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Noch was zu Demografie und Familie

Mein letzter Post zum demografischen Wandel ist offensichtlich auf umfangreiches Interesse gestoßen. Mich hat das Thema auch weiter beschäftigt. Letzte Woche bin ich mit einer koreanischen Airline von Istanbul über Seoul-Incheon nach Taipei geflogen und habe dabei in einer koreanischen Zeitung (Korea Joongang Daily – ein Ableger der International New York Times) einen Artikel mit der Überschrift „Discouraging marriage“ (Für die Ehe nicht ermutigend) gefunden. Er beschäftigt sich damit, wie sich die Rahmenbedingungen aus einem Mix aus Berufsumfeld, finanziellen Zwängen und Traditionen für junge Leute, die Familien gründen wollen, in China und Korea als sehr schwierig gestalten. Ich sehe das bei meinen Dienstreisen in China bei den jungen Leuten, die ich dort treffe.

Am Schluss des Artikels schreibt der Autor sinngemäß übersetzt in etwa folgendes:
„In Korea ist die junge Generation dazu gezwungen, drei Dinge im Leben aufzugeben: eine Beziehung zu haben, zu heiraten und Kinder zu haben. Er kann nicht sagen, ob nun China oder Korea das größere Problem hat, aber beide Gesellschaften unterstützen offensichtlich die Ehe nicht. Eine Nation, die nicht dazu ermutigt, eine Gemeinschaft von Familien zu formen, liegt ernstlich falsch. Denken Sie an ein Land, in dem es eine Minderheit von verheirateten Gewinnern und eine Mehrheit von alleinstehenden Verlierern gibt. Es wäre desaströs.“
(siehe englischsprachiges Original)

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Man kann es auch noch etwas krasser ausdrücken: Jegliche Organisation, Regierung, Religion oder auch Ersatzreligion, die die Rolle der Familie nicht versteht, ihre Perspektiven und Bedeutung nicht erklären kann und nichts dafür tut, sie zu fördern oder wiederherzustellen, ist unfähig oder unqualifiziert, zur Sicherheit und langfristigen, nachhaltigen Entwicklung einer Gesellschaft beizutragen.

Als Mormonen nehmen wir für uns in Anspruch, zu denen zu gehören, die die Bedeutung der Familie und ihre ewigen Perspektiven genau kennen. Wir haben Zugang zu allen dafür notwendigen Lehren, Prinzipien und Anwendungen. Die Aussage oben trifft aber genauso für uns zu, wenn wir das, was wir wissen, nicht ernst nehmen oder nicht in dem Maße umsetzen, wie wir es eigentlich könnten.
Auf der anderen Seite, braucht jeder von uns regelmäßig Zuspruch und Motivation. Eine glückliche Familie ist ja kein Selbstläufer und auch kein kurzfristiges Unterfangen. Sie ist eigentlich ständig Herausforderungen ausgesetzt. Manchmal ist es wirklich so, dass nach einem gelösten Problem, schon wieder das nächste wartet oder – noch schlimmer – gleichzeitig. Ich glaube, da bleibt niemand verschont.
Die Motivation und Hilfe, die wir gebraucht haben und brauchen, ziehen wir sehr stark aus unserer Arbeit in der Kirche. Wenn man konsequent und ausdauernd gute Ratschläge befolgt, kann man mit den Herausforderungen viel besser umgehen und man wird erhoffte Ergebnisse sehen, die wir als Segnungen bezeichnen. Manches dauert seine Zeit, vielleicht ein ganzes Leben lang, aber das ist kein Grund, die Familie in Frage zu stellen.

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(Familientreffen Juni 2014)

Sisters und Elders – Part 02

Gestern habe ich Elder Marvin Vogel, der zwei Jahre großartig in der London England Mission gedient, als Missionar entlassen. Es war toll, Marvin wiederzusehen und mit ihm über seine Mission zu sprechen – er in akzentfreiem Englisch. Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht. 🙂 Amazing development. Ich freue mich schon auf seinen Bericht. 20140625_194042

Sisters und Elders – Part 01

Ich bin heute von einer Dienstreise aus Taiwan zurückgekommen und sofort nach der Landung in Dresden nach Leipzig gefahren, um eine schöne Aufgabe zu erledigen.
Sister Elisabeth Schmidt, die für 18 Monate in der Leeds England Mission unserer Kirche gedient hat, hat ihre Mission ehrenhaft beendet und ist wieder nach Hause zurückgekehrt.
Es ist meine Aufgabe als Pfahlpräsident, Missionare in ihre Berufung einzusetzen und nach ihrer Rückkehr wieder zu entlassen. Es sind jedes Mal besondere Erlebnisse, die mich sehr bewegen.
Auch heute war es so.  Ich kann mich sehr gut an meine Gespräche mit Sister Schmidt vor ihrer Mission und den Segen, den ich ihr bei ihrer Einsetzung gegeben habe, erinnern. Heute habe ich eine selbstbewusste junge Frau wieder gesehen, die begeistert von ihrer Mission und den Menschen, die sie in England kennengelernt und mit den sie gearbeitet hat, erzählte; die in ihrer geistigen Reife gewachsen ist und eine große Liebe für das Land und die Menschen dort entwickelt hat. Ich dachte, wie gut würden solche Erfahrungen vielen jungen Menschen tun. Einfach mal 1-2 Jahre den Fokus von sich selbst wegnehmen und einer guten Sache dienen und dabei automatisch zu wachsen, wie man es eigentlich nicht kann, wenn man hauptsächlich auf sich selbst fixiert ist.

Ich musste an eine Ansprache von Elder Bednar vom Rat der Zwölf denken, die ich diese Woche gelesen habe:

„… Es genügt auch nicht, dass wir vom Evangelium überzeugt sind, sondern wir müssen so handeln und denken, dass wir uns bekehren. Im Gegensatz zu den weltlichen Institutionen, die uns lehren, etwas zu wissen, fordert uns das Evangelium Jesu Christi dazu auf, etwas zu werden. …
Es genügt nicht, alles nur pro forma zu tun. Die Gebote, Verordnungen und Bündnisse des Evangeliums sind keine Liste von Beträgen, die in irgendein himmlisches Konto eingezahlt werden müssen. Das Evangelium Jesu Christi ist ein Plan, der uns zeigt, wie wir das werden können, was der himmlische Vater für uns vorgesehen hat. …“
(David A. Bednar, „Ein Missionar werden“, Generalkonferenz Oktober 2010)

Hier ist der Link zu dieser Ansprache:
https://www.lds.org/general-conference/2005/10/becoming-a-missionary?lang=deu

Sister Schmidt blieb nach ihrer Rückkehr aus England noch knapp zwei Tage länger Vollzeitmissionarin, um zu warten, bis meine Dienstreise beendet ist und ich sie persönlich entlassen konnte.
Vielen Dank, liebe Elisabeth, für deine Geduld. Alles Gute für deine Zukunft. Du hättest dich nicht besser darauf vorbereiten können.

Demografischer Wandel

Einer unserer Söhne kam vor einigen Wochen von der Uni nach Hause und erzählte mir, dass er an dem Tag an einer Vorlesung über den demografischen Wandel teilgenommen hatte.
Die Vorlesung bestand aus der üblichen Bestandsaufnahme mit Zahlen und Fakten und den absehbaren gesellschaftlichen Folgen. Allerdings, so berichtete unser Sohn, hatten weder Dozentin noch Kommilitonen brauchbare Ideen, wie dieses Dilemma überwunden werden kann.
Damit sind sie leider nicht allein. Unsere moderne Gesellschaft möchte auf eine Art und Weise leben, die einer Lösung dieses Problems diametral entgegensteht. Das wird nicht funktionieren. Der sogenannte demografische Wandel ist eine der Folgen, die aus der Lebensweise großer Teile der Gesellschaft zwangsläufig entstehen und ohne grundlegende Veränderungen in den Einstellungen der Menschen nicht abgestellt werden können.
Es gibt keine Lösung des Problems, das ausschließlich durch Subventionen und Regularien von Regierungen, Veränderungen der Arbeitswelt und eine weitere Vergesellschaftung der Kindererziehung bewirkt werden kann. Eine ganze Reihe sinnvoller Maßnahmen würden sicherlich helfen, aber das wird im großen Maßstab nicht reichen. Ohne die Rückbesinnung auf den Wert der Familie und die damit verbundenen Verpflichtungen, entstehen keine Bedingungen, die einer nachhaltigen Lösung dieses Problems förderlich sind.
Es ist schon tragisch, dass man sich heute schon fast für eine intakte, traditionelle Familie rechtfertigen muss, nach dem Motto: „Seid ihr eigentlich noch zeitgemäß?“ Was für ein Unsinn.
Ich habe einfach mal die Übung gemacht und einige Punkte betrachtet, die ich in meiner Kirche und in der Familie, in der ich aufgewachsen bin, gelernt habe. Die Punkte gehören in die öffentliche Diskussion, auch wenn einige davon unliebsam und unbequem sind. Bequemlichkeit oder der Weg des geringsten Widerstandes haben aber noch nie eine Gesellschaft voran gebracht.
Hier einige der Punkte in ungeordneter Reihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Ich musste als Kind nie Angst davor haben, dass meine Eltern sich trennen würden. Sie hatten ihre Probleme aber sie sind damit umgegangen und haben zusammen daran gearbeitet, sie zu lösen. Ich habe bei meinen Eltern keinen Egoismus zu Lasten des anderen Ehepartners erlebt.
Sie haben ihre Ehe ernst genommen und keine fadenscheinigen Begründungen oder Rechtfertigungen gesucht.
In Kirche und Familie habe ich gelernt, wie wichtig es ist, Verpflichtungen einzugehen und sich daran zu halten. Ja, Verpflichtungen sind manchmal unbequem aber sie schaffen Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit. Unverbindlichkeit und der Unwille, Verpflichtungen einzugehen und diese zu beständig zu halten, sind Hauptursachen unserer gesellschaftlichen Probleme.
Das Evangelium Jesu Christi lehrt genauso klar über die Verpflichtung zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Das heißt nicht, dass man deren Ideen oder Lebensentwürfe für richtig befinden und seine eigenen Ideale kompromittieren muss. Es lehrt aber klar, was Nächstenliebe bedeutet. Es gibt trotzdem noch richtig und falsch, nachhaltig und unnachhaltig – und das besonders auch in Bezug auf die Rolle der Familie.
Ich habe zu Hause und in der Kirche gelernt, Kinder zu lieben, meine Geschwister zu lieben und daraus hat sich der Wunsch entwickelt, eine Familie mit mehreren Kindern zu haben.
In der Kirche habe ich grundlegende Dinge darüber gelernt, wie man erfolgreich eine Familie aufbaut, z.B. die Rolle des Familiengebetes, der Familienheimabend, die Bedeutung von Bildung und Erziehung, die Überwindung von Egoismus, Verzicht zu Gunsten der Familie, Werte und Moral, Liebe in der Familie.
Das gleiche gilt für die Rolle von Vater und Mutter. Die Verantwortung, die damit verbunden ist, erstreckt sich viel weiter, als viele von uns denken. Wir sind ultimativ rechenschaftspflichtig vor Gott, wie wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Kindern gerecht geworden sind. Wir sind nicht verantwortlich, für das was sie tun, wenn sie für sich selbst verantwortlich sind. Aber wir sind sehr wohl verantwortlich für alles, was wir ihnen vermitteln, vorleben, wie wir sie lieben, erziehen, was wir ihnen erlauben und verbieten und welchen Einflüssen wir sie aussetzen. Dieser Verantwortung können sich Eltern vor Gott nicht entziehen und sie kann auch nicht auf Lehrer oder Erzieher delegiert werden.
Meine Frau und ich haben in unserer Kirche gelernt, dass Bildung (geistige, emotionale und weltliche) essentiell für die Familie ist. Mutter und Vater zu sein sind wichtige Karriereschritte. Es ist für mich völlig unverständlich, weshalb besonders die Rolle der Mutter, wider besseres Wissen, als Karrierebremse stigmatisiert wird. Mutter sein ist eine Berufung, im Prinzip die wichtigste um sicherzustellen, dass eine Gesellschaft nicht verkommt.
In der Kirche habe ich gelernt, wie wichtig die Rolle des Vaters ist. Es ist eine der größten Tragödien unserer Zeit, dass viele Väter sich ihrer Verantwortung entziehen und dabei Notlagen für alleinerziehende Mütter schaffen, die wie eine Kettenreaktion weitere Probleme erzeugen, die nur schwer zu lösen sind und sich auch auf andere auswirken. Zu Hause habe ich einen Vater erlebt, der alles für seine Familie gegeben hat. In meiner kirchlichen Berufung erlebe ich oft, habe ich oft mit den Auswirkungen zerrütteter Familien auf die Beteiligten und die Umgebung zu tun. Oft erstrecken sich die Nebenwirkungen auch auf intakte Familien, weil negative Einflüsse zum Beispiel massiv die Erziehung von Kindern beeinflussen.
Sowohl wir als auch unsere Kinder haben in der Schule und auch durch die Medien so gut wie nichts darüber gelernt, wie man als Ehepaar und als Eltern erfolgreich sein kann. Die öffentliche Diskussion ist stattdessen voll von Beiträgen über alternative Konzepte, die sich dem Zeitgeist anpassen oder lediglich Nothelfer sind, aber deren Nachhaltigkeit stark zu bezweifeln ist. Die grundlegenden Dinge haben wir in Kirche und Familie gelernt.
Ich denke, beinahe jeder von uns macht im Lauf seines Lebens manchmal gravierende Fehler, die dazu führen könnten, dass Ehen und Familien kaputt gehen. Ohne ein solides Fundament passiert das leider auch schnell. Wohingegen eine feste Basis, sowohl in Bezug auf die Lehre als auch auf die Familienbeziehungen, in den meisten Fällen hilft, Schwierigkeiten zu lösen bevor sie zu richtigen Problemen werden, von falsch eingeschlagenen Wegen umzukehren und als Voraussetzung dafür die Fehler überhaupt zu bemerken. Aus eigener Erfahrung sowie den Erfahrungen zahlreicher Menschen, die ich sehr gut kenne, kann ich bestätigen, dass das so ist. In meiner Kirche habe ich gelernt, wie man von Fehlern oder Sünden umkehrt und wie man wirklich vergibt und Vergebung erlangt.
Wir sind als Familie für alle Mühen, Sorgen, Trauer, Verzicht, Zeit und Mittel derartig reich belohnt worden, dass sich für uns die Frage überhaupt nicht stellt, ob es richtig war, eine große Familie zu haben. Jetzt haben wir zusätzlich die Perspektive als Großeltern.
Es gibt natürlich auch viele Paare für die sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Für sie sowie auch für die, die allein oder alleinerziehend sind, sind die Gemeinden der Kirche eine Solidargemeinschaft, in der es Platz gibt für ihre Sorgen und Nöte. Es gibt Hilfsorganisationen innerhalb der Kirche deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass niemand sich ausgegrenzt oder benachteiligt fühlt. Der Anspruch ist hoch und hängt immer von den Menschen ab, die ihn umsetzen, aber in meiner kirchlichen Berufung sehe ich, dass sehr viel getan wird.
Vergangenes Wochenende hatten wir unser Familientreffen, bei dem alle Nachkommen meiner Eltern zusammengekommen sind, einschließlich der Schwiegerkinder und Schwiegerenkel. Wir waren über 60 Personen aus vier Generationen, die bereit sind einander zu unterstützen und beizustehen, wenn jemand Hilfe braucht. Meine Mutter ist fast 89 Jahre alt und konnte dabei sein. Sie hatte nie eine Karriere außer Ihrer Familie, aber ihr Lebenswerk lässt sich nicht in Aktienpaketen und einem glänzenden CV messen. Es ist viel, viel mehr wert.
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(Familientreffen 2014)
Am Schluss muss man noch eine weitere Dimension nennen. Das ist die wichtigste. Wir glauben daran, dass Familien ewig bestehen können, über dieses Leben hinaus. Daraus ergeben sich ganz andere Perspektiven, die jeder Mensch zumindest kennen sollte. Wir schließen dafür in heiligen Tempeln Bündnisse, die uns ständig daran erinnern, dass es ein großes Ganzes gibt, wofür sich jede Mühe lohnt. Wir nennen das den Plan der Erlösung, über den in weiteren Posts noch viel zu schreiben sein wird. Ich messe alles, was ich lese, beobachte und aufnehme an diesem Plan, dessen Urheber unser Vater im Himmel ist. Um es drastisch zu sagen, enorm vieles, das in unserer Zeitgeist zu vermitteln versucht, hält diesem Benchmarking in keinster Weise stand. Das Ziel dieses Planes ist, dass wir als seine Kinder, wahre Glückseligkeit erarbeiten können und zwar über dieses Leben hinaus. Wir gehen davon aus, dass Gott, im Gegensatz zu uns, eine 100%ige Erkenntnis darüber hat, was dazu notwendig ist und dass seine Gebote und Offenbarungen genau diesem Ziel dienen. Familien sind dabei ein elementarer Bestandteil.
Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Das Setup unserer modernen westlichen Gesellschaft stimmt in Bezug auf das angesprochene Problem nicht mehr. Wir sollten aufhören, Probleme zu beklagen, wenn wir nicht entschlossen sind, sie zu ändern und stattdessen damit beginnen, nicht nur die Symptome sondern die Ursachen zu adressieren, weil die Folgen unaufhaltsam sein werden. Die Rezepte dafür sind vorhanden (zum einem gewissen Teil auch in der säkularen Welt, wenn diese auch nicht die gesamte Perspektive erfassen kann) und es bedarf keines Doktortitels um sie zu verstehen. Sie sind aber nicht populär und auch nicht einfach umzusetzen, weil nicht nur Rahmenbedingungen geändert sondern auch die Herzen von Menschen nachhaltig berührt werden müssen, so dass sich ihre Wünsche ändern.
LDS Links für die Familie:
Die Familie – eine Proklamation an die Welt
Tips für Heim und Familie
Ratschläge für die Ehe

Fund

Wir sind diese Woche umgezogen. Das ist jedes Mal, abgesehen vom normalen Chaos, ein interessantes Erlebnis, denn man findet immer einige Dinge wieder, die verschollen oder vergessen waren. So auch diesmal.
Auf irgendeinem Schrank lag ein Stapel alter Zeichnungen aus meiner Grafikzeit vor 30 Jahren. Darunter habe ich diese Skizze gefunden, die ich 1984 als Entwurf für einen Linolschnitt gemacht habe. Es ist die Einladung für die Jugendtagung unserer Kirche in Dresden im Sommer 1984.

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Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mit einer uralten Handwringmaschine mehr als 120 Drucke angefertigt habe.  Das war reine Handarbeit, hat aber viel Spaß gemacht. Jeder Teilnehmer hat also damals einen originalen Linolschnittdruck erhalten 😉

Leider kann ich die Druckvorlage nicht mehr finden, auch keinen Druck. Es wäre deshalb interessant, ob irgendjemand diese Einladung noch im Fundus aufbewahrt hat. Über ein Foto würde ich mich sehr freuen. 😀

 

Matthäus 7

Ich habe schon vor einigen Wochen über dieses Thema geschrieben, aber es lässt mich nicht los, weil ich sehe, wie Menschen krank werden und leiden, die jahrelang ungelösten Konflikten ausgesetzt sind – egal wer oder was die vermeintliche Schuld daran tragen.

Im Vergleich zu vielen, mir bekannten anderen Organisationen, Einrichtungen, Arbeitsumfeldern und auch sicher Familien haben wir innerhalb der Kirche in Bezug auf Zusammenhalt und Nächstenliebe in der Regel sehr gute Verhältnisse. Unseren Mitgliedern ist das häufig gar nicht richtig bewusst.

Dennoch sind wir alle hin und wieder mehr oder weniger versucht, uns die Bewertung und Einschätzung von Menschen oder Ereignissen anzumaßen, ohne das erforderliche Verständnis, Hintergrundwissen oder überhaupt das Recht dazu zu haben. Die Folgen können wie ein Tsunami sein.

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Es ist also nicht so einfach, das Prinzip, das Jesus Christus in Matthäus 7 erklärt hat, in die Tat umzusetzen.

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders und nimmst den Balken in deinem Auge nicht wahr?
Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ´Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen`, und sieh, ein Balken ist in deinem Auge?
Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen!“

 (Neues Testament, Matthäus 7:1-5)

Diese Schriftstelle ist selbsterklärend.

Jeder von uns ist wahrscheinlich schon einmal Zielscheibe für Unterstellungen und Spekulationen gewesen. Ich erlebe das regelmäßig – auch aufgrund der Verantwortung die ich trage und der Tatsache, dass es unmöglich ist, es jedem recht zu machen. Damit muss man umgehen können und versuchen, denjenigen zu helfen, die nicht merken, dass sie Schaden anrichten – meistens sicher unbewusst.

Es gibt einige Punkte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), die mir helfen, mich an die Wichtigkeit der Schriftstelle oben zu erinnern:

–          Es ist möglich zu lernen, Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten, nicht nur aus der eigenen Interessenslage, bevor man sie bewertet oder gar darüber redet. Es gibt in den meisten Fällen ein bigger picture, dass man leicht übersieht, wenn man nur von seinen eigenen Interessen getrieben wird.

–          Es gibt Dinge, die uns schlicht und einfach nichts angehen.

–          Es ist nicht leicht, schlechte Gewohnheiten zu besiegen, vor allem auch den Drang, unqualifiziert zu kommentieren, aber auch die Unfähigkeit zu vergeben. Man kann aber in kleinen Schritten Fortschritte machen, wenn man mehr über die Folgen nachdenkt und lernt, ehrlicher zu sich selbst zu sein.

–          Zwischenmenschliche Konflikte, üble Nachrede etc. und der Umgang mit den Folgen dieses Verhaltens sind eine gigantische Verschwendung seelischer Energie, die viel besser dafür verwendet werden könnte, sich gegenseitig Mut zu machen, zu motivieren und zu stärken.

–          In professionellen Umgebungen ist die Lösung von Konflikten essentiell. Man kann die Qualität einer Firma oder Organisation und des Managements daran messen, wie sie ihren Mitarbeitern hilft, Probleme zu lösen und Menschen aufzubauen. Wenn es aber nur bei der Anwendung von „Problem Solving“ Techniken bleibt, wird der Erfolg ausbleiben, weil sich die Herzen der Menschen nicht ändern und damit auch nicht ihre Herzenswünsche.

–          Es zeugt von Größe, großzügig zu vergeben und zu vergessen.

–          In dem Maße wie man den Plan der Erlösung und das Sühnopfer Jesu Christi besser versteht, wird die Fähigkeit zu lieben und zu vergeben zunehmen und der Drang ungerecht zu richten abnehmen. Der Grund ist, dass im Plan der Erlösung das Wie und das Warum ganz genau erklärt werden und damit Motivation geschaffen wird, die Wünsche unseres Herzens mehr an den Geboten Gottes auszurichten.

Alma hat im Buch Mormon in diesem Zusammenhang nach Jahren härtester Erfahrungen mit Konflikten sehr deutlich folgenden Wunsch geäußert:

„Ja, ich würde einer jeden Seele wie mit Donnerstimme Umkehr und den Plan der Erlösung verkünden, dass sie umkehren und zu unserem Gott kommen sollen, damit es auf dem Antlitz der ganzen Erde kein Leid mehr gebe.“

 (Buch Mormon, Alma 29:2)

Sticker am Auto

Als ich kürzlich nach Leipzig fuhr, überholte ich ein Auto, auf dem hinten ein Aufkleber mit der Aufschrift „Religion ist heilbar“ angebracht war. Ich dachte, Junge, wenn du wüsstest, was ich weiß , würdest du dir was anderes ans Auto kleben. J

Der Besitzer des Wagens  wusste offensichtlich nicht, dass es nicht um für oder gegen Religion geht, genauso wenig um Religion gegen Wissenschaft, sondern um Wahrheit oder Irrtum, Recht oder Unrecht, Glaube oder Unglaube, Moral oder Unmoral, Rechtschaffenheit oder Sünde. Die Aufzählung könnte man fortsetzen.
Wenn man konsistent mit dem Slogan auf dem Autoaufkleber argumentieren möchte, muss man die populären Weltanschauungen, die vorgeben, keinen Gott zu brauchen, wohl auch als eine Art „Religion“ bezeichnen.  Da gibt es Wahrheiten, viele Unwahrheiten und am Ende ist es auch reine Glaubenssache, nicht an Gott zu glauben.
Diese „Religion“ verehrt Dinge, Reichtum, Gewohnheiten, Celebrities und vieles mehr teilweise mit einer erstaunlichen Intensität, die oft eine normale Gottesverehrung übertrifft.
Sie wird weltweit am effektivsten verbreitet, da sie die populärsten Medien auf ihrer Seite hat, und sie hat es nicht gern, wenn sie auf Widerstand stößt. Dann nutzt sie ihre Macht und ihren Einfluss, um ihre Stellung als gesellschaftlicher Mainstream durchzusetzen.

Ihre Anhänger predigen eine Freiheit, die niemals eine sein kann. Wenn große Teile einer Gesellschaft moralisch nur so handeln,  wie es ihnen gerade in den Sinn kommt oder weil es viele Leute populär finden, dann hat das Folgen,  die wiederum die Freiheit oder das Leben anderer erheblich beeinträchtigen. Propagierter Egoismus kann von Natur aus auch nicht nachhaltig Generationen voraus denken, weil die Konsequenzen unliebsam und mit kurzfristiger Selbstverwirklichung nur schwer in Einklang zu bringen sind.

Das Buch Mormon drückt in 1. Nephi 13:4-9 dieses Phänomen sehr explizit aus:

„4 Und es begab sich: Ich sah unter den Nationen der Andern die Entstehung einer großen Kirche.

5 Und der Engel sprach zu mir: Sieh die Entstehung einer Kirche, die vor allen anderen Kirchen höchst greuelreich ist, die die Heiligen Gottes tötet, ja, und sie foltert und sie niederbindet und sie mit einem eisernen Joch unterjocht und sie in Gefangenschaft hinabbringt.

6 Und es begab sich: Ich sah diese große und greuelreiche Kirche; und ich sah den Teufel, daß er ihr Gründer war.

7 Und ich sah auch Gold und Silber und Seide und Purpur und feingezwirntes Leinen und allerart kostbare Gewänder; und ich sah viele Dirnen.

8 Und der Engel sprach zu mir, nämlich: Siehe, das Gold und das Silber und die Seide und der Purpur und das feingezwirnte Leinen und die kostbaren Gewänder und die Dirnen sind die Begierden dieser großen und greuelreichen Kirche.

9 Und auch, um von der Welt gelobt zu werden, vernichten sie die Heiligen Gottes und bringen sie in Gefangenschaft hinab.“

Es wäre natürlich ein Fehler, diese vor mehr als 2500 Jahren geschilderte Gebilde mit einer einzelnen bestehenden Organisation zu assoziieren. Viel mehr ist es interessant, ihre Ziele anzuschauen und woher ihre Ideen kommen, ohne zu behaupten, dass in diesen wenigen Versen, alle Eigenschaften erschöpfend genannt werden. Es sind nur die offensichtlichsten. Die subtilen diskutieren wir später.

Also, dieses Gebilde hat folgende Eigenschaften:

– Es versucht, sich mit Gewalt durchzusetzen, in dem es tötet, verfolgt, verspottet und Menschen auf vielfältige Weise in Abhängigkeit bringt. Dies kann durchaus auf unwahre Religion zutreffen, aber es trifft genauso auf alle anderen gesellschaftlichen Strömungen zu, die auf die gleiche Weise arbeiten.

– Sein Hauptanliegen besteht darin, Gewinn zu erzielen und Macht zu erlangen. Alles andere wird diesen Zielen untergeordnet. Das Machtstreben besteht nicht nur im Streben nach politischer oder ökonomischer Macht. Es geht viel tiefer.

– Es setzt die offenbarten moralischen Werte Gottes außer Kraft, macht erfolgreich sexuelle Freizügigkeit und Ausschweifung populär, zerstört Familien und kümmert sich nicht, um die daraus entstehenden Folgen. Es verhindert, dass gesellschaftliche Probleme an ihren Wurzeln angepackt werden, denn das würde den Verlust an Macht und Gewinn bedeuten.

– Es strebt vor allem nach Popularität, in dem es den Menschen die Zustimmung zu lockeren Maßstäben vereinfacht sowie Verantwortung und Rechenschaftspflicht negiert. Es muss dabei gegen universelle Wahrheit und Gott argumentieren, da die Gebote Gottes die Übernahme von Verantwortung verlangen und eines Tages Rechenschaft von jedem gefordert werden wird.

Jeder, der über Religion spottet, sollte sich also anhand dieser einfachen Kriterien hinterfragen, genauso wie jeder, der sich zu einer Religion bekennt.

In diesem Prozess des Hinterfragens muss man sich natürlich auch noch viel mehr Fragen stellen und untersuchen, welche Perspektiven die eigene Weltanschauung hat, wie nachhaltig sie ist, ob sie dauerhaftes Glücklichsein erreichen kann für jetzt, zukünftige Generationen und über dieses Leben hinaus.

 

Ergänzung zum Post Pfahlkonferenz vom 5. März

Für alle Interessierten:

Der vollständige Bericht von den Samstag-Versammlungen der Frühjahrs-Pfahlkonferenz in Leipzig liegt jetzt unter http://www.pfahl-leipzig.de im Ordner „Berichte von der Pfahlkonferenz“ zum Download bereit.

Herzlichen Dank wiederum an Bruder Geiler aus Köthen, der den Bericht in bewährter Weise geschrieben hat.

Eine Beerdigung und Gedanken zu Ostern

Vor einigen Wochen hatte ich die Ehre das Schlussgebet im Trauergottesdienst für ein verdientes Mitglied unseres Pfahles sprechen zu dürfen. Es war ein sehr schöner Gottesdienst, der mich sehr beeindruckt hat. Ich habe viel über den Verstorbenen gelernt und viel nachgedacht. Ich fühle mich der Familie sehr verbunden. Es war bewegend, wie viel Liebe zum Ausdruck gebracht wurde, nicht nur weil der Verstorbene ein bemerkenswerter Mann war und in seinem Leben viel Gutes getan hat. Die Gefühle waren tief, der Verlust ist groß und die Zuversicht auf ein Wiedersehen ebenso.

Die Familie hatte folgendes Zitat von Annette von Droste-Hülshoff ins Programm geschrieben:

„Tot ist überhaupt nichts:
Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus dem Sinn sein,
nur weil ich aus dem Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.
Spielt, lächelt, denkt an mich.
Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch, irgendwo sehr nah bei euch.
Alles ist gut.“

Dieser Vers fasst einige Aspekte unseres Glaubens recht gut zusammen. Aber es gibt noch viele mehr, die während des Gottesdienstes auch zum Ausdruck gebracht wurden.

Wenn jemand stirbt, der uns besonders nahe steht, werden wir unwillkürlich daran erinnert, dass wir alle diesen Moment erleben werden. Spätestens dann erhalten die folgenden Fragen eine ultimative Bedeutung.  Wo bin ich hergekommen? Warum habe ich gelebt?  Wohin werde ich gehen?

Dieses Wochenende feiern wir das Osterfest und gedenken an das wohl bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte, nämlich das Sühnopfer von Jesus Christus – vom  Gebet in Gethsemane, den Verrat des Judas, Gefangenahme, Folter, die Farce eines Prozesses, die Kreuzigung und dann schließlich das bedeutsamste – die Auferstehung, einen Vorgang, den wir alle einmal erleben werden, ob wir daran glauben oder nicht.

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(
Jerusalem, Ölberg und Gethsemane)

Ich mag die Beschreibung des Erlebnisses von Maria in Johannes 20 im Neuen Testament:

„1 Am ersten Tag der Woche kam Maria Magdalena früh, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
2 Da lief sie und kam zu Simon Petrus und zum andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagte zu ihnen: ´Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.´
3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und sie kamen zum Grab. …
6 und (Petrus) sah die leinenen Tücher daliegen
7 und sah das Schweißtuch, das um seinen Kopf gebunden war, nicht bei den leinenen Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort. …“

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(
Jerusalem, Gartengrab)

Es steht in den Versen nichts davon geschrieben, was sie sagten, aber Vers 9 sagt:

„9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsse.
10 Dann gingen die Jünger wieder heim.“

Wer kann es ihnen verdenken. Obwohl Jesus viel über die Auferstehung gesprochen hatte, konnten sie noch nicht verstehen, dass es wirklich eine buchstäbliche Auferstehung gibt.

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(
Jerusalem, im Gartengrab)

„11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich ins Grab
12 und sah zwei Engel in weißen Kleidern dasitzen …
13 Und diese sagten zu ihr: ´Frau, was weinst du?´ Sie sagte zu ihnen: ´Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.´
14 Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und sah Jesus dastehen und wusste nicht, dass es Jesus war.
15 Jesus sagte zu ihr: ´Frau, was weinst du? Wen suchst du?´ Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: ´Herr, hast du ihn weggetragen, dann sag mir, wo du ihn hingelegt hast, dann werde ich ihn holen.´
16 Jesus sagte zu ihr: ´Maria!´ Da wandte sie sich um und sagte zu ihm: ´Rabbuni!´, das heißt: ´Meister´.
17 Jesus sagte zu ihr: ´Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.´
18 Maria Magdalena kam und berichtete den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er das zu ihr gesagt hatte.“

Auch für Maria war das Ereignis der Auferstehung im ersten Moment so weit außerhalb des Möglichen oder Erwarteten, dass sie Jesus, mit dem sie zweifellos eng vertraut war, nicht gleich erkannte. Man muss sich den Moment vorstellen, als sie schließlich wusste, was geschehen war.

Dieser Bericht berührt mich sehr. Ich glaube ihn, weil damit alles einen tiefen Sinn ergibt. Das Sühnopfer Jesu Christi einschließlich der Auferstehung ist ein grundlegender Bestandteil des Erlösungsplanes. Aber dieser Plan ist viel umfassender. Er besteht nicht aus einzelnen Fragmenten, sondern beginnt mit der Präexistenz und ist ewig. Er ist schlüssig und lässt uns den Sinn, nicht nur dieses Lebens, sondern auch der Perioden davor und danach besser verstehen. Er erklärt uns das wahre Wesen Gottes und die Notwendigkeit des Sühnopfers sowie dessen Auswirkungen. Die Heiligen Schriften geben uns umfassende Auskunft, was geschieht, wenn wir sterben und warum es so wichtig ist, dass wir uns darauf vorbereiten, Gott zu begegnen. Natürlich gibt es auch viele offene Fragen, aber wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es irgendwann dafür Antworten geben wird.
Das Überwältigendste sind für mich die Perspektiven, die wir haben.
Darüber wird noch mehr zu schreiben sein.

Das Buch Mormon gibt ebenfalls Zeugnis von der Auferstehung Jesu Christi. Das ganze Buch ist voller Details über das Sühnopfer. Aber im 3. Nephi, Kapitel 11 wird beschrieben, wie Jesus zu den Nephiten gekommen ist.

„2  Und sie sprachen auch über diesen Jesus Christus, von dessen Tod das Zeichen gegeben worden war.
 Und es begab sich: Während sie so miteinander sprachen, vernahmen sie eine Stimme, als ob sie aus dem Himmel käme; und sie ließen ihre Augen umherschweifen, denn sie verstanden die Stimme, die sie vernahmen, nicht; und es war nicht eine rauhe Stimme, noch war es eine laute Stimme; doch ungeachtet dessen, daß es eine sanfte Stimme war, drang sie denen, die sie vernahmen, bis ins Innerste, so sehr, daß es an ihrem Leib keinen Teil gab, den sie nicht erbeben ließ; ja, sie drang ihnen bis tief in die Seele und ließ ihnen das Herz brennen.
 Und es begab sich: Abermals vernahmen sie die Stimme, und sie verstanden sie nicht. 
 Und abermals, ein drittesmal, vernahmen sie die Stimme und öffneten ihre Ohren, um sie zu vernehmen; und ihre Augen wandten sich zu dem Schall hin, und sie blickten unentwegt zum Himmel, von woher der Schall kam.
 Und siehe, beim drittenmal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen:
 Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe—ihn höret.
 Und es begab sich: Als sie verstanden, ließen sie ihre Augen abermals zum Himmel hinaufschweifen; und siehe, sie sahen einen Mann aus dem Himmel herabkommen; und er war in ein weißes Gewand gekleidet; und er kam herab und stand in ihrer Mitte; und die Augen der ganzen Menge waren auf ihn gerichtet, und sie wagten nicht, den Mund aufzutun, nicht einmal einer zum anderen, und wußten nicht, was es bedeutete, denn sie dachten, es sei ein Engel, der ihnen erschienen war.
 Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich:
10  Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen.
11  Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten.
12  Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, daß es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen.
13  Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich:
14  Erhebt euch, und kommt her zu mir, daß ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, daß ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wißt, daß ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin.
15  Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewißheit wußten und Zeugnis gaben, daß er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen.
16  Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich:
17  Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“

Ich lade alle Leser ein (einschließlich mich selbst), sich eingehend mit dem Sühnopfer von Jesus Christus zu beschäftigen und über Konsequenzen für das eigene Leben nachzudenken, denn wenn sich diese Dinge wirklich alle so abgespielt haben, gibt es nichts, was wichtiger ist.