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Easter/Ostern 2026 in Salt Lake City

Every year in April, all Seventies (we are now 532 from 72 countries) are invited to the general conference. For us, this begins with the leadership meetings on Thursday and Friday. This means two intensive days with the Quorum of the Twelve and the First Presidency of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints.

Jedes Jahr im April sind alle Siebziger (mittlerweile sind wir 532 aus 72 Staaten) zur Generalkonferenz eingeladen. Für uns beginnt dies mit den Leadership Meetings am Donnerstag und Freitag. Das bedeutet zwei intensive Tage mit dem Kollegium der Zwölf und der Ersten Präsidentschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Some members of the 7th Quorum of the Seventy

After these two days, I can reaffirm again and again with all my heart that the Church is in the best hands. It was an overwhelming experience. The contrast to what is presented to us on the worldly stage could not be greater.

Nach diesen beiden Tagen kann ich wieder und wieder von ganzem Herzen bestätigen, dass die Kirche in besten Händen ist. Es war ein überwältigendes Erlebnis. Der Kontrast zu dem, was uns auf der weltlichen Bühne präsentiert wird, könnte nicht größer sein.

We recognize these men as prophets, seers, and revelators in the literal sense, who lead this Church on behalf of Jesus Christ and receive divine guidance.

Wir anerkennen diese Männer als Profeten, Seher und Offenbarer im buchstäblichen Sinne, die diese Kirche im Auftrag von Jesus Christus führen und göttliche Weisung erhalten.

At the conclusion of all leadership meetings, the Twelve Apostles bear powerful testimony of Jesus Christ and His infinite Atonement. It is not about power in a worldly sense, but rather the expression of their spiritual convictions, experiences, and personal witness.

Am Ende aller Leadership Meetings geben die Zwölf Apostel machtvoll Zeugnis von Jesus Christus und Seinem unbegrenzten Sühnopfer. Es ist keine Macht im weltlichen Sinne, sondern der Ausdruck ihrer geistigen Überzeugungen, Erfahrungen und Erlebnisse.

Gethsemane
Golgatha
Resurrection

They think big, but with a focus on the individual. They are intent on bringing peoples and religions together. They know and see things that we do not yet see—or not clearly enough—but that we will undoubtedly experience ourselves someday. They are preparing the Church for the times and events that will come upon the world.

Sie denken groß aber mit Fokus auf den Nächsten. Sie sind darauf bedacht, Völker und Religionen zu verbinden. Sie wissen und sehen Dinge, die wir noch nicht oder nicht deutlich genug sehen, aber zweifellos irgendwann selbst erfahren werden. Sie bereiten die Kirche auf die Zeiten und Ereignisse vor, die die Welt ereilen werden.

Most organizations and governments are inadequately prepared for the future—both temporally and spiritually. One of the main reasons for this is the attempt to solve problems and set directions without relying on God’s help or even considering what He has said and continues to say. It is becoming increasingly clear that this approach cannot succeed.

Die meisten Organisationen und Regierungen sind ungenügend für die Zukunft vorbereitet – weder zeitlich noch geistig. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der Versuch, Probleme zu lösen und Richtungen zu bestimmen, ohne auf die Hilfe Gottes zu vertrauen oder sich überhaupt darum zu kümmern, was Er gesagt hat und weiterhin sagt. Es wird immer offensichtlicher, dass dies nicht funktionieren kann.

It gives me a good feeling that we operate differently in the Church—that we are prepared to meet the challenges of the future and able to offer help to others. Therefore, we look to the future with confidence. Jesus Christ is at the center. We orient ourselves toward Him.

Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir in der Kirche anders arbeiten. Dass wir vorbereitet sind, die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen und in der Lage, anderen Hilfe zu leisten. Deshalb blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft. Jesus Christus steht im Mittelpunkt. Wir orientieren uns an Ihm.

Salt Lake Temple and Tabernacle

Today, in a solemn assembly during the Saturday morning session of general conference, we sustained Dallin H. Oaks as President of the Church, along with his two counselors in the First Presidency, Henry B. Eyring and D. Todd Christofferson. On Thursday, all three spoke to us—with clarity and directness. During the general conference sessions, we hear from them and from the Twelve Apostles. As Seventies, we serve under the priesthood keys of the Apostles and act as their extended arms. From them we receive our assignments, which we carry out in the areas for which we are responsible. Like them, we testify that Jesus Christ is risen and lives.

Wir haben heute in einer feierlichen Versammlung während der Samstagmorgen Session der Generalkonferenz Dallin H. Oaks als Präsident der Kirche bestätigt, ebenso seine beiden Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, Henry B. Eyring und D. Todd Christofferson. Am Donnerstag haben alle drei zu uns gesprochen – mit Klarheit und Deutlichkeit. In den Generalkonferenz Sessionen hören wir von Ihnen und den Zwölf Aposteln. Als Siebziger arbeiten wir unter den Priestertumsschlüsseln der Apostel und sind ihre verlängerten Arme. Von ihnen erhalten wir unsere Aufträge, die wir in den Gebieten, für die wir zuständig sind, erfüllen. Wie sie, bezeugen wir, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt.

Temple Square

After the conference, it is time for application and implementation. There will be people who take offense at the spoken and written word. That has always been the case. But that is not really of consequence. Prophets have always been treated that way.

Nach der Konferenz ist die Zeit der Anwendung und Implementierung. Es wird Menschen geben, die am gesprochenen und geschriebenen Wort Anstoß nehmen. Das war schon immer so. Aber das ist nicht wirklich von Belang. Profeten wurden schon immer so behandelt.

General Conference
Conference Center

I was thinking about many others like Isaiah, or about Samuel the Lamanite in the Book of Mormon. Both bore clear testimony of Jesus Christ. Many people did not like the uncomfortable truths they preached. It is recorded that Isaiah was brutally put to death. Samuel (see Book of Mormon, Helaman chapters 13–16) was cast out of Zarahemla. He returned, preached from a city wall, and was pelted with stones and shot at with arrows. It did not matter. Everything that was prophesied was fulfilled. And so it will be in the future—especially as we draw nearer to the Second Coming of Jesus Christ.

Ich musste stellvertretend für viele an Jesaja denken oder an Samuel, den Lamaniten im Buch Mormon. Beide haben deutlich von Jesus Christus Zeugnis gegeben. Viele Leute mochten die unbequemen Wahrheiten nicht, die von ihnen gepredigt wurden. Von Jesaja ist überliefert, dass er grausam umgebracht wurde. Samuel (siehe Buch Mormon, Helaman Kapitel 13-16) wurde aus Zarahemla ausgestoßen. Er kehrte zurück, predigte von einer Stadtmauer, wurde mit Steinen beworfen und mit Pfeilen beschossen. Es tat nichts zur Sache. Alles, was profezeit wurde, erfüllte sich. Und so wird es auch in Zukunft sein, umso mehr, je näher wir dem zweiten Kommen von Jesus Christus kommen.

Today, prophets are rejected differently. But the consequences are no less severe.

Heute werden Profeten anders zurückgewiesen. Aber es hat nicht minder schwere Folgen.

The Easter week brings the reality of the resurrection of Jesus Christ before our eyes, along with all its implications for humanity.

Die Osterwoche bringt uns die Realität der Auferstehung Jesu Christi vor Augen mit allen Auswirkungen auf die Menschheit.

For behold, I, God, have suffered these things for all, that they might not suffer if they would repent; But if they would not repent they must suffer even as I; Which suffering caused myself, even God, the greatest of all, to tremble because of pain, and to bleed at every pore, and to suffer both body and spirit—and would that I might not drink the bitter cup, and shrink— Nevertheless, glory be to the Father, and I partook and finished my preparations unto the children of men.“ Doctrine & Covenants 19:16-19

„Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten, damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren; aber falls sie nicht umkehren, müssen sie leiden so wie ich, und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott, den Größten von allen, der Schmerzen wegen zittern und aus jeder Pore bluten und an Leib und Geist leiden – und ich wollte den bitteren Kelch nicht trinken und zurückschrecken – doch Ehre sei dem Vater, und ich trank davon und vollendete meine Vorbereitungen für die Menschenkinder.“ Lehre und Bündnisse 19:16-19

How grateful we can be for Jesus Christ and the perspectives He opens up to us.

Wie dankbar können wir für Jesus Christus sein und die Perspektiven, der er uns eröffnet.

Das Abendmahl. Danke, Elder Holland.

Es ist erstaunlich, welch allerlei merkwürdige Dinge vor und zu Ostern in deutschen Medien über Jesus Christus geschrieben wurden. Einige Autoren schaffen sich einen Jesus, der ihrem eigenen (und mit Jesus Christus nur schwerlich kompatiblen) Weltbild entspricht. Andere orakeln darüber, was Jesus wohl heute gut und weniger gut finden würde.

Das alles hat wenig mit Jesu Christi Aussage gleich zu Beginn seines Hohepriesterlichen Gebetes im Garten Gethsemane zu tun: „Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus.
Johannes 17:3 NGU2011
https://bible.com/bible/108/jhn.17.3.NGU2011

comeuntochrist.org

Um zu erkennen, was Jesus heute gut finden würde, muss man nicht orakeln, sondern man muss eigentlich nur die vier Evangelien im Neuen Testament lesen, die (auch durchaus unbequemen) Lehren auf sich selbst beziehen und Schritt für Schritt im persönlichen Leben anwenden.

Der daraus folgende Prozess ist mit dem Weg des geringsten Widerstandes, dem Abwählen dringendst notwendiger Werte und der sich leider ausbreitenden Einstellung, Eigenverantwortung und die Schuld an gesellschaftlichen Problemen an Regierungen, Organisationen oder irgendjemand anderen abzuschieben, nicht vereinbar. Er kann mühsam sein und erfordert persönliche Konsequenzen, aber es gibt unzählige Hilfen und einzigartige Perspektiven, die sich erschließen, wenn man wirklich daran arbeitet, Gott und Seinen Sohn Jesus Christus zu erkennen.

Elder Jeffrey R. Holland vom Rat der Zwölf hat vor zwei Wochen zur Generalkonferenz eine weitere seiner epochalen Ansprachen gegeben, in der er auf beeindruckende Art und Weise die Bedeutung des Sühnopfers Jesu Christi und des Abendmahls erläutert hat. Er hat ebenfalls darüber gesprochen, wie wir teilweise oberflächlich, leichtfertig und unangebracht mit der Heiligkeit und Würde des Sühnopfers und dem Gedenken daran beim Abendmahl umgehen.

Diese Worte waren wirklich überfällig und sollten ständig wiederholt werden, bis sie wirklich in unseren Gemeinden verstanden werden.

Ansprache im Original:

https://youtu.be/9xq2pVi9FTE

Deutsche Übersetzung:

https://youtu.be/QBbRmeRaTec

Elder Holland:

Am Ende seines kurzen irdischen Wirkens bereitete dieses reinste aller Paschalämmer seine Jünger auf seinen Tod vor. Dazu führte der Herr das Abendmahl ein, eine persönlichere Form der heiligen Handlung, die gleich nach Verlassen des Gartens von Eden eingeführt worden war. Es sollte nach wie vor eine Opfergabe dargebracht werden, etwas, was wirklich ein Opfer darstellte, doch dies sollte eine viel tiefere symbolische Bedeutung haben, viel mehr zur inneren Einkehr anregen und persönlicher sein als das Vergießen des Blutes eines erstgeborenen Lammes. Den Nephiten sagte der Erretter nach seiner Auferstehung:
„Ihr sollt mir nicht länger Blutvergießen opfern …
Ihr sollt mir als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen. Und wer mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt, den werde ich mit Feuer und mit dem Heiligen Geist taufen …
Darum kehrt um … und lasst euch erretten.

Ich finde es sehr wohltuend, dass das Abendmahl jetzt noch mehr Betonung in unseren Gottesdiensten findet. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst in Leipzig mit beiden Gemeinden zusammen, wo das Abendmahl fast die Hälfte der Zeit eingenommen hat. Ich habe selten mehr Andacht und Ehrfurcht erlebt.

Dabei sind diese beiden Punkte leider zu oft ein wunder Punkt, wie Elder Holland zutreffend formuliert hat. The Ox is too often in the mire.

Elder Holland:

Meine lieben Brüder und Schwestern, wir haben jetzt den spannenden neuen Schwerpunkt, verstärkt das Evangelium zuhause zu lernen, aber wir dürfen keinesfalls vergessen, dass uns ebenso nach wie vor geboten ist, „an meinem heiligen Tag ins Haus des Betens [zu] gehen und deine heiligen Handlungen dar[zu]bringen“. Die Veränderungen an den Sonntagsversammlungen sollen uns nicht nur Zeit für mehr Anleitung im Evangelium daheim verschaffen, sie sollen auch den Versammlungsablauf dahingehend vereinfachen, dass das Abendmahl des Herrn als der heilige, herausragende Höhepunkt unserer wöchentlichen Gottesverehrung entsprechend in den Mittelpunkt rückt. Wir sollen auf die persönlichste Art, die uns möglich ist, daran denken, dass Christus an einem gebrochenen Herzen starb, als er ganz allein die Sünden, den Kummer und das Leid der gesamten Menschheit auf sich nahm.
Und da auch wir diese verhängnisvolle Last mitverschuldet haben, verlangt ein solcher Augenblick unsere Achtung. Deshalb halten wir Sie dazu an, rechtzeitig und andächtig zum Gottesdienst zu kommen und sich passend für die Teilnahme an einer heiligen Handlung zu kleiden. …

Was die Pünktlichkeit anbelangt: Die lieben Mütter, die mit Kindern, Knabberkram und Windeltaschen beladen etwas chaotisch ankommen und froh sind, dass sie es überhaupt geschafft haben, werden stets liebevoll etwas später eingelassen werden. Außerdem wird es einige geben, die unweigerlich am Sonntagmorgen feststellen, dass ihr Ochse in den Brunnen gefallen ist. Dieser Gruppe sagen wir jedoch: Wenn Sie deshalb gelegentlich zu spät kommen, ist das verständlich, doch wenn der Ochse jeden Sonntag in den Brunnen fällt, empfehlen wir Ihnen dringend, entweder den Ochsen zu verkaufen oder den Brunnen aufzufüllen.

Mit der gleichen Absicht möchten wir als Apostel darum bitten, den Lärmpegel in den heiligen Räumen unserer Gebäude zu senken. Wir unterhalten uns gerne miteinander, und das sollen wir auch – das ist mit das Schöne am Kirchenbesuch –, doch dies darf nicht in Räumen stattfinden, die speziell der Gottesverehrung gewidmet sind. Ich fürchte, dass Besucher, die nicht unserer Kirche angehören, entsetzt sind angesichts unserer zuweilen lautstarken Ehrfurchtslosigkeit an einem Ort, der Gebet, Zeugnisgeben, Offenbarung und Frieden vorbehalten sein sollte. Vielleicht ist der Himmel auch ein wenig entsetzt.

Als altgedienter Organist, der versucht, vor dem Beginn des Gottesdienstes eine ehrfurchtsvolle Atmosphäre, die den Heiligen Geist einlädt, zu schaffen, sehe ich es mit einem weinenden Auge, wie viele diese Atmosphäre durch Gedankenlosigkeit verpassen oder gar stören.

Vor einigen Monaten war ich im Rahmen der Wiedereinweihung des Gemeindehauses in Leipzig für eine Orgelandacht eingeteilt. Als ich die Kapelle betrat, saßen etliche Leute aus der Umgebung still und erwartungsfroh in den Reihen. Unruhe haben nur unsere Mitglieder verbreitet. Einige, die zu spät waren, kamen sogar zu mir an die Orgel, um mir die Hand zu schütteln. Es war gut gemeint und irgendwie auch symptomatisch, aber leider unangebracht. Es ist genau das, was Elder Holland angesprochen hat. Das wiederhergestellte Evangelium hat eine enorme Kraft. Leider schwächen wir sie manchmal unnötigerweise oder nehmen davon weniger in Anspruch als wir könnten – nicht in schlechter Absicht, sondern aus Gedankenlosigkeit und manchmal auch einer Portion Ignoranz.

Vielen Dank, Elder Holland, für die klaren Worte.

Auf heiligem Boden, Ölberg vor 10 Jahren.

Generalkonferenz und eine besondere Woche

Die letzten zwei Wochen waren recht ereignisreich. Esther und ich hatten die Möglichkeit, an der Generalkonferenz in Salt Lake City teilzunehmen. Es war ein tolles Erlebnis und eine sehr bemerkenswerte Konferenz.

Für mich war besonders wichtig, die Wertschätzung verstärkt zu spüren, dass die Kirche durch einen lebenden Propheten geführt wird. Eine seiner wichtigsten Aufgaben und Schlüssel besteht darin, ganz klar Dinge und Entwicklungen zu sehen, die auf uns zukommen und die dadurch erforderlichen Konsequenzen unmissverständlich anzusprechen. Präsident Nelson hat das bei dieser Konferenz wieder auf konsistente Art und Weise getan und wird natürlich auch dafür kritisiert. Ich glaube, wir tun besser daran, seinen Rat anzunehmen, als zu versuchen, mit unserem geringeren Horizont für die Zukunft schlauer zu sein.

So sagte er bereits zur letzten Konferenz: „Es wird in künftigen Tagen nicht möglich sein, ohne den führenden, leitenden, tröstenden und steten Einfluss des Heiligen Geistes geistig zu überleben.

Seit dem hat er eine ganze Reihe Einladungen ausgesprochen, bestimmte Dinge zu tun und einige negative Gewohnheiten zu ändern, die für mich absoluten Sinn im Hinblick auf die angesprochene Problematik ergeben. Anstatt diese Ratschläge in den Gemeinden zu zerreden, wäre es besser, sich darüber auszutauschen, wie man so viel wie möglich davon umsetzen und sich dabei gegenseitig unterstützen kann.

Das betrifft unter anderem einen weisen Umgang mit sozialen Medien, ein besseres Verständnis für die Heilighaltung des Sabbat, das Abendmahl zur persönlichen Bestandsaufnahme unserer Beziehung zu Gott zu nutzen, den Wesenskern der Betreuungsarbeit und Seelsorge in der Kirche umzusetzen, täglich darum zu beten, dass Menschen zu Christus finden, regelmäßig im Tempel zu arbeiten, das Buch Mormon zu lesen, die Betonung des Namens der Kirche oder auch das neue Versammlungsschema. Letzteres habe ich erwartet und mir auch gewünscht. Ich fand auch sehr gut, dass dabei die Wichtigkeit des Zuhauses für die geistige Entwicklung und den Glauben betont wurde und dass die Kirche dort eine unterstützende Rolle aber nicht die Hauptrolle einnimmt. Das setzt z.B. ein besseres Verständnis von der Heiligkeit des Sabbats und einiger anderer Prinzipien voraus.

Oquirrh Mountain Tempel in South Jordan, Utah

Ich finde auch die Aufforderung, das Buch Mormon erneut zu lesen, wichtig. Manche empfinden das als Bevormundung aber es wird ja keiner gezwungen. Esther und ich haben uns einen geeigneten Leseplan gesucht und verbringen jeden Tag eine sehr gute Zeit miteinander einschließlich etlicher erlebter Aha-Effekte. Es ist schön und gut, einzelne Schriftstellen und Zitate zu picken, aber die wahre Kraft der Heiligen Schriften liegt in ihrem Kontext. Es ist der Kontext, der Zusammenhänge besser verstehen lässt und Fragen beantwortet, die ohne ihn oft offen bleiben oder Opfer von eigenen „Glaubenssteckenpferden“ werden. Der Herr hat sich dabei etwas gedacht, als er die Schriften im vorhandenen Kontext offenbart hat.

Besonders berührt hat mich auch die Ansprache von Elder Ballard. Großartig. Die beste Rede zu diesem für unseren Glauben so essentiellen Thema, die ich je gehört habe. (https://www.lds.org/general-conference/2018/10/the-vision-of-the-redemption-of-the-dead?lang=deu)

Zwei Tage später sollte sich zeigen weshalb.

Am Montagabend nach der Konferenz, hatte ich das Vorrecht, in Halle Elder Dario Burkhardt als Missionar in die Auckland Neuseeland Mission zu berufen. Es war ein schöner Moment im Kreis seiner erweiterten Familie. Leider haben wir vergessen, ein Foto zusammen zu machen. Alles Gute und Gottes Segen für dich Dario. Ich poste nochmal separat mit einer Fotomontage.

Am Dienstagmorgen musste ich beruflich in die Schweiz in den Hauptsitz der Firma in Thun. Am frühen Nachmittag erreichte mich dort die Nachricht vom Tod meiner Mutter. Sie starb 93-jährig an einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Ich musste sofort an Elder Ballards Ansprache denken. Wie dankbar bin ich für Lehre von der Erlösung der Verstorbenen. Sie ist in dieser umfassenden Klarheit nur in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage zu finden.

Meine Kollegen aus der Schweiz haben mir eine Trauerkarte mit einem sehr bemerkenswerten Inhalt geschickt. Herzlichen Dank dafür.

Die Trauerfeier wird am Montag, den 22. Oktober 2018 um 13:00 im Gemeindehaus Chemnitz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, Stelzendorfer Straße 25 stattfinden, die Beisetzung erfolgt um 14:30 auf dem St. Trinitatis Friedhof in Hohenstein-Ernstthal.

Meine Mutter mit einem wunderbaren Freund der Familie – Raimund Goeckeritz, der leider zu früh vor einigen Jahren an einem Krebsleiden verstarb

Ich bin am Schreiben eines Nachrufes für unsere Mutter. Sie war eine besondere Frau, der wir alle unzählige Dinge zu verdanken haben.

Am Mittwoch traf ich mich nach meiner Rückkehr aus der Schweiz mit meinen Geschwistern, um die Trauerfeier und Beerdigung zu planen. Den Nachmittag verbrachte ich mit einem Kunde, aber es war schwierig.

Am Donnerstag musste ich mich im Klinikum Nordhausen einer speziellen MRT Untersuchung unterziehen, in der Hoffnung, dass damit einige Ungewissheiten ausgeräumt werden können. Das MRT empfand ich als unangenehm, aber zum Glück bin ich nicht klaustrophobisch und das Hightech Ersatzteil in meinem Herzen ist mit einem MRT kompatibel.

Esther und ich haben die Zeit genutzt und sind danach in den Harz hineingefahren zu Orten, die mein verstorbener Schwiegervater vor Jahren immer gern mit uns besucht hat.

Am Freitagabend war es wohltuend im Tempel in Freiberg zu sein und über die Ereignisse der Tage zuvor in Ruhe zu reflektieren. Ich habe tiefen Frieden verspürt. Dieses Jahr war bisher zu wenig Zeit dafür.

Stop it !

Überall wird der Ton rauer und unversöhnlicher. Scheinbar unaufhaltsam verkommen Manieren, Respekt voreinander sowie die Kultiviertheit und der Stil bei der Bewältigung zwischenmenschlicher Konflikte. Leider geschieht das auch manchmal innerhalb der Kirche.

Eine passende Antwort auf solche Entwicklungen hat Präsident Dieter F. Uchtdorf in seiner Ansprache „Die Barmherzigen finden Erbarmen“ zur Generalkonferenz im April 2012 gegeben. Diese Rede sollte regelmäßig in Gottesdiensten, Pfahl- und Gemeinderäten und Familienheimabenden besprochen werden, da die Prinzipien ständig wieder in Vergessenheit geraten. Dabei sind sie sehr eindeutig, aber Mangel an Selbstreflexion und übertriebene Selbstbezogenheit können die Einsicht trüben.

Zitat aus Präsident Uchtdorf´s Ansprache:

„Dieses Thema – andere richten – könnte man eigentlich mit vier Worten abhandeln. Wenn es um Hass geht, um Klatsch, Ignoranz, Spott, Groll oder den Wunsch, anderen schaden zu wollen, tun Sie bitte eines:

Hören Sie damit auf!“

Präsident Uchtdorf erklärt, warum das so wichtig ist und wie man es besser machen kann. Wir werden nicht unsere komplette Umwelt ändern können und manchmal werden wir vielleicht unter Menschen leiden, denen die Folgen ihres Verhaltens gleichgültig sind. Dennoch ist es möglich und erstrebenswert, einen Unterschied zu machen.

Noch ein Zitat aus der Ansprache:

„Lassen Sie uns als Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, wo immer wir auch sein mögen, als ein Volk bekannt sein, das einander liebt.“

Hier ist der vollständige Wortlaut:

https://www.lds.org/general-conference/2012/04/the-merciful-obtain-mercy?lang=deu

Die Barmherzigen finden Erbarmen