Archiv der Kategorie: Kirchengeschichte

Freiberg Tempel – Einladung zum offenen Haus

Nach umfangreichen Erweiterungs- und Rekonstruktionsarbeiten wird der Freiberg Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage am 4. September 2016 wieder geweiht. Vor der Weihung wird der Tempel vom 12. bis 27. August für die Öffentlichkeit zur Besichtigung geöffnet.

Ich möchte alle Leser herzlich einladen, diese Gelegenheit wahrzunehmen und auch die Einladung zu teilen.

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Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste offene Haus des Tempels im Juni 1985. Fast 90.000 Menschen besuchten in zwei Wochen das Gebäude und informierten sich über den Sinn und Zweck von heiligen Tempeln. Dieses historische Foto von damals zeigt einen normalen Tag, an dem die Besucher zum Teil stundenlang ausharrten. Ich hatte die Gelegenheit zu den vielen Helfern zu gehören, die dafür gesorgt haben, dass alles reibungslos verlief. Wir haben hunderte Fragen beantwortetet und als 21-jähriger habe ich unzählige Dinge gelernt, die mir später von großem Nutzen waren.
Wenige Wochen nach der Eröffnung des Freiberg Tempels, schlossen meine Frau Esther und ich am 17. August 1985 unser Ehebündnis für Zeit und Ewigkeit. Dies ist nur in einem Tempel möglich.

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Die beiden folgenden Fotos habe ich dieses Jahr während der Bauphase gemacht, als ich beruflich in Freiberg zu tun hatte.

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Unter dem folgenden Link kann man sich über Tempel informieren und sehen, wo es in der Welt überall Tempel gibt – die nicht zu verwechseln sind, mit normalen Gemeindehäusern, da sie sich in Funktion und Zweck grundlegend unterscheiden.

https://www.lds.org/church/temples?lang=deu

Ich möchte noch einige persönliche Dinge anfügen, weshalb es mir wichtig ist, einer Kirche anzugehören, in der es möglich ist, in einem Tempel Gottes zu dienen.

  • Die Tempelverordnungen haben ultimative Relevanz für jeden Menschen, wenn es tatsächlich neben diesem Leben, ein vorirdisches Dasein gegeben hat und ein Leben nach dem Tod geben wird. Ebenso – wenn wir buchstäblich Kinder Gottes sind, die aus seiner Gegenwart auf die Erde gekommen sind und nach dem Tod wieder zu ihm zurückkehren werden, um Rechenschaft über unser Leben abzulegen und in Seine Ruhe einzugehen. Von diesen Dingen bin ich fest überzeugt.
  • In unseren Tempeln tun wir etwas, das allgemeinen Trends in der Welt diametral entgegensteht: Wir verbinden Menschen, Familien über Generationen hinweg miteinander – über dieses Leben hinaus, anstatt sie zu trennen. Wir schließen Bündnisse und ja, gehen damit Verpflichtungen ein und nehmen Verantwortung auf uns. Damit treten wir Unverbindlichkeit und Verantwortungslosigkeit entgegen.
  • Tempel sind Orte der Besinnung, geistiger Erfahrungen und Offenbarung. Ich habe viele dieser Erfahrungen dort gemacht, die ich nirgendwo anders hätte machen können.
  • Tempel sind ebenfalls Orte des Lernens, der Erkenntnis und des Verstehens, besonders was den Umgang Gottes mit den Menschen betrifft. Besonders aber sind es Orte des selbstlosen Dienens, wodurch die Gelegenheit haben, emotionale Bindungen über Generationen hinweg aufzubauen und Nächstenliebe zu entwickeln.
  • Um in den Tempel gehen zu können, müssen Voraussetzungen erfüllt werden und es erfordert moralische Würdigkeit. Die Segnungen des Tempels sind etwas, das man sich erarbeiten muss. Ich finde dieses Prinzip gut und richtig und bin davon überzeugt, dass es in allen Bereichen des Lebens wichtig ist. Ich finde aber auch das göttliche Prinzip gut und richtig, dass durch das Sühnopfer Christi uns alles das dazu gegeben wird, das wir trotz eigener Anstrengung nicht schaffen können. Beide Prinzipien gehen Hand in Hand und beseitigen die Missverständnisse, die es zum Thema Glaube und Werke, Gnade und Gerechtigkeit gibt.
  • Intelligente Menschen achten die Heiligkeit des Tempels – auch wenn sie den Sinn nicht verstehen oder damit nicht übereinstimmen. Es gibt leider Menschen, die zu Achtung und Respekt gegenüber Orten der Gottesverehrung nicht fähig sind. Sie disqualifizieren sich in Bezug persönliche Integrität selbst. Ich finde das sehr bedauerlich und es tut mir für diejenigen leid, die heilige Dinge in den Schmutz ziehen.
  • Tempel dienen der Familie. Unsere Kinder sind innerhalb unseres Tempelbündnisses geboren und sie haben selbst diese Bündnisse für ihre Ehen geschlossen. Natürlich liegt es an uns, diese Bündnissen zu achten, ihnen treu zu bleiben und alles dafür zu tun, dass wir als Familie glücklich sein können. Ich bin unendlich dankbar für meine Familie, meine liebe Frau, unsere Kinder, Schwiegerkinder und Enkel.

    Wir gehören zusammen.

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Mormon Tabernacle Choir in Berlin

Nach 25 Jahren hatten Esther und ich am Mittwoch wieder die Gelegenheit, den Tabernacle Chor in Deutschland zu erleben. Ich kann mich noch gut an das Konzert im Kulturpalast in Dresden 1991 erinnern. Es war ein unvergessliches Erlebnis.
Und so war es auch diesmal in der berühmten Berliner Philharmonie – ein großartiges Konzert. Die Auswahl und die Breite des Repertoires, die Akustik, die Qualität der Musik und ihre geistige Botschaft und nicht zuletzt die gesamte Atmosphäre im Saal – es war einfach toll und sehr bewegend. Die Fahrt nach Berlin mit Noemi und Dennis hat sich wirklich gelohnt. Balsam für die Seele.
Ich wünsche allen Konzertbesuchern in Nürnberg, Frankfurt, Wien, Zürich, Brüssel und Rotterdam eine wundervolle Zeit.

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Mormon Tabernacle Choir und Orchestra at Temple Square in der Berliner Philharmonie am 29.Juni 2016

Ein paar mehr Hintergrundinformationen gibt es in dieser Pressemitteilung:
http://www.presse-mormonen.de/artikel/mormon-tabernacle-choir-berlin-2016

 Link zum Beitrag von Klassikradio Berlin:

http://www.klassikradio.de/aktuelles/der-mormon-tabernacle-choir-in-berlin

 

12. Juni 2016

Heute war ein besonderer und historischer Tag in der Geschichte der Kirche in Sachsen. In einem Sondergottesdienst wurden die Gemeinden Chemnitz und Hohenstein-Ernstthal reorganisiert.

Aus dem Zweig Hohenstein-Ernstthal wurde die Gemeinde Hohenstein-Ernstthal und ich hatte das Vorrecht, Danny Wagner als Bischof zu ordinieren und zu berufen.
Das Gemeindehaus in Chemnitz war mit mehr als 200 Mitgliedern und Besuchern voll besetzt.

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Der Gottesdienst war für mich eine sehr emotionale Zeit. Ich musste an viele Dinge denken. 1911 sind die ersten Mitglieder der Kirche aus Chemnitz nach Hohenstein-Ernstthal gekommen und haben missioniert. Wenige Jahre später wurde ein Zweig der Kirche gegründet. Die Mitglieder in beiden Städten waren immer eng miteinander verbunden.

Ich musste an hervorragende Menschen in Chemnitz denken, die mich geprägt haben: Henry Burkhardt und Gottfried Richter (siehe meinen Post vom 22.4.2016: https://thomashengst.com/2016/04/22/dank/) oder auch meine Seminar- und Institutslehrer als ich ein Teenager war – Detlef Sellner, Rudolf Renkewitz, Karl Kleinert und Roland Jentzsch. Einige von ihnen leben nicht mehr, aber vergessen werde ich sie nie.

Ich musste an Kurt Meyer denken, der ein Freund meines Vater war und mich nach meiner Taufe 1972 konfirmiert hat. Viele seiner Nachkommen gehören jetzt zu meiner Gemeinde, was mich sehr freut.

Das Segnen und Austeilen des Abendmahls hat mich heute ebenfalls besonders berührt. Es hat einige Zeit gedauert, über 200 Menschen am Abendmahl teilhaben zu lassen. Es war eine besondere Zeit, während der ich an die Begebenheit, die im Buch Mormon, im 3. Nephi Kapitel 11 geschildert wird, erinnert wurde. Als Jesus den Nephiten nach seiner Auferstehung erschien und die versammelte Menge einlud vorzutreten und seine Nägelmale zu berühren und zu wissen, dass Er wirklich das Sühnopfer vollbracht hat, in dessen  Gedenken wir jede Woche vom Abendmahl nehmen.

Ich musste auch an die Speisung der 5000 denken, die im Neuen Testament in Matthäus Kapitel 14 beschrieben wird. Jesus, der gerade von der Ermordung seines treuen Freundes und Wegbereiters Johannes dem Täufer erfahren hatte, wollte in seiner Trauer allein sein. Aber eine große Menge folgte ihm. Er hatte Mitgefühl für sie und heilte ihre Kranken und vollbrachte schließlich das Wunder der Speisung.

Wie lange mag es gedauert haben und was mögen die Menschen gefühlt haben, als sie darauf warteten, Jesus zu berühren oder dieses Wunder zu erleben? Daran zu denken, hat mich dankbarer für Jesus Christus gemacht.

Der neue Bischof Danny Wagner hat sich Knut Meyer und Gino Vogel als Ratgeber gewählt. Ich wünsche der neuen Bischofschaft Gottes Segen. Beiden Gemeinden wünsche ich eine gute und harmonische Zusammenarbeit im nun gemeinsam genutzten Kirchengebäude in Chemnitz, Stelzendorfer Straße 25. Es gibt viele großartige neue Möglichkeiten.

Ab Sonntag, den 19.6.2016 beginnt der Abendmahlsgottesdienst der Gemeinde Hohenstein-Ernstthal um 9:00. Die Gemeinde Chemnitz beginnt ihre Versammlungen um 11:00.

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Die Gemeinden Hohenstein-Ernstthal und Chemnitz

Am kommenden Sonntag, den 12.6.2016 werden Präsident Menzel vom Pfahl Dresden und ich über die Grenzen der Pfähle Dresden und Leipzig hinweg zwei Gemeinden reorganisieren.

Ein Teil der Gemeinde Chemnitz wird mit dem Zweig Hohenstein-Ernstthal zusammen geführt und der Zweig in eine Bischofsgemeinde umgewandelt. Beide Gemeinden werden fortan gemeinsam das Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Chemnitz, Stelzendorfer Straße 25 nutzen. Die Gemeinde Chemnitz verbleibt im Pfahl Dresden, die Gemeinde Hohenstein-Ernstthal im Pfahl Leipzig.

Beide Gemeinden haben eine lange Geschichte (Chemnitz fast 120 Jahre, Hohenstein-Ernstthal über 100 Jahre) und waren in der Vergangenheit oft eng miteinander verbunden.

Am kommenden Sonntag, den 12.6.2016 findet um 9:30 in Chemnitz ein Sondergottesdienst für beide Gemeinden statt, bei dem die Veränderungen vollzogen werden. 

Herzlich willkommen.

Hier einige Fotos vom Gemeindehaus in Chemnitz, einem der ersten Kirchengebäude, die noch während der DDR-Zeit errichtet werden durften.

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Blick von oben und ein besonderes Datum

Letzte Woche, auf dem Weg von Dresden nach Zürich, habe ich dieses Foto meiner Heimatstadt Hohenstein-Ernstthal gemacht. Eigentlich sieht man Chemnitz viel besser, also deshalb der rote Pfeil. Hier und in der näheren Umgebung haben meine Vorfahren seit Hunderten von Jahren gelebt.

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Da heute der 5. Mai ist, erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an meine Großmutter Klara Lina Böhme, geborene Vogel, deren Geburtstag sich heute zum 126. Mal jährt. Sie wurde 1890 in Ernstthal geboren. Hohenstein und Ernstthal vereinigten sich erst 8 Jahre später zu einer Stadt.
Leider habe ich keine aktive Erinnerung an sie, denn ich war noch keine 3 Jahre alt, als sie Anfang 1967 starb.
Sie war eine einfache Frau, die von vielen Krankheiten geplagt wurde und mit ihrer Familie nach heutigen Maßstäben in ärmlichen Verhältnissen lebte. Sie hat aber unserer Familie etwas von unschätzbarem Wert hinterlassen, das nicht mit materiellen Werten aufgewogen werden kann.
Durch sie ist das Evangelium Jesu Christi in unsere Familie gekommen, in dem sie den Worten der Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Glauben schenkte und sich am 9. Juni 1925, hochschwanger mit meiner Mutter, taufen ließ.
Wenig später schlossen sich noch mehr Mitglieder ihrer Familie der Kirche an.

Aus dem einfachen Zeugnis meiner Großmutter ist etwas Großartiges gewachsen – in dieser kleinen Stadt mit dem roten Pfeil und mittlerweile an vielen anderen Orten. Aus einer gläubigen Frau sind Viele geworden.

Report von der Frühjahrs-Pfahlkonferenz Leipzig

Anlässlich der Frühjahrs-Pfahlkonferenz am 26.4.2015 wurde der Distrikt Erfurt mit dem Pfahl Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vereinigt. Es war eine denkwürdige Konferenz.

Unser Pfahlsekretär hat wieder auf bewährte Art und Weise einen Report erstellt, der unter www.pfahl-leipzig.de aus dem Ordner „Berichte von der Pfahlkonferenz“ heruntergeladen werden kann.

Hier ist ein direkter Link;

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Fund

Wir sind diese Woche umgezogen. Das ist jedes Mal, abgesehen vom normalen Chaos, ein interessantes Erlebnis, denn man findet immer einige Dinge wieder, die verschollen oder vergessen waren. So auch diesmal.
Auf irgendeinem Schrank lag ein Stapel alter Zeichnungen aus meiner Grafikzeit vor 30 Jahren. Darunter habe ich diese Skizze gefunden, die ich 1984 als Entwurf für einen Linolschnitt gemacht habe. Es ist die Einladung für die Jugendtagung unserer Kirche in Dresden im Sommer 1984.

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Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mit einer uralten Handwringmaschine mehr als 120 Drucke angefertigt habe.  Das war reine Handarbeit, hat aber viel Spaß gemacht. Jeder Teilnehmer hat also damals einen originalen Linolschnittdruck erhalten 😉

Leider kann ich die Druckvorlage nicht mehr finden, auch keinen Druck. Es wäre deshalb interessant, ob irgendjemand diese Einladung noch im Fundus aufbewahrt hat. Über ein Foto würde ich mich sehr freuen. 😀

 

Martin´s Cove

eine gute Freundin unserer Familie hat mir diese Woche den Link zu diesem Videoclip geschickt.

Die Geschichte der Mormonpioniere beschäftigt und beeindruckt mich sehr. Vor einigen Jahren waren wir in Martin´s Cove in Wyoming, einer Schlucht, in der sich 1856 eine große Tragödie ereignet hat, als die Mitglieder einer Handkarrenkompanie vom früh einbrechenden Winterstürmen gestoppt wurden. Viele kamen aufgrund von Kälte, Hunger und Entbehrung ums Leben. Bevor wir dort waren, hatte ich das Buch „The Price We Paid“ von Andrew D. Olson gelesen, das die Geschichte der Martin und Willie Handkarrenkompanien auf eindrucksvolle Weise nachzeichnet. Der Besuch in Martin´s Cove war dadurch für mich umso bewegender. Es ist eine heilige Stätte.

Leider gibt es nicht viel ausführliches Material in deutscher Sprache. In der Broschüre unsere Geschichte gibt es ein Kapitel:
http://www.lds.org/manual/our-heritage-a-brief-history-of-the-church-of-jesus-christ-of-latter-day-saints/chapter-six-faith-in-every-footstep?lang=deu

Im folgenden Link, http://history.lds.org/place/pioneer-story-martins-cove?lang=eng, wird Ephraim Hanks erwähnt. Letztes Jahr habe ich in Salt Lake City die DVD „Ephraims Rescue“ gekauft, in der Bruder Hanks porträtiert wird, unter anderem auch seine Rolle bei der Rettung dieser Handkarrenkompanien. Da ich viele Einzelheiten schon kannte, hat auch dieser Film mich stark bewegt.
Trailer „Ephraim´s Rescue“

Genauso wie vorher der Film „17 Miracles“
Trailer „17 Miracles“

Abschließend möchte ich noch ein paar Fotos anhängen, die ich in Martin´s Cove gemacht habe. Irgendwann werde ich etwas mehr darüber schreiben.

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The Story of the Dutch Potato Project

That We Might Be One – The Story of the Dutch Potato Project

Damit wir eins seien – Die Geschichte des niederländischen Kartoffelprojektes

http://history.lds.org/article/dutch-potatoes-video?lang=eng

Ein sehr bewegendes Video, vor allem wenn man, wie ich, Personen, die darin zu Wort kommen, persönlich kennt und der eigenen Familie vor 65 Jahren ebenfalls diese Hilfe zuteil wurde.
Danke meinem Freund Henry für die Info.

A very moving video. I know people who were interviewed, and my family belonged to the beneficiaries of this project 65 years ago.
Thanks to my friend Henry for sharing this with me.