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Eine besondere Woche / An extraordinary week

Esther und ich standen vor wenigen Tagen mit einer Gruppe liebenswerter Menschen, die wir wenige Tage vorher noch nicht gekannt hatten, am Ufer des wunderbaren und einzigartigen Wummsees im äußersten Norden von Brandenburg. Dieser See und seine Umgebung haben eine heilsame Wirkung für den Besucher, der die Ursprünglichkeit der Natur achtet, sich entsprechend in ihr bewegt und über aufgeschlossene Sinne verfügt bzw. nach ihnen trachtet.

Esther and I stood a few days ago with a group of lovely people, whom we had not known a few days before, on the shore of the wonderful and unique Wummsee in the far north of Brandenburg. This lake and its surroundings have a healing effect to the visitor who respects the originality of nature, moves in it accordingly and has or strives for open-minded senses.

Wir tauschten uns am Ufer über die Dinge aus, für die wir in diesem Moment dankbar waren. Wir sprechen darüber in der Kirche sehr oft und vergessen dabei manchmal, dass Dankbarkeit einen fruchtbaren Nährboden braucht, der am besten durch aktives Handeln entsteht und nachhaltigere Früchte entstehen lässt, als sich das dem passiv Wartenden erschließen mag.

On the shore, we shared the things for which we were grateful at that moment. We talk about this very often in the church, sometimes forgetting that gratitude needs a fertile soil that comes best from active action and produces more lasting fruit than may be apparent to the passively waiting person.

Es war interessant, die unterschiedlichen Ausdrücke von Dankbarkeit zu vernehmen. Eines hatten sie alle gemeinsam. Sie waren das Resultat von Achtsamkeit gegenüber sich selbst, den Menschen um uns herum und der Natur.

It was interesting to listen to the different expressions of gratitude. They all had one thing in common. They were the result of mindfulness towards ourselves, the people around us and nature.

Ich hatte das Gefühl, meine Dankbarkeit für die Nähe zu meinem Schöpfer, die ich verspürt habe, zum Ausdruck zu bringen. Dankbarkeit für die Möglichkeit einer ewigen Existenz; für eine himmlische Heimat; für die Erfahrungen der Präexistenz, die in großen Teilen noch im Reich des Vergessens liegt, aber ab und an ein klein wenig begreifbar wird; für die Erfahrung des sterblichen Lebens mit einem unvollkommenen Körper und der Auseinandersetzung mit menschlichen Stärken und Schwächen, Wahrheit und Irrtum, Freude und Leid; für die Möglichkeit, unseren Himmlischen Vater zu erkennen und die großartige Perspektive, Ihm nach diesem Leben wieder zu begegnen, eine Form von Liebe zu erfahren, die wir hier nur in Ansätzen kennen und dann mit Ihm weiter zu gehen, zu lernen und zu wachsen.

I had the feeling to express my gratitude for the closeness to my Creator that I felt. Gratitude for the possibility of an eternal existence; for a heavenly home; for the experience of preexistence, much of which is still in the realm of oblivion, but now and then becomes a little bit comprehensible; for the experience of mortal life with an imperfect body and the confrontation with human strengths and weaknesses, truth and error, joy and sorrow; for the possibility of recognizing our Heavenly Father and the great prospect of meeting Him again after this life, experiencing a form of love that we know here only in glimpses, and then continuing to walk, learn and grow with Him.

Diese Gedanken finde ich überwältigend. Man müsste sie jeden Tag deutlich machen können: Leute, wir leben nicht nur im Hier und Jetzt. Ja, es ist wichtig, aber lasst uns doch die Perspektive erweitern und mit Erstaunen feststellen, um wie vieles klarer (und oft auch anders) die Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit ausfallen, wenn wir unseren Schöpfer in unsere Überlegungen mit einbeziehen – nicht einen Schöpfer, den wir uns selbst nach unserem Wohlgefallen einbilden, sondern den, der Er wirklich ist.

I find these thoughts overwhelming. One should be able to make them clear every day: Folks, we don’t just live in the here and now. Yes, it is important, but let us broaden our perspective and realize with astonishment how much clearer (and often different) the answers to the pressing questions of our time turn out when we include our Creator in our considerations – not a Creator we imagine ourselves to be according to our liking, but the One He really is.

Es gibt unzählige Dinge zwischen Himmel und Erde, die in der Oberflächlichkeit von Reels, Kurznachrichten, der versuchten Deutung von Emojis und immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen nicht erfasst und begriffen werden können. Dafür braucht es wesentlich mehr Tiefe.

There are countless things between heaven and earth that cannot be grasped and comprehended in the superficiality of reels, short messages, the attempted interpretation of emojis, and ever-shortening attention spans. This requires much more depth.

Flecken Zechlin

Es war wohltuend, mit Menschen zusammen zu sein, die sich aktiv um ein ganzheitlich nachhaltigeres Leben bemühen und mit denen wir freimütig und ohne Befindlichkeiten, Gedanken und Ideen austauschen konnten.

It was very pleasant to be with people who are actively striving for a more holistic sustainable life and with whom we could freely exchange thoughts and ideas without a negative agenda.

Für mich war die Woche wichtig, um meine Speicher wieder aufzufüllen, damit ich wieder mehr geben kann. Ich bin dankbar für alle, die dabei mitgeholfen haben – auf vielfältige Weise.

For me, the week was important to replenish my storage so that I can give more again. I am grateful for everyone who helped in this process – in many different ways.

Herzlichen Dank an Franka für die kulinarischen Sinfonien

Zu den wichtigsten Dingen, die Jesus Christus gelehrt hat, gehören die Aufforderung, nach Selbsterkenntnis zu streben, in dem man den Balken im eigenen Auge erkennt und entfernt, anstatt sich auf die Splitter in den Augen des Nächsten zu konzentrieren und damit einer Lebenslüge aufzusitzen, die einem selbst nicht gut tut und erschwert, dass man das wichtigste Gebot, nämlich seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, befolgen kann, weil man nur schwer zu der Liebe zu sich selbst finden kann, die es braucht, um Liebe weitergeben zu können.

Among the most important things that Jesus Christ taught is the call to strive for self-knowledge by recognizing and removing the beam in one’s own eye, instead of focusing on the splinters in one’s neighbor’s eyes, and thereby falling for a life lie that is not good for oneself and makes it difficult for one to follow the most important commandment, which is to love one’s neighbor as oneself, because it is difficult to find the love for oneself that it takes to be able to pass on love.

Fastenhof Behm, Flecken Zechlin

Der zweite Punkt ist die Aufforderung in einer guten Sache zu dienen, Achtung vor der Schöpfung zu leben und dem Nächsten zu dienen, dadurch an Selbsterkenntnis und Charakter zu wachsen und auch für sich selbst Heilung für viele unterschiedliche Leiden zu finden.

The second point is the call to serve in a good cause, to show respect for the creation and to serve one another, thereby growing in self-knowledge and character and also finding healing in many different afflictions.

Das alles gehört zusammen und sollte mit Achtsamkeit und Aufgeschlossenheit für sich selbst entdeckt werden. Wenn man das tut, ist es erstaunlich, wie wach unsere Sinne innerhalb kurzer Zeit werden.

All this belongs together and should be discovered for oneself with mindfulness and open-mindedness. When one does this, it is amazing how alert our senses become within a short time.

Herzlichen Dank an unsere Freunde vom Fastenhof Behm, Flecken Zechlin.

Fasten

Wie für viele andere Menschen, hat Corona dieses Jahr auch unsere Urlaubspläne mehrmals gründlich verändert. Im Sommer wollten wir ursprünglich mit Sohn und Schwiegertochter eine Rundreise durch England machen und hatten im Januar alles schon ziemlich genau geplant. Verschiedene Dinge haben uns aber vom Buchen abgehalten und dann war plötzlich März und wir waren froh, dass wir keine Hotels und Flüge stornieren mussten.

Meine Frau hatte eine andere Idee, von der ich anfangs überhaupt nicht begeistert war. Sie wollte einen Fastenurlaub machen. Ich konnte mir das beim besten Willen nicht vorstellen – wie die meisten unserer Bekannten ebenfalls nicht 🙂 Waaaas? Im Urlaub fasten? Da wollen wir es uns doch richtig gut gehen lassen …). Ich wollte sie aber nicht enttäuschen und willigte ein. Sie hatte sowieso schon mit Recherchen im Internet begonnen.

Fasten ist für uns als Mitglieder der Kirche Jesu Christi ja nichts unbekanntes. Wir fasten jeden Monat am ersten Wochenende für 24 Stunden und das schon soweit ich zurückdenken kann. Wir fasten und beten für Menschen, denen es nicht gut geht. Wir bitten um Kraft und Hilfe für die Lösung von Problemen, um Erkenntnis, Weitsicht und Stärke im Glauben. Das Geld, das wir für die Mahlzeiten einsparen, spenden wir für die Unterstützung von Notleidenden. Wir glauben daran, das Fasten und Verzicht, nicht nur für andere sondern auch für uns ein Segen sind. Es lehrt uns Disziplin und Großzügigkeit. Es ist nicht nur gut für den Körper, sondern vor allem auch für den Geist. Es dient der Prävention gegen Egoismus, macht uns besinnlicher und schafft uns eine größere Nähe zu Gott.

Esther musste mich also nicht überzeugen, das Fasten etwas sinnvolles ist. Ich musste mich aber an den Gedanken gewöhnen, dass es nicht um einen Fastentag sondern um eine Fastenwoche ging.

Nachdem wir uns verschiedene Optionen angesehen hatten, entschieden wir uns für den Fastenhof Behm (www.fastenhof.de) in Flecken Zechlin im äußersten Norden von Brandenburg. Wie sich zeigen sollte, war das eine der besten Entscheidungen, die wir in den letzten Jahren getroffen haben. Anstatt einer Woche wählten wir zwei – eine Woche Buchinger Fasten und eine Woche als idealen Aufbau basisches Intervallfasten. Ich war gespannt, wie das für mich funktionieren würde.

Fastenhof Behm
Gästehaus

Es hat sehr gut funktioniert. Ich habe viele Jahre nicht so viel Energie und Leichtigkeit verspürt. Wir sind jeden Tag zwischen 10 und 15 km Wandern gegangen, meist um einen der wunderschönen Seen im Rheinsberger Seengebiet. Und natürlich waren wir täglich ausgiebig schwimmen, meist mehr als 1 km. In der Buchinger Fastenwoche gab es lediglich morgens einen frisch gepressten Fruchtsaft und nachmittags eine leichte Suppe plus 2-3 Liter Wasser und Tee über den Tag verteilt.
Ab dem zweiten Tag hatte ich keine Hungergefühle mehr und habe mich auch nicht schlapp gefühlt. Ich hätte die Runden um die Seen 2- oder 3-mal drehen können, so viel Bewegungsdrang hatte ich. Ich hatte keine Kreislaufprobleme (was am Anfang einer Fastenwoche schon mal vorkommen kann) und auch keine Kopfschmerzen, da es Koffeinentzug bei uns nicht geben kann. In der basischen Fastenwoche, in der wir morgens einen reichhaltigen Smoothie und nachmittags ein, ich muss es für alle Zweifler so sagen, vorzügliches basisch-veganes Menü zu uns genommen haben, bin ich sogar zusätzlich noch laufen gegangen.

Kleiner Zermittensee
Großer Zechliner See
Wittwesee
Schloss Rheinsberg

Wir empfanden auch das Erlebnis, die beiden Wochen jeweils in verschiedenen Gruppen von ca. 15 Personen zu verbringen, bereichernd. Wir waren erst etwas unschlüssig, da wir eigentlich Individualurlauber sind, aber erstens hatten wir genügend Möglichkeiten, uns individuell zu betätigen und zweitens war es in der Gruppe leichter, sich gegenseitig zu unterstützen, sich besser kennenzulernen und überaus interessante Gespräche zu führen. Es war sehr wohltuend.

Wir haben nicht nur etwas für unseren Körper, sondern auch für den Geist getan. Neben der körperlichen Frische, haben wir dasselbe im Geist verspürt. Wir waren eng mit der Natur verbunden, haben uns Momente der Stille geschaffen, die Grundlagen der Feldenkrais-Methode, Achtsamkeit und vieles mehr gelernt und uns mit netten Menschen ausgetauscht, die alle irgendwie versuchen, ein nachhaltigeres Leben zu führen.

Ich persönlich habe mehrere Kilogramm abgenommen, signifikant viszerales Fett abgebaut und meinen Bauchumfang um mehr als 5cm reduziert. Jetzt, nach fast drei Monaten ist das alles noch stabil. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass wir unsere Ernährungsgewohnheiten verbessert haben und uns damit auch mehr im Einklang mit dem Wort der Weisheit fühlen, das eben nicht nur aus dem Verzicht auf Alkohol, Tee, Kaffee, Nikotin und andere schädliche Drogen besteht.

In beiden Wochen wurden wir einfühlsam und kompetent von zwei Fastenleiterinnen angeleitet. An dieser Stelle herzlichen Dank an Susanne Grewe und Kathrin Heinicke für ihre wunderbare Arbeit, die super Betreuung, motivierenden Worte und die vielen guten Anregungen.

Wir hatten in der basischen Fastenwoche außerdem die Ehre, die veganen Kochkünste von Franka Kunze genießen zu dürfen. Das war ein absolutes Highlight. Allein schon deshalb werden wir das sicher wiederholen. 🙂 Neben dem tollen Essen, haben wir von Franka auch sehr viel über nachhaltige Ernährung nach den Prinzipien des gesunden Menschenverstandes gelernt.

Abschließend natürlich auch ein herzliches Dankeschön an Susanne Behm und ihr Team. Der Hof ist ein Kleinod zum Wohlfühlen in einer ungekünstelten, natürlichen und wohltuenden Atmosphäre.

Wir werden sehr gern wiederkommen.

Am Repenter-Kanal