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Finding clarity / Klarheit finden

During my professional career, I had to negotiate contracts in many countries in Asia, Europe, and the United States—for example, for high-tech equipment and turnkey production lines. In some countries, it was a deliberate strategy of the customers to wear down their negotiation partners. You would arrive early in the morning at some airport with jet lag, be taken by local colleagues to various factories, and the negotiation marathons would begin. In some countries, different teams on the customer side would take turns, each repeating their demands in a stereotypical manner.

Während meiner beruflichen Karriere musste ich in vielen Ländern in Asien, Europa und den USA Verträge verhandeln – z.B. für Hightech Maschinen und Turnkey-Produktionslinien. In manchen Ländern war es Strategie der Kunden, den Verhandlungspartnern die Kraft zu nehmen. Man kam mit Jetlag morgens auf irgendeinem Flughafen an, wurde dann von den örtlichen Kollegen in die Fabriken gefahren und die Verhandlungsmarathons begannen. In einigen Ländern wechselten sich bei den Kunden unterschiedliche Teams ab, die alle stereotyp ihre Forderungen wiederholten.

The most difficult opponent was, in fact, fatigue and exhaustion—and with them the
growing desire to simply finish things and accept demands that were actually
non-negotiable and not clear. Experience and a solid understanding of the strength of your own negotiating position were helpful in countering these signs of wear. I remember a final negotiation for a very large project that dragged on for five days—in a windowless meeting room. The exhaustion was substantial. When all points had finally been resolved, a new attorney for the customer suddenly entered the room and presented additional demands that were not acceptable. At the beginning of my career, I would not have dared to do this, but in that moment I asked the lady to leave the meeting. Remarkably, my negotiation partners accepted this without objection, and the next day the contract was signed.

Der schwierigste Gegner war tatsächlich Ermüdung, Erschöpfung und damit einhergehend der Wunsch, die Sachen zu Ende zu bringen und Forderungen zu akzeptieren, die eigentlich ein No-go und überhaupt nicht klar waren. Erfahrungen und ein fundiertes Wissen um die Stärke der eigenen Verhandlungsposition waren hilfreich, diesen Verschleißerscheinungen entgegenzuwirken. Ich erinnere mich an eine Endverhandlung für ein sehr großes Projekt, die sich fünf Tage lang hinzog – in einem fensterlosen Meetingraum. Die Erschöpfung war substantiell. Als endlich alle Punkte geklärt waren, kam plötzlich eine neue Anwältin des Kunden in den
Raum und stellte weitere Forderungen, die nicht akzeptabel waren. Am Anfang meiner
Karriere hätte ich mir das nicht getraut, aber in diesem Moment habe ich die Dame
gebeten, das Meeting zu verlassen. Erstaunlicherweise nahmen dies meine
Verhandlungspartner ohne Widerspruch hin und am nächsten Tag wurde der Vertrag
unterzeichnet.

Although the comparison may not fit 100%, systematic wear-down is one method the
adversary uses to lead people away from Jesus Christ and to weaken their resilience. This happens, among other things, through the relentless repetition of ideologies, philosophies, opinions, and ideas that are unacceptable or simply false.
There is absolutely no reason for us to adopt such things. Views that are not compatible
with the gospel of Jesus Christ, God’s plan of salvation and their overwhelming clarity do not become any more correct simply by being repeated constantly and elevated as a standard.

Obwohl der Vergleich sicherlich nicht zu 100% passt, ist systematische Zermürbung eine Methode des Widersachers, um Menschen von Jesus Christus wegzuführen und ihre Resilienz zu schwächen. Das geschieht unter anderem durch die unaufhörliche Wiederholung von Ideologien, Philosophien, Meinungen und Ideen, die unakzeptabel oder schlicht falsch sind. Es gibt für uns keinerlei Grund, uns solche Dinge zueigen zu machen. Ansichten, die nicht kompatibel mit dem Evangelium Jesu Christi, Gottes Plan der Erlösung und deren überwältigender Klarheit sind, werden nicht richtiger, indem sie ständig wiederholt und als Maßstab stilisiert werden.

The five wise virgins

Elder Clark G. Gilbert, who was recently called as an Apostle, also commented on this
shortly after his calling:

Elder Clark G. Gilbert, der kürzlich zum Apostel berufen wurde, hat in sich dazu ebenfalls kurz nach seiner Berufung geäußert:

„Right now, we live in what the Apostle Paul talked about perilous times. The world is in
commotion and people are struggling. Good is being called evil and evil being called good. There’re anxieties, tumult and polarization. But those are the same things that are creating the most unprecedented opportunities for the Church. It’s much harder in this climate to do things without the Lord. But when you involve him and make him your priority, all of those things calm. And so, the very tumult that’s surrounding the world right now, impacting young adults and creating anxiety and concern is the same thing that will help the light of the gospel of Jesus Christ stand out
with greater clarity and greater impact.
Young adults today all across the world are seeing that and they’re seeing that yeah, I’ve
tried to go without the Lord. I’ve tried to do things on my own and it’s not leading to
happiness.
These things were prophesied in 2 Nephi 28 and Doctrine & Covenants 45 and in 2 Timothy 3.
Ancient and modern prophets have prophesied of the last days before the return of the Savior. And there would be increasing darkness, but it would make the light stand out even more than ever before. And people are flocking to that, want to know that.
What an exciting time to be part of the gospel of Jesus Christ.”

„Gegenwärtig leben wir in dem, was der Apostel Paulus als „bedrohliche Zeiten“ bezeichnet hat. Die Welt ist in Aufruhr, und die Menschen kämpfen. Gut wird als böse bezeichnet, und böse wird als gut dargestellt. Es gibt Ängste, Unruhe und Polarisierung. Doch genau diese Dinge schaffen für die Kirche beispiellose Möglichkeiten. In diesem Klima ist es viel schwieriger, Dinge ohne den Herrn zu tun. Aber wenn man Ihn einbezieht und Ihn zur Priorität macht, beruhigt sich all das. Und genau die Unruhe, die die Welt derzeit umgibt, die junge Erwachsene beeinflusst und Angst sowie Sorge auslöst, ist dasselbe, was das Licht des Evangeliums Jesu Christi mit größerer Klarheit und größerer Wirkung hervorheben wird.
Junge Erwachsene auf der ganzen Welt sehen das heute, und sie erkennen: „Ja, ich habe versucht, ohne den Herrn auszukommen. Ich habe versucht, Dinge allein zu tun, und es führt nicht zu Glück.“
Diese Dinge wurden in 2. Nephi 28, in Lehre und Bündnisse 45 und in 2. Timotheus 3 prophezeit.
Alte und moderne Propheten haben von den letzten Tagen vor der Rückkehr des Erlösers
gesprochen. Und es würde zunehmende Finsternis geben, aber gerade dadurch würde das Licht stärker hervorstechen als je zuvor. Und Menschen strömen danach und wollen es erkennen. Was für eine aufregende Zeit, Teil des Evangeliums Jesu Christi zu sein.“

https://youtu.be/Dl_BbZUgVEs?si=_LS8h9i4ILRKUd6u

Anyone who studies the chapters mentioned in the scriptures in depth will find that they describe many developments in our time with remarkable precision and accuracy. The words of Isaiah that were referenced are also becoming increasingly evident:

Wer sich eingehend mit den genannten Kapiteln in den Schriften beschäftigt, wird feststellen, dass sie viele Entwicklungen in unserer Zeit sehr präzise und treffend beschreiben. Auch die erwähnten Worte von Jesaja werden immer sichtbarer:

„Woe unto them that call evil good, and good evil; that put darkness for light, and light for darkness; that put bitter for sweet, and sweet for bitter! Woe unto them that are wise in their own eyes, and prudent in their own sight!“ Isaiah 5:20, 21

„Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres für süß und Süßes für bitter ausgeben! Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und klug vor sich selbst!“ Jesaja 5:20, 21

A few weeks ago, the renowned scientist Francis S. Collins (https://en.wikipedia.org/wiki/Francis_Collins?wprov=sfla1) gave a widely noted talk at Brigham Young University on the topic „The Road to Wisdom: On Truth, Science, Faith, and Trust“.

Vor einigen Wochen hielt der bekannte Wissenschaftler Francis S. Collins eine viel beachtete Rede an der Brigham Young University über das Thema „Der Weg zur Weisheit: Über Wahrheit, Wissenschaft, Glauben und Vertrauen.“

https://speeches.byu.edu/talks/francis-s-collins/the-road-to-wisdom-on-truth-science-faith-and-trust/

In this talk, he spoke about his role in deciphering the human genome, his journey from being an atheist to becoming a believing Christian, and how this transformation changed his perspective on life. He encouraged the students to study the Sermon on the Mount of Jesus Christ each week (see Matthew 5–7 or, in the Book of Mormon, 3 Nephi 12–14) in order to strengthen their moral compass, their immunity to the confusions of our time, the spiritual resilience and clarity, and to act on its teachings in our daily life.

In dieser Rede sprach er über seine Rolle bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms, seine Entwicklung vom Atheisten zu einem gläubigen Christen und wie sich dadurch sein Blick auf das Leben verändert hat. Er empfahl den Studenten, sich jede Woche mit der Bergpredigt von Jesus Christus (siehe Matthäus 5-7 bzw. im Buch Mormon 3. Nephi 12-14) zu beschäftigen, um ihren moralischen Kompass, ihre Immunität gegenüber den Verwirrungen unserer Zeit, die geistige Resilienz und Klarheit zu stärken und die darin enthaltenen Lehren anzuwenden.

Very good advice—not entirely easy to follow—but increasingly necessary.

Ein sehr guter Rat – nicht ganz einfach zu befolgen – aber immer dringender notwendig.

Das Abendmahl. Danke, Elder Holland.

Es ist erstaunlich, welch allerlei merkwürdige Dinge vor und zu Ostern in deutschen Medien über Jesus Christus geschrieben wurden. Einige Autoren schaffen sich einen Jesus, der ihrem eigenen (und mit Jesus Christus nur schwerlich kompatiblen) Weltbild entspricht. Andere orakeln darüber, was Jesus wohl heute gut und weniger gut finden würde.

Das alles hat wenig mit Jesu Christi Aussage gleich zu Beginn seines Hohepriesterlichen Gebetes im Garten Gethsemane zu tun: „Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus.
Johannes 17:3 NGU2011
https://bible.com/bible/108/jhn.17.3.NGU2011

comeuntochrist.org

Um zu erkennen, was Jesus heute gut finden würde, muss man nicht orakeln, sondern man muss eigentlich nur die vier Evangelien im Neuen Testament lesen, die (auch durchaus unbequemen) Lehren auf sich selbst beziehen und Schritt für Schritt im persönlichen Leben anwenden.

Der daraus folgende Prozess ist mit dem Weg des geringsten Widerstandes, dem Abwählen dringendst notwendiger Werte und der sich leider ausbreitenden Einstellung, Eigenverantwortung und die Schuld an gesellschaftlichen Problemen an Regierungen, Organisationen oder irgendjemand anderen abzuschieben, nicht vereinbar. Er kann mühsam sein und erfordert persönliche Konsequenzen, aber es gibt unzählige Hilfen und einzigartige Perspektiven, die sich erschließen, wenn man wirklich daran arbeitet, Gott und Seinen Sohn Jesus Christus zu erkennen.

Elder Jeffrey R. Holland vom Rat der Zwölf hat vor zwei Wochen zur Generalkonferenz eine weitere seiner epochalen Ansprachen gegeben, in der er auf beeindruckende Art und Weise die Bedeutung des Sühnopfers Jesu Christi und des Abendmahls erläutert hat. Er hat ebenfalls darüber gesprochen, wie wir teilweise oberflächlich, leichtfertig und unangebracht mit der Heiligkeit und Würde des Sühnopfers und dem Gedenken daran beim Abendmahl umgehen.

Diese Worte waren wirklich überfällig und sollten ständig wiederholt werden, bis sie wirklich in unseren Gemeinden verstanden werden.

Ansprache im Original:

https://youtu.be/9xq2pVi9FTE

Deutsche Übersetzung:

https://youtu.be/QBbRmeRaTec

Elder Holland:

Am Ende seines kurzen irdischen Wirkens bereitete dieses reinste aller Paschalämmer seine Jünger auf seinen Tod vor. Dazu führte der Herr das Abendmahl ein, eine persönlichere Form der heiligen Handlung, die gleich nach Verlassen des Gartens von Eden eingeführt worden war. Es sollte nach wie vor eine Opfergabe dargebracht werden, etwas, was wirklich ein Opfer darstellte, doch dies sollte eine viel tiefere symbolische Bedeutung haben, viel mehr zur inneren Einkehr anregen und persönlicher sein als das Vergießen des Blutes eines erstgeborenen Lammes. Den Nephiten sagte der Erretter nach seiner Auferstehung:
„Ihr sollt mir nicht länger Blutvergießen opfern …
Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen …
Darum kehrt um … und lasst euch erretten.

Ich finde es sehr wohltuend, dass das Abendmahl jetzt noch mehr Betonung in unseren Gottesdiensten findet. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst in Leipzig mit beiden Gemeinden zusammen, wo das Abendmahl fast die Hälfte der Zeit eingenommen hat. Ich habe selten mehr Andacht und Ehrfurcht erlebt.

Dabei sind diese beiden Punkte leider zu oft ein wunder Punkt, wie Elder Holland zutreffend formuliert hat. The Ox is too often in the mire.

Elder Holland:

Meine lieben Brüder und Schwestern, wir haben jetzt den spannenden neuen Schwerpunkt, verstärkt das Evangelium zuhause zu lernen, aber wir dürfen keinesfalls vergessen, dass uns ebenso nach wie vor geboten ist, „an meinem heiligen Tag ins Haus des Betens [zu] gehen und deine heiligen Handlungen dar[zu]bringen“. Die Veränderungen an den Sonntagsversammlungen sollen uns nicht nur Zeit für mehr Anleitung im Evangelium daheim verschaffen, sie sollen auch den Versammlungsablauf dahingehend vereinfachen, dass das Abendmahl des Herrn als der heilige, herausragende Höhepunkt unserer wöchentlichen Gottesverehrung entsprechend in den Mittelpunkt rückt. Wir sollen auf die persönlichste Art, die uns möglich ist, daran denken, dass Christus an einem gebrochenen Herzen starb, als er ganz allein die Sünden, den Kummer und das Leid der gesamten Menschheit auf sich nahm.
Und da auch wir diese verhängnisvolle Last mitverschuldet haben, verlangt ein solcher Augenblick unsere Achtung. Deshalb halten wir Sie dazu an, rechtzeitig und andächtig zum Gottesdienst zu kommen und sich passend für die Teilnahme an einer heiligen Handlung zu kleiden. …

Was die Pünktlichkeit anbelangt: Die lieben Mütter, die mit Kindern, Knabberkram und Windeltaschen beladen etwas chaotisch ankommen und froh sind, dass sie es überhaupt geschafft haben, werden stets liebevoll etwas später eingelassen werden. Außerdem wird es einige geben, die unweigerlich am Sonntagmorgen feststellen, dass ihr Ochse in den Brunnen gefallen ist. Dieser Gruppe sagen wir jedoch: Wenn Sie deshalb gelegentlich zu spät kommen, ist das verständlich, doch wenn der Ochse jeden Sonntag in den Brunnen fällt, empfehlen wir Ihnen dringend, entweder den Ochsen zu verkaufen oder den Brunnen aufzufüllen.

Mit der gleichen Absicht möchten wir als Apostel darum bitten, den Lärmpegel in den heiligen Räumen unserer Gebäude zu senken. Wir unterhalten uns gerne miteinander, und das sollen wir auch – das ist mit das Schöne am Kirchenbesuch –, doch dies darf nicht in Räumen stattfinden, die speziell der Gottesverehrung gewidmet sind. Ich fürchte, dass Besucher, die nicht unserer Kirche angehören, entsetzt sind angesichts unserer zuweilen lautstarken Ehrfurchtslosigkeit an einem Ort, der Gebet, Zeugnisgeben, Offenbarung und Frieden vorbehalten sein sollte. Vielleicht ist der Himmel auch ein wenig entsetzt.

Als altgedienter Organist, der versucht, vor dem Beginn des Gottesdienstes eine ehrfurchtsvolle Atmosphäre, die den Heiligen Geist einlädt, zu schaffen, sehe ich es mit einem weinenden Auge, wie viele diese Atmosphäre durch Gedankenlosigkeit verpassen oder gar stören.

Vor einigen Monaten war ich im Rahmen der Wiedereinweihung des Gemeindehauses in Leipzig für eine Orgelandacht eingeteilt. Als ich die Kapelle betrat, saßen etliche Leute aus der Umgebung still und erwartungsfroh in den Reihen. Unruhe haben nur unsere Mitglieder verbreitet. Einige, die zu spät waren, kamen sogar zu mir an die Orgel, um mir die Hand zu schütteln. Es war gut gemeint und irgendwie auch symptomatisch, aber leider unangebracht. Es ist genau das, was Elder Holland angesprochen hat. Das wiederhergestellte Evangelium hat eine enorme Kraft. Leider schwächen wir sie manchmal unnötigerweise oder nehmen davon weniger in Anspruch als wir könnten – nicht in schlechter Absicht, sondern aus Gedankenlosigkeit und manchmal auch einer Portion Ignoranz.

Vielen Dank, Elder Holland, für die klaren Worte.

Auf heiligem Boden, Ölberg vor 10 Jahren.