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Report von der Frühjahrs-Pfahlkonferenz Leipzig

Anlässlich der Frühjahrs-Pfahlkonferenz am 26.4.2015 wurde der Distrikt Erfurt mit dem Pfahl Leipzig der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vereinigt. Es war eine denkwürdige Konferenz.

Unser Pfahlsekretär hat wieder auf bewährte Art und Weise einen Report erstellt, der unter www.pfahl-leipzig.de aus dem Ordner „Berichte von der Pfahlkonferenz“ heruntergeladen werden kann.

Hier ist ein direkter Link;

2015-04 Frühjahrspfahlkonferenz

Zion Canyon und das Verstehen

Der Zion Nationalpark im Süden von Utah ist für Esther und mich eines der größten Naturwunder. Seine Schönheit, die Farben und die Vielfalt der Felsformationen sind überwältigend. Der Park könnte keinen treffenderen Namen haben.
Wir sind schon mehrmals dort gewesen, waren an den Emerald Pools, hinten in den Narrows (wenn auch noch nicht so weit, wie wir es gern möchten) und sind hoch auf Angels Landing geklettert (wobei das letzte Stück nicht ungefährlich ist).
Vor einigen Wochen waren wir wieder dort. Ich hatte vorher gelesen, dass man unbedingt zum Observation Point wandern sollte, weil man von dort eine grandiose Aussicht auf den gesamten Canyon hat. Das wollte ich unbedingt sehen und überredete meine Frau zu dem Hike. 13 km hin und zurück und ca. 1000 Höhenmeter klangen nach solider Anstrengung. Im Reiseführer stand, dass der Trail nicht überlaufen ist, da viele Besucher den Kraft- und Zeitaufwand scheuen. Sie ahnen nicht, was sie verpassen. Für uns war der Aufstieg durchaus anstrengend. Interessanterweise war er auch ein geistiges Erlebnis.

Man fährt also mit dem Park Shuttle bis zur Haltestelle Weeping Rock. Dort kann man sich zwischen verschiedenen Optionen entscheiden. Die einfachste ist der kurze Trail zum Weeping Rock. Will man zum Oberservation Point, steht man erstmal vor einer mehrere hundert Meter hohen Felswand und fragt sich, wie man da hinauf kommt. Das Ziel ist von dort nicht zu sehen und man weiß auch nicht genau, was auf einen zukommt. Unsere Motivation war dennoch groß. Wir wollten herausfinden, warum es so großartig ist, diese Stelle zu erreichen. Ich war neugierig, wie es oben aussieht und welche Perspektiven sich von dort eröffnen.

Zion National Park, Weeping Rock
Zion National Park, Weeping Rock

In der Tat entschieden sich die meisten Besucher für den kurzen Abstecher. Im Leben entgehen uns auch so manche tiefen Erkenntnisse, weil wir uns vor dem erforderlichen Aufwand scheuen, ohne den man sie nicht gewinnen kann. Es hat mich daran erinnert, wie tiefgründig unser Glaube ist und dass er durch Kurzinformationen und eine oberflächliche Beschäftigung nicht im geringsten verstanden werden kann.

Als wir näher an die Felswand kamen, sahen wir, dass es einen Pfad nach oben gibt.

Aufstieg über Weeping Rock
Aufstieg über Weeping Rock

Wir machten uns also auf den Weg und merkten schnell, dass es uns fordern wird. Allerdings kam es auf das Tempo nicht so sehr an, sondern mehr auf den Willen, beständig weiter zu gehen. Wir hatten genug Motivation, das Ziel zu erreichen und hatten auch genug Proviant mit, vor allem Wasser. Je höher wir in die Wand stiegen, um so mehr Perspektiven öffneten sich, obwohl wir noch sehr weit vom Observation Point entfernt waren und ihn immer noch nicht sehen konnten.

Above Weeping Rock
Above Weeping Rock

Interessant finde ich den Vergleich mit Alma Kapitel 32 im Buch Mormon, in dem der Prozess, Glauben zu entwickeln und ihn Schritt für Schritt zu nähren, in dem man auf kleinen Erfahrungen aufbaut, beschrieben wird.

Dieser Prozess läuft nicht ohne Hindernisse ab. Irgendwann stellt sich die erste Müdigkeit ein. In diesem Moment kamen wir zu der Stelle, wo der Trail zum Hidden Valley abzweigt. Das klang eigentlich auch spannend und wäre mit geringerem Aufwand verbunden gewesen. Es ist eigenartig, wie schnell man in so einer Phase Ziele in Frage stellt oder diese nicht mehr so wichtig erscheinen. Schlimmer noch ist es, wenn man den Prozess, den Weg zum Ziel zu verstehen, in Frage stellt, weil das dazu führen kann, dass man den Versuch abbricht oder nur halbherzig weiter geht.

At junction to Hidden Valley
At junction to Hidden Valley

Wir hatten nicht ernsthaft vor, unsere Pläne zu ändern und stiegen schwitzend weiter. Eine Gruppe junger Burschen aus der Schweiz überholte uns. Wir dagegen passierten einige zeternde Teenager, die ihre Eltern für die Idee, auf diesen Berg zu klettern, verwünschten :). Als wir die erste Etappe geschafft hatten, war die Aussicht toll und es fühlte sich wie ein geschaffter Meilenstein an. Unsere Motivation weiterzumachen erhielt einen deutlichen Schub. Wir ahnten nicht, dass der schwierigste Teil des Weges noch vor uns lag.

Erste Etappe fast geschafft
Erste Etappe fast geschafft

Nach einiger Zeit gelangten zum Eingang des Echo Canyons. Der Weg wurde einfacher, kein steiler Anstieg mehr. Es war eine willkommene Verschnaufpause.

Echo Canyon
Echo Canyon

Alle paar Meter gab es phantastische Felsformationen in wunderschönen Farben zu sehen. Der Canyon lädt zum Verweilen und zum Erkunden ein.

Echo Canyon
Echo Canyon

Man konnte denken am Ziel zu sein, und für viele ist es auch das Ziel. So verständlich das klingen mag, so irrelevant ist es für das große Ganze. In unserer geistigen Entwicklung liegt eine der großen Gefahren darin, leichtfertig, nachlässig und inkonsequent zu werden, wenn es gut läuft und alles in Ordnung scheint.
Im Buch Mormon heißt es in Alma 37:46: „O mein Sohn, lass uns nicht, weil der Weg so leicht ist, träge sein, denn so war es mit unseren Vätern …
Was war mit den Vätern? Da muss man im Buch mal ein bisschen zurückblättern zur Zeit als Lehi´s Familie auf einen einzigartigen Kompass, der Liahona genannt wurde, angewiesen war. Die Missachtung der Prinzipien, die zur korrekten Funktion des Instruments notwendig waren, führte zur Beeinträchtigung des richtigen Fokus, zum Verlust der Richtung und zu gewaltigen Konflikten (siehe 1. Nephi, Kapitel 16 und 18).

In Zeiten der Bequemlichkeit ist oft die Versuchung groß, nachlässig mit den wichtigen Gewohnheiten und Routinen zu werden, die wir dringend brauchen, um auf Kurs zu bleiben, stärker in unserem Glauben zu werden und ein sicheres Urteilsvermögen zu behalten, wenn immer mehr Verwirrung darüber entsteht, was gut und böse, richtig und falsch ist. Ich denke, dass wir dies in zunehmendem Maße erleben.
An einer anderen Stelle, in 2. Nephi 28:21 wird es noch etwas drastischer ausgedrückt:
Und andere wird er beschwichtigen und sie in fleischlicher Sicherheit wiegen, so daß sie sprechen: Alles ist wohl in Zion; ja, Zion gedeiht, alles ist wohl—und so betrügt der Teufel ihre Seele und führt sie mit Bedacht hinweg, hinab zur Hölle.

Bei Mitgliedern der Kirche äußern sich Leichtfertigkeit und Nachlässigkeit häufig darin, dass aufgehört wird, regelmäßig allein und auch gemeinsam als Familie zu beten, in den Heiligen Schriften zu studieren, den Familienabend durchzuführen oder regelmäßig den Tempel zu besuchen. Viele sind zwar aktiv in der Kirche, erfreuen sich an ihren sozialen Aspekten aber sie sind nicht aktiv im Evangelium und verlieren, manchmal unmerklich, geistige Stärke. Dinge, die irrelevant für ein vollständigeres Verständnis des Erlösungsplanes Gottes sind, gewinnen dann leicht höhere Priorität.
Die Folgen sind nicht sofort offensichtlich. Eine Weile kann man sich scheinbar durchmogeln. Die Bewährungsproben kommen aber unweigerlich und mit voller Härte, wie wir noch sehen werden.

Echo Canyon
Echo Canyon

Eine weitere Gefahr ist die Empfänglichkeit für Populismus oder die Zuwendung zu denen, die am lautesten schreien, bis sie ihre Interessen durchgesetzt haben, egal mit welchen Folgen. Es wird immer wieder Geschrei geben. Die Forderungen werden sich immer weiter von den Maßstäben Gottes entfernen und mit gesellschaftlichem Druck durchgesetzt.
Der Einfluss Gottes wirkt aber nicht durch Geschrei, auch nicht im Namen von Religion. Die Heiligen Schriften sind voll von Beispielen, wie die Stimme Gottes wirkt. Stellvertretend für viele Schriftstellen, möchte ich diese aus Helaman 5:30 im Buch Mormon anführen:
Und es begab sich: Als sie diese Stimme hörten, merkten sie, daß es nicht eine Stimme des Donners war, auch nicht eine Stimme von großem, heftigem Lärm, sondern siehe, es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern, und sie drang bis tief in die Seele—

Es gibt klare Bedingungen, um empfänglich für diese Stimme zu sein. Leider verringert sich die Sensibilität oder geht verloren, wenn man das Interesse für die Bedingungen und ihre Quelle verliert. Es ist auch erstaunlich, wie unkritisch häufig ein Absenken der Maßstäbe zur Beurteilung von richtig und falsch hingenommen wird.

Da wir an dieser Stelle erst einen Bruchteil des Weges zurückgelegt hatten, wäre es vermessen gewesen  zu behaupten, dass wir dort bereits ein ausreichendes Verständnis für das Unterfangen hatten. Genauso vermessen wäre es im Leben  Dinge zu beurteilen, ohne ausreichend Wissen und Erkenntnis zu besitzen und sich aber einzureden, dass man sich der ganzen Tragweite von Entscheidungen bewusst ist, denen kein ausreichendes Nachsinnen vorangegangen ist.

Near junction to East Rim Trail
Near junction to East Rim Trail

Wenn man den Canyon verlässt, wird der Weg wieder steiler und öde. Man hat keinen Blick mehr auf den Zion Canyon, die Vegetation ist karg und man sieht die Spuren von Waldbränden. Ich musste mich an die Schriftstelle in 2. Nephi 31:19 und 20 erinnern:
Und nun, meine geliebten Brüder, nachdem ihr auf diesen engen und schmalen Pfad gelangt seid, möchte ich fragen, ob alles getan ist? Siehe, ich sage euch: Nein; denn ihr seid nur durch das Wort von Christus, mit unerschütterlichem Glauben an ihn so weit gekommen und habt euch ganz auf die Verdienste dessen verlassen, der mächtig ist zu erretten. 
Darum müßt ihr mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung und von Liebe zu Gott und zu allen Menschen. Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und euch am Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt, siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben.

Der Weg zum Ziel war noch weit und der Pfad fühlte sich so an, als ob man sich eher vom Ziel entfernt als ihm näher kommt.
Das sind die Phasen im Leben, wo es härter wird – die Bewährungsproben. Zerbricht eine Ehe oder Familie? Wie gehen wir mit Unglück, Krankheit, Irritationen und Unsicherheit um? Was sind uns unsere Bündnisse mit Gott wert, vor allem die Tempelbündnisse? Zerbreche ich an äußerem Druck? Werde ich mental instabil? Ereilt mich eine Midlife Crisis? Verliere ich das Vertrauen? Werde ich zynisch? Verliere ich meinen Glauben?

Near junction to East Rim Trail
Near junction to East Rim Trail

Jeder gelangt im Laufe seines Lebens an diese Punkte, wo sich viel entscheidet und die Zweifel nagen. Wie diese Entscheidungen ausfallen, hat man in der Regel schon vorher auf dem Lebensweg vorgeprägt, zum Positiven als auch zum Negativen. Wenn der Wasservorrat an diesen Kreuzungen zur Neige geht, wird es schwer auf Kurs zu bleiben. Das erlebe ich in meiner seelsorgerischen Arbeit immer und immer wieder. Jede zerbrochene Familie ist eine Tragödie, jedes gebrochene Tempelbündnis, jedes vernachlässigte Kind und vieles mehr. Ich erlebe Leute, die lieber ins Nirgendwo gehen als auf dem Pfad zu bleiben.

Aber es gibt auch die guten Beispiele. Menschen, die sich gegenseitig anspornen  weiterzugehen oder einen ziehen oder schieben, die auch akzeptieren, dass der eine oder andere jetzt öfter eine Rast braucht, die ihren Proviant teilen.
Uns sind Menschen entgegengekommen, die uns ermutigt haben: „Macht weiter. Es lohnt sich. Es ist unbeschreiblich. Wenn wir es geschafft haben, könnt ihr es auch schaffen.“

Letzte steile Anstiege
Letzte steile Anstiege

2. Nephi 31:21 sagt:
Und nun siehe, meine geliebten Brüder, dies ist derWeg; und es ist kein anderer Weg noch Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Mensch im Reich Gottes errettet werden kann. Und nun siehe, dies ist die Lehre von Christus und die einzige und wahre Lehre vom Vater und vom Sohn und vom Heiligen Geist, die ein Gott sind ohne Ende.

Obwohl die letzten Anstiege sehr anstrengend waren, wuchs durch die Ermunterung unsere Zuversicht und Freude auf das Ziel immer mehr. Wir profitierten von unserer Einstellung und Vorbereitung und waren selbst in der Lage, Schwächere zu unterstützen.

Irgendwann auf dem Anstieg wurde der Zion Canyon wieder sichtbar. Zuerst nur ein bisschen.

Close to Zion Canyon Rim
Close to Zion Canyon Rim

Aber dann immer mehr und mehr und beeindruckender.

Fast geschafft
Fast geschafft

Schließlich waren wir oben am Rim und hatten nur noch eine Meile bis zum Observation Point zurückzulegen. Keine Höhenmeter mehr. Ein wunderschöner Weg mit einer überwältigenden Perspektive. Wir fühlten uns belohnt für die Anstrengungen. Das Ziel war nun vor Augen. Wir konnten alles sehen, was von unten nicht sichtbar ist.
Im geistigen Sinne fühlten wir unseren Glauben und unser Vertrauen bestätigt. Wir hatten gehofft, dass es so sein würde und unsere Hoffnungen wurden übertroffen. Keine Zweifel mehr. Glaube wurde durch Wissen und Verstehen ersetzt.

Blick in den Zion Canyon
Blick in den Zion Canyon

Wie töricht wäre es gewesen, aufzugeben, ohne ausreichendes Verständnis von der großartigen Szenerie, die wir nun sehen durften. Es war aber nicht nur die Landschaft. Es war auch die Freundlichkeit und Heiterkeit der Menschen, die wir da oben getroffen haben.

Als wir schließlich am Observation Point ankamen, verspürten wir einen tiefen Frieden und Dankbarkeit für die Schöpfung Gottes. Es war für uns beide sehr bewegend.

Blick vom Observation Point auf Angels Landing
Blick vom Observation Point auf Angels Landing

Buch Mormon, Alma 34:32:
„Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll.“

Niemand hat gesagt, dass der Weg zurück zum Vater im Himmel einfach sein wird. Ich glaube aber, dass diesem Ziel kein anderes Ziel auch nur annähernd gleich kommt.
Ich glaube fest daran, dass unser Verständnis vom Sinn dieses Lebens und die Erkenntnis unseres Ursprungs sowie der Existenz auf die wir nach diesem Leben hoffen, in dem Maße wächst, wie wir uns Gott nähern.  Dafür lohnen sich alle Opfer und Mühen.

Am Ziel wird uns die volle Schönheit und Größe des Planes der Erlösung bewusst. Wir können dann seine überragende Bedeutung und das Glück, das er mit sich bringt, ganz ermessen und begreifen.

Auf dem Weg dahin, müssen wir mit Problemen und Sorgen umgehen, aber je weiter wir vorankommen, umso klarer wird das Bild, bis wir es ganz erfassen können.

Zion National Park, Observation Point
Zion National Park, Observation Point

P.S. Beim Abstieg begegneten uns zwei junge Männer, die den Berg hinauf joggten. Einer hielt an und fragte uns nach der Uhrzeit. Ich antworte auf Englisch, dass es in Deutschland jetzt kurz vor Mitternacht ist. (Ich verstelle nie meine Uhr, wenn ich verreise.)
Darauf bedankte er sich auf Deutsch und ich fragte ihn, woher sein gutes Deutsch kommt (um ehrlich zu sein, ich ahnte es schon 🙂 ). Er sagte: „Ich war von 2010 bis 2012 ein Missionar für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Berlin Deutschland Mission.“
Die Welt ist klein. Es ist unsere Mission.

 

Gemeinde Werdau

Die Gemeinde Werdau ist eine weitere neue Gemeinde in unserem Pfahl. Wir haben die ehemaligen Zweige in Gera und Meerane zu Werdau hinzugefügt und damit ist eine große Gemeinde entstanden. Ich war vorvergangene Woche dort und habe mich sehr wohl gefühlt.
Die Gemeinde wird geführt von Bischof Benjamin Kosak und seinen Ratgebern Andreas Seidl und Sebastian Seidl.

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Mit Werdau verbinden mich viele persönliche Erinnerungen aus meiner Kindheit und frühen Jugend. Hier fanden früher unsere Distriktskonferenzen statt. Als junger Teenager wurde ich gebeten, auf einer dieser Konferenzen zum ersten Mal vor vielen Menschen zu sprechen. Das war eine gute Schule.

Die Adresse: Uferstraße 17, 08412 Werdau.
Die Gottesdienste finden sonntags um 9:30 Uhr statt.
Jedermann ist herzlich willkommen.

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Gemeinde Erfurt

Am 26.4.2015 wurde der Distrikt Erfurt der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit dem Pfahl Leipzig vereinigt. Damit wurde unser Pfahl um über 25% vergrößert und durch wunderbare Mitglieder bereichert.

(Ein Pfahl ist vergleichbar mit einem Kirchenbezirk. Ein Distrikt ist eine kleinere Verwaltungseinheit in Gebieten mit einer geringeren Mitgliederdichte.)

Damit besteht der Pfahl Leipzig und mein Verantwortungsbereich zur Zeit aus 14 Gemeinden und Zweigen, sowie einer Gruppe in Nordhausen.

Karte Pfahl Leipzig
Karte Pfahl Leipzig

 

Gemeinde Erfurt

Die erste der neuen Gemeinden im Pfahl, die ich nach der Pfahlkonferenz und der Hochzeit unseres Sohnes in Graz besucht habe, war Erfurt. Es war ein sehr schönes Erlebnis und ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, teilweise nach vielen Jahren. Ich war von der Atmosphäre berührt. Wir haben die Gemeinde Erfurt neu aus den vormaligen Zweigen Erfurt, Gotha und Weimar gebildet. Das bedeutet natürlich für die Mitglieder und Freunde einige Veränderungen, aber eine Menge neuer und großartiger Möglichkeiten.
Bischof Steffen Möller und seine beiden Ratgeber Ruben Schumann und Torsten Kriwolat bilden die Bischofschaft. Ich fühle mich ihnen herzlich verbunden und schätze ihre Arbeit sehr.
Unser jüngster Sohn lebt mit seiner Frau in Erfurt. Sie fühlen sich in der Stadt und der Gemeinde sehr wohl und arbeiten aktiv mit.

Erfurt hat ein schönes Gemeindehaus in der Hochheimer Straße 14 im Südwesten der Stadt. Der Gottesdienst beginnt sonntags um 9:30 Uhr.

Es lohnt sich hinzugehen. Herzlich willkommen.

Gemeindehaus Erfurt, Hochheimer Straße 14
Gemeindehaus Erfurt, Hochheimer Straße 14
Kapelle im Gemeindehaus Erfurt
Kapelle im Gemeindehaus Erfurt
Seitenansicht Gemeindehaus Erfurt
Seitenansicht Gemeindehaus Erfurt

Sisters und Elders – Part 10

Gestern hatte ich das Vorrecht, Helga und Manfred Schütze aus dem Zweig Bernburg auf eine Mission in den Helsinki Finnland Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage berufen zu dürfen. Es war für mich aus mehreren Gründen ein emotionaler Moment.

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Die beiden wurden vor ca. 3 Wochen vom Tempel Department gefragt, ob sie bereit wären, diese Mission zu erfüllen, da im Helsinki Tempel Missionare mit russischen Sprachkenntnissen benötigt werden. Innerhalb von wenigen Tagen fassten sie den Entschluss und in knapp einer Woche waren die erforderlichen Papiere ausgefüllt und alle Arzttermine erledigt. Ich konnte bei diesem Tempo kaum mit mit dem Teil, den ich beizutragen hatte, Schritt halten 🙂
Diese Herangehensweise an Herausforderungen macht sie für mich zu großen Vorbildern. Sie sind einfach immer da, wenn sie gebraucht werden –  keine Befindlichkeiten, sondern den Blick immer nach vorn gerichtet.
Diese Form der Hingabe macht diese Kirche aus. Man muss deshalb nicht immer gleich auf Mission gehen, obwohl das vielen älteren Ehepaaren sehr gut tun würde und es viele Wege gibt, es finanziell zu ermöglichen. Es geht um die Entschlossenheit, etwas bewirken zu wollen und zu können. Es gehört auch eine große Portion Glaube und Vertrauen dazu, aber darin liegt der Schlüssel, geistig zu wachsen und bemerkenswerte Erfahrungen zu machen, wodurch sich ein Zeugnis entwickelt, dass nicht einfach oder sogar gar nicht erschüttert werden kann.

Manfred Schütze war der Mann, der mich gefordert hat, als ich ein junger Mann war (siehe „Wie ich ein CES Lehrer wurde“ und „Über mich„). Er war und ist ein Mentor für mich seit meiner Jugend. Seine Meinung ist mir wichtig und seine Bereitschaft zu Dienen ein Role Model für mich.
Helga Schütze sagte gestern in ihrer kurzen Ansprache sinngemäß folgendes: Ich wende mich jeden Tag mehrere Male mit meinen Wünschen an den Vater im Himmel. Wie könnte ich es ihm abschlagen, wenn er einen Wunsch an mich hat.

Alles Gute in den nächsten Monaten in Finnland. Unsere russischsprachigen Geschwister werden euren Dienst besonders schätzen.

 

Gemeinden in Leipzig

Gestern habe ich in der Gemeinde Leipzig 1 einen neuen Bischof berufen. Der Prozess, einen neuen Bischof zu berufen, ist immer eine besondere Erfahrung und der Tag gestern war auch ein schönes Erlebnis. Irgendwann schreibe ich dazu mal etwas. Dem neuen Bischof Attila Heller und seinen beiden Ratgebern Steffen Schmidt und Michael Tilgner wünsche ich ein erfolgreiches Wirken als Bischofschaft und bin mir sicher, dass wir sehr gut zusammen arbeiten werden.
Der alten Bischofschaft unter Bischof Walter Müller und seinen beiden Ratgebern Gero Seidl und Sebastian Müller danke ich von Herzen für die hervorragende Arbeit in den letzten Jahren. Es ist mir schwer gefallen, euch zu abzulösen, aber da wir alle ehrenamtlich arbeiten und diese Berufungen große persönliche Opfer erfordern, ist es wichtig, dass wir von Zeit zu Zeit die Lasten auf andere Schultern legen.

Vor kurzem hat das Leipziger Lokalradio mephisto 97.6 einen Beitrag über unsere beiden Leipziger Gemeinden gesendet. Vielen Dank, Andreas für deine Hilfe dabei. Hier ist für Interessierte der Link:
http://mephisto976.de/news/begegnungen-schleussig-48148

Das Pfahl- und Gemeindezentrum in der Oeserstraße 39 in Leipzig ist in den letzten 6 Jahren eine zweite Heimat für mich geworden, wo ich viel Zeit verbringe, mit Hunderten Menschen gesprochen habe und hoffentlich dem einen oder anderen Hilfe, Motivation oder auch Trost geben konnte.

Am besten man kommt selbst und erlebt. Der Gottesdienst der Gemeinde Leipzig 2 beginnt sonntags um 9:30, die Gemeinde Leipzig 1 hat ihren Gottesdienst sonntags um 14:00.

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Report von der Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig

Ich bin von vielen nach dem Manuskript meiner Rede am Sonntag der letzten Pfahlkonferenz am 2. November 2014 gefragt worden. Ich schreibe meine Reden normalerweise nicht auf und verwende nur Stichworte. Bruder Wolfgang Geiler aus der Gemeinde Köthen hat aber wieder in bewährter Weise Transkripte aller Ansprachen angefertigt, die wir in wenigen Tagen auf http://www.pfahl-leipzig.de stellen werden.
Hier also das Transkript meiner Rede vorab. Vielen Dank, Bruder Geiler.

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Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, wendet sich als Schlusssprecher der Konferenz an die anwesenden Schwestern, Brüder und Gäste.

Zunächst dankt er allen an dieser Versammlung Beteiligten, den Betreibern und Mitarbeitern des Kulturhauses Böhlen, dem Pfahlorchester und seinem Leiter Bruder Ralf Jähnert, dem Pfahlchor unter der Leitung von Bruder Frank Heidler und der Begleitung von Schwester Camilla Heinz, Schwester Sabine Tilgner für den Blumenschmuck, Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der Lieder, Bruder Thomas Goliasch für die Gesangsleitung, den Kindern der Primarvereinigung und deren Gesangsleiterin Schwester Petra Pabst sowie Bruder Andreas Ortlieb für die Begleitung der PV-Kinder, dem Ordnungsdienst und allen anderen nichtgenannten Helfern.

Präsident Thomas Hengst verweist auf den roten Faden, der sich durch alle Ansprachen gezogen hat: „Der einzelne Mensch“. Das hat damit zu tun, dass wir unwesentliche Dinge mit Entschlossenheit aus unserem Leben verbannen und uns auf das konzentrieren, was wirklich elementar wichtig ist.

Er zitiert Alma 34:15: „Und so bringt er die Errettung all denen, die an seinen Namen glauben; und das ist der Zweck dieses letzten Opfers, jenes herzliche Erbarmen zuwege zu bringen, das die Gerechtigkeit überwältigt und für den Menschen Mittel zuwege bringt, damit er Glauben zur Umkehr haben kann.“ und fordert uns auf: „Bei allem, was ich jetzt sagen werde: Behalten Sie diese Schriftstelle im Sinn!“

Jesus Christus hat dieses herzliche Erbarmen zuwege gebracht.

Wir wollen mehr vom Charakter Christi kennenlernen, wollen mehr daraus lernen.

Präsident Hengst kündigt an, dass er einige wichtige Punkte ansprechen wird, die unangenehm sind für den einen oder anderen von uns. Aber sie müssen angesprochen werden im Hinblick auf das Wesentliche.

Die gesellschaftliche Entwicklung macht Sorgen. In dieser Zeit werden Menschen radikalisiert, wird die Definition von Ehe und Familie und Rechtschaffenheit zum Negativen hin verändert. Aber es geht um viel mehr! Es geht darum, wie sich jeder Einzelne von uns gegen die Versuchungen und Angriffe des Widersachers schützen kann! Das sind Angriffe auf unsere ewige Existenz!

Viele Mitglieder ziehen sich zurück aus den Versammlungen und Zusammenkünften, die den Zweck haben, uns zu stärken. Viele ziehen es vor, sich während der Versammlungen im Foyer aufzuhalten. An den Versammlungen der Frauenhilfsvereinigung und der Kollegien nehmen weniger Mitglieder teil. Auch bei den Pfahlkonferenzen ist das zu spüren.

Präsident Thomas Hengst will helfen, die Prioritäten etwas zurecht zu rücken und weist auf eine Aussage des letzten Präsidenten des Freiberg-Tempels, Präsident Ernst Husz, hin: „Wenn Sie wollen, dass Sie erfolgreicher in Ihrem Leben sind, dann kommen Sie in dem Maße, wie Sie das möchten, zum Tempel!“ – Wir haben die Verheißung des Herrn, dass, wenn wir das Evangelium in eine hervorragende Position in unserem Leben bringen, sich die Probleme in unserem Leben in leichterem Maße lösen lassen.

Er spricht dazu 4 Schwerpunkte an,

  1. Rücken wir die Prioritäten zurecht, bringen wir das Evangelium an die richtige Stelle!

Auf der Internetseite der Kirche „Komm und folge mir nach“ (https://www.lds.org/youth/learn?lang=deu) ist ein Programm für die Jugendlichen zusammengefasst, das uns helfen soll, wie wir heute leben wollen.

Elder David A. Bednar sagte dazu: Wir haben es mit den Jugendlichen angefangen, denn die Erwachsenen tun sich damit schwerer – deshalb sollen wir den Begriff „Jugendliche“ auf uns alle beziehen.

Der Zweck dieses Programm ist folgendermaßen wiedergegeben: „Die Erste Präsidentschaft hat erklärt, dass Ihr Ziel als Lehrer von Jugendlichen darin besteht, ihnen zu helfen, sich zum Evangelium Jesu Christi zu bekehren. Den Weg, der zur Bekehrung führt, muss jeder selbst beschreiten. Bekehrung vollzieht sich nicht allein in einer Versammlung, im Unterricht oder in einer Aktivität. Letztlich bekehren sich die Jugendlichen, indem sie jeden Tag eifrig das Evangelium leben – also beten, die heiligen Schriften studieren, die Gebote halten, ihre Priestertumspflichten und andere Aufgaben erfüllen, in den Tempel gehen, ihrer Familie und anderen Menschen dienen und anderen vom Evangelium erzählen. Dadurch bringen sie ihre Wünsche, ihre Einstellung und ihre Taten mehr und mehr mit dem Willen des himmlischen Vaters in Einklang. Sie werden glücklich und zuversichtlich und handeln lieber „für sich selbst [statt] auf sich einwirken [zu] lassen“ (2 Nephi 2:26). Sie bemühen sich, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu beachten, Versuchung zu widerstehen und viel Gutes „aus ihrem eigenen, freien Willen“ zu tun (LuB 58:27). Sie werden „durch das Sühnopfer Christi“ Heilige (Mosia 3:19).“

Der Pfahlpräsident lädt uns ein, unsere Einstellungen zu überdenken und aktiv zu werden, damit unsere Diskussionen und unsere Klassen fruchtbarer werden.

  1. Jeder hat Befindlichkeiten, aber Anstoß daran nehmen kann uns selbst schaden.

Präsident Thomas Hengst ist ehemaliger Organist und hat sich immer darüber geärgert, wenn Geschwister in das Vorspiel geplatzt sind und die Andacht stören. Anstoß nehmen an anderen Menschen kann dazu führen, dass wir uns selbst schaden.

Er sieht das als eine Befindlichkeit und will daran arbeiten, dass seine Empfindungen besser werden und spricht über einen Beitrag von Apostel David A. Bednar: Er hat mit einigen Geschwistern gesprochen, die sich darüber beschwert haben, dass sie in ihren Gemeinden nicht so behandelt worden sind, wie sie es sich vorgestellt haben, sie haben Bischöfe kritisiert, eine Pfahlpräsidentschaft kritisiert, einen Tempelpräsidenten kritisiert. Sie haben gesagt: „Solange diese Brüder ihr Amt ausüben werde ich nicht mitarbeiten, werde ich den Tempel nicht besuchen, werde ich dies und jenes nicht machen!“ Apostel David A. Bednar gab ihnen folgende Antwort: „Lassen Sie mich sicherstellen, dass ich genau verstehe, was Ihnen passiert ist. Weil jemand Sie in der Kirche vielleicht ungerecht behandelt hat, haben Sie sich von der Verordnung des Abendmahls zurückgezogen. Sie haben zugelassen, dass Sie sich selbst die dauernde Anwesenheit des Heiligen Geistes in Ihrem Leben nicht mehr gestatten. Sie haben sich selbst abgeschnitten von den Priestertumsverordnungen und vom heiligen Tempel. Sie haben aufgehört, Möglichkeiten wahrzunehmen, kontinuierlich zu lernen und zu wachsen. Sie hinterlassen Barrieren, die den geistigen Fortschritt von Ihnen selbst, Ihren Kindern, Ihren Enkeln und den Generationen, die folgen, beeinflussen können.“

Viele der Menschen, denen Apostel Bednar antwortet, sagten dass sie dies noch nie aus dieser Perspektive betrachtet hätten.

Präsident Hengst lädt uns ein, dass wir – wenn wir an irgendetwas oder irgendjemandem Anstoß nehmen, zu überdenken: Was kann ich tun, um ein Problem zu lösen, welchen geistigen Schaden nehme ich sonst?

Er fordert alle die, die Verantwortung tragen auf: „Konzentrieren wir uns mehr auf den Einzelnen, errichten wir keine künstlichen Barrieren!“

  1. Jeder ist Herausforderungen unterworfen.

Dieser Schwerpunkt hat mit den Familien und Ehen zu tun. Jede Ehe ist Herausforderungen ausgesetzt, die Liebe füreinander mag Schwankungen unterworfen sein sie ist nicht immer konstant. Manche leben mehr nebeneinander als Miteinander. Das ist eine harte Tatsache!

Apostel Dallin H. Oaks sagt uns: „Wenn wir uns krank fühlen, wenn wir eine Krankheit haben, werden wir alles tun, um wieder gesund zu werden. Wir werden zum Arzt gehen. Wir werden solange ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen, bis wir wieder gesund sind oder zumindest soweit wiederhergestellt, dass wir ein vernünftiges Leben führen können. Es gibt lebenserhaltene Maßnahmen und wir werden nichts unversucht lassen, um wieder gesund zu werden. Und warum tun wir das? Weil unser Leben kostbar ist!“

Präsident Hengst sagt: „Betrachten Sie Ihre Familie und ihre Ehe unter diesem ewigen Gesichtspunkt! Werden Sie wieder gesund! Überwinden Sie Ihren Egoismus! Wenn Ihre Familie oder Ihre Ehe krankt, handeln Sie genauso, als wären Sie körperlich krank! Nutzen Sie alle Möglichkeiten, treffen Sie alle Maßnahmen, um wieder gesund zu werden! Nutzen Sie alle Hilfen, die das Evangelium bietet. Der erste Schritt ist die Überwindung des Egoismus. In dem Maße, wie es uns gelingt, Selbstlosigkeit zu verstärken und zu verbessern, werden viele Probleme eine Lösung erfahren.“

  1. Nichts in sozialen Netzwerken ausdrücken, was mit Rechtschaffenheit und den Lehren unserer Kirche nicht vereinbar ist.

Der Sprecher ermahnt uns: „Schützen Sie sich vor falschen Lehren. Die Kluft zwischen uns und der Welt wird größer werden. Das gilt für die Jugendlichen und auch die Erwachsenen! Lassen Sie nicht zu, dass auf eine schleichende Art und Weise Meinungen Platz bekommen, die den Zweck unseres Erdenlebens nicht unterstützen!“

Fragen sind gut. Zweifel sind möglich. Aber es gibt Wege, Klarheit zu erlangen durch die Lehren unserer Kirche. Ziel ist, zu erkennen, welcher Evangeliums-Grundsatz für mich richtig beantwortet wird. Der Pfahlpräsident gibt sein Zeugnis: „Wenn ich die Wahl habe, zu entscheiden, ob die Meinung eines Kolumnisten eines großen Magazins oder die Meinung der Ersten Präsidentschaft der Kirche wichtiger ist, werde  ich mich für die Meinung der Ersten Präsidentschaft entscheiden!“

Elder David A. Bednar hat gesagt, dass es für uns interessant sein kann, herauszufinden, welche Evangeliumsgrundsätze wir besser verstehen können und wie uns das helfen würde, den Willen des Himmlischen Vaters besser zu verstehen. Präsident Thomas Hengst fordert uns auf: „Denken Sie darüber nach, welchen Evangeliumsgrundsatz Sie besser verstehen möchten, um Fragen in Ihrem Leben persönlich besser beantworten zu können, endgültig beantworten zu können.“

Präsident Hengst hat kürzlich den Schluss des Buches Mormon gelesen. Mormon, Ether, Moroni – das sind für uns Blaupausen!

In dem Maße, wie das Volk die Rechtschaffenheit abgelegt hat – Schritt für Schritt – , das Maß an Rechtschaffenheit verringert wurde, in dem Maße ist die Freiheit dieses Volkes geringer geworden. Am Ende ist der Besitz der Menschen nicht mehr sicher gewesen. Die Antwort auf diese Situation war nicht etwa, umzukehren, sondern in ihrer Unrechtschaffenheit noch schlimmer zu werden.

Diese Völker haben sich selbst ausgerottet. Es ist keiner übriggeblieben, keiner, der rechtschaffen war!

Der Pfahlpräsident zitiert aus dem zweiten Brief an Timotheus 3:1-9: „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.  Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht,  lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh,  heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt.  Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab. Zu ihnen gehören die Leute, die sich in die Häuser einschleichen und dort gewisse Frauen auf ihre Seite ziehen, die von Sünden beherrscht und von Begierden aller Art umgetrieben werden,  Frauen, die immer lernen und die doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können.  Wie sich Jannes und Jambres dem Mose widersetzt haben, so widersetzen sich auch diese Leute der Wahrheit; ihr Denken ist verdorben, ihr Glaube bewährt sich nicht.  Doch sie werden wenig Erfolg haben, denn ihr Unverstand wird allen offenkundig werden, wie es auch bei jenen geschehen ist.“

Identifizieren wir falsche Lehren und Dinge, die falsch sind, auch als solche. Diese Lehren und Dinge  werden nicht gut! Dinge, die falsch sind, werden nicht richtig und gut dadurch, dass viele Menschen sie lieben!

Apostel M. Russell Ballard sagte während der Herbst-Generalkonferenz 2014: „Ich habe erlebt, wie Menschen in Prüfungen und Bedrängnissen oder aber in vergleichsweise ruhigen Zeiten nicht im Boot geblieben sind und sich nicht mit beiden Händen festgehalten haben. Dabei habe ich beobachtet, dass viele von ihnen den Blick von den elementaren Lehren des Evangeliums abgewendet haben – die doch einmal der Grund dafür waren, weshalb sie sich der Kirche überhaupt anschlossen, weshalb sie eifrig und sehr bewusst nach den Grundsätzen des Evangeliums lebten und anderen durch ihren hingebungsvollen Dienst ein Segen waren. Aufgrund dieser elementaren Lehren empfanden sie die Kirche als einen Ort, wo man geistig genährt wird und wächst.“

  • Bleiben Sie im Boot!
  • Legen Sie die Schwimmweste an!
  • Halten Sie sich fest!

Unsere Kirche ist dieser Ort, wo man geistig genährt wird und wächst, und wird es immer bleiben!

Der Pfahlpräsident fordert uns auf, dazu in Lehre und Bündnisse 45 zu lesen.

Er will uns helfen, zu erkennen, dass wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen! Dort, wo Du bist, ist ein heiliger Ort!

In seinem Patriarchalischen Segen steht: „Bruder, du wirst die Zeit erleben, wo große Dinge über die Welt kommen werden, wegen der Gottlosigkeit. Dann sollst du an heiligen Stätten stehen! Lebe so, dass dort, wo du bist, ein heiliger Ort sein möge! Das bedenke ernsthaft!“

Der Präsident des Pfahles Leipzig ermahnt uns: „Bleiben Sie im Boot! Entfremden Sie sich nicht von der Kirche und ihren Lehren! Lernen Sie den Charakter von Jesus Christus kennen! Und machen Sie die Erfahrung, wie Sie nicht den Lehren zustimmen können, die populär sind. Jeder kann das nur selbst tun! Jeder von uns lernt selbst. Durch diesen Erkenntnisprozess können wir Fortschritt machen!“

Er fährt fort: Ich möchte Ihnen eine Schriftstelle vorlesen, die mir persönlich die Antwort gibt, warum ich dies alles tue, weshalb ich versuche, schlechte Neigungen, die sich in mir befinden, zu überwinden, weshalb ich versuche, damit aufzuhören, Anstoß an jemandem von Ihnen zu finden, weshalb ich meinen Dienst und meine Berufung noch ernster nehmen möchte, weshalb ich mich von falschen Lehren fernhalte, weshalb ich meine Familie und meine Ehe stärker pflegen möchte, weshalb ich keine Angst vor der Zukunft habe. Diese Antwort hat der Herr gegeben, als er den Nephiten erschienen ist: „Und siehe, beim dritten Mal verstanden sie die Stimme, die sie vernahmen, und sie sprach zu ihnen: Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe – ihn höret. Und es begab sich: Als sie verstanden, ließen sie ihre Augen abermals zum Himmel hinaufschweifen; und siehe, sie sahen einen Mann aus dem Himmel herabkommen; und er war in ein weißes Gewand gekleidet; und er kam herab und stand in ihrer Mitte; und die Augen der ganzen Menge waren auf ihn gerichtet, und sie wagten nicht, den Mund aufzutun, nicht einmal einer zum anderen, und wussten nicht, was es bedeutete, denn sie dachten, es sei ein Engel, der ihnen erschienen war. Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus und sprach zum Volk, nämlich: Siehe, ich bin Jesus Christus, von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in die Welt kommen. Und siehe, ich bin das Licht und das Leben der Welt; und ich habe aus jenem bitteren Kelch getrunken, den der Vater mir gegeben hat, und habe den Vater verherrlicht, indem ich die Sünden der Welt auf mich genommen habe; und darin habe ich den Willen des Vaters in allem von Anfang an gelitten. Und es begab sich: Als Jesus diese Worte gesprochen hatte, fiel die ganze Menge zur Erde; denn sie erinnerten sich, dass es unter ihnen prophezeit worden war, Christus werde sich ihnen nach seiner Auffahrt in den Himmel zeigen. Und es begab sich: Der Herr sprach zu ihnen, nämlich: Erhebt euch, und kommt her zu mir, dass ihr eure Hände in meine Seite legen und auch, dass ihr die Nägelmale in meinen Händen und in meinen Füßen fühlen könnt, damit ihr wisst, dass ich der Gott Israels und der Gott der ganzen Erde bin und für die Sünden der Welt getötet worden bin. Und es begab sich: Die Menge ging hin und legte ihre Hände in seine Seite und fühlte die Nägelmale in seinen Händen und in seinen Füßen; und dies taten sie und gingen einer nach dem anderen hin, bis sie alle hingegangen waren und mit eigenen Augen sahen und mit eigenen Händen fühlten und mit Gewissheit wussten und Zeugnis gaben, dass er es war, von dem die Propheten geschrieben hatten, er werde kommen. Und als sie alle hingegangen waren und sich selbst überzeugt hatten, riefen sie einmütig aus, nämlich: Hosanna! Gesegnet sei der Name des Allerhöchsten Gottes! Und sie fielen nieder zu Jesu Füßen und beteten ihn an.“ (3 Nephi 11:6-17)

Ist es das nicht wert, dass wir die Dinge, die in unserem Leben nichts zu suchen haben, entfernen, dass wir die Kraft versuchen zu finden und zu sammeln und hier mitzunehmen, um Christus näher zu kommen, seinen Charakter besser kennenzulernen?

Der Präsident des Pfahles Leipzig, Präsident Thomas Hengst, schließt mit seinem Zeugnis.

Sisters und Elders – Part 08

Letzten Sonntag war es wieder soweit, einen unserer jungen Leute auf Vollzeitmission zu schicken. Ich hatte das Vorrecht, Alexander Plettig aus meiner Heimatgemeinde Hohenstein-Ernstthal in die Russland Samara Mission zu berufen.

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Alex´ Entscheidung auf Mission zu gehen, ist bemerkenswert. Er hat gerade seinen Bachelor in Maschinenbau abgeschlossen und normalerweise würden junge Leute jetzt den Master anhängen oder sich einen Job suchen. Alex wird die nächsten zwei Jahre in Russland verbringen und dabei durch seinen Dienst eine besondere Beziehung zu den Menschen dort aufbauen. Bis Jahresende wird er aber erst einmal seine Sprachkenntnisse im Missionary Training Center in Provo, Utah vertiefen und dann nach Samara reisen.

Alex, das was du zur Fireside über deine Entscheidungsfindung gesagt und was du über deine verstorbene Mutter erzählt hast, hat uns alle stark berührt.
Wir wünschen dir eine gute Missionszeit und den Schutz des Himmlischen Vaters.

Sisters und Elders – Part 07

Vorgestern Abend hatte ich das Vorrecht, meinen Bruder Dietmar und meine Schwägerin Marion von ihrer 18-monatigen Mission, die sie in Berlin und Neubrandenburg geleistet haben, zu entlassen. Ich glaube, für die beiden war diese Mission für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ein echter Meilenstein und Höhepunkt in ihrer langjährigen Ehe. Ich bin stolz auf sie und kann sie mir nur als Vorbild nehmen. Die Erfahrungen, die sie gemacht und von denen sie berichtet haben, sind beeindruckend. Aber sie wären nicht ohne Opfer und Hingabe möglich gewesen.

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Die Kirche bietet älteren Ehepaaren oder auch älteren Alleinstehenden vielfältige Möglichkeiten, Missionen in den verschiedensten Bereichen zu erfüllen, zum Beispiel im normalen Missionsfeld, humanitäre Missionen in Entwicklungsländern, Zusammenarbeit mit jungen Erwachsenen, Dienst in Tempeln der Kirche, Betreuung von Besucherzentren der Kirche oder die Unterstützung kleiner Gemeinden. Es lässt sich für fast jedes Szenario eine Lösung finden – entsprechend der Gesundheit und den finanziellen Möglichkeiten unserer älteren Mitglieder. Man stelle sich vor, wie viel Gutes mehr in der Welt getan werden könnte und wie viel weniger Pessimismus oder „Nicht-mehr-gebraucht-werden“-Gefühle sich unter der älteren Generation entwickeln würden, würden diese Möglichkeiten mehr genutzt.
Meine Frau und ich haben eine solche Mission in unsere Lebensplanung aufgenommen, wenn wir aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Das wird zwar noch viele Jahre dauern aber wir versuchen uns jetzt schon darauf vorzubereiten und hoffen, dass wir gesund genug bleiben.

Elder Holland vom Rat der Zwölf Apostel hat zur Generalkonferenz im Oktober 2011 folgendes gesagt:

„Um mehr Ehepaare zum Missionsdienst anzuregen, haben die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel eine der kühnsten und großzügigsten Regelungen eingeführt, die es in den letzten fünfzig Jahren in der Missionsarbeit gegeben hat. Im Mai dieses Jahres ist den Priestertumsführern überall auf der Welt mitgeteilt worden, dass die Unterkunftskosten (und zwar ausschließlich die Unterkunftskosten) aus den Mitteln der Kirche für die Missionsarbeit mitgetragen werden, sobald sie einen festgesetzten Betrag im Monat überschreiten. Was für ein Segen! Mit dieser Unterstützung vom Himmel wird den Ehepaaren beim größten Kostenpunkt entgegengekommen, den sie auf Mission haben. Die führenden Brüder haben außerdem beschlossen, dass ein Ehepaar jetzt auch für 6 oder 12 Monate auf Mission gehen kann oder aber für die üblichen 18 oder 23 Monate. Eine weitere große Geste ist zudem, dass Ehepaare jetzt auf eigene Kosten anlässlich wichtiger Ereignisse in der Familie kurz nach Hause fahren dürfen. Sie brauchen auch keine Angst mehr davor zu haben, dass Sie an Türen klopfen oder den gleichen Zeitplan einhalten müssen wie die Neunzehnjährigen. Das verlangen wir nicht von Ihnen. Für Sie haben wir aber unzählige andere Aufgaben, bei deren Ausführung Sie großen Spielraum haben.

Brüder, uns ist klar, dass auch einige von Ihnen aus triftigen gesundheitlichen, familiären oder wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht auf Mission gehen können und dass dies vielleicht auch so bleibt. Doch mit etwas Planung ist es vielen von Ihnen möglich.

Die Bischöfe und Pfahlpräsidenten bitte ich, dieses Thema in ihren Ratssitzungen und bei Konferenzen aufzugreifen. Wenn Sie in der Versammlung auf dem Podium sitzen, lassen Sie Ihren Blick gebeterfüllt über die Menge schweifen, damit Ihnen eingegeben werden kann, wer eine Missionsberufung bekommen sollte. Beraten Sie sich dann mit den Betreffenden und setzen Sie mit ihnen ein Zieldatum. Brüder, wenn dies geschieht, sagen Sie Ihrer Frau: Wenn Sie Ihren Fernsehsessel und die Fernbedienung für ein paar kurze Monate zurücklassen können, kann sie auch die Enkel zurücklassen. Den kleinen Lieblingen wird es an nichts mangeln. Ich verheiße Ihnen: Im Dienst des Herrn werden Sie für sie manches erreichen – Welten ohne Ende –, was Sie nie erreichen könnten, wenn Sie zu Hause bleiben und ihnen nicht von der Seite weichen. Welch größeres Geschenk könnten Großeltern ihren Nachkommen machen, als in Wort und Tat zum Ausdruck zu bringen: „In dieser Familie ist es üblich, dass man auf Mission geht!““

Herbst-Pfahlkonferenz Leipzig 2014

Am 1. und 2. November findet unsere diesjährige Herbst-Pfahlkonferenz in Leipzig (Samstag) und Böhlen (Sonntag) statt. Jedermann ist herzlich willkommen.

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Für alle, die mit dem Begriff Pfahlkonferenz nichts anfangen können. Ein Pfahl in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entspricht in etwa einem Kirchenbezirk oder einer Diözese. Der Pfahl Leipzig erstreckt sich von Hof bis nach Magdeburg, mit dem Zentrum in Leipzig.
Pfahlkonferenzen finden zweimal im Jahr statt. Alle Mitglieder und Interessenten des Pfahlgebietes sind dazu eingeladen.