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Sisters und Elders – Part 03

Vor drei Wochen hatte ich das Vorrecht, Sophie Merkel aus dem Zweig Hof als Missionarin in der Honolulu Hawaii Mission der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu berufen. Die Einsetzung eines Missionars oder einer Missionarin gehört zu meinen schönsten Aufgaben als Pfahlpräsident. Auch diesmal war es ein ganz besonderer Moment.

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Sophie hat sich sehr gut auf ihre Mission vorbereitet und wird die nächsten 18 Monate dem Herrn dienen. Es ist für mich faszinierend und beeindruckend, mit den jungen Leuten zu arbeiten und zu sehen, wie sie mit ihrem Entschluss, eine Mission zu erfüllen, ihrer Vorbereitung darauf und dann ihrer Arbeit auf einzigartige Weise wachsen.

Wir wünschen ihr und ihrer Familie alles Gute und freuen uns auf das Wiedersehen.

Fund

Wir sind diese Woche umgezogen. Das ist jedes Mal, abgesehen vom normalen Chaos, ein interessantes Erlebnis, denn man findet immer einige Dinge wieder, die verschollen oder vergessen waren. So auch diesmal.
Auf irgendeinem Schrank lag ein Stapel alter Zeichnungen aus meiner Grafikzeit vor 30 Jahren. Darunter habe ich diese Skizze gefunden, die ich 1984 als Entwurf für einen Linolschnitt gemacht habe. Es ist die Einladung für die Jugendtagung unserer Kirche in Dresden im Sommer 1984.

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Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mit einer uralten Handwringmaschine mehr als 120 Drucke angefertigt habe.  Das war reine Handarbeit, hat aber viel Spaß gemacht. Jeder Teilnehmer hat also damals einen originalen Linolschnittdruck erhalten 😉

Leider kann ich die Druckvorlage nicht mehr finden, auch keinen Druck. Es wäre deshalb interessant, ob irgendjemand diese Einladung noch im Fundus aufbewahrt hat. Über ein Foto würde ich mich sehr freuen. 😀

 

Warum mir mein Glaube gut tut

Ich hatte gestern Abend in Leipzig mit meinen Ratgebern ein Meeting mit den Bischöfen, Zweigpräsidenten und Hohen Räten unseres Pfahles.

Dabei sagte einer der Teilnehmer in der Diskussion, wie wichtig es ist, dass uns unsere Religion nicht nur Freude macht, sondern uns auch gut tut. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch darüber und auf der Heimfahrt habe ich die ganze Zeit über diesen Punkt nachgedacht.

Ebenfalls gestern traf ich nachmittags den Geschäftsführer einer Firma, die mit der Firma, für die ich arbeite, kooperiert. Wir kennen uns schon seit Jahren und er fragte mich, wie ich es schaffe die Belastungen und den Druck in meinem Beruf zu ertragen.

Das erste, woran ich gedacht habe, sind meine Ehefrau und unsere Kinder, Schwiegerkinder und die Enkelin. Sie sind für mich das allerwichtigste. Jedes Mal (und das ist mehrmals im Monat), wenn ich von einer Dienstreise aus China, Taiwan, Korea, den USA oder irgendwo anders auf der Welt wieder nach Hause fliege, freue ich mich riesig auf sie. Es gibt zum Beispiel nichts Schöneres für mich als mit meiner Familie am Frühstückstisch zu sitzen und die Zeit zusammen zu genießen. Meine Familie tut mir gut. Und dass sie mir gut tut, hat eine Menge mit dem zu tun, was wir alle in unserer Kirche über die Jahre, Woche für Woche darüber gelernt haben, wie man Liebe in der Ehe und Familie pflegt. Darüber bin ich froh.

Ich will damit nicht sagen, dass es bei uns nie Krisen oder Probleme gegeben hat oder in Zukunft geben wird. Das Evangelium Jesu Christi gibt uns aber die Werkzeuge in die Hand, die gebraucht werden, um bei Problemen nicht aufzugeben und eben nicht alles hinzuwerfen (was ich als eine der verhängnisvollsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft sehe), sondern Probleme zu lösen und Egoismus, der am häufigsten die Ursache von Ehe- und Familienproblemen ist zu überwinden.

Der wichtigste Schlüssel für uns zu Hause ist, dass wir uns vorbehaltlos lieb haben. Anfang der Woche habe ich es meiner ganzen Familie in einem Brief geschrieben.

Wenn ich meinen Geschäftspartnern in aller Welt erzähle, dass ich über 28 Jahre glücklich verheiratet bin, werde ich meistens ungläubig angeschaut und häufig werde ich gefragt, wie man das schaffen kann.

Es tut mir auch gut, meine Berufung in der Kirche zu erfüllen, mit großartigen Menschen zusammen zu arbeiten und Seelsorger oder auch Mentor zu sein. Es ist mit beachtlichen Belastungen verbunden aber das wird für mich komplett aufgewogen, wenn ich sehe, dass Menschen geholfen werden kann und sich Probleme zum Guten ändern. (Es gibt selbstverständlich auch Enttäuschungen und manche Probleme ändern sich nicht, vielleicht nie, es lohnt sich aber trotzdem zu arbeiten.) Es klingt vielleicht paradox aber meine Berufung in der Kirche gibt mir eine Menge mentale und physische Kraft für meinen Beruf.

Es tut mir gut, sonntags am Abendmahl teilzunehmen und über meine Beziehung zu Gott nachzudenken und wie ich meinen Glauben in der kommenden Woche besser leben kann. Außerdem treffe ich in den Gemeinden jede Woche Gleichgesinnte und Freunde, mit denen ich herzlich verbunden bin.

Es tut mir gut, täglich zu beten und mich mit den Heiligen Schriften zu beschäftigen. Es gibt mir mehr Ausgeglichenheit, besonders dann, wenn Probleme an die Substanz gehen.

Es gibt noch viel mehr Dinge in meinem Glauben, die mir sehr gut tun. Ohne meinen Glauben wäre ich nicht der, der ich bin. Vielleicht schreibe ich später über das eine oder andere. Manchmal sehe ich die Dinge die gut tun gar nicht so deutlich, betrachte vieles als selbstverständlich und natürlich gibt es auch noch sehr viel zu lernen.

Diese kleine Diskussion gestern Abend hat mir aber geholfen, etwas mehr darüber nachzudenken.