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Frohe Weihnachten – Merry Christmas – 圣诞节快乐

Liebe Freunde, dear friends,

Als ich am Dienstagabend spät auf dem Rückweg von einer Dienstreise im Flugzeug saß, las ich in der „Zeit“ einen Artikel in dem sinngemäß stand: „2015 ist das Jahr, in dem die Welt über Deutschland hereingebrochen ist …“. Das erinnerte mich an einen Satz in meinem Patriarchalischen Segen, den ich dieses Jahr in einigen Gemeinden zitiert habe: „Du wirst die Zeit erleben, … wenn große Dinge über die Welt kommen werden, wie sie der Herr offenbart hat, wegen der Gottlosigkeit.“ Daran glaube ich.

When I was on my way back from a business trip Tuesday night, sitting in an airplane, I read an article in the „Zeit“ which said something like this: „2015 was the year when the world has befallen Germany …“. This reminded me on a sentence in my Patriarchal Blessing I have quoted in some wards this year: „You will see a time, … when great things will happen on earth as revealed by the Lord due to ungodliness.“ I believe this.

Es scheint in der Tat, als ob unser Leben eine Folge von Problemen ist – sowohl in der Gesellschaft als auch im Privaten, die uns belasten, den Frieden bedrohen – den inneren als auch den äußeren – und uns große Sorgen machen. Unser Land verändert sich, sowohl zum Guten aber leider auch zum Schlechten.

It seems indeed that our live is a succession of problems – in the society as well as privately – that burden us and threaten the peace – both, our inner and the outer peace. Our country is changing for both, good and unfortunately also for bad.

Bei einigen Problemen fragen wir uns, wie sie jemals wieder geheilt werden können.

For some problems we ask ourselves, how can this ever be healed.

Sie können. Nämlich durch das Sühnopfer von Jesus Christus. Ich glaube, es wird immer wichtiger, dass wir uns zurückbesinnen auf diese große Gabe Gottes und richtige Schlussfolgerungen daraus ziehen.

It can – through the atonement of Jesus Christ. I believe it becomes more and more important, to reflect on this great gift of God and draw the right conclusions.

In der Adventszeit habe ich im Auto oft dieses wunderbare Werk von Georg Friedrich Händel angehört, in dem Jesaja 9:5 uns auf einzigartige Weise nahe gebracht wird. Es ist Teil des Oratoriums „Der Messias“, das Händel selbst als seine Auferstehung bezeichnete.

During the Christmas season I have listened a lot to the wonderful hymn written by Georg Friedrich Handel, which brings us closer to Isaiah 9:6. It is part of „The Messiah“ which Handel himself called his resurrection.

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;“

In the King-James Bible, Isaiah 9:6:

„For unto us a child is born, unto us a son is given: and the government shall be upon his shoulder: and his name shall be called Wonderful, Counsellor, The mighty God, The everlasting Father, The Prince of Peace.“

Ein weiteres Lied, dass ich mir ständig angehört habe, beschreibt die Feierlichkeit der Geburt von Jesus Christus – die Heilige Nacht. Geist und Zeugnis dieses Liedes sprechen für sich selbst.

Another hymn I have listened to a lot describes the solemnity of the birth of Jesus Christ – the Holy Night. Spirit and Testimony of this hymn speak for itself.

Ich musste dabei auch an eine Schriftstelle in Lehre und Bündnisse Abschnitt 88 denken.

I also thought about a scripture in Doctrine and Covenants, section 88.

Auszug aus Vers 104: „—denn jedes Ohr wird vernehmen, und jedes Knie wird sich beugen, und jede Zunge wird bekennen, wenn sie den Ton der Posaune hören, nämlich: Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, der auf dem Thron sitzt, für immer und immer; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“

From verse 104: „—for every ear shall hear it, and every knee shallbow, and every tongue shall confess, while they hear the sound of the trump, saying: Fear God, and give glory to him who sitteth upon the throne, forever and ever; for the hour of his judgment is come.“

Wir alle werden Ihm begegnen, denn Er ist für alle Menschen in die Welt gekommen, hat für alle gelitten und ist für alle auferstanden. Sein Sühnopfer ist nicht selektiv und deshalb ist auch Seine Botschaft für jedermann gültig.

We all will encounter Him for He came into the world for all of us, suffered for all of us and he is risen from the dead. His antonement is not selective as thus, His message is valid for all of us.

Ich liebe die Beschreibung vom Erscheinen Jesu Christi bei den Nephiten, wie es im Buch 3. Nephi im Buch Mormon zu lesen ist.

I love the record of Jesus Christ´s appearance among the Nephites as we read it in 3rd Nephi, in the Book of Mormon.

3. Nephi 11:9-17: „Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich:
Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.
Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten.
Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, daß es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen.
Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich:
Erhebt euch, und kommt her zu mir, daß ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, daß ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wißt, daß ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin.
Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewißheit wußten und Zeugnis gaben, daß er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.
Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich:
Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“

3 Nephi 11:9-17: „And it came to pass that he stretched forth his hand and spake unto the people, saying:
Behold, I am Jesus Christ, whom the prophets testified shall come into the world.
And behold, I am the light and the life of the world; and I have drunk out of that bitter cup which the Father hath given me, and have glorified the Father in takingupon me the sins of the world, in the which I have suffered the will of the Father in all things from the beginning.
And it came to pass that when Jesus had spoken these words the whole multitude fell to the earth; for they remembered that it had been prophesied among them that Christ should show himself unto them after his ascension into heaven.
And it came to pass that the Lord spake unto them saying:
Arise and come forth unto me, that ye may thrust your hands into my side, and also that ye may feel the prints of the nails in my hands and in my feet, that ye may know that I am the God of Israel, and the God of the whole earth, and have been slain for the sins of the world.
And it came to pass that the multitude went forth, and thrust their hands into his side, and did feel the prints of the nails in his hands and in his feet; and this they did do, going forth one by one until they had all gone forth, and did see with their eyes and did feel with their hands, and did know of a surety and did bear record, that it was he, of whom it was written by the prophets, that should come.
And when they had all gone forth and had witnessed for themselves, they did cry out with one accord, saying:
Hosanna! Blessed be the name of the Most High God! And they did fall down at the feet of Jesus, and didworship him.“

Jedes Mal, wenn ich das lese, spüre ich wie der Heilige Geist mir Bestätigung gibt und ich bin tief bewegt.
Wie werden wir uns fühlen, wenn wir ihm begegnen? Wie verändert uns diese Erkenntnis? Was werden wir in Zukunft tun?

Every time I read this I feel the witness of the Holy Ghost, and I am deeply moved. How will we feel when we meet Him? How this knowledge change us? What are we going to do in the future?

Ich habe diese Woche den zynischen Kommentar eines deutschen Kabarettisten gelesen, der sich darüber lustig machte, wie einfältig Menschen sein müssen, die an ein Zweites Kommen von Jesus Christus glauben oder gar an ein Sühnopfer und eine Auferstehung. Nun, ich nehme es ihm nicht übel. Woher soll er es besser wissen? Es ist nicht die Botschaft, die wir in der Prime Time in den Nachrichten hören oder sehen. Man muss danach suchen, nachdenken, beten und anwenden, dann wird man sie finden.

I read some cynical remarks of a German comedian this week, ridiculing people who have faith in Jesus Christ, His second coming, His atonement and resurrection. I don´t feel offended by the guy´s position. How could he know better? It´s not the message we see or hear in the prime time news. One has to seek, ponder, pray and apply – then it can be found.

Zu Weihnachten gebe ich Zeugnis von der heilenden Macht des Sühnopfers Jesu Christi. Sie bewirkt in der Regel nicht, dass Sorgen und Probleme auf magische Weise verschwinden (obwohl das ab und zu geschieht). Die heilende Macht des Sühnopfers bewirkt, dass Menschen mit Glauben, Nächstenliebe und Rechtschaffenheit handeln. Sie hilft, mit Problemen umzugehen, sie zu verstehen, zu heilen und weniger neue Probleme zu schaffen.

At Christmas, I bear witness of the healing power of the atonement of Jesus Christ. It usually doesn´t make problems disappear in a magic way (well, it sometimes happens). The healing power of the atonement changes individuals to act with faith, charity and in righteousness. It helps to deal with problems, understand them, to heal and not to create new problems.

Herzlichen Dank allen Freunden, Kollegen und meiner Familie für die Unterstützung, Freundschaft, Liebe und Zuneigung, von der ich dieses Jahr mehr empfangen habe, als ich geben konnte. Ich bin dafür sehr dankbar.

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Christmas music with family and friends in our home last night

I would like to thank all friends, co-workers and my family for all the support, friendship, love and affection I have received much more this year than I could give back. I´m very grateful for it.

Frohe Weihnachten ! Merry Christmas !

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Zum 4. Advent – Seiffen

Eine unserer Traditionen in der Weihnachtszeit ist ein Besuch in Seiffen. Wir machen das schon sehr viele Jahre und es ist immer wieder schön. Seiffen ist für uns einfach das Weihnachtsdorf.
Heute war es wieder soweit und wir hatten viel Freude.
Hier sind ein paar Impressionen.

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Umgebung von Seiffen
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Blick auf die Kirche
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Unsere Enkelin hat sich Freunde gesucht 🙂

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Posaunengruppe - war sehr schön ihnen zuzuhören

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30. Hochzeitstag

Heute hatten Esther und ich unseren 30. Hochzeitstag und morgen jährt es sich zum 30. Mal, dass wir im Freiberg-Tempel für Zeit und Ewigkeit gesiegelt wurden.
 In meinem Geschäftsumfeld sind wir damit schon fast Dinosaurier. Wir waren noch sehr jung, als wir geheiratet haben, aber wir waren nicht unvorbereitet. Wir hatten konkrete Vorstellungen. Die wichtigsten waren, eine Ehe für Zeit und Ewigkeit in einem Tempel des Herrn zu schließen, uns an die im Tempel geschlossenen Bündnisse zu halten und Kinder zu haben. Diese Ziele haben wir über alles andere gestellt. Nach 30 Jahren ist es interessant und sehr schön, zurück zu schauen, auf alles, was wir gelernt und erreicht haben. Wir sind dankbar für unsere Kinder, Schwiegerkinder und Enkel. Kinder groß zu ziehen war oft mit dem Verzicht auf materielle Annehmlichkeiten verbunden. Es hat uns Bescheidenheit und Realismus gelehrt und wie wichtig es ist, dass man sich selbst vergessen kann. Wir haben gelernt (und manchmal mussten wir lernen), Konflikte zu lösen und die Auslöser für Probleme zu erkennen. Wir haben erfahren, wie wichtig es für Kinder ist, dass Eltern harmonieren und welche emotionale Sicherheit es den Kindern gibt, wenn Eltern es schaffen, Egoismus zu überwinden. Wir haben auch gelernt, wie wichtig Bildung und Verantwortungsbewusstsein, unabhängig von Karrieredenken, für die Familie sind.
Wir mussten auch schmerzliche Verluste überstehen, besonders unsere Zwillinge, die leider ihre Geburt nicht überstanden haben. Sie sind für uns ein Teil unserer Familie. Heute wären sie erwachsen, wir haben aber damals im Tempel den Trost und die Gewissheit erhalten, die wir brauchten. Wir wissen, dass sie zu uns gehören.
War unsere Ehe manchmal in Gefahr? Wir hatten ganz sicher Situationen, in denen wir uns bewähren mussten, sind manchmal gestolpert, aber immer wieder aufgestanden. Der Zeitgeist unterstützt es nicht, für eine Ehe zu kämpfen, wenn es Schwierigkeiten gibt, oder überhaupt eine zu schließen. Niemand sollte so vermessen sein, Herausforderungen, die zum Scheitern führen können, zu unterschätzen. Sie tauchten in der Regel dann auf, wenn das Leben aus einer gesunden Balance geraten war. Aber es ist möglich, sich über diese destruktiven Einflüsse erfolgreich hinwegzusetzen und die Balance wieder herzustellen. Manchmal muss man dafür auch Opfer bringen. Es hat uns sehr geholfen, dass wir immer Vorbilder hatten und den Halt in einer Kirche, in der die Familie eine überragende Bedeutung hat.
Liebe Esther, ich danke dir, dass du immer der stärkste Rückhalt in meinem Leben gewesen bist. Ohne dich wäre ich nicht der, der ich heute bin. Ich liebe dich von ganzem Herzen.
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Familien sind ewig.

Pfahl-Familientag in Köthen

Heute fand wieder unser Pfahl-Familientag statt, wie letztes Jahr in der Gemeinde Köthen. Obwohl der Wetterbericht nicht gut aussah, machte der Regen aber weitestgehend einen Bogen um uns. Am Nachmittag gab es sogar Sonnenschein. Für alle, die das unsichere Wetter abgehalten zu kommen: Ihr habt etwas verpasst 🙂
Vielen Dank an alle Organisatoren und Helfer. Ihr wart wieder Klasse.
Für jeden war auch dieses Jahr wieder etwas dabei. Das wichtigste war aber, dass wir unsere Freundschaften vertiefen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen konnten.
Wir werden diese gute Tradition fortführen.

Hier sind ein paar Impressionen:

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attrelosring, Köthen

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inikarussell vorm Gemeindehaus

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euerwehr und Rettungsdienst stellten sich vor

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u Essen gab es reichlich

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ennwagen Werkstatt

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tand der FHV wo wahre Kunstwerke entstanden

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ochmal Rennwagen Werkstatt

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uppentheater

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olzrennwagen Derby. Gekürt wurden der Rennwagen, der am weitesten gefahren ist und der schönste Rennwagen.

 

Report von der Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig

Ich bin von vielen nach dem Manuskript meiner Rede am Sonntag der letzten Pfahlkonferenz am 2. November 2014 gefragt worden. Ich schreibe meine Reden normalerweise nicht auf und verwende nur Stichworte. Bruder Wolfgang Geiler aus der Gemeinde Köthen hat aber wieder in bewährter Weise Transkripte aller Ansprachen angefertigt, die wir in wenigen Tagen auf http://www.pfahl-leipzig.de stellen werden.
Hier also das Transkript meiner Rede vorab. Vielen Dank, Bruder Geiler.

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Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, wendet sich als Schlusssprecher der Konferenz an die anwesenden Schwestern, Brüder und Gäste.

Zunächst dankt er allen an dieser Versammlung Beteiligten, den Betreibern und Mitarbeitern des Kulturhauses Böhlen, dem Pfahlorchester und seinem Leiter Bruder Ralf Jähnert, dem Pfahlchor unter der Leitung von Bruder Frank Heidler und der Begleitung von Schwester Camilla Heinz, Schwester Sabine Tilgner für den Blumenschmuck, Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der Lieder, Bruder Thomas Goliasch für die Gesangsleitung, den Kindern der Primarvereinigung und deren Gesangsleiterin Schwester Petra Pabst sowie Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der PV-Kinder, dem Ordnungsdienst und allen anderen nichtgenannten Helfern.

Präsident Thomas Hengst verweist auf den roten Faden, der sich durch alle Ansprachen gezogen hat: „Der einzelne Mensch“. Das hat damit zu tun, dass wir unwesentliche Dinge mit Entschlossenheit aus unserem Leben verbannen und uns auf das konzentrieren, was wirklich elementar wichtig ist.

Er zitiert Alma 34:15: „Und so bringt er die Errettung all denen, die an seinen Namen glauben; und das ist der Zweck dieses letzten Opfers, jenes herzliche Erbarmen zuwege zu bringen, das die Gerechtigkeit überwältigt und für den Menschen Mittel zuwege bringt, damit er Glauben zur Umkehr haben kann.“ und fordert uns auf: „Bei allem, was ich jetzt sagen werde: Behalten Sie diese Schriftstelle im Sinn!“

Jesus Christus hat dieses herzliche Erbarmen zuwege gebracht.

Wir wollen mehr vom Charakter Christi kennenlernen, wollen mehr daraus lernen.

Präsident Hengst kündigt an, dass er einige wichtige Punkte ansprechen wird, die unangenehm sind für den einen oder anderen von uns. Aber sie müssen angesprochen werden im Hinblick auf das Wesentliche.

Die gesellschaftliche Entwicklung macht Sorgen. In dieser Zeit werden Menschen radikalisiert, wird die Definition von Ehe und Familie und Rechtschaffenheit zum Negativen hin verändert. Aber es geht um viel mehr! Es geht darum, wie sich jeder Einzelne von uns gegen die Versuchungen und Angriffe des Widersachers schützen kann! Das sind Angriffe auf unsere ewige Existenz!

Viele Mitglieder ziehen sich zurück aus den Versammlungen und Zusammenkünften, die den Zweck haben, uns zu stärken. Viele ziehen es vor, sich während der Versammlungen im Foyer aufzuhalten. An den Versammlungen der Frauenhilfsvereinigung und der Kollegien nehmen weniger Mitglieder teil. Auch bei den Pfahlkonferenzen ist das zu spüren.

Präsident Thomas Hengst will helfen, die Prioritäten etwas zurecht zu rücken und weist auf eine Aussage des letzten Präsidenten des Freiberg-Tempels, Präsident Ernst Husz, hin: „Wenn Sie wollen, dass Sie erfolgreicher in Ihrem Leben sind, dann kommen Sie in dem Maße, wie Sie das möchten, zum Tempel!“ – Wir haben die Verheißung des Herrn, dass, wenn wir das Evangelium in eine hervorragende Position in unserem Leben bringen, sich die Probleme in unserem Leben in leichterem Maße lösen lassen.

Er spricht dazu 4 Schwerpunkte an,

  1. Rücken wir die Prioritäten zurecht, bringen wir das Evangelium an die richtige Stelle!

Auf der Internetseite der Kirche „Komm und folge mir nach“ (https://www.lds.org/youth/learn?lang=deu) ist ein Programm für die Jugendlichen zusammengefasst, das uns helfen soll, wie wir heute leben wollen.

Elder David A. Bednar sagte dazu: Wir haben es mit den Jugendlichen angefangen, denn die Erwachsenen tun sich damit schwerer – deshalb sollen wir den Begriff „Jugendliche“ auf uns alle beziehen.

Der Zweck dieses Programm ist folgendermaßen wiedergegeben: „Die Erste Präsidentschaft hat erklärt, dass Ihr Ziel als Lehrer von Jugendlichen darin besteht, ihnen zu helfen, sich zum Evangelium Jesu Christi zu bekehren. Den Weg, der zur Bekehrung führt, muss jeder selbst beschreiten. Bekehrung vollzieht sich nicht allein in einer Versammlung, im Unterricht oder in einer Aktivität. Letztlich bekehren sich die Jugendlichen, indem sie jeden Tag eifrig das Evangelium leben – also beten, die heiligen Schriften studieren, die Gebote halten, ihre Priestertumspflichten und andere Aufgaben erfüllen, in den Tempel gehen, ihrer Familie und anderen Menschen dienen und anderen vom Evangelium erzählen. Dadurch bringen sie ihre Wünsche, ihre Einstellung und ihre Taten mehr und mehr mit dem Willen des himmlischen Vaters in Einklang. Sie werden glücklich und zuversichtlich und handeln lieber „für sich selbst [statt] auf sich einwirken [zu] lassen“ (2 Nephi 2:26). Sie bemühen sich, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu beachten, Versuchung zu widerstehen und viel Gutes „aus ihrem eigenen, freien Willen“ zu tun (LuB 58:27). Sie werden „durch das Sühnopfer Christi“ Heilige (Mosia 3:19).“

Der Pfahlpräsident lädt uns ein, unsere Einstellungen zu überdenken und aktiv zu werden, damit unsere Diskussionen und unsere Klassen fruchtbarer werden.

  1. Jeder hat Befindlichkeiten, aber Anstoß daran nehmen kann uns selbst schaden.

Präsident Thomas Hengst ist ehemaliger Organist und hat sich immer darüber geärgert, wenn Geschwister in das Vorspiel geplatzt sind und die Andacht stören. Anstoß nehmen an anderen Menschen kann dazu führen, dass wir uns selbst schaden.

Er sieht das als eine Befindlichkeit und will daran arbeiten, dass seine Empfindungen besser werden und spricht über einen Beitrag von Apostel David A. Bednar: Er hat mit einigen Geschwistern gesprochen, die sich darüber beschwert haben, dass sie in ihren Gemeinden nicht so behandelt worden sind, wie sie es sich vorgestellt haben, sie haben Bischöfe kritisiert, eine Pfahlpräsidentschaft kritisiert, einen Tempelpräsidenten kritisiert. Sie haben gesagt: „Solange diese Brüder ihr Amt ausüben werde ich nicht mitarbeiten, werde ich den Tempel nicht besuchen, werde ich dies und jenes nicht machen!“ Apostel David A. Bednar gab ihnen folgende Antwort: „Lassen Sie mich sicherstellen, dass ich genau verstehe, was Ihnen passiert ist. Weil jemand Sie in der Kirche vielleicht ungerecht behandelt hat, haben Sie sich von der Verordnung des Abendmahls zurückgezogen. Sie haben zugelassen, dass Sie sich selbst die dauernde Anwesenheit des Heiligen Geistes in Ihrem Leben nicht mehr gestatten. Sie haben sich selbst abgeschnitten von den Priestertumsverordnungen und vom heiligen Tempel. Sie haben aufgehört, Möglichkeiten wahrzunehmen, kontinuierlich zu lernen und zu wachsen. Sie hinterlassen Barrieren, die den geistigen Fortschritt von Ihnen selbst, Ihren Kindern, Ihren Enkeln und den Generationen, die folgen, beeinflussen können.“

Viele der Menschen, denen Apostel Bednar antwortet, sagten dass sie dies noch nie aus dieser Perspektive betrachtet hätten.

Präsident Hengst lädt uns ein, dass wir – wenn wir an irgendetwas oder irgendjemandem Anstoß nehmen, zu überdenken: Was kann ich tun, um ein Problem zu lösen, welchen geistigen Schaden nehme ich sonst?

Er fordert alle die, die Verantwortung tragen auf: „Konzentrieren wir uns mehr auf den Einzelnen, errichten wir keine künstlichen Barrieren!“

  1. Jeder ist Herausforderungen unterworfen.

Dieser Schwerpunkt hat mit den Familien und Ehen zu tun. Jede Ehe ist Herausforderungen ausgesetzt, die Liebe füreinander mag Schwankungen unterworfen sein sie ist nicht immer konstant. Manche leben mehr nebeneinander als Miteinander. Das ist eine harte Tatsache!

Apostel Dallin H. Oaks sagt uns: „Wenn wir uns krank fühlen, wenn wir eine Krankheit haben, werden wir alles tun, um wieder gesund zu werden. Wir werden zum Arzt gehen. Wir werden solange ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen, bis wir wieder gesund sind oder zumindest soweit wiederhergestellt, dass wir ein vernünftiges Leben führen können. Es gibt lebenserhaltene Maßnahmen und wir werden nichts unversucht lassen, um wieder gesund zu werden. Und warum tun wir das? Weil unser Leben kostbar ist!“

Präsident Hengst sagt: „Betrachten Sie Ihre Familie und ihre Ehe unter diesem ewigen Gesichtspunkt! Werden Sie wieder gesund! Überwinden Sie Ihren Egoismus! Wenn Ihre Familie oder Ihre Ehe krankt, handeln Sie genauso, als wären Sie körperlich krank! Nutzen Sie alle Möglichkeiten, treffen Sie alle Maßnahmen, um wieder gesund zu werden! Nutzen Sie alle Hilfen, die das Evangelium bietet. Der erste Schritt ist die Überwindung des Egoismus. In dem Maße, wie es uns gelingt, Selbstlosigkeit zu verstärken und zu verbessern, werden viele Probleme eine Lösung erfahren.“

  1. Nichts in sozialen Netzwerken ausdrücken, was mit Rechtschaffenheit und den Lehren unserer Kirche nicht vereinbar ist.

Der Sprecher ermahnt uns: „Schützen Sie sich vor falschen Lehren. Die Kluft zwischen uns und der Welt wird größer werden. Das gilt für die Jugendlichen und auch die Erwachsenen! Lassen Sie nicht zu, dass auf eine schleichende Art und Weise Meinungen Platz bekommen, die den Zweck unseres Erdenlebens nicht unterstützen!“

Fragen sind gut. Zweifel sind möglich. Aber es gibt Wege, Klarheit zu erlangen durch die Lehren unserer Kirche. Ziel ist, zu erkennen, welcher Evangeliums-Grundsatz für mich richtig beantwortet wird. Der Pfahlpräsident gibt sein Zeugnis: „Wenn ich die Wahl habe, zu entscheiden, ob die Meinung eines Kolumnisten eines großen Magazins oder die Meinung der Ersten Präsidentschaft der Kirche wichtiger ist, werde  ich mich für die Meinung der Ersten Präsidentschaft entscheiden!“

Elder David A. Bednar hat gesagt, dass es für uns interessant sein kann, herauszufinden, welche Evangeliumsgrundsätze wir besser verstehen können und wie uns das helfen würde, den Willen des Himmlischen Vaters besser zu verstehen. Präsident Thomas Hengst fordert uns auf: „Denken Sie darüber nach, welchen Evangeliumsgrundsatz Sie besser verstehen möchten, um Fragen in Ihrem Leben persönlich besser beantworten zu können, endgültig beantworten zu können.“

Präsident Hengst hat kürzlich den Schluss des Buches Mormon gelesen. Mormon, Ether, Moroni – das sind für uns Blaupausen!

In dem Maße, wie das Volk die Rechtschaffenheit abgelegt hat – Schritt für Schritt – , das Maß an Rechtschaffenheit verringert wurde, in dem Maße ist die Freiheit dieses Volkes geringer geworden. Am Ende ist der Besitz der Menschen nicht mehr sicher gewesen. Die Antwort auf diese Situation war nicht etwa, umzukehren, sondern in ihrer Unrechtschaffenheit noch schlimmer zu werden.

Diese Völker haben sich selbst ausgerottet. Es ist keiner übriggeblieben, keiner, der rechtschaffen war!

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem zweiten Brief an Timotheus 3:1-9: „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.  Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht,  lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh,  heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt.  Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab. Zu ihnen gehören die Leute, die sich in die Häuser einschleichen und dort gewisse Frauen auf ihre Seite ziehen, die von Sünden beherrscht und von Begierden aller Art umgetrieben werden,  Frauen, die immer lernen und die doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können.  Wie sich Jannes und Jambres dem Mose widersetzt haben, so widersetzen sich auch diese Leute der Wahrheit; ihr Denken ist verdorben, ihr Glaube bewährt sich nicht.  Doch sie werden wenig Erfolg haben, denn ihr Unverstand wird allen offenkundig werden, wie es auch bei jenen geschehen ist.“

Identifizieren wir falsche Lehren und Dinge, die falsch sind, auch als solche. Diese Lehren und Dinge  werden nicht gut! Dinge, die falsch sind, werden nicht richtig und gut dadurch, dass viele Menschen sie lieben!

Apostel M. Russell Ballard sagte während der Herbst-Generalkonferenz 2014: „Ich habe erlebt, wie Menschen in Prüfungen und Bedrängnissen oder aber in vergleichsweise ruhigen Zeiten nicht im Boot geblieben sind und sich nicht mit beiden Händen festgehalten haben. Dabei habe ich beobachtet, dass viele von ihnen den Blick von den elementaren Lehren des Evangeliums abgewendet haben – die doch einmal der Grund dafür waren, weshalb sie sich der Kirche überhaupt anschlossen, weshalb sie eifrig und sehr bewusst nach den Grundsätzen des Evangeliums lebten und anderen durch ihren hingebungsvollen Dienst ein Segen waren. Aufgrund dieser elementaren Lehren empfanden sie die Kirche als einen Ort, wo man geistig genährt wird und wächst.“

  • Bleiben Sie im Boot!
  • Legen Sie die Schwimmweste an!
  • Halten Sie sich fest!

Unsere Kirche ist dieser Ort, wo man geistig genährt wird und wächst, und wird es immer bleiben!

Der Pfahlpräsident fordert uns auf, dazu in Lehre und Bündnisse 45 zu lesen.

Er will uns helfen, zu erkennen, dass wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen! Dort, wo Du bist, ist ein heiliger Ort!

In seinem Patriarchalischen Segen steht: „Bruder, du wirst die Zeit erleben, wo große Dinge über die Welt kommen werden, wegen der Gottlosigkeit. Dann sollst du an heiligen Stätten stehen! Lebe so, dass dort, wo du bist, ein heiliger Ort sein möge! Das bedenke ernsthaft!“

Der Präsident des Pfahles Leipzig ermahnt uns: „Bleiben Sie im Boot! Entfremden Sie sich nicht von der Kirche und ihren Lehren! Lernen Sie den Charakter von Jesus Christus kennen! Und machen Sie die Erfahrung, wie Sie nicht den Lehren zustimmen können, die populär sind. Jeder kann das nur selbst tun! Jeder von uns lernt selbst. Durch diesen Erkenntnisprozess können wir Fortschritt machen!“

Er fährt fort: Ich möchte Ihnen eine Schriftstelle vorlesen, die mir persönlich die Antwort gibt, warum ich dies alles tue, weshalb ich versuche, schlechte Neigungen, die sich in mir befinden, zu überwinden, weshalb ich versuche, damit aufzuhören, Anstoß an jemandem von Ihnen zu finden, weshalb ich meinen Dienst und meine Berufung noch ernster nehmen möchte, weshalb ich mich von falschen Lehren fernhalte, weshalb ich meine Familie und meine Ehe stärker pflegen möchte, weshalb ich keine Angst vor der Zukunft habe. Diese Antwort hat der Herr gegeben, als er den Nephiten erschienen ist: „Und siehe, beim dritten Mal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen: Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe – ihn höret. Und es begab sich: Als sie verstanden, ließen sie ihre Augen abermals zum Himmel hinaufschweifen; und siehe, sie sahen einen Mann aus dem Himmel herabkommen; und er war in ein weißes Gewand gekleidet; und er kam herab und stand in ihrer Mitte; und die Augen der ganzen Menge waren auf ihn gerichtet, und sie wagten nicht, den Mund aufzutun, nicht einmal einer zum anderen, und wussten nicht, was es bedeutete, denn sie dachten, es sei ein Engel, der ihnen erschienen war. Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich: Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen. Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten. Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, dass es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen. Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich: Erhebt euch, und kommt her zu mir, dass ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, dass ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wisst, dass ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin. Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewissheit wussten und Zeugnis gaben, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen. Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich: Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“ (3 Nephi 11:6-17)

Ist es das nicht wert, dass wir die Dinge, die in unserem Leben nichts zu suchen haben, entfernen, dass wir die Kraft versuchen zu finden und zu sammeln und hier mitzunehmen, um Christus näher zu kommen, seinen Charakter besser kennenzulernen?

Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, schließt mit seinem Zeugnis.

Noch was zu Demografie und Familie

Mein letzter Post zum demografischen Wandel ist offensichtlich auf umfangreiches Interesse gestoßen. Mich hat das Thema auch weiter beschäftigt. Letzte Woche bin ich mit einer koreanischen Airline von Istanbul über Seoul-Incheon nach Taipei geflogen und habe dabei in einer koreanischen Zeitung (Korea Joongang Daily – ein Ableger der International New York Times) einen Artikel mit der Überschrift „Discouraging marriage“ (Für die Ehe nicht ermutigend) gefunden. Er beschäftigt sich damit, wie sich die Rahmenbedingungen aus einem Mix aus Berufsumfeld, finanziellen Zwängen und Traditionen für junge Leute, die Familien gründen wollen, in China und Korea als sehr schwierig gestalten. Ich sehe das bei meinen Dienstreisen in China bei den jungen Leuten, die ich dort treffe.

Am Schluss des Artikels schreibt der Autor sinngemäß übersetzt in etwa folgendes:
„In Korea ist die junge Generation dazu gezwungen, drei Dinge im Leben aufzugeben: eine Beziehung zu haben, zu heiraten und Kinder zu haben. Er kann nicht sagen, ob nun China oder Korea das größere Problem hat, aber beide Gesellschaften unterstützen offensichtlich die Ehe nicht. Eine Nation, die nicht dazu ermutigt, eine Gemeinschaft von Familien zu formen, liegt ernstlich falsch. Denken Sie an ein Land, in dem es eine Minderheit von verheirateten Gewinnern und eine Mehrheit von alleinstehenden Verlierern gibt. Es wäre desaströs.“
(siehe englischsprachiges Original)

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Man kann es auch noch etwas krasser ausdrücken: Jegliche Organisation, Regierung, Religion oder auch Ersatzreligion, die die Rolle der Familie nicht versteht, ihre Perspektiven und Bedeutung nicht erklären kann und nichts dafür tut, sie zu fördern oder wiederherzustellen, ist unfähig oder unqualifiziert, zur Sicherheit und langfristigen, nachhaltigen Entwicklung einer Gesellschaft beizutragen.

Als Mormonen nehmen wir für uns in Anspruch, zu denen zu gehören, die die Bedeutung der Familie und ihre ewigen Perspektiven genau kennen. Wir haben Zugang zu allen dafür notwendigen Lehren, Prinzipien und Anwendungen. Die Aussage oben trifft aber genauso für uns zu, wenn wir das, was wir wissen, nicht ernst nehmen oder nicht in dem Maße umsetzen, wie wir es eigentlich könnten.
Auf der anderen Seite, braucht jeder von uns regelmäßig Zuspruch und Motivation. Eine glückliche Familie ist ja kein Selbstläufer und auch kein kurzfristiges Unterfangen. Sie ist eigentlich ständig Herausforderungen ausgesetzt. Manchmal ist es wirklich so, dass nach einem gelösten Problem, schon wieder das nächste wartet oder – noch schlimmer – gleichzeitig. Ich glaube, da bleibt niemand verschont.
Die Motivation und Hilfe, die wir gebraucht haben und brauchen, ziehen wir sehr stark aus unserer Arbeit in der Kirche. Wenn man konsequent und ausdauernd gute Ratschläge befolgt, kann man mit den Herausforderungen viel besser umgehen und man wird erhoffte Ergebnisse sehen, die wir als Segnungen bezeichnen. Manches dauert seine Zeit, vielleicht ein ganzes Leben lang, aber das ist kein Grund, die Familie in Frage zu stellen.

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(Familientreffen Juni 2014)

Demografischer Wandel

Einer unserer Söhne kam vor einigen Wochen von der Uni nach Hause und erzählte mir, dass er an dem Tag an einer Vorlesung über den demografischen Wandel teilgenommen hatte.
Die Vorlesung bestand aus der üblichen Bestandsaufnahme mit Zahlen und Fakten und den absehbaren gesellschaftlichen Folgen. Allerdings, so berichtete unser Sohn, hatten weder Dozentin noch Kommilitonen brauchbare Ideen, wie dieses Dilemma überwunden werden kann.
Damit sind sie leider nicht allein. Unsere moderne Gesellschaft möchte auf eine Art und Weise leben, die einer Lösung dieses Problems diametral entgegensteht. Das wird nicht funktionieren. Der sogenannte demografische Wandel ist eine der Folgen, die aus der Lebensweise großer Teile der Gesellschaft zwangsläufig entstehen und ohne grundlegende Veränderungen in den Einstellungen der Menschen nicht abgestellt werden können.
Es gibt keine Lösung des Problems, das ausschließlich durch Subventionen und Regularien von Regierungen, Veränderungen der Arbeitswelt und eine weitere Vergesellschaftung der Kindererziehung bewirkt werden kann. Eine ganze Reihe sinnvoller Maßnahmen würden sicherlich helfen, aber das wird im großen Maßstab nicht reichen. Ohne die Rückbesinnung auf den Wert der Familie und die damit verbundenen Verpflichtungen, entstehen keine Bedingungen, die einer nachhaltigen Lösung dieses Problems förderlich sind.
Es ist schon tragisch, dass man sich heute schon fast für eine intakte, traditionelle Familie rechtfertigen muss, nach dem Motto: „Seid ihr eigentlich noch zeitgemäß?“ Was für ein Unsinn.
Ich habe einfach mal die Übung gemacht und einige Punkte betrachtet, die ich in meiner Kirche und in der Familie, in der ich aufgewachsen bin, gelernt habe. Die Punkte gehören in die öffentliche Diskussion, auch wenn einige davon unliebsam und unbequem sind. Bequemlichkeit oder der Weg des geringsten Widerstandes haben aber noch nie eine Gesellschaft voran gebracht.
Hier einige der Punkte in ungeordneter Reihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Ich musste als Kind nie Angst davor haben, dass meine Eltern sich trennen würden. Sie hatten ihre Probleme aber sie sind damit umgegangen und haben zusammen daran gearbeitet, sie zu lösen. Ich habe bei meinen Eltern keinen Egoismus zu Lasten des anderen Ehepartners erlebt.
Sie haben ihre Ehe ernst genommen und keine fadenscheinigen Begründungen oder Rechtfertigungen gesucht.
In Kirche und Familie habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Verpflichtungen einzugehen und sich daran zu halten. Ja, Verpflichtungen sind manchmal unbequem aber sie schaffen Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit. Unverbindlichkeit und der Unwille, Verpflichtungen einzugehen und diese zu beständig zu halten, sind Hauptursachen unserer gesellschaftlichen Probleme.
Das Evangelium Jesu Christi lehrt genauso klar über die Verpflichtung zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Das heißt nicht, dass man deren Ideen oder Lebensentwürfe für richtig befinden und seine eigenen Ideale kompromittieren muss. Es lehrt aber klar, was Nächstenliebe bedeutet. Es gibt trotzdem noch richtig und falsch, nachhaltig und unnachhaltig – und das besonders auch in Bezug auf die Rolle der Familie.
Ich habe zu Hause und in der Kirche gelernt, Kinder zu lieben, meine Geschwister zu lieben und daraus hat sich der Wunsch entwickelt, eine Familie mit mehreren Kindern zu haben.
In der Kirche habe ich grundlegende Dinge darüber gelernt, wie man erfolgreich eine Familie aufbaut, z.B. die Rolle des Familiengebetes, der Familienheimabend, die Bedeutung von Bildung und Erziehung, die Überwindung von Egoismus, Verzicht zu Gunsten der Familie, Werte und Moral, Liebe in der Familie.
Das gleiche gilt für die Rolle von Vater und Mutter. Die Verantwortung, die damit verbunden ist, erstreckt sich viel weiter, als viele von uns denken. Wir sind ultimativ rechenschaftspflichtig vor Gott, wie wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Kindern gerecht geworden sind. Wir sind nicht verantwortlich, für das was sie tun, wenn sie für sich selbst verantwortlich sind. Aber wir sind sehr wohl verantwortlich für alles, was wir ihnen vermitteln, vorleben, wie wir sie lieben, erziehen, was wir ihnen erlauben und verbieten und welchen Einflüssen wir sie aussetzen. Dieser Verantwortung können sich Eltern vor Gott nicht entziehen und sie kann auch nicht auf Lehrer oder Erzieher delegiert werden.
Meine Frau und ich haben in unserer Kirche gelernt, dass Bildung (geistige, emotionale und weltliche) essentiell für die Familie ist. Mutter und Vater zu sein sind wichtige Karriereschritte. Es ist für mich völlig unverständlich, weshalb besonders die Rolle der Mutter, wider besseres Wissen, als Karrierebremse stigmatisiert wird. Mutter sein ist eine Berufung, im Prinzip die wichtigste um sicherzustellen, dass eine Gesellschaft nicht verkommt.
In der Kirche habe ich gelernt, wie wichtig die Rolle des Vaters ist. Es ist eine der größten Tragödien unserer Zeit, dass viele Väter sich ihrer Verantwortung entziehen und dabei Notlagen für alleinerziehende Mütter schaffen, die wie eine Kettenreaktion weitere Probleme erzeugen, die nur schwer zu lösen sind und sich auch auf andere auswirken. Zu Hause habe ich einen Vater erlebt, der alles für seine Familie gegeben hat. In meiner kirchlichen Berufung erlebe ich oft, habe ich oft mit den Auswirkungen zerrütteter Familien auf die Beteiligten und die Umgebung zu tun. Oft erstrecken sich die Nebenwirkungen auch auf intakte Familien, weil negative Einflüsse zum Beispiel massiv die Erziehung von Kindern beeinflussen.
Sowohl wir als auch unsere Kinder haben in der Schule und auch durch die Medien so gut wie nichts darüber gelernt, wie man als Ehepaar und als Eltern erfolgreich sein kann. Die öffentliche Diskussion ist stattdessen voll von Beiträgen über alternative Konzepte, die sich dem Zeitgeist anpassen oder lediglich Nothelfer sind, aber deren Nachhaltigkeit stark zu bezweifeln ist. Die grundlegenden Dinge haben wir in Kirche und Familie gelernt.
Ich denke, beinahe jeder von uns macht im Lauf seines Lebens manchmal gravierende Fehler, die dazu führen könnten, dass Ehen und Familien kaputt gehen. Ohne ein solides Fundament passiert das leider auch schnell. Wohingegen eine feste Basis, sowohl in Bezug auf die Lehre als auch auf die Familienbeziehungen, in den meisten Fällen hilft, Schwierigkeiten zu lösen bevor sie zu richtigen Problemen werden, von falsch eingeschlagenen Wegen umzukehren und als Voraussetzung dafür die Fehler überhaupt zu bemerken. Aus eigener Erfahrung sowie den Erfahrungen zahlreicher Menschen, die ich sehr gut kenne, kann ich bestätigen, dass das so ist. In meiner Kirche habe ich gelernt, wie man von Fehlern oder Sünden umkehrt und wie man wirklich vergibt und Vergebung erlangt.
Wir sind als Familie für alle Mühen, Sorgen, Trauer, Verzicht, Zeit und Mittel derartig reich belohnt worden, dass sich für uns die Frage überhaupt nicht stellt, ob es richtig war, eine große Familie zu haben. Jetzt haben wir zusätzlich die Perspektive als Großeltern.
Es gibt natürlich auch viele Paare für die sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Für sie sowie auch für die, die allein oder alleinerziehend sind, sind die Gemeinden der Kirche eine Solidargemeinschaft, in der es Platz gibt für ihre Sorgen und Nöte. Es gibt Hilfsorganisationen innerhalb der Kirche deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass niemand sich ausgegrenzt oder benachteiligt fühlt. Der Anspruch ist hoch und hängt immer von den Menschen ab, die ihn umsetzen, aber in meiner kirchlichen Berufung sehe ich, dass sehr viel getan wird.
Vergangenes Wochenende hatten wir unser Familientreffen, bei dem alle Nachkommen meiner Eltern zusammengekommen sind, einschließlich der Schwiegerkinder und Schwiegerenkel. Wir waren über 60 Personen aus vier Generationen, die bereit sind einander zu unterstützen und beizustehen, wenn jemand Hilfe braucht. Meine Mutter ist fast 89 Jahre alt und konnte dabei sein. Sie hatte nie eine Karriere außer Ihrer Familie, aber ihr Lebenswerk lässt sich nicht in Aktienpaketen und einem glänzenden CV messen. Es ist viel, viel mehr wert.
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(Familientreffen 2014)
Am Schluss muss man noch eine weitere Dimension nennen. Das ist die wichtigste. Wir glauben daran, dass Familien ewig bestehen können, über dieses Leben hinaus. Daraus ergeben sich ganz andere Perspektiven, die jeder Mensch zumindest kennen sollte. Wir schließen dafür in heiligen Tempeln Bündnisse, die uns ständig daran erinnern, dass es ein großes Ganzes gibt, wofür sich jede Mühe lohnt. Wir nennen das den Plan der Erlösung, über den in weiteren Posts noch viel zu schreiben sein wird. Ich messe alles, was ich lese, beobachte und aufnehme an diesem Plan, dessen Urheber unser Vater im Himmel ist. Um es drastisch zu sagen, enorm vieles, das in unserer Zeitgeist zu vermitteln versucht, hält diesem Benchmarking in keinster Weise stand. Das Ziel dieses Planes ist, dass wir als seine Kinder, wahre Glückseligkeit erarbeiten können und zwar über dieses Leben hinaus. Wir gehen davon aus, dass Gott, im Gegensatz zu uns, eine 100%ige Erkenntnis darüber hat, was dazu notwendig ist und dass seine Gebote und Offenbarungen genau diesem Ziel dienen. Familien sind dabei ein elementarer Bestandteil.
Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Das Setup unserer modernen westlichen Gesellschaft stimmt in Bezug auf das angesprochene Problem nicht mehr. Wir sollten aufhören, Probleme zu beklagen, wenn wir nicht entschlossen sind, sie zu ändern und stattdessen damit beginnen, nicht nur die Symptome sondern die Ursachen zu adressieren, weil die Folgen unaufhaltsam sein werden. Die Rezepte dafür sind vorhanden (zum einem gewissen Teil auch in der säkularen Welt, wenn diese auch nicht die gesamte Perspektive erfassen kann) und es bedarf keines Doktortitels um sie zu verstehen. Sie sind aber nicht populär und auch nicht einfach umzusetzen, weil nicht nur Rahmenbedingungen geändert sondern auch die Herzen von Menschen nachhaltig berührt werden müssen, so dass sich ihre Wünsche ändern.
LDS Links für die Familie:
Die Familie – eine Proklamation an die Welt
Tips für Heim und Familie
Ratschläge für die Ehe

Pfahlkonferenz

Vor knapp zwei Wochen war Pfahlkonferenz in Leipzig. Bruder Geiler, unser Pfahlsekretär für Geschichte, hat wie immer einen umfassenden Bericht angefertigt, den wir bald auf http://www.pfahl-leipzig.de hochladen. Ich stelle hier meine Ansprache vom Samstagabend (22.2.2014) schon mal vorab für alle Interessierten online.

Auszug aus dem Konferenzbericht:

Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, wendet sich als Schlusssprecher der Versammlung an die anwesenden Schwestern, Brüder und Gäste.

Er dankt allen Sprechern für ihre Ansprachen, dem Chor für seine Darbietung und allen, die Aufgaben wahrgenommen haben, für ihren Dienst. Alle Anwesenden werden zum anschließenden Buffet eingeladen, um einen Imbiss einzunehmen und sich über die Pfahlkonferenzversammlungen auszutauschen.

Präsident Hengst weist auf die Downloadseite des Pfahles Leipzig unter der Adresse http://www.pfahl-leipzig.de hin.

Jeder hat etwas, was bei ihm gute Gefühle auslöst, z.B. Familienerinnerungen. Präsident Hengst hatte in seiner Kindheit gemeinsam mit seinem Bruder ein Tisch-Eishockeyspiel. Beide spielten damit ganze Weltmeisterschaften nach, sein Bruder führte die russische Nationalmannschaft, Präsident Thomas Hengst die der Tschechen.
In einem Video-Clip auf Youtube wird gezeigt, wie eine Familie einen Garagenverkauf durchführt. Ein junges Pärchen – jung, sie schwanger – sieht an einem Tisch einige Dinge an und fragt den Vater der Garagenverkaufsfamilie, wie viele Kinder die Familie habe. Der antwortete: „Drei!“. Der junge Mann sah seine Frau an und sagte: „Das ist eine gute Zahl!“ Sie sagt darauf: „Naja, erstmal das Eine!“ Der junge Mann fragt den Familienvater, wie es denn so wäre, ein Vater zu sein. Der Familienvater denkt über diese Frage nach wie es ist, ein Vater zu sein und welche Erlebnisse er mit ihnen hatte: Der gestorbene Fisch im Fischglas, der Liebeskummer der ältesten Tochter, die chemischen Versuche des Sohnes in der Küche, der Sprung in den Swimmingpool in voller Kleidung und viele andere Dinge, die man als Vater erlebt.
Die Botschaft des Filmes ist: Wie ist es, ein Vater zu sein? Man erlebt viele Dinge als Vater, es ist schön, Vater zu sein, es tut gut, Eltern zu sein.

Oft wird Präsident Hengst gefragt, wie er die erheblichen Belastungen in seinem Beruf wegstecken, verarbeiten kann. Er antwortet immer, dass ihm zwei Dinge dabei helfen:

1. Die Familie
2. Die Kirche

Kürzlich bereitete seine Familie den Heimabend vor. Dazu kaufte Präsident Thomas Hengst bei McDonalds ein. Der Sohn von Präsident Hengst sprach das Gebet und dankte für das „glorreiche und ungesunde Mahl“ …

Präsident Hengst spricht über Dinge, die uns gut tun und uns helfen, nach außen zu wirken:

Das Evangelium soll uns gut tun und es kann es auch! Wenn es das nicht kann, liegt es vielleicht an einigen Dingen, die wir verändern müssen, damit es uns wieder gut tut.
Der Pfahlpräsident will über einige Dinge sprechen, die uns helfen können und wie wir nach außen wirken können mit unserem Glauben.
Er sagt, dass er die Priestertumsträger aufgefordert hat, die Heimlehrarbeit signifikant zu erhöhen, zu verbessern. Wir sind seit vielen Jahren auf dem gleichen Level. Wir müssen jetzt einfach einen Sprung machen! Das gleiche trifft auch auf die Besuchslehrarbeit der Schwestern zu.
Wir tragen schon viele Probleme mit uns herum. Wir stehen oft unter Bedrängnissen.
Der Sprecher verweist auf Alma. Hier wird geschildert, wie Nehor auftritt, das ganze Volk durcheinander bringt, er alles relativiert und alle Lehren infrage gestellt werden und damit das Volk gespalten wird. Auch heute ist es so, dass viele „Gutmeinenden“ raten, man solle sich doch nicht einengen, sich nicht rechenschaftspflichtig gegenüber einem Gott machen lassen.

In Alma 4:2-3 heißt es: „aber das Volk war bedrängt, weil sie ihre Brüder verloren hatten und weil sie ihre Schafe und Rinder verloren hatten und weil sie ihre Getreidefelder, die von den Lamaniten zertrampelt und vernichtet worden waren, verloren hatten. Und so groß waren ihre Bedrängnisse, dass jede Seele Grund hatte zu trauern;
sie glaubten, dass es das Strafgericht Gottes war, das über sie gesandt wurde wegen ihrer Schlechtigkeit und ihrer Gräuel; und dies weckte in ihnen ihr Pflichtbewusstsein.

Die Pfahlpräsidentschaft, die Zweigpräsidenten, die Bischöfe müssen viele Probleme und Bedrängnisse aufsaugen. Viele unter uns sind bedrängt durch das eine oder andere Problem. Bei den Nephiten geschah etwas Interessantes: Sie hatten Grund zu trauern und dadurch wurde in ihnen die Erinnerung an ihre Pflicht wach! Manchmal erleben wir den Reflex, dass Mitglieder der Kirche, wenn sie in Bedrängnis geraten, am Evangelium Abstriche machen. Das ist etwa so, als würde ich, wenn ich krank werde, die Medizin absetzen.
Aber die Nephiten erinnerten sich an ihre Pflicht! Sie begannen, die Kirche noch vollständiger aufzurichten.
In Alma 4 wird geschildert, dass viele Menschen – 3500 – zur Kirche kamen. Die Menschen damals waren leider nicht beständig, 2 – 3 Jahre später gab es wieder Streit und Uneinigkeit.

Präsident Thomas Hengst gibt uns Anregungen und Aufgaben, die uns helfen, die Kirche weiter aufzurichten und beständig zu sein:

  • Er sagt, dass die Pfahlpräsidentschaft bewegt ist, weil es im Pfahl zu viele Geschwister gibt, die keinen gültigen Tempelschein haben. Er vergleicht das mit einem Führerschein, der verloren gegangen oder abgegeben werden musste. Ohne Führerschein – das ist schrecklich. Der Tempelschein ist der Führerschein im Evangelium! 20 – 25 % der Geschwister, die das Endowmentempfangen haben, haben derzeit keinen gültigen Tempelschein!
  • Beim Studium der Heiligen Schriften sind Beständigkeit und Achtsamkeit erforderlich. Präsident Hengst fordert uns auf, nicht nur zu lesen, sondern aus den Schriften zielstrebig etwas mitzunehmen: „Machen Sie sich Notizen von dem Studierten!“ Dann werden wir die dauerhafte Wirkung dessen verspüren, was wir studieren. Er spricht das „Regenschirmprinzip“ an. Wir spannen den Schirm des Schutzes auf, bevor die Flut des Schmutzes auf uns herabregnet!
  • „Lassen Sei uns mehr aus den Abendmahlsversammlungen mitnehmen!“ fordert uns Präsident Thomas Hengst auf. In der Abendmahlsversammlung erhalten wir das lebendige Wasser des Lebens aus Krügen. Manchmal bringen wir zur Abendmahlsversammlung eine leere Tasse mit uns halten die Hand darüber: „Du erzählst mir nichts! Du sagst mir nicht, wie ich zu leben habe oder wie ich dieses Gebot befolgen soll! Die Kirche redet mir nicht rein in mein Leben!“ Präsident Hengst fordert uns auf: „Geschwister, lassen Sie uns mit offenen Gefäßen kommen, um aus der Abendmahlsversammlung das mitzunehmen, was uns Kraft gibt für die kommende Woche!“ Es wäre so schön, wenn wir alle mit dem Wunsch in die Kirche kommen würden, erbaut zu werden – nicht um etwas zu erledigen – um unseren Himmlischen Vater zu verehren – nicht, um „geschäftig“ zu sein. Der Sprecher sagt: „Ich glaube, dass es für viele Menschen, die zu uns kommen, sehr schön wäre, wenn wir diese Ehrfurcht und diesen aufrichtigen Wunsch in unserem Herzen, gestärkt zu werden, über das Bedürfnis, geschäftig zu sein, stellen würden.“
  • „Sorgen wir für Harmonie und Liebe in unserer Familie und unserer Ehe!“ Beide sind ständigen Attacken durch die Welt ausgesetzt. Unser Ziel muss sein, keine Verwerfungen zuzulassen! In manche Ehen zieht der Zeitgeist der Unverbindlichkeit, der Austauschbarkeit, der Ignoranz vor den Folgen der Übertretungen, ein. Der Pfahlpräsident macht sich auch Sorgen um Ehen, in denen die Partner zwar zusammenleben, aber nicht glücklich sind. Das Evangelium kann uns helfen, dass unsere Ehen, unsere Familien glücklich sind. Er spricht von einem Artikel über ein altes Ehepaar, das 65 Jahre verheiratet war. Der Reporter fragte sie, wie sie das geschafft hätten. Und die Frau antwortete: „Wir wurden zu einer Zeit geboren, in der man etwas repariert hat, wenn es kaputtgegangen ist, anstatt es wegzuwerfen.“, und bittet inständig: „Arbeiten Sie in Ihren Familien und Ehen an den Problemen, werfen Sie nicht die Familie oder die Ehe weg, werfen wir nicht die Flinte ins Korn!“

Wir können beständiger sein im Familiengebet, im Familienheimabend, wie wir Kirchenaktivitäten auswerten,     mit welchen Inhalten wir uns umgeben. In vielen Familien braucht es vielleicht auch etwas mehr Humor, manche Probleme lassen sich lösen, wenn man sie nicht zu ernst sieht.

Während des Abendmahls haben wir Gelegenheit, über das Sühnopfer nachzudenken, Dankbarkeit für Jesus Christus zu empfinden!
Präsident Thomas Hengst zitiert 2 Nephi 9:13: „O wie groß ist der Plan unseres Gottes! Denn anderseits muss das Paradies Gottes die Geister der Rechtschaffenen freigeben, und das Grab muss die Leiber der Rechtschaffenen freigeben; und Geist und Leib werden wiederhergestellt, und alle Menschen werden unverweslich und unsterblich, und sie sind lebendige Seelen, und sie haben vollkommene Kenntnis gleichwie wir im Fleische, außer dass unsere Kenntnis vollkommen sein wird.“
Der Erlösungsplan ist Maßstab für alles, alles lässt sich dagegen abwägen. Und der Erlösungsplan zählt über dieses Leben hinaus in alle EwigkeitDer Erlösungsplan und die Umkehr sind wie eineiige Zwillinge! Das Evangelium fordert uns auf, ständig Umkehr zu üben. Der liebende Vater legt dabei den Arm um uns.

  • Das Gebet

Präsident Thomas Hengst zitiert aus der Ansprache

„Betet immer“ von Apostel David A. Bednar

https://www.lds.org/general-conference/2008/10/pray-always?lang=deu

„Die Muster, an die sich Gott bei der Erschaffung der Erde hielt, zeigen uns anschaulich, wie wir das Gebet mit Sinn erfüllen können. Im dritten Kapitel des Buches Mose erfahren wir, dass alles zuerst geistig erschaffen wurde, ehe es natürlich auf der Erde war.
„Und nun siehe, ich sage dir: Dies sind die Generationen des Himmels und der Erde, als sie erschaffen wurden an dem Tag, da ich, der Herr, Gott, den  Himmel und die Erde machte, und jede Pflanze des Feldes, bevor sie auf Erden war, und jedes Kraut des Feldes, bevor es wuchs. Denn ich, der Herr,  Gott, erschuf alles, wovon ich gesprochen habe, geistig, ehe es natürlich auf dem Antlitz der Erde war.“ (Mose 3:4,5.)

Aus diesen Versen erfahren wir, dass die geistige Schöpfung der natürlichen Schöpfung vorausging. In ähnlicher Weise ist ein sinnerfülltes Morgengebet  ein wichtiger Bestandteil der geistigen Schöpfung eines jeden Tages, die der zeitlichen Schöpfung oder der tatsächlichen Durchführung des Tages  vorausgeht.“

Präsident Thomas Hengst sagt dazu: „Daran habe ich noch nicht gedacht, dass ein Morgengebet ein Teil meiner geistigen Schöpfung für den vor mir liegenden Tag sein kann. Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke, dass wir unseren Tag im Gespräch mit dem Himmlischen Vater beraten und geistig erschaffen können? Und dann begleitet uns dieses Gebet durch den Tag, während wir das in die Tat umzusetzen versuchen, was wir am Morgen mit dem Himmlischen Vater gemeinsam geistig erschaffen haben. Und wie das zusammenpasst  mit dem, wie der Himmlische Vater vorgegangen ist, bei allem, was er tut! Wie erstrebenswert ist das, zu tun!“

Er zitiert weiter: „So wie die zeitliche Schöpfung mit der geistigen Schöpfung verbunden und deren Fortsetzung war, so sind sinnerfüllte Morgen- und Abendgebete miteinander verbunden, das eine ist die  Fortsetzung des anderen. …
… Solch ein Gebet ist ein wesentlicher Bestandteil unserer geistigen Vorbereitung auf den Tag. …
Morgen- und Abendgebete – und alle Gebete dazwischen – sind keine unzusammenhängenden, einzelnen Ereignisse; vielmehr sind sie  jeden Tag – und über Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre hinweg – miteinander verbunden. Das ist ein Teil dessen, wie wir die Aufforderung aus den heiligen Schriften erfüllen, immer zu beten…“ und fragt: „Beten wir immer so?

Wenn wir das tun, müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Dann wird die Dankbarkeit gegenüber dem Himmlischen Vater zunehmen! Der Fokus unseres Denkens und Handeln wird sich dann auf  unseren Nächsten richten. Unser Beispiel ist Jesus Christus.

In 3 Nephi 17:15-18 lesen wir: „Und als er diese Worte gesprochen hatte, kniete auch er auf dem Boden nieder; und siehe, er betete zum Vater, und das, was er betete, kann nicht niedergeschrieben werden, und die Menge, die ihn hörte, gab Zeugnis. Und auf diese Weise geben sie Zeugnis: So Großes und Wunderbares, wie wir es Jesus reden gesehen und auch gehört haben, das kann keine Zunge aussprechen, auch kann kein Mensch es niederschreiben, und das Menschenherz kann es nicht erfassen; und niemand kann die Freude ermessen, die unsere Seele erfüllt hat zu der Zeit, da wir ihn für uns zum Vater beten gehört haben. Und es begab sich: Als Jesus mit seinem Gebet zum Vater zu Ende gekommen war, stand er auf; so groß aber war die Freude der Menge, dass sie überwältigt war.“

SO würde Jesus Christus auch für UNS beten!

Präsident Hengst wäre glücklich, wenn wir auch nur ansatzweise SO für einen unserer Nächsten beten würde.

Der Pfahlpräsident fordert uns auf: „Lassen Sie uns im Herzen den Wunsch entwickeln, das Herz eines Menschen zu berühren, den Arm um einen anderen zu legen zu können, dem wir geholfen haben, zu Christus zu kommen!“ und gibt uns abschließend sein Zeugnis.