Dienstreise-Erlebnisse

Ich war diese Woche auf Dienstreise in der Türkei. Als ich Montag spät am Abend im Hotel in Istanbul ankam, stellte ich mit Schrecken fest, dass ich mein Smartphone im Taxi liegen lassen hatte. Der Rezeptionist war sehr hilfreich und machte den Fahrer ausfindig. Es gibt noch ehrliche Menschen auf der Welt. Nachts kurz vor ein Uhr stand der Taxifahrer wieder in der Lobby und überreichte mir mein Handy. Er hatte sogar einen Anruf von einem meiner Kunden aus den USA angenommen. Die Erleichterung war groß, denn es ist mein wichtigstes Arbeitsmittel. Immerhin habe ich gelernt, auf Türkisch Danke zu sagen  – Tesekkürler.
Istanbul Atatürk Airport
Istanbul Atatürk Airport
Um vier Uhr morgens musste ich aufstehen, um den sechs Uhr Flug nach Denizli, eine Provinzstadt irgendwo zwischen Istanbul und Antalya, Izmir und Ankara zu erreichen. Mein Kollege hatte ebenfalls kaum Schlaf gehabt, so dass wir beide schon k.o. waren, bevor die Arbeit überhaupt los ging.
Das Meeting beim Kunde lief erst wenige Minuten, als der Strom ausfiel. Wie wir bald erfuhren, war das fast in der gesamten Türkei der Fall. Man vermutete einen Sabotageakt oder eine Cyberattacke.
Für das Meeting war das egal, da ich fast nie PowerPoint Präsentationen benutze und somit kein Bedarf für technische Geräte bestand. Wir hatten intensive und erfolgreiche Diskussionen.
Denizli
Denizli
Nach dem Meeting wollte uns der Kunde noch seine Produktionslinien zeigen. Die Halle hatte keine Fenster, also fuhr ein Gabelstapler hinter uns her, um die Maschinen zu beleuchten.
Zum Glück fiel der Rückflug nach Istanbul am Abend nicht aus, aber wir erfuhren kurz vorm Abflug, dass es dort eine Geiselnahme mit Todesopfern gegeben hatte, was nicht sehr beruhigend war.
Irgendwann war ich aber wieder im Hotel und es gab auch wieder Strom. Ich fand die Entscheidung von voriger Woche gut, für zu Hause einen Notstromgenerator anzuschaffen.

Wenn ich in die Türkei muss, passiert ständig etwas. Das Ganze erinnerte mich an einen Business Trip nach Istanbul vor eineinhalb Jahren. Ich hatte mit einem Kollegen ein Meeting in einem Institut auf der asiatischen Seite von Istanbul. Wir hatten danach einen Rückflug nach Berlin, aber das Meeting dauerte viel länger als geplant. Unsere Gastgeber machten uns wenig Hoffnung, dass wir den Flug noch erreichen, zumal die Bosporus-Brücken verstopft waren. Irgendjemand hatte die Idee, zum nächsten Fährhafen zu fahren, die Fähre zum europäischen Teil zu nehmen und von dort nochmal 20 Minuten mit dem Taxi zum Airport. Theoretisch war das machbar. Allerdings fuhr unser Chauffeur so langsam und setzte uns auch noch an der falschen Stelle ab, dass wir die Fähre verpassten. Uns fehlten 10 Meter. Das nächste Boot ging eine halbe Stunde später und damit sahen wir keine Chance mehr, den Flug zu erreichen. Ich nutzte also die Wartezeit, um mit unserem Travel Office nach Alternativen zu schauen. Es sah nicht gut aus. Alles ausgebucht. Einzigste Option war am Folgetag von Istanbul nach Helsinki und von dort nach Berlin zu fliegen. Damit hätte ich aber am Freitagabend das Pfahl-PFK, das ich zu leiten habe, verpasst.

Istanbul vom Mündung Bosporus ins Marmarameer
Istanbul vom Mündung Bosporus ins Marmarameer
Wir beschlossen, doch noch zu versuchen, unseren Flug zu erreichen. Als wir mit der nächsten Fähre im Fährhafen ankamen, hatten wir noch 30 Minuten bis zum Abflug (also lief schon das Boarding) und mindestens 20 Minuten Taxifahrt bis zum Airport. Ich habe dem Taxifahrer den doppelten Preis versprochen, wenn er es in 10 Minuten schafft. Es war ein junger Kerl, und er schaffte es. Ähnlich irre Fahrten habe ich bisher nicht mal in Indien oder China erlebt, nur noch in Moskau.
Zum Glück hatten wir schon Boardingpässe und nur Handgepäck. Dafür gibt es in Istanbul aber zwei Sicherheitskontrollen und das Gate war ganz hinten. Wir sind gerannt wie die Irren und als wir saßen, rollte der Flieger sofort los.
Fazit: Die Aussicht auf Istanbul von der Fähre war grandios, auch mit knapp 50 kann man noch sprinten, wenn es sein muss. Und es ist sehr unangenehm, völlig durchgeschwitzt im Flieger zu sitzen.
Istanbul ist eine der interessantesten  Städte der Welt.
Istanbul vom der Bosporusmündung gesehen
Istanbul vom der Bosporusmündung gesehen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s