500 – zur Kirche kamen. Die Menschen damals waren leider nicht beständig, 2 – 3 Jahre später gab es wieder Streit und Uneinigkeit.

Präsident Thomas Hengst gibt uns Anregungen und Aufgaben, die uns helfen, die Kirche weiter aufzurichten und beständig zu sein:

  • Er sagt, dass die Pfahlpräsidentschaft bewegt ist, weil es im Pfahl zu viele Geschwister gibt, die keinen gültigen Tempelschein haben. Er vergleicht das mit einem Führerschein, der verloren gegangen oder abgegeben werden musste. Ohne Führerschein – das ist schrecklich. Der Tempelschein ist der Führerschein im Evangelium! 20 – 25 % der Geschwister, die das Endowmentempfangen haben, haben derzeit keinen gültigen Tempelschein!
  • Beim Studium der Heiligen Schriften sind Beständigkeit und Achtsamkeit erforderlich. Präsident Hengst fordert uns auf, nicht nur zu lesen, sondern aus den Schriften zielstrebig etwas mitzunehmen: „Machen Sie sich Notizen von dem Studierten!“ Dann werden wir die dauerhafte Wirkung dessen verspüren, was wir studieren. Er spricht das „Regenschirmprinzip“ an. Wir spannen den Schirm des Schutzes auf, bevor die Flut des Schmutzes auf uns herabregnet!
  • „Lassen Sei uns mehr aus den Abendmahlsversammlungen mitnehmen!“ fordert uns Präsident Thomas Hengst auf. In der Abendmahlsversammlung erhalten wir das lebendige Wasser des Lebens aus Krügen. Manchmal bringen wir zur Abendmahlsversammlung eine leere Tasse mit uns halten die Hand darüber: „Du erzählst mir nichts! Du sagst mir nicht, wie ich zu leben habe oder wie ich dieses Gebot befolgen soll! Die Kirche redet mir nicht rein in mein Leben!“ Präsident Hengst fordert uns auf: „Geschwister, lassen Sie uns mit offenen Gefäßen kommen, um aus der Abendmahlsversammlung das mitzunehmen, was uns Kraft gibt für die kommende Woche!“ Es wäre so schön, wenn wir alle mit dem Wunsch in die Kirche kommen würden, erbaut zu werden – nicht um etwas zu erledigen – um unseren Himmlischen Vater zu verehren – nicht, um „geschäftig“ zu sein. Der Sprecher sagt: „Ich glaube, dass es für viele Menschen, die zu uns kommen, sehr schön wäre, wenn wir diese Ehrfurcht und diesen aufrichtigen Wunsch in unserem Herzen, gestärkt zu werden, über das Bedürfnis, geschäftig zu sein, stellen würden.“
  • „Sorgen wir für Harmonie und Liebe in unserer Familie und unserer Ehe!“ Beide sind ständigen Attacken durch die Welt ausgesetzt. Unser Ziel muss sein, keine Verwerfungen zuzulassen! In manche Ehen zieht der Zeitgeist der Unverbindlichkeit, der Austauschbarkeit, der Ignoranz vor den Folgen der Übertretungen, ein. Der Pfahlpräsident macht sich auch Sorgen um Ehen, in denen die Partner zwar zusammenleben, aber nicht glücklich sind. Das Evangelium kann uns helfen, dass unsere Ehen, unsere Familien glücklich sind. Er spricht von einem Artikel über ein altes Ehepaar, das 65 Jahre verheiratet war. Der Reporter fragte sie, wie sie das geschafft hätten. Und die Frau antwortete: „Wir wurden zu einer Zeit geboren, in der man etwas repariert hat, wenn es kaputtgegangen ist, anstatt es wegzuwerfen.“, und bittet inständig: „Arbeiten Sie in Ihren Familien und Ehen an den Problemen, werfen Sie nicht die Familie oder die Ehe weg, werfen wir nicht die Flinte ins Korn!“

Wir können beständiger sein im Familiengebet, im Familienheimabend, wie wir Kirchenaktivitäten auswerten,     mit welchen Inhalten wir uns umgeben. In vielen Familien braucht es vielleicht auch etwas mehr Humor, manche Probleme lassen sich lösen, wenn man sie nicht zu ernst sieht.

Während des Abendmahls haben wir Gelegenheit, über das Sühnopfer nachzudenken, Dankbarkeit für Jesus Christus zu empfinden!
Präsident Thomas Hengst zitiert 2 Nephi 9:13: „O wie groß ist der Plan unseres Gottes! Denn anderseits muss das Paradies Gottes die Geister der Rechtschaffenen freigeben, und das Grab muss die Leiber der Rechtschaffenen freigeben; und Geist und Leib werden wiederhergestellt, und alle Menschen werden unverweslich und unsterblich, und sie sind lebendige Seelen, und sie haben vollkommene Kenntnis gleichwie wir im Fleische, außer dass unsere Kenntnis vollkommen sein wird.“
Der Erlösungsplan ist Maßstab für alles, alles lässt sich dagegen abwägen. Und der Erlösungsplan zählt über dieses Leben hinaus in alle EwigkeitDer Erlösungsplan und die Umkehr sind wie eineiige Zwillinge! Das Evangelium fordert uns auf, ständig Umkehr zu üben. Der liebende Vater legt dabei den Arm um uns.

  • Das Gebet

Präsident Thomas Hengst zitiert aus der Ansprache

„Betet immer“ von Apostel David A. Bednar

https://www.lds.org/general-conference/2008/10/pray-always?lang=deu

„Die Muster, an die sich Gott bei der Erschaffung der Erde hielt, zeigen uns anschaulich, wie wir das Gebet mit Sinn erfüllen können. Im dritten Kapitel des Buches Mose erfahren wir, dass alles zuerst geistig erschaffen wurde, ehe es natürlich auf der Erde war.
„Und nun siehe, ich sage dir: Dies sind die Generationen des Himmels und der Erde, als sie erschaffen wurden an dem Tag, da ich, der Herr, Gott, den  Himmel und die Erde machte, und jede Pflanze des Feldes, bevor sie auf Erden war, und jedes Kraut des Feldes, bevor es wuchs. Denn ich, der Herr,  Gott, erschuf alles, wovon ich gesprochen habe, geistig, ehe es natürlich auf dem Antlitz der Erde war.“ (Mose 3:4,5.)

Aus diesen Versen erfahren wir, dass die geistige Schöpfung der natürlichen Schöpfung vorausging. In ähnlicher Weise ist ein sinnerfülltes Morgengebet  ein wichtiger Bestandteil der geistigen Schöpfung eines jeden Tages, die der zeitlichen Schöpfung oder der tatsächlichen Durchführung des Tages  vorausgeht.“

Präsident Thomas Hengst sagt dazu: „Daran habe ich noch nicht gedacht, dass ein Morgengebet ein Teil meiner geistigen Schöpfung für den vor mir liegenden Tag sein kann. Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke, dass wir unseren Tag im Gespräch mit dem Himmlischen Vater beraten und geistig erschaffen können? Und dann begleitet uns dieses Gebet durch den Tag, während wir das in die Tat umzusetzen versuchen, was wir am Morgen mit dem Himmlischen Vater gemeinsam geistig erschaffen haben. Und wie das zusammenpasst  mit dem, wie der Himmlische Vater vorgegangen ist, bei allem, was er tut! Wie erstrebenswert ist das, zu tun!“

Er zitiert weiter: „So wie die zeitliche Schöpfung mit der geistigen Schöpfung verbunden und deren Fortsetzung war, so sind sinnerfüllte Morgen- und Abendgebete miteinander verbunden, das eine ist die  Fortsetzung des anderen. …
… Solch ein Gebet ist ein wesentlicher Bestandteil unserer geistigen Vorbereitung auf den Tag. …
Morgen- und Abendgebete – und alle Gebete dazwischen – sind keine unzusammenhängenden, einzelnen Ereignisse; vielmehr sind sie  jeden Tag – und über Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre hinweg – miteinander verbunden. Das ist ein Teil dessen, wie wir die Aufforderung aus den heiligen Schriften erfüllen, immer zu beten…“ und fragt: „Beten wir immer so?

Wenn wir das tun, müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Dann wird die Dankbarkeit gegenüber dem Himmlischen Vater zunehmen! Der Fokus unseres Denkens und Handeln wird sich dann auf  unseren Nächsten richten. Unser Beispiel ist Jesus Christus.

In 3 Nephi 17:15-18 lesen wir: „Und als er diese Worte gesprochen hatte, kniete auch er auf dem Boden nieder; und siehe, er betete zum Vater, und das, was er betete, kann nicht niedergeschrieben werden, und die Menge, die ihn hörte, gab Zeugnis. Und auf diese Weise geben sie Zeugnis: So Großes und Wunderbares, wie wir es Jesus reden gesehen und auch gehört haben, das kann keine Zunge aussprechen, auch kann kein Mensch es niederschreiben, und das Menschenherz kann es nicht erfassen; und niemand kann die Freude ermessen, die unsere Seele erfüllt hat zu der Zeit, da wir ihn für uns zum Vater beten gehört haben. Und es begab sich: Als Jesus mit seinem Gebet zum Vater zu Ende gekommen war, stand er auf; so groß aber war die Freude der Menge, dass sie überwältigt war.“

SO würde Jesus Christus auch für UNS beten!

Präsident Hengst wäre glücklich, wenn wir auch nur ansatzweise SO für einen unserer Nächsten beten würde.

Der Pfahlpräsident fordert uns auf: „Lassen Sie uns im Herzen den Wunsch entwickeln, das Herz eines Menschen zu berühren, den Arm um einen anderen zu legen zu können, dem wir geholfen haben, zu Christus zu kommen!“ und gibt uns abschließend sein Zeugnis.

Warum mir mein Glaube gut tut

Ich hatte gestern Abend in Leipzig mit meinen Ratgebern ein Meeting mit den Bischöfen, Zweigpräsidenten und Hohen Räten unseres Pfahles.

Dabei sagte einer der Teilnehmer in der Diskussion, wie wichtig es ist, dass uns unsere Religion nicht nur Freude macht, sondern uns auch gut tut. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch darüber und auf der Heimfahrt habe ich die ganze Zeit über diesen Punkt nachgedacht.

Ebenfalls gestern traf ich nachmittags den Geschäftsführer einer Firma, die mit der Firma, für die ich arbeite, kooperiert. Wir kennen uns schon seit Jahren und er fragte mich, wie ich es schaffe die Belastungen und den Druck in meinem Beruf zu ertragen.

Das erste, woran ich gedacht habe, sind meine Ehefrau und unsere Kinder, Schwiegerkinder und die Enkelin. Sie sind für mich das allerwichtigste. Jedes Mal (und das ist mehrmals im Monat), wenn ich von einer Dienstreise aus China, Taiwan, Korea, den USA oder irgendwo anders auf der Welt wieder nach Hause fliege, freue ich mich riesig auf sie. Es gibt zum Beispiel nichts Schöneres für mich als mit meiner Familie am Frühstückstisch zu sitzen und die Zeit zusammen zu genießen. Meine Familie tut mir gut. Und dass sie mir gut tut, hat eine Menge mit dem zu tun, was wir alle in unserer Kirche über die Jahre, Woche für Woche darüber gelernt haben, wie man Liebe in der Ehe und Familie pflegt. Darüber bin ich froh.

Ich will damit nicht sagen, dass es bei uns nie Krisen oder Probleme gegeben hat oder in Zukunft geben wird. Das Evangelium Jesu Christi gibt uns aber die Werkzeuge in die Hand, die gebraucht werden, um bei Problemen nicht aufzugeben und eben nicht alles hinzuwerfen (was ich als eine der verhängnisvollsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft sehe), sondern Probleme zu lösen und Egoismus, der am häufigsten die Ursache von Ehe- und Familienproblemen ist zu überwinden.

Der wichtigste Schlüssel für uns zu Hause ist, dass wir uns vorbehaltlos lieb haben. Anfang der Woche habe ich es meiner ganzen Familie in einem Brief geschrieben.

Wenn ich meinen Geschäftspartnern in aller Welt erzähle, dass ich über 28 Jahre glücklich verheiratet bin, werde ich meistens ungläubig angeschaut und häufig werde ich gefragt, wie man das schaffen kann.

Es tut mir auch gut, meine Berufung in der Kirche zu erfüllen, mit großartigen Menschen zusammen zu arbeiten und Seelsorger oder auch Mentor zu sein. Es ist mit beachtlichen Belastungen verbunden aber das wird für mich komplett aufgewogen, wenn ich sehe, dass Menschen geholfen werden kann und sich Probleme zum Guten ändern. (Es gibt selbstverständlich auch Enttäuschungen und manche Probleme ändern sich nicht, vielleicht nie, es lohnt sich aber trotzdem zu arbeiten.) Es klingt vielleicht paradox aber meine Berufung in der Kirche gibt mir eine Menge mentale und physische Kraft für meinen Beruf.

Es tut mir gut, sonntags am Abendmahl teilzunehmen und über meine Beziehung zu Gott nachzudenken und wie ich meinen Glauben in der kommenden Woche besser leben kann. Außerdem treffe ich in den Gemeinden jede Woche Gleichgesinnte und Freunde, mit denen ich herzlich verbunden bin.

Es tut mir gut, täglich zu beten und mich mit den Heiligen Schriften zu beschäftigen. Es gibt mir mehr Ausgeglichenheit, besonders dann, wenn Probleme an die Substanz gehen.

Es gibt noch viel mehr Dinge in meinem Glauben, die mir sehr gut tun. Ohne meinen Glauben wäre ich nicht der, der ich bin. Vielleicht schreibe ich später über das eine oder andere. Manchmal sehe ich die Dinge die gut tun gar nicht so deutlich, betrachte vieles als selbstverständlich und natürlich gibt es auch noch sehr viel zu lernen.

Diese kleine Diskussion gestern Abend hat mir aber geholfen, etwas mehr darüber nachzudenken.